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Meine Stereoblindheit nach 3D-Kinobesuch in den Ferien - zumindest teilweise - geheilt!

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donquichote
(@donquichote)
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Hallo sebastianD.,

...  Ich stimme Ihnen auch voll zu, dass unser visuelles System mit voll ausgebildeter Stereopsis wesentlich leistungsfähiger arbeiten kann. Und das Sehen als Vorgang weniger "mühevoll" ist und weniger Zeit und Energie verbraucht wird ...

Fragt sich, wer hier beim Sehen mehr Zeit und Energie verbraucht: Derjenige, der ohne Stereosehen versucht, einen Schlüssel ins Loch zu stecken oder derjenige, der volles Stereosehen hat und es in vielen Situationen (gerade heute in der modernen Welt, z.B. beim Lesen einer flachen, also nicht 3D, Zeitungsseite) gar nicht braucht.

Und nun eine kleine "Aufmunterung" an all diejenigen, die kein Stereosehen haben:

... Natürlich ist Stereo-Sehen kein "nice-to-have-Feature" die Evolution hat sich ganz sicher etwas dabei gedacht ...

Natürlich hat sich die Evolution dabei etwas gedacht! Beispiel Raubkatze: Sie schleicht sich möglichst dicht an die Beute ran und der Sprung auf die Beute muss absolut zielsicher erfolgen, also die Raubkatze braucht Stereosehen. Bei ihr sind die Augen nebeneinander vorne am Kopf, so dass sich die Sehbereiche der beiden Augen in einem grossen Winkel überschneiden und Stereosehen möglich ist. Gegenbeispiel: Das Fluchttier Pferd. Bei ihm sind die Augen seitlich angebracht, es gibt fast keine Überschneidung der Sehbereiche beider Augen, dafür eine fast vollständige (es ist fast nur der eigene Körper im Weg - daher nie von hinten ans Pferd rantreten) Rundumsicht. Sehr wichtig, wenn man den Feind rechtzeitig erkennen können muss.

Und wo liegt nun die Aufmunterung? Beim Pferd: Trotz fehlendem räumlichen Sehen ist es in der Lage, Position und Entfernung von Gegenständen zu erkennen. Wenn ich auf einer Galoppstrecke einen dickeren Ast querliegen sah, habe ich mir nie einen Kopf darum gemacht, ob mein Pferd die Position dieses Astes richtig erkennt - es hat immer funktioniert. Ich musste dazu nicht, wie Profireiter es machen, Tempo und Schrittlänge des Pferdes so anpassen, dass es ohne Stolpern darüber wegspringt. Fehlendes Stereosehen beim grossen Kumpel unterm Sattel? Kein Thema!

donquichote


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 14:00
sebastianD.
(@sebastianD)
Beiträge: 11
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@ donquichote

Fragt sich, wer hier beim Sehen mehr Zeit und Energie verbraucht: Derjenige, der ohne Stereosehen versucht, einen Schlüssel ins Loch zu stecken oder derjenige, der volles Stereosehen hat und es in vielen Situationen (gerade heute in der modernen Welt, z.B. beim Lesen einer flachen, also nicht 3D, Zeitungsseite) gar nicht braucht.

.. wird denn nicht für "niedere Sehaufgaben" die Stereopsis "deaktiviert" ? Ich hörte unser Körper verbraucht immer nur soviel Energie,  wie gerade nötig ist. Lächelt


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 14:05
donquichote
(@donquichote)
Beiträge: 4462
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Hallo sebastianD.,

keine Ahnung, ob da was abgeschaltet wird. Vielleicht?

donquichote


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 14:42
Steen Aalberg
(@Steen-Aalberg)
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Um kurz auf das Beispiel mit dem Federballspiel einzugehen, ... sicherlich ist die Berechnung des Balles in der Luft mit nur einem Auge schwieriger, aber ohne Probleme möglich. Wie die Tiefenwahrnemung hauptsächlich funktioniert habe ich ja schon kurz erklärt. Beim Tischtennis ist der Anspruch um ein vielfaches größer. Kleineres Objekt, weniger Kontrast, höhere Geschwindigkeit. Und doch ist es möglich mit nur einem Auge recht passabel zu spielen. Wer dies nicht glaubt, kann gerne eine Runde mit mir spielen Zwinkert

beste Grüße

sebastianD

Hi SebastianD

Ich mögte gerne wissen welschen kvalitativen visuellen Unterschieden du spürst wenn du dein "schechtes Auge" ganz abdeckt (mit Klappe oder ähnliches)

LG

Steen


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 17:16
tom.hertig
(@tom.hertig)
Beiträge: 45
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Hallo zusammen

Finde es nicht so toll, dass hier im Moment nur über den funktionellen Nutzen von Stereosehen diskutiert wird (sicherlich war der Nutzten früher höher, als wir noch von wilden Tieren flüchten bzw. diese bekämpfen mussten; vielleicht wird es auch wieder bedeutsamer, wenn plötzlich dann in 10 - 20 Jahren 3D Bildschirme oder Projektionen im Büroalltag Einzug halten). Über Sinn und Zweck übers 3D-Sehen könnt ihr ja gerne einen eigenen Thread eröffnen.

