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2. Prismenkorrektur
 
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2. Prismenkorrektur

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(@Eberhard-Luckas)
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Hallo Matthias

warum fragst Du nach Prismenentwöhnung? Wenn jemand Prismen getragen hat, die auch nötig waren, kann er jederzeit damit aufhören, hat allerdings dann wieder die alten Probleme. Am Anfang sicher sehr schlimm, aber es geht relativ schnell. Das Ausschleichen der Prismenkorrektion halte ich für gefährlich. Es können sich immer wieder neue Fixationszentren bilden, die im Nachhinein große Schwierigkeiten machen können.
Noch einmal wenn jemand nach MKH gemessene Prismen getragen hat, kann er die Korrektur jederzeit weglassen.

Gruß
Eberhard Luckas


 
Veröffentlicht : 27.08.2003 14:32
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hier ist Eberhard Lukas unbedingt zuzustimmen. Übrigens nimmt jeder seine Brille mindestens einmal pro Tag ab.


 
Veröffentlicht : 28.08.2003 08:31
(@MatthiasM)
Beiträge: 69
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Ich bin mir nicht ganz sicher was Gernot mit Prismenentwöhnungsempfehlungen meinte und in welchen Fällen das zur Anwendung kommen soll.Denn AugenmuskelOPs werden in Göttingen zumindest bei höherwertigen Prismatikern durchgeführt auch wenn die Werte anscheinend nicht durch MKH ermittelt werden.
G. Kommerell aus Freiburg hingegen beschreibt den gezielten Abbau von Prismen durch das kurzfristige Abkleben eines Brillenglases und das Aufbringen von Prismenfolien entgegengesetzter Wirkung (1).Er scheint dieser "Methode" in Fällen mit höheren Prismenwerten ,in denen von MKH Anwendern normalerweise zur OP geraten wird, den Vorzug zu geben.
Gernots Beitrag wirft in diesem Punkt für mich mehr neue Fragen auf als das er Antworten gibt, deswegen mein Nachhaken.

(1)Was können Prismen in der Brille bewirken? Zeitschrift für Legasthenie und Dyskalkulie 24 2-8, 2003 http://www.ukl.uni-freiburg.de/aug/mit/kommerell/kommerell2002zld.pdf


 
Veröffentlicht : 28.08.2003 11:46
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, Matthias

danke das Du uns die Quelle Deiner Verunsicherung nennst.

Prof. Kommerell setzt sich seit Jahren mit der Messtechnik der MKH kritisch auseinander (leider nur in den Theorien, die Praxis lehnt er entschieden ab). Dies war nicht immer so. Früher hat man die MKH einfach ignoriert, dies ist heute nicht mehr möglich.

Aber auch heute muss man Veröffentlichungen von Gegnern dieser Messtechnik zwischen den Zeilen lesen! Beide aufgeführten Studien brachten Vorteile ausschließlich bei der MKH-Methodik, dies war in einer Studie allerdings statistisch noch nicht relevant. Die zweite Studie war nur sehr klein. Dahinter kann man sich durchaus z.Zt. noch verstecken. Frühere Studien erfüllten nicht die biostatistischen Anforderungen und gelten so als wissenschaftlich nicht verwertbar. Deshalb folgen weitere Studien und sind grundsätzlich sehr erwünscht.

Zur Sachlage ist wichtig, das alle "normalen" Erfolge solange als "Placbo-Effekte" hingestellt werden können, solange z.B. Doppelblind-Studien nicht repräsentant durchgeführt wurden. Dies hat aber etliche praktische Schwierigkeiten.

Deshalb versucht Prof. Kommerell z.Zt. Einzelaspekte der MKH-Messtechnik zu untersuchen, wie z.B. den Valenz-Test (Dafür sind wir Ihm sehr dankbar! Nur eine Universität verfügt über Mittel und Wege umfangreiche Messungen statistisch relevanter Art durchzuführen.) Leider hat er in der Vergangenheit versäumt, im Vorfeld MKH-Anwender bei seinen Test-Aufbauten und Prüfpersonen hinzuzuziehen, obwohl sich Ihm Fachleute (u.a. der Tech. Fachhochschule Berlin / Fachbereich Augenoptik) angeboten hatten. Deshalb konnten erst hinterher grundlegende Anfragen an die dann schon publizierten Veröffentlichungen gestellt werden, die dicke Fragezeichen hinter die von Ihm vertretenen "Beweise" zum Beispiel der behaupteten Fehlerhaftigkeit des Valenz-Testes aufgezeigt haben.

Aber selbst wenn (was Anwender z.Zt. keinesfalls nachvollziehen können) der Valenztest in der Messung wirklich fehlerhaft wäre, würde die MKH als Messtechnik damit keinesfalls kippen. Der Valenztest selbst kam erst ca. 10 Jahre später ergänzend zu den übrigen Testen hinzu. Z.Zt. sieht es leider viel eher danach aus, das man bewust oder unbewust Testbedingungen so verfälscht, dass das Ergebnis die eigenen Theorien in der Ablehnung der MKH bestätigen soll.

