Hallo,
ich hoffe, daß ich meine Frage so halbwegs in das richtige Forum eingeordnet habe.
Seit einiger Zeit habe ich bei meinem linken Auge das Problem, daß ich ein Doppelbild sehe. Allerdings taucht dieses nur auf, wenn ich z.B. etwas lesen möchte. Das Doppelbild läßt mit der Entfernung zu den betrachteten Objekten nach und ist bei einem Abstand von ca. 70 cm nicht mehr zu sehen. Da dadurch natürlich das Lesen etwas erschwert ist, wollte ich das eigenbtlich mal abklären lassen. Allertdings hatte mir meine Augenärztin beim letzten Mal schon eine Brille verschrieben, die das Problem zwar etwas entschärft, aber keineswegs gelöst hat. Eine Lesebrille vergrößert die Buchstaben zwar so, daß ich sie besser lesen kann, löst aber auch das Doppelbild-Problem nicht.
Meine Brillendaten lauten
F +1,50, -1,00, 15´, H16,0
F +1,50, -1,00, 160´, H16,0
Man hat mir gesagt, daß ich mit der Brille eine Sehrkraft von 100 % hätte und man das Problem mit anderen Gläsern nicht lösen könne, was ich nicht so recht glauben mag.
Hat jemand einen Tip, auf was ich das Auge untersuchen lassen könnte? Ich schreibe das extra nochmal seperat in einen neuen Thread, da ich mir nicht sicher bin, ob es ein ähnliches Problem wie bei Sven ist (aufgrund der "Auflösung" des Doppelbildes bei weiterem Betrachtungsabstand).
Vielen Dank schonmal im voraus für Hinweise 
Mike
Hallo Mike,
Da das DB nur in der Nähe und nur links auftritt, könnte dies eine organische Ursache sein. Dies würde zu der Aussage der Ärztin passen, dass die Ursache mit Brille nicht zu beheben sei. Allerdings gibt es bei Dir einen Astigmatissmus, der in der Nähe evtl. andere Parameter haben könnte. In welchem Alter bist Du denn? Deine Antworten kamen für mich so an, dass Du zwar eine Nahbrille hast, dieselbe aber kaum nutzen tust? - Kann das sein?
Meine Frage bleibt deshalb, ob die Nahkorrektion einmal separat genau ermittelt wurde, da es Fälle gibt, wo sich die Stärke von den Fernstärken abweichend zeigt.
Dies würde eine Reaktion verständlich machen, die lieber auf die Nahkorrektion (mit nicht optimalen Werten) noch verzichten will. Jeder Augenoptikermeister sollte in der Lage sein, dies abzuklären.
Findet sich keine diesbezügliche Ursache, sollten medizinische Abklärungen die Ursache finden.
Hallo Mike,
die bei Dir aufgetretene Erscheinung nennt man "monokulare Diplopie". Unter "normalen" Umständen entsteht sie dadurch, daß die Bildlage in einem Auge nur lange genug von der falschen Netzhautstelle an das Gehirn geleitet wird. Somit hat sich langsam eine neue Stelle herausgebildet, die anstrebt, die "richtige" zu sein. Dennoch hat die richtige Stelle für die Auswertung des Sinneseindruckes für das Gehirn die höchste Priorität. Weil aber die richtige Stelle offenbar nicht das richtige Bild liefert, sondern eine andere Stelle der Netzhaut, wird schleichend die Priorität von der richtigen auf die neue, falsche Stelle umgeschaltet. Nun stehen beide Stellen in einem Wettstreit, beide liefern Bilder.
Warum bildet sich aber eine solche neue Stelle? Weil der muskuläre Bewegungsapparat des Augenpaares nicht in der Lage ist, die Augäpfel dauerhaft in der Position zu halten, um ortsrichtige Bildlage zu bewirken. Es herrscht offenbar dauerhaft Muskelungleichgewicht, also die Fehlsichtigkeitsart "Winkelfehlsichtigkeit" (Wf) vor.
Wie bekommt man diesen Zustand in den Griff? Die Wf muß korrigiert werden. Dann bildet sich das "Sendungsbewußtsein" der falschen Stelle häufig wieder zurück, die monokulare Diplopie ist verschwunden (nicht geheilt!). Je nach Alter der monokularen Diplopie verschwindet das mehr oder weniger schnell. Eine Zeitangabe zu machen, ist nicht möglich.
Also Als erste Maßnahme die vollständige Korrektion aller Fehlsichtigkeitsarten, unabhängig von ihrer Größe!!! vornehmen. Also auch + oder -0,25 dpt korrigieren! Beobachten, ob die Doppelbilder bleiben oder langsam schwächer werden. Werden sie schwächer, ist der eingeschlagene Weg offenbar der richtige. Ändert sich nichts, muß weiter nach Ursachen gesucht werden. Weil du unter augenheilkundlicher Beobachtung stehst, ist die Gefahr der Erkrankung fast auszuschließen.
Gruß
Doccy
Paul-Gerhard Mosch schrieb
Hallo Mike,
Da das DB nur in der Nähe und nur links auftritt, könnte dies eine organische Ursache sein. Dies würde zu der Aussage der Ärztin passen, dass die Ursache mit Brille nicht zu beheben sei. Allerdings gibt es bei Dir einen Astigmatissmus, der in der Nähe evtl. andere Parameter haben könnte. In welchem Alter bist Du denn? Deine Antworten kamen für mich so an, dass Du zwar