Elisa (57) und ich (46) haben erst seit kurzem das Stereosehen geschenkt erhalten. Ich war bis vor kurzem nicht in der Lage, 3D in irgendeiner Form zu sehen. Heute staune ich einfach nur noch und bin überwältigt, wenn ich durch den Wald spaziere, oder Menschen, Tiere und andere alltägliche Objekte betrachten darf usw. Jetzt bin nicht mehr einfach Zuschauer vor einem HD-Panaroma-Bildschirm mit Einheitsabstand von gefühlten 100 cm, sondern bin mitten im Geschehen. Ich möchte - trotz momentan sensorischer Überladung und Anstrengung während der Angewöhnungsphase - sicherlich nicht mehr zurück zu Mono.  Das Stereosehen ist nicht nur einfach hübsch, sondern im Alltag einfach auch ganz schön nützlich.

Ich habe diesen Thread eröffnet, weil ich einfach überwältigt bin über diese neue Art des Sehens, eine Art, welche für die meisten Leute fast selbstverständlich ist. Elisa und ich sind mehr oder weniger zufällig zum Stereosehen gekommen. Ich hatte früher vielen Leuten vergeblich versucht zu erklären, wie ich als 2D-Sehender die Welt wahrnehme. Das Stereosehen konnte ich mir vorstellen; aber letztendlich ist es nun überwältigender, als ich mich dies je vorstellen konnte.

3 Jahre intensive Sehschule (1973 - 1976) brachte meine Sehschwäche von 0,06 auf beinahe 1.0. Ein grosser Dank den damaligen Augenärtzen des Universitätsspitals Zürich. Das war ein riesen Geschenk und lange Jahrzehnte meine "Lebensversicherung", falls das gute Auge mal kaputt gehen würde. Stereosehen klappte aber trotz vielen Abklärungen und Test auch Jahre danach nicht. Da mein Vater von Erstberuf Fotograf war, wussten wir beide genau, wovon wir sprachen. Im Alter von 20 Jahren hatte ich mich längst damit abgefunden und kam auch so gut durchs Leben. Und dann kam in diesem Jahr das völlig unerwartete neue Sehen.

Vielleicht hätte mein Gehirn schon vor Jahren auf Stereosehen umgeschaltet, wenn ich früher ins 3D-Kino gegangen wäre. Keine Ahnnung - vielleicht war mein Gehirn noch gar nicht so weit. Aber ich wollte früher nicht gehen, weil ich nicht unnötig mehr für einen Film zahlen wollte, nur um zu sehen, dass ich nicht 3D sehe und vielleicht neidisch in die Sitzreihe schauen würde. Doch eines Tages bin ich mit meinem 6-jährigen Sohn dann doch einmal gegangen, weil schliesslich er das Vergnügen haben sollte. Dann kam die grosse Überraschung für mich.

Bei Elisa und mir war es ein Zufall - oder ein spontanes Geschenk von oben. Ich hoffe, dass dies noch viele andere erleben dürfen. Allein im Deutschsprachigen (D, A, CH) leben ein paar Millionen Menschen ohne Stereosicht. Die meisten von Ihnen führen trotzdem ein gutes Leben. Aber wenn nur 1/1000 dieser Menschen das Glück bekommt, doch noch das Stereosehen zu erlangen, dann reden dabei wir hier von einigen Tausend Menschen.

Also, lieber Leser, wenn Du wegen latentem Augenschielen nicht 3D sehen kannst, gib nicht zu schnell auf. Irgendwann klappt es vielleicht doch noch! Der Auslöser kann das Kino sein, vielleicht eine richtige Prismenkorrektur oder im Normalfall einfach eine gründliche (erneute) Untersuchung bei einem (anderen) Spezialisten.

Und wenn es dann noch nicht klappen sollte, dann hast Du’s wenigstens versucht und darfst weiterhin Stolz sein, dass Du trotz visueller Beeinträchtigungen dein Leben gut meistern kannst!

Herzliche Grüsse

Thomas Hertig, Wabern, Schweiz

Noch Fragen?


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 19:38
donquichote
(@donquichote)
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Hallo Elisa,

... Als ich heute Nachmittag die neueren Postings über "Sinn und Nutzen" des Stereosehens las, dachte ich für mich: So können nur Leute schreiben, der den Unterschied zwischen Stereosehen und Stereoblindheit nicht aus persönlichem Erleben kennt. Die Erklärungen sind sicher interessant und zum Teil auch hilfreich - aber eben doch an der eigentlichen Sache vorbei ...

Als ich die Sache mit dem Stereosehen oder Nichtstereosehen im Tierreich schrieb, bezog ich mich vor allem auf diesen Satz von sebastianD.:

... Natürlich ist Stereo-Sehen kein "nice-to-have-Feature" die Evolution hat sich ganz sicher etwas dabei gedacht ...