Das Prof. Kommerell deshalb Prismen lieber wieder zurückbaut, und den in Verbindung stehenden Befindlichkeiten andere Ursachen zuordnet, ist deshalb nur eine Folge seines Standpunktes.

Als Betroffener sollte man sich ernstlich fragen, ob das wirklich einen Sinn macht. In aller Regel dürfte schon der Zwischenstand mit den "evtl. höheren" Prismenwerten hier eine gänzlich andere Richtung des Vorgehens aufzeigen.

Zum Schluß etwas übereinstimmendes Zeigt Prof. Kommerell doch auf, dass es den persönlichen Entscheidungsspielraum wirklich gibt, der einen Prismenabbau jederzeit möglich machen würde. Das stimmt!

2. Update


 
Veröffentlicht : 28.08.2003 19:41
(@Georg-Scheuerer)
Beiträge: 0
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Hallo,

danke Paul-Gerhard für deine guten Ausführungen.
Ich finds immer schade dass die meisten wissenschaftlichen Bemühungen dahin gehen zu beweisen das die MKH nicht funktionieren kann - obwohl sie es tut.
Die Aufgabe müsste doch lauten - wieso funktioniert die MKH (natürlich mit ihren Grenzen)!!!

MfG
Georg Scheuerer


 
Veröffentlicht : 29.08.2003 13:35
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
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Hallo Gernot,

ZitatOriginal erstellt von gernot
[...] So sind z. B. Hamburg und Göttingen zumindest unter den Betroffenen und den davon Kenntnis erhaltenden Augenoptikern für solche Hin- und Her-operationen bekannt. ...
Übrigens verfährt auch die Göttinger Klinik (die ich zufällig bestens kenne)nach völlig anderen Prismenkorrektionsregeln, als Du das darstellst. So gibt es neben Heidelberg auch dort regelrechte Prismenentwöhnungsempfehlungen.

Vielen Dank, dass du die sachlichen Infos noch nachreichst. Da die Göttinger Uniklinik für mich die nächste ist und ich demnächst dort einen Termin habe, bin ich sehr an fachmenschlichen Einschätzungen der Klinik interessiert.
Daher frage ich mich nun, ob es möglich ist, dir als "gutem Kenner" der Klinik noch weitere Infos zu entlocken?
Wenn es dir im Forum zu brisant ist, darfst du auch gerne per email antworten.

Zitat
Sicherlich wäre es, und das ist sicher mein Fehler, besser, in allen Forumteilen nur auf die ursprünglichen Probleme einzugehen und dabei den roten Faden nicht zu verlieren.
Sonst haben wir bald nur noch ätzende Antiwerbeeinträge wie die von dem Berliner Optiker Peschlow.

Um den Laden des Herrn Peschlow werde ich, obwohl ich häufig in Berlin bin, sicher einen großen Bogen machen. So ein Forum funktioniert schließlich nur, weil die vielen anderen Professionellen unter den Mitschreibenden es nicht für Eigenwerbung missbrauchen.
Davon abgesehen wäre die beste Werbung, die ein Optiker hier machen kann, immer noch die, kompetente Beratung abzugeben.

Viele Grüße,
Anna


 
Veröffentlicht : 30.08.2003 19:10
(@MatthiasM)
Beiträge: 69
Trusted Member
 

Hallo Paul-Gerhard,

die Phase der Verunsicherung habe ich schon vor etlichen Jahren durchgemacht.Der ursprüngliche Hintergrund meiner Frage war eigentlich herauszfinden,ob in Göttingen bei der Diagnose und Behandlung wirklich anders vorgegegangen wird und ob es sich lohnen würde mich dort vorzustellen.
H. Mühlendyck hat über seine Arbeit in diesem Gebiet im Gegensatz zu G. Kommerell anscheinend nichts veröffentlicht .Da bei vielen Informationbedarf vorliegt würde gerne anregen die Möglichkeiten des Netzes zu nutzen und eine virtuelle Fragestunde per Chat zu organisieren.Vielleicht ist Herr Mühlendyck bereit etwas seiner Zeit zu opfern.
Übrigens trage ich schon seit 2 Monaten mit großer Zufriedenheit eine Teilkorektur von 3 Prismen Basis außen und 1 Prisma Basis unten ,die bei meiner Esophrie 2,5 Prismen unter der mit dem Polatest gemessenen Korrekturempfehlung von 5,5 Prismen Basis außen liegt.Mein neuer Augenarzt hat keine 5 Minuten gebraucht, um diese Werte zu bestimmen.

Matthias

In a time of faith, skepticism is the most intolerable of all insults.

Randolph Bourne " The War and the Intellectuals"


 
Veröffentlicht : 28.09.2003 10:33
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