Hallo!
Laut einer Kontrollmessung meines Optometristen liegen die Änderungen im +-0,25pdpt-Bereich, was sich wohl kaum zu korrigieren lohnen sollte (wobei ich hinzufügen sollte, dass ich keine binokulare Vollkorrektion trage: ich nehme alle Horizontalteste spontan in Eso-Stellung wahr, lediglich die Vertikalabweichungen sind voll ausgeglichen, was der Philosophie meines Optometristen geschuldet ist).
Und tatsächlich bin ich zur Zeit meistens beschwerdefrei bzw. bleiben die Beschwerden im Rahmen, nur gelegentlich - und dann schon mal über mehrere Tage hinweg - eben durchaus nicht.
Das Hauptproblem ist gegenwärtig die "alte" Brille, die Kurzsichtigkeit samt Phorie korrigiert. Zwar soll sich diese nominell kaum von meiner Brillen-Kontaktlinsen-Kombination unterscheiden, ist aber im Grunde völlig unverträglich! Da ich diese morgens aber zumindest kurzfristig (halbe Stunde) trage, kann dies bereits zu Problemen führen. Was mache ich da?
Viele Grüße,
Hydroxid
Hallo Hydroxid,
die Brille sollte dann doch auf den optimalen Wert hin verändert werden.
Hallo!
Laut einer Kontrollmessung meines Optometristen liegen die Änderungen im +-0,25pdpt-Bereich, was sich wohl kaum zu korrigieren lohnen sollte (wobei ich hinzufügen sollte, dass ich keine binokulare Vollkorrektion trage: ich nehme alle Horizontalteste spontan in Eso-Stellung wahr, lediglich die Vertikalabweichungen sind voll ausgeglichen, was der Philosophie meines Optometristen geschuldet ist).
Was für eine Philosophie ist denn das? Völlig unverständlich. Bei echtem Mikrostrabismus korrigiere ich auf den subjektiv verträglichsten Winkel mit besten BOS. Sonst strebe ich eine Vollkorrektion an. Dann sollten auch keine Beschwerden bestehen.
Hallo!
Er meinte, er bliebe bei der Esophorie lieber ein wenig unter dem Maximum, um dem Risiko einer weiteren Tonusloslösung vorzubeugen, wohingegen er die Korrektion des Höhenfehlers möglichst exakt anstrebe, da dieser deutlich geringere Toleranzen hinsichtlich asthenopischer Beschwerden aufweise. Scheint mir im Grunde nicht ganz verkehrt zu sein, aber da - zumindest gegenwärtig - die Rechnung nicht so ganz aufgeht, kann man schon ins Grübeln kommen...
Allerdings hatte ich früher von anderer Seite schon (postoperativ) eine "Vollkorrektion" mit 16pdpt BA und fantastischen 0,00pdpt in der Höhe bekommen, die nicht nur nicht half, sondern sogar spontane Diplopie beim Nahsehen nach sich zog.
Mal eine andere Frage: Würde sich der Versuch lohnen, morgens vor den Kontaktlinsen anstelle meiner alten, erwiesenermaßen unverträglichen Brille eine Uralt-Brille aufzusetzen, die die Kurzsichtigkeit also deutlich unterkorrigiert? Ich hatte da vor längerer Zeit mal nicht allzu schlechte Erfahrungen mit zusätzlich übergestülpten Supermarkt-Lesebrillen gemacht...
Viele Grüße,
Hydroxid
Hallo!
Allerdings hatte ich früher von anderer Seite schon (postoperativ) eine "Vollkorrektion" mit 16pdpt BA und fantastischen 0,00pdpt in der Höhe bekommen, die nicht nur nicht half, sondern sogar spontane Diplopie beim Nahsehen nach sich zog.
Hydroxid
Wer hat denn das fabriziert?
Schlage gerne in die gleiche Kerbe!
Seit wann kann man die Vollkorrektion in Höhe und Seite trennen ???
Entweder war es eine zum Zeitpunkt der Messung echte Vollkorrektion, oder es war auch ansatzweise, gar keine! Punkt
Beeinflussen sich denn Höhen- und Seitenkorrektionen wechselseitig? So dass man z.B. mit unterschiedlichen Seitenprismen unterschiedliche Höhenprismen erhält, die aber jeweils die Vertikalteste in Nullstellung bringen?
Hallo,
oft findet man erst den echten (kompensatorisch verkrampft gehaltenen) Höhenausgleichswert, wenn der Seitenwert schon ganz gut korrigiert ist, das gleiche kann auch umgekehrt gelten. Wird demnach nur eine Richtung versucht zu neutraliesieren, ergeben sich teilweise völlig neue, oft sogar unverträgliche Teilkorrektionswerte, da das dynamische Sehsystem ja in jeder Richtung arbeitet und ständig andere Kompensationskräfte (die dazu noch völlig neu und ungewohnt sind) verarbeiten muss. Dieser Auflösungsprozess von alten Kompensationsfaktoren kann sich über einige Korrektionsschritte hinziehen. Wird der Gesamtfehler in denselben nur in Höhe, oder nur in Seite aufgesucht und korrigiert, erwachsen daraus nur völlig neue Kompensationsbedingungen, die allermeist längerfristig eher zu neuen Problemen führen müssen.
Gibt es Höhenwerte, sind daran muskelmässig entweder die Vertilalmotoren oder die schiefen Muskeln beteiligt. Beide Muskelpaare haben aber immer auch Einfluss auf die horizontale Position der Augen.zueinander. Nur die äußeren Muskeln haben keine Höhenbeeinflussung direkt. Indirekt bringen sie jedoch durch die Lockerung und Lösung von Kompensationskräften immer auch Einflüsse auf die anderen Motoren mit, das ist doch logisch. Keiner kann sich nur in bestimmten Positionen verkrampft verhalten, sondern eine Verkrampfung bezieht immer zumindest das direkte Umfeld mit ein.
Der Ansatz, Vollkorrektion nur Höhe oder nur Seite muss zum Scheitern verurteilt sein!
Des Weiteren:
Die Komplexibilität wird auch immer nur dann berücksichtigt, wenn die Augenstellung auf die Fernsicht (Blick geradeaus) und auf die Nahsicht (Konvergenzstellung der Augen) Berücksichtigung findet.
Wer es ernst nimmt, wird vielfach am Ende auch noch leichte Höhen- und Seitenkomponenten bei Kopfdrehungen mit berücksichtigen (leider technisch begrenzt durch den Durchmesser der Messgläser und der Polfilter). Aber mit der fertigen Brille lassen sich bei der Abgabe und mehr noch bei einem fixierten Statustermin im Prüfraum Tendenzen für zukünftige Messungen als Hinweis festhalten. So wird mit der Zeit jede Messung ein auf die Person abgestimmtes und individuelles System , was sich in den Einzelkomponenten regelmäßig überprüft und überwacht.
Zuletzt:
Dies kann aber nur funktionieren, wenn "Vollkorrektion in Einzelschritten" vom Anwender der MKH gelebt wird. - Das ist bis heute keinesfalls Standart! (Soviel auch zum Antrag einer Namensänderung der IVBV in Wiesbaden, - Hinweis für Insider, hier geht es sehr wohl um eine neue Vereinsprägung und -ausrichtung, auch wenn dies im Antrag direkt negiert wird)
Danke für die umfangreiche Stellungnahme!
Ich denke, ich verstehe die Logik, die hinter dem Prinzip der Vollkorrektion steht, stecke aber irgendwie in der Zwickmühle: Einerseits hat der Ansatz der Teilkorrektion anscheinened jahrelang ziemlich gut funktioniert und natürlich sind mir niedrige Prismenstärken sympathischer als hohe, andererseits werde ich mit dem status quo nicht glücklich. Doch mir scheint die Wahrscheinlichkeit hoch zu sein, dass ein erneuter Vollkorrektionsansatz - sofern er denn tatsächlich bessere Resultate zu bringen vermag - mich über kurz oder lang zu einer zweiten OP führt.
Doch offenbar komme ich wohl nicht um einen Selbsversuch herum. Dummerweise habe ich nur ein Augenpaar...
Zunächst aber geht es um die Frage, wie ich denn bessere Kontaktlinsen finde, da die jetzigen eindeutig nicht zukunftsfähig sind: Sie kratzen permanent und bescheren mir regelmäßig trockene Augen, anscheinend insbesondere bei niedriger relativer Luftfeuchtigkeit, und nach einer Tragezeit von knappen zwölf Stunden bin ich stets froh, wenn ich die Biester in den Behälter verbannt habe. Welche Optimierungsmöglichkeiten gibt es da, oder sind meine Augen wahrscheinlich einfach nur eingeschränkt kontaktlinsen-kompatibel?
Viele Grüße,
Hydroxid
Da jetzt die Zeit derPollen (-allergie) voll in der Entfaltung ist, kann auch dies de Verträglichkeit negativ beeinflusen!
Darüber hinaus ist Winkelfehlsichtigkei als Stressfaktor oft verantwortlich für ungünstge Bedingungen in der Benetzung.
Hallo!
Inzwischen habe ich anscheinend das gesamte verfügbare Sortiment an weichen Kontaktlinsen durchprobiert, doch allen gemeinsam ist die schlechte Verträglichkeit unter klimatisch ungünstigen Bedingungen (Büro, Zug etc. ...). Was bedauerlich ist, da weiche Linsen nunmal am stabilsten auf dem Auge sitzen und damit eigentlich die besten Bedingungen für eine präzise Prismenkorrektion bieten sollten.
Eberhard empfahl mir als Alternative spezielle Minisklerallinsen, doch leider ist die Marktsituation für diese Linsen wohl derartig schlecht, dass ich enorme Anfahrtswege in Kauf nehmen müsste - was ich mir momentan nicht zusätzlich aufbürden möchte...
Bleiben also gewöhnliche formstabile Linsen. Die Frage ist nun: Wie groß können die prismatischen Nebeneffekte sein, die eine "frei bewegliche" Linse verursacht, oder sind meine Sorgen diesbezüglich unbegründet?
Viele Grüße,
Hydroxid
Hallo Hydoxid,
da Du auch eine vertikale Phorie hast, ist es schon problematisch mit normalen formstabilen KL, eine stabile prismatische Höhenwirkung einzuhalten. Hast Du Dich bei MPG+E erkundigt, wer in Deiner Gegend die "natural Fit" anpasst? Diese Linse ist auch größer als "normale" formstabile KL und es entstehen geringere Höhendiffernzen.
Hallo Eberhard,
ja, ich habe mir eine Adresse für die "natural fit" nennen lassen, die praktischerweise direkt vor Ort liegt. Ich werde es einfach mal auf einen Versuch ankommen lassen, denn noch steht der Beweis, dass dieser Linsentyp in puncto trockenen Augen verträglicher sind, ja noch aus.
Ob und wie sich prismatische Nebenwirkungen durch diese formstabilen Linsen auswirken, weiß anscheinend niemand mit Bestimmtheit, nicht wahr?
Vor etwa zwei Jahren - während einer Phase vollständiger Beschwerdefreiheit, wohlgemerkt - hatte ich durch ein Ungeschick einen Bügel meiner Brille abgerissen und musste über eine Woche auf Ersatz warten. Meine Tesafilmreparatur spottete jedem Versuch einer Zentrierung, doch damals war das alles überhaupt kein Problem...
Viele Grüße,
Hydroxid
Hallo Hydroxyd,
bisher habe ich bei keiner Kontrolle bei naturalFit Höhenabweichungen beim Blinzeln gemerkt, vielleicht deswegen, weil ich diese KL nach Herstellerangabe auch mit größtmöglichem Durchmesser anpasse.
Es kann unter Umständen auch so sein, dass eine Höhenkorrektur hilft den Seitenfehler zu beheben, ohne ihn direkt anzugehen. Heißt auf deutsch: Ich würde die Höhenkorrektur immer große Bedeutsamkeit zumessen. Das hängt damit zusammen, dass die Seite retinal ein größeres schnelles Fusionssystem (bessere Peripherie) hat. Will mich nicht einmischen, aber ich habe zufällig genau dazu neulich was gelesen: (leider auf englisch)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1327634/pdf/taos00108-0131.pdf
Steht auf deutsch drin, dass die Seite oftmals nicht stimmen kann, wenn die Höhe nicht stimmt
Formstabile KL würde ich dir grundsätzlich empfehlen, wenn du nen guten Anpasser hast (vor allen Dingen wegen der Sehschärfe)!
Auch wenn das hier sicher keiner lesen will, wird im Folgendenden die Behanldung einer postoperativen Hypoeso beschrieben, wie sie bei dir vorliegt?!
http://www.coopereyecare.com/vertical%20deviation.pdf
Weißt du deinen Stereogrenzwinkel mit Prismen? Muss nicht genau sein, aber frag doch mal deinen Optometristen, ob der im Gradbereich oder im Wineklminuten oder gar Sekundenbereich liegt??
Hallo Schack,
http://www.coopereyecare.com/vertical%20deviation.pdf
ist eine Arbeit von 1987 mit nur 4 Fällen. Ausgenommen eventuell der Bertreuer von Diplomarbeiten in der Optometrie würde man im medizinischen Kreis die Arbeit in dieser Form nicht annehmen.
Man könnte es akzeptieren wenn eine Nachbereinigung der wenigen Daten bei den 4 Probanden nach engeren Nachkontrollen in einem Verlauf von meheren Jahren möglich wäre.
1987 galten möglicherweise andere Kriterien.
Was ich sagen will: es ist inzwischen fast ein Vierteljahrhundert vergangen. Nur 4 Fälle ist nun mal keine Arbeit mit einem größerem Patientengut und signivikanten Auswertungen.
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"Was ich sagen will: es ist inzwischen fast ein Vierteljahrhundert vergangen. Nur 4 Fälle ist nun mal keine Arbeit mit einem größerem Patientengut und signivikanten Auswertungen."
Hey AgnesMaria,
ich will ja auch keine allgemeingültigen Aussagen machen. Es passte nur zum Thema, und ich hatte das halt gerad parat.
Ich würde nur jedem empfehlen der Geringe Exo oder Eso Tendenzen hat, mal die Höhe überprüfen zu lassen! Es gibt sicherlich Patienten, die leichte Esotendenzen haben, eine Schielop nach Prismencovertest machen und danach nach aussen schielen. Manche wären besser beraten sich mal nach Hyperphorie checken zu lassen. Wie soll die Seite auch stimmen, wenn die Höhe falsch ist?
Und ich denke, die meisten die eine Höhenabweichung von z.B. 5 pdt haben, wissen das gar nicht, weil mans ja kaum sieht.
Das ist wie in die Hände klatschen, wenn die eine Hand höher ist, da knallts nicht
.
Schönen Sonntag!
Hallo!
Ich habe nun bei zwei Optikern unabhängig voneinander nachmessen lassen und bringe irritierende Resultate mit.
Zur Erinnerung, bis heute trage ich über Kontaktlinsen die erklärte Teilkorrektion:
(1) 7,25 pdpt BA; 2,25 BO links (Dez. 2010).
Da ich die Linsen nicht den ganzen Tag tragen kann, greife ich in den KL-freien Zeiten auf eine alte Brille zurück, deren prismatische Wirkung mit der von (1) annähernd identisch sein soll. Faktisch ist diese alte Brille jedoch als alleinige Korrektion vollkommen unverträglich, wohingegen die gegenwärtige Kombinationslösung zwar tragbar ist, aber zumindest phasenweise mit deutlichen Beschwerden einhergeht.
Nun zu den beiden Nachmessungen, beide erklärterweise Vollkorrektionen im Sinne der MKH:
(2) 13 pdpt BA; 0,5 BO rechts (!) (11. Mai 2011)
(3) 18 pdpt BA; 1,5 BO links (09. Juni 2011)
(Man beachte die ermittelten Höhenwerte; (2) wurde ohne, (1) und (3) mit KL gemessen.)
Das bereitet mir erhebliches Kopfzerbrechen, nicht nur, weil ich bei diesen Werten schon den Chirurgen die Messer wetzen hören kann. Soll ich jetzt einen Bieterwettbewerb veranstalten, und der Höchstbietende bekommt den Zuschlag?
Viele Grüße,
Hydroxid
Hallo Hydroxid,
sag mal, kann es nicht doch sein, dass bei Dir horizontal ein Mikroschieler dahintersteckt und dein Optiker das auch erkannt hat, weil er da unterkorrigiert? Macht er den Stereovalenztest? Wenn ja, weglassen.... es kann ja sein, dass Du vertikal eine reine WF hast und horizontal einen Mikroschieler mit aufgesetzter WF...dann bringt Vollkorrektion mehr Schaden als Nutzen und im schlimmsten FAll eine OP nach der anderen, bis es nicht mehr geht...
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
es ist kein Mikrostrabismus.
Hallo Hydroxid,
die Probleme sind einfach zu erklären:
mit KL hast Du keine bzw. nur geringe prismatische Nebenwirkungen Deiner Myopie. Bei Brille sieht das anders aus. Bei jeder Blickänderung hast Du andere Gesamtprismen. Das wäre bei richtiger Korrektur auch dauerhaft verträglich, wenn Du "nur" Brille tragen würdest. Ich weiß, dass das jetzt keine große Hilfe ist, aber ich denke, einmal muss die Brille gemacht werden. Danach kann man weiter sehen.