Das war wirklich nur zur Erklärung dieses Satzes gedacht. Vielleicht hätte ich die Sache mit der "Aufmunterung" nicht schreiben sollen, aber sie war weder hämisch, noch verletztend, noch lächerlich oder sonst was gemeint, sondern einfach nur ganz ehrlich. Entschuldige bitte, falls ich Dir oder anderen versehentlich auf die Schuhe getreten bin.

donquichote


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 22:35
Elisa
(@Elisa)
Beiträge: 63
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Hallo Leute

Als ich heute Nachmittag die neueren Postings über "Sinn und Nutzen" des Stereosehens las, dachte ich für mich: So können nur Leute schreiben, der den Unterschied zwischen Stereosehen und Stereoblindheit nicht aus persönlichem Erleben kennt. Die Erklärungen sind sicher interessant und zum Teil auch hilfreich - aber eben doch an der eigentlichen Sache vorbei. 

Ich konnte auch Autofahren, Badmington spielen, Skifahren, Tischtennis spielen usw. Das ist nicht, was den Unterschied ausmacht. Der Unterschied ist eine ganz andere Wahnehmung der Tiefe, der Masse, des Raumes, des Gegenübers, der Bäume, der Pflanzen, der Tiere und eine ganz andere Wahrnehmung der eigenen Person im Raum und im Sein. Tom hat so schön beschrieben, dass er jetzt mittendrin ist und "nicht mehr einfach Zuschauer vor einem HD-Panaroma-Bildschirm mit Einheitsabstand von gefühlten 100 cm". Besser kann man den Unterschied fast nicht beschreiben. Bei mir ist eine unsichtbare Grenze zwischen mir und der Welt verschwunden. Ich gehöre dazu. Vorher war immer das Gefühl, ich sei "draussen" und der Rest der Welt stehe mir gegenüber.

Nun noch zum rein materiellen "Sehen": Ich sehe jetzt viele Dinge zum allerersten Mal in meinem Leben, obwohl ich sie schon tausendmal hätte sehen können. Sie waren da. Aber ich nahm sie einfach nicht wahr. Wenn mir jemand sagte: "Siehst Du dort drüben hinter dem Baum, das Haus...." - ja, dann sah ich es. Aber von selber sah ich es nicht. Wie soll ein Stereoblinder verstehen, dass er gewise Dinge einfach nicht wahrnimmt, die für andere selbstverständlich sind? Da er sie nicht wahrnimmt, weiss er ja nicht, dass sie da sind. Wie soll einer mit Stereosicht verstehen, dass ein Stereoblinder irgendetwas vor der Nase einfach nicht sieht? Es ist ja so eindeutig da!

Dass all das nicht nachvollziehbar ist für Menschen, die den Unterschied nicht selber erlebt haben, ist verständlich. Sicher hat der Mensch und auch das Gehirn ungeahnte Möglichkeiten zu kompensieren und sich das Leben einzurichten - aber es ist eben doch nicht das gleiche. Wer nur Kaffeeersatz aus Eicheln, Malz und Gerste kennt, kann nicht über richtigen Kaffee diskutieren. Und wer nur richtigen Kaffee getrunken hat, kann nicht nachvollziehen, wie der Ersatz schmeckt...

Elisa


 
Veröffentlicht : 03.10.2012 22:51
Elisa
(@Elisa)
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Hallo Don Quichote

Danke für Dein Post. Nein, verletzt bin ich in keinster Weise. Ich habe aber generell (nicht nur hier im Forum) den Eindruck bekommen, dass die Problematik unterschätzt wird.

Wenn ich dran denke, dass im Laufe meines Lebens mindestens 2 Augenärzte und 3 Optiker die Chance hatten, mittels einer kleinen Korrektur mein Leben total zu verändern, dann gibt mir das schon zu denken. Auch als ich meinen letzten Optiker (Nr. 3) anrief, und ihm mitteilte, ich bin zu einem anderen Optiker und der hat Winkelfehlsichtigkeit diagnostiziert, kam die Antwort: "Ja, der, ach weisst Du, der hat so spezielle Ideen". Als ich sagte, ich sehe jetzt aber räumlich und vorher nicht, meinte er: "Aber das habe ich doch getestet!" Jaja, 08/15 Testung,  das, was man mal in der Grundausbildung der Optiker-Schule vor 40 Jahren gelernt hat (allgemeine Aussage, nicht auf meinen 3. Optiker bezogen. Ich bin hier bewusst etwas plakativ). Und die, die sich mehr Wissen angeeignet haben und die entsprechenden Testungen vornehmen, die werden als "Geldmacher" und "Abzocker"  abgestempelt (nicht hier im Forum - ich habe viel gegoogelt). Wie Tom beschrieben hat: Augenarzt zu ihm: "Gehen sie ja nicht zu einem Optiker, der verkauft ihnen nur eine teure Brille!"

Wenn 3-5% der Bevölkerung stereoblind sind, so macht das in der Schweiz um die 300'000 Personen. Wenn nur 1% davon mit kleinen Massnahmen wie bei mir das Stereosehen wieder erlangen könnten, dann wären das 3'000 Leute. Nur in der Schweiz. Massiv verbessserte Lebensqualität. Ein normales Leben führen. Sich im Alltag 100x besser fühlen. Mehr Selbsicherheit. Kurz: Ich bin überzeugt, dass das Leben eines Stereoblinden ganz anders verlaufen würde, wenn er Stereosehender wäre. Bei mir kamen noch die Beschwerden der Winkelfehlsichtigkeit dazu. Was genau von was kam, ist natürlich für mich nicht wirklich auseinanderzuhalten.

Elisa


 
Veröffentlicht : 04.10.2012 15:13
Eberhard Luckas
(@Eberhard-Luckas)
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Hallo alle zusammen,

nur noch eine Erklärung. Wer plötzlich meint, binokulares Einfachsehen zu erreichen, hat das als Kind (meist in der Prägungsphase) längst gelernt. Irgendwann ist das verloren gegangen, wegen eventl. falscher Bríllenkorrektion oder Nichtkorrektion. Klar springt solch eine binokulares Einfachsehen wieder voll an, wenn die Korrektion dann mal wieder stimmt.

Einfach gesagt: Was man einmal gelernt hat, kommt auch wieder.


 
Veröffentlicht : 06.10.2012 10:15
tom.hertig
(@tom.hertig)
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Themenersteller
 

@ Moni & alle

Herzlichen Dank für Dein Statement und die anschaulichen Erklärungen. Ja, es gibt tatsächlich einige Bereiche, bei denen man mit den Hilfsrechnungen (grösser als, Schatterierung, Überlappung etc.) einfach nicht ausreichen. Für mich die schönste und eindrücklichste Erfahrung ist der Wald; da gibt es so viele verschiedene Ebenen und unterschiedlich dicke Bäume, Äste etc. Da war ich die letzten 40 Jahre (oder mehr) mit meinen Hilfsrechnungen nicht weit gekommen. Heute einfach überwältigend so ein Wald (leider eine Selbstverständlichkeit für die meisten Leute).

Ist schön, dass Du dass alles schon früher erleben durfttest.

@ alle

Der "funktionale Nutzen" beim Sehen des Waldes in Stereo ist natürlich nicht existenzielll. Es ist einfach beeindruckend, schön, entspannend etc. Vielleicht vergleichbar mit mit der Innenausstattung einer Wohnung: Da ist auch nicht jeder Gegenstand existenziell. Bilder, Planzen, schönes Design, Farbgestaltung etc. haben einfach den Nutzen uns gut zu tun; sind einfach schön fürs Auge und die Seele. So ist es heute wohl auch mit dem Wald in 3D (nur viel, viel schöner).

Beim Autofahren merkte ich (auf kurzen Teststrecken) jedoch den unmittelbaren Nutzen deutlich. Und konnte auch mit 2D Autofahren; dort spielten Grösse und Perspektive eine wichtige Rolle, um die Distanzen besser einschätzen zu können (die Autos werden ja nicht unendlich gross oder klein gebaut). Aber jetzt sah ich die die einzelnen Autos, aber auch Ampeln, Abschrankungen etc. viel einfacher, deutlicher und schneller als vorher. Das Stereosehen trägt also zur Verkehrssicherheit bei; also grosser funktionaler Nutzen, auch wenn ich bisher unfallfrei gefahren war.

@ Eberhard Luckas & alle

Ja, auch ich gehe davon aus, dass ich als Baby das 3D-Sehen gelernt hatte. Da ich aber mit 1/2 bereits schielte (gem. Krankenakte), erst mit 3 Jahren das erste mal beim Augenarzt war und nicht wirklich richtig behandelt wurde, hatte ich mit 6 1/2 Jahren links noch eine Sehschärfe von 3/50 (~ 6%), also schon fast erblindet. Irgendwann zwischen 0,5 und 6 (max) Jahren muss ich sicherlich 3D gesehen haben. Aber daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Die Amblyopie konnte dann durch verschiedene Therapien (Blenden, Abdecken etc.) auf fast normale Sehschärfe gebracht werden. Doch weder Simultansehenn, noch Fusion geschweige denn Stereosehen waren für mich damals (auch mit nahezu 100 % Sehschärfe (Zahlen, jedoch nicht eng beieinander)) möglich; Diplopie war nicht auslösbar --> anomale Korrespondenz war gesetztes Programm.
Auch Prismentests wurden eingesetzt
, ohne Erfolg. Die Suppression war einfach zu stark (und ist für Strabisten ja auch normal). Habe eine Kopie der Unterlagen aus zig Tests aus der Zeit, als ich zwischen 7 und 10 Jahren sehr häufig in der Augenklinik war.

Vermutlich hat sich mein Gehirn in den letzten paar Jahren irgendwie verändert; vielleicht auch, weil mein rechtes Auge langsam alterssichtig wurde. Ich konnte dann zwischendurch auch mal auf links umschalten, ohne das rechte Auge zuzudrücken. Vielleicht hätte ich ab dem Zeitpunkt Stereosehen können, wenn ich die richtige Brille (mit Prisma) gehabt hätte (ist natürlich reine Spekulation). Aber mein heutiger (bzw. mein Ex-) Augenarzt hatte kein Interesse, das näher zu untersuchen (Brillenträger + latentes Schielen + Amblyopie seit ich 3 war = kein 3D Seheh mehr möglich, meinte dieser noch vor 1 1/2 Jahren). 

Schliesslich war es dann ein 3D-Film im Kino, der das Gehirn wieder Simultansehen, Fusion und schiesslich auch 3D-Sehen ermöglichte. Dabei griff das Gehirn selbstverständlich auf noch vorhandene Synapsen zu.

Da einige krasse Szenen in den heutigen 3D-Filmen auch von Leuten mit einer schlechten einseitigen Sicht als 3D erkannt werden, könnten diese vielleicht mal als Therapieform verwendet werden (vgl. auch Bericht über Bruce Bridgeman). Ich kenne z. B. jemand, der mit einem Visus von 0,3 (auf dem schwächeren Auge) die 3D-Film-Effekte sieht.  Ein 3D-Film ist einfach auch weniger anstregend als die Sehschule, dafür sind die Effekte neu und krasser als der gewohnte Alltag.

Interessanterweise sind die Leute, von denen ich gehört habe, die seit ihrer Kindheit stereoblind waren, und dann als Erwachsene - plötzlich  - Stereo sehen konnten, mind. in ihren 40er: Ich bin 46, Elisa 57; Sue Barry 48, "Cindy" 48, Bruce Bridgeman 67. Nur bei Elisa war es einfach nur die falsche Brille (sie konnte aber vorher schon simultan sehen)! 
Sue Barry hatte ja alles mögliche ausprobiert. Also zu meinen, es brauche einfach nur die richtige Brille, ist schon ein wenig zu kurz gegriffen. Wenn die Suppression im Gehirn als Prozess einfach zum Standard gehört, hilft keine Brille der Welt. Da braucht es schon irgendwie einen anderen, neuen Impuls.

Ich würde meinen, dass die Neurologen hier gefragt sind. Sprich: Augenärzte, BITTE, BITTE arbeitet doch einfach mit Neurologen Hand in Hand! Gemeinsam erreicht ihr mehr (und erkundigt euch auch bei den Psychologen, damit ihr nachvollziehen könnt, welch krasse Veränderung ein plötzliches Stereosehen mit sich bringt.

@ alle

Was ich nicht verstehe: Ich schiele laut neuesten Tests mind. 17 Grad (eso). Evtl. sind es jedoch weit mehr, weil ich ja durch das Stereosehen die Augen anpassen (?). Das Prisma habe ich erst seit knapp 2 Wochen und sehe dabei noch stärker räumlich; aber Stereo sehe ich inzwischen schon 8 Wochen. Wie ist das möglich bei diesem Fehlwinkel?
 


 
Veröffentlicht : 06.10.2012 18:38
-Moni-
(@Moni-2)
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Ich möchte an dieser Stelle noch einmal kurz was zum Stereo-Sehen sagen. Es ist toll zu lesen, wie ihr euer Leben neu erfahrt nur durch die plötzliche Wahrnehmung der Welt in 3D. Aber im Grunde genommen macht die Stereopsis nur einen ganz geringen Teil des täglichen Sehen's aus. Der größte Anteil der menschlichen Tiefenwahrnehmung funktioniert auch ohne diese. Und zwar hat das visuelle System "gelernt" Dinge die wir sehen zu "bewerten"  Zum Beispiel nach Größe, Struktur, Überdeckung, Farbe, Schatten, und im Vergleich zum umgebenen Raum. (um nur ein paar Dinge zu nennen) 

Unser Visuelles System, bei dem unser Gehirn den größeren Teil ausmacht, ist unterbewusst ständig damit beschäftigt unsere Seheindrücke zu bewerten. Eine riesen Leistung !!

Also erlernen auch Menschen ohne Stereopsis "räumliches Sehen" einfaches Beispiel: Ein Baum der weiter weg steht wird kleiner wahrgenommen, als ein Baum der näher steht. Man erkennt den Größenunterschied und das Gehirn lernt "aha groß = näher dran" und dieses Grundprinzip wird auf alle anderen Dinge übertragen.

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Sorry, irgendwie klappt das Zitieren nicht, daher das Zitat mit dem Strich abgetrennt.

Ganz so einfach ist das aber nicht. Natürlich lernt das System zu beurteilen dass wenn ein Baum grösser ist als der andere dieser näher ran sein muss. Was aber nun wenn zwei Bäume im Abstand von etwa 100m (oder auch mehr) hintereinander stehen, der Vordere aber dennoch kleiner ist als der Hintere? Dann wird plötzlich dieser Seheindruck völlig falsch bewertet weil das Gehirn meint, größer = näher, kleiner = weiter weg. Und auch das mit Struktur und Schatten ist ja nicht immer gleich, mal ist der Schatten links, mal rechts, mal kleiner, mal größer, die Struktur kann sich je nach Entfernung oder Blickwinkel auch ändern, es kommt auch dabei schnell mal zu Täuschungen.

Das mal nur als kl. Beispiel. Es kann so zu enormen Täuschungen kommen was einem auch das Leben erschweren kann weil es eben in manchen Situationen zu Fehlinterpretationen und falschen Bewertungen kommt.

Auch wenn räumliches Sehen nicht perfekt ausgebildet ist und nur eingeschränkt besteht erleichtert es doch einiges gegnüber garnicht vorhandenem. Von daher sollte man immer versuchen schon im Kindesalter das Bestmögliche raus zu holen es würde etlichen Kindern und später Erwachsenen vieles erleichtern.

Und ja ich freue mich für die Beiden hier, die das räumliche Sehen jetzt noch, oder wieder, erlangt haben und wünsche ihnen dass es so bleibt. Genießt es. Man sieht so die Welt mit ganz anderen Augen.

LG

Moni

P.S. Ich persönlich bin meiner Mutter sehr Dankbar dafür dass sie damals mit mir als Kind von einem zum andern gerannt ist, mit Untersuchungen, Sehschule, Op's und allem drum und dran um das Bestmögliche raus zu holen was machbar war (und das war damals für sie sicher nicht einfach und manchesmal enorm Stressig). Auch wenn es später als ich Älter war wieder schlechter wurde möchte ich nicht wissen wie es heute wäre wenn damals nichts gemacht worden wäre. so habe ich aber die Möglichkeit die Verschlechterung wieder auf den vorherigen Stand zu bringen.


 
Veröffentlicht : 06.10.2012 20:52
-Moni-
(@Moni-2)
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Ich denke Stereosehen hat auch unterschiedliche Varianten/Qualitäten. Ich selber habe jetzt Jahrelang alternierend extrem nach aussen geschielt, hatte aber dennoch Stereosehen. Auch wenn ich nur mit einem Auge fixieren konnte (auch jetzt meißt noch) wurde das andere (schielende) Auge nicht vollständig unterdrückt sondern der Seheindruck, den dieses lieferte, mit einbezogen. Ist schwer zu erklären wenn man es so nicht selber kennt. Also einen bestimmten Punkt oder Gegenstand konnte ich immer nur mit einem Auge fixieren aber alles andere was drumherum war habe ich mit beiden gleichzeitig gesehen und wahrgenommen. Das hat sich jetzt nach der Op auch extrem gebessert weil die Augen zumindest optisch jetzt gerade stehen. Laut Orthoptistin gibt es nur noch eine minimale Höhenabweichung (die man kaum sieht wenn man es nicht weiß und genau drauf achtet) und je nach Tagesform, Anstrengung und Licht wandert das linke noch ab und zu minimal nach aussen (aber eher selten). Heißt es ist immer noch nicht hundert prozentig aber mit ein wenig Konzentration schaffe ich es mittlerweile kurzzeitig auch beidäugig zu fixieren, allerdings nur in gewissem Abstand und gewisser Grösse des Objekts, bei zu nahen Gegenständen, oder zu kleinen, klappt das noch nicht.

Aber auch so, hat sich das räumliche Sehen schon in manchen Situationen extrem verbessert.

Ich war von Geburt an Beidäugig Innenschieler und war schon mit knapp 1 Jahr deswegen in Behandlung. mit 3 Jahren erste und zweite Op und mit 4 Jahren dritte, danach standen die Augen soweit parallel das ein Laie vom Schielen nichts mehr erkennen konnte. Auch hatte ich durch die frühen Behandlungen immer auf beiden Augen volle Sehkraft so das ich später nie eine Brille brauchte (Die trug ich nur bis kurz bevor ich in die Schule kam aber selbst meine Mutter weiß nicht mehr wofür die war, da keine Sehschwäche vorhanden war). Wie gesagt war dann irgendwann wohl räumliches Sehen vorhanden was ich nie ganz verloren habe. Es hat sich nach der Verschlechterung nach aussen nur etwas verändert.

Also auch mit Schielen kann man noch räumliches Sehen haben, nur eben in einer anderen Qualität.


 
Veröffentlicht : 06.10.2012 21:18
Marco25
(@Marco25)
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Hallo!

Sehr interessanter Thread:)

Ich habe einen ähnlichen Befind wie tom.hertig (ein Auge ist amblyop; Innenschielen; SW auf 1 Grad im Kindesalter durch eine Augenmuskel-OP operiert, Weitsichtig. kein Stereosehen - > funktionell einäugig <-> nur manchmal meldet sich das "abgeschaltete" Auge, aber da kein Stereosehen möglich ist, kommt es dann zu Doppelbildern...).

Nun wäre meine Frage:

Habt ihr denn bei solchen Selbstversuchen mit Hilfe von diesem Bestsellet-Buch von Sue Barry keine Angst, dass sich die Lage verschlechtern könnte?

Zb. könnte es statt zum Stereosehen zu vermehrten Dopppelbildern kommen...

Evtl. könnte ich bei manifestem Schielen auch der SW vergrößern,so dass dieser kosmetisch auffällig werden würde?

Aufgrund vielen Berichten, fühle ich ,dass auch schon heute auf diesem Gebiet mehr getan werden könnte, als die Schulmedizin offiziell vorgibt (dort gilt zum Bsp. mein Fall längst als befriedigend abgeschlossen),

jedoch bin ich auch skeptisch, man durch das Ausnutzen von Ängsten/Hoffnungen von Menschen im generellm ökologisch sehr erfolgreich sein kann....

Trotzdem ist es für mich persönlich unfassbar, traurig und sehr ärgerlich, dass ich über diese Thematik viel viel viel mehr weiß, als mein AA -> das sollte so einfach nicht sein.


 
Veröffentlicht : 07.10.2012 15:21
tom.hertig
(@tom.hertig)
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Hallo Marco25

Bin natürlich kein Experte, nur weil ich jetzt 3D sehen kann. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir einfach sagen, dass die Unterschiede zwischen echtem 2D und echtem 3D einfach überwältigend sind (überwältigend ist auch wörtlich zu verstehen; nicht so marginal, wie manchmal behauptet). Und ich finde auch, dass die Fachwelt hier viel zu wenig Interesse zeigt.

Ich würde aber auf alle Fälle einen Spezialisten aufsuchen, d. h. z. B. einen Optometristen, Optiker oder einen guten Augenarzt, der was von Stereosehen versteht, bevor du gross mit Selbstversuchen startest. Vielleicht brauchst Du ja doch eine neue Brille, vielleicht ist der Schielwinkel grösser und sollte korrigiert werden

Das Buch von Sue Barry würde ich so oder so empfehlen; da steht auch viel Spannendes, Allgemeines über die Augen, das Gehirn und das Zusammenspiel der beiden Parteien drin. Als Bio-Neurologin ist sie natürlich dafür prädestiniert und hat vielen Augenspezialisten ziemlich was voraus (weil diese sich häufig nur mit der Hardware befassen). Training ist m. E. auch wichtig (stell dir vor, jemand hatte lange Jahre einen gelähmten Fuss, der sich plötzlich wieder meldet - da wäre es selbstverständlich, dass der sofort in die Physio gehen kann; nur bei den Augen haben viele Leute das Gefühl, das Stereosehen ginge bei richtiger Hardware einfach von alleine oder eben gar nicht). 

Punkto Doppelbilder: Angst habe ich nicht, aber schon Respekt. Da gehen die Meinungen aber auseinander:

  • Der Visualtrainer meint: Super, ist ja, wenn man (noch) nicht 3D sieht, eine notwendige Bedingung die zeigt, dass das Gehirn fähig ist fürs Simultansehen. Kommt schon gut.
  • Der erste Augenarzt schenkte dem keine Bedeutung; bzw. Augentraining ist eh nichts für sie in ihrem Alter.
  • Augenarzt der Uniklinik: Ups, aufpassen, sollte einfach nicht zur Gewohnheit werden, sonst bleibt's noch.

Wer hat Recht? I don't know.

Ich beobachte mich, so gut es geht; DBs haben bei mir meist mit abflauender Konzentration zu tun; dann einfach Oklusion drauf oder Augen entspannen. Aber wenn's schlimmer würde, werde ich natürlich sofort bei der Uniklinik anrufen.

Dass sich der SW einfach so vergrössert, glaube ich kaum.

Hoffe, ich konnte dir als Laie ein wenig weiterhelfen. Aber hier im Netz gibt es natürlich viele erfahrene Experten.

Warst Du schon denn schon mal im 3D-Kino?

Viele Grüsse

Tom


 
Veröffentlicht : 07.10.2012 18:36
Marco25
(@Marco25)
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Hi!

Danke fürs Antworten - ich bin persönlich noch nie im 3d-Kino gewesen - kanns irgendwann mal versuchen:)

ggf. hole ich mir aus Interesse das genannte Buch.

Ob ich darüberr hinaus was machen werde, weiß ich noch nicht und würde von bestimmten Infos abhängen, die kaum zu bekommen sind, denn:
-> entweder die Medizin ist noch nicht so weit und eine Heilung "unserer" Problematik ist wirklich nur Science Fiction (das würde einschließen, dass der geringe %-Satz von Experten , die hier mehr zu wissen vorgeben, letztendlich leider nur Scharlatane und gute Geschäftsleute wären),

oder aber die wenigen % haben recht und es ist hier wirklich mehr möglich, als die Schulmedizin vorgibt <-> dies mit absoluter Sicherheit zu recherchieren ist aber schlichtweg für den Laien doch einfach nicht wirklich möglich.

Ein Risiko könnte ich hier zb. nicht eingehen, denn klar:

3D-Sehen mag unendlich mal besser, schöner, klarer, überwältigender und noch vieles mehr als 2D-Sehen sein, doch trotzdem ist meine jetzige Situation irgendwo akzeptabel:
SW konstant bei 1 Grad, also nicht auffällig (wird alle 6 Monate überprüft - das ist mir wichtig, weil ich beruflich viel mit Menschen zusammenarbeiten werde (ich studiere Psdychologie) und die Augen nicht nur ein Funktionsrogan darstellen, sondern auch eines der wichtigsten Kommunikationsorgane sind....) und kaum Doppelbilder.

Da ich nun kein 3D-Sehen kenne, vermisse ich nichts (auch wenn ich dir sofort glaube, wenn du sagstm dass der Unterschied einfach schier unfassbar groß ist).

Jedoch wäre es nicht gut, wenn sich bzgl. den genannten Parametern (unauffälliger SW und kaum DP) etwas ins Negative verändern sollte.

Beides soll schon bei Augentraining vorgekommen sein (falls divesre Beiträge in Foren korrekt sind...)


 
Veröffentlicht : 08.10.2012 14:09
tom.hertig
(@tom.hertig)
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Hallo Marco

Kein Problemn, ich wollte dich ja keinesfalls zu 3D überreden.

Aber das mit den Doppelbildern solltest Du schon mal abklären. Das sollte nicht sein; und du dürftest vermutlich ich auch nicht Autofahren.

Schaue aber gut zu beiden Augen, denn ich kenne jemanden, der bei einem Unfall das gute Auge verloren hat und auf dem schlechten nur so 0,4 sieht.

Mein SW beträgt seit Jahren mehr als 10 Grad; hat mich noch nie jemand darauf angesprochen, nicht einmal der Augenarzt. Auch anderen Personen, denen ich es dann gesagt habe, war es ehrlich nicht aufgefallen.

Da muss ja komischen Augenübungen machen, dass man plötzlich einen bleibenden, grösseren SW bekommmt. Der SW kann sich aber z. B. nach dem Einsatz von Prismen verändern, weil das Auge dann entspannter ist. Das ist bei mir der Fall, weswegen erst recht eine OP nötig ist.

Alles Gute & Grüsse

Tom


 
Veröffentlicht : 08.10.2012 14:53
donquichote
(@donquichote)
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Hallo,

-moni-:

... Was aber nun wenn zwei Bäume im Abstand von etwa 100m (oder auch mehr) hintereinander stehen, der Vordere aber dennoch kleiner ist als der Hintere? Dann wird plötzlich dieser Seheindruck völlig falsch bewertet weil das Gehirn meint, größer = näher, kleiner = weiter weg ...

Wie stark macht sich das Stereosehen in der Ferne, eben z.B. ab 100 m, überhaupt bemerkbar?

donquichote


 
Veröffentlicht : 09.10.2012 22:53
donquichote
(@donquichote)
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Hallo,

donquichote wrote:

Wie stark macht sich das Stereosehen in der Ferne, eben z.B. ab 100 m, überhaupt bemerkbar?

Die Antwort besteht aus zwei Wörtern: Sehr stark. Sogar auf 500m und einen Kilometer.

das räumliche Sehen mit beiden Augen beruht doch u.a. darauf, dass das Gehirn zwei minimal verschiedene Bilder geliefert bekommt. Das gilt für die Nähe. Aber ab einer bestimmten Entfernung ist der Unterschied zwischen den zwei Bilder verschwindend gering, oder? Kommen somit in der Ferne nicht wieder hauptsächlich Dinge wie Grösse, Verdeckung, Schatten etc. zum Tragen? Also Dinge, die man auch mit nur einem Auge wahrnehmen kann?

donquichote


 
Veröffentlicht : 10.10.2012 11:12
Elisa
(@Elisa)
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Hallo Sebastian!

Danke für Deine Zeilen! Super! Wir Laien sind natürlich froh, wenn wir dank den Fachleuten unser Erlebnis besser einordnen können.

Bei mir ist es so, dass ich jedenTag Neues entdecke, das ich bisher nicht gesehen habe. Gestern und heute habe ich festgestellt, dass ich in einen Wald hineinblicken kann und durch ihn hindurch, der Wald besteht nicht mehr nur aus einer Wand am Waldrand. Das ist mir zwar schon bei Spaziergängen vor 1 Monat aufgefallen - aber da war ich noch so mit jedem einzelnen Baum beschäftigt, dass ich es nicht wirklich realisierte. Auf gewisse Dinge achte ich auch erst, seit ich mich bei Stereo-Sue und Prof. Bridgeman informiert habe.

Grundsätzlich habe ich wohl vieles nicht gesehen, das "in der Tiefe" liegt. Ich sehe nun z.B. die Ostfassade des Schulhauses (das vor meinem Haus liegt und das ich seit 4 1/2 Jahren  jeden Tag sah, bzw. was die Ostfassade betrifft, hätte sehen können). Grad vor der Ostfassade steht ein riesiger Baum. Ostfassade und Baum bilden zusammen wie eine Höhle. Fazit: Ich sah sie nicht. Dort wo der Baum anfängt, hörte für mich die Wahrnehmung auf.

Oder die Bäume weit unten unterhalb des Dorfes. Um sie zu sehen muss ich zwischen zwei hohen Bäumen hindurchblicken: Fazit: Ich sah sie nicht... Meine Wahrnehmung hörte bei den hohen Bäumen auf.

Elisa


 
Veröffentlicht : 10.10.2012 11:54
Elisa
(@Elisa)
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das räumliche Sehen mit beiden Augen beruht doch u.a. darauf, dass das Gehirn zwei minimal verschiedene Bilder geliefert bekommt. Das gilt für die Nähe. Aber ab einer bestimmten Entfernung ist der Unterschied zwischen den zwei Bilder verschwindend gering, oder? Kommen somit in der Ferne nicht wieder hauptsächlich Dinge wie Grösse, Verdeckung, Schatten etc. zum Tragen? Also Dinge, die man auch mit nur einem Auge wahrnehmen kann?

donquichote

Hallo donquichote

Ich habe mir genau die gleichen Fragen gestellt, und ich kann sie nicht beantworten. Was ich dazu denke ist : Offensichtlich hat die Wissenschschaft noch nicht alles herausgefunden. Im Auge hat es evtl. noch andere Mechanismen, die der Mensch bis jetzt noch nicht entdeckt hat.

Mein Erleben stimmt offensichtlich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht überein. In sollchen Fällen entscheide ich mich in der Regel für mein Erleben. Zwinkert  Die Wissenschaft stützt sich jeweils auf den neuesten Stand des Irrtums. In 100 Jahren hat sie andere Erklärungen.

Elisa


 
Veröffentlicht : 10.10.2012 12:11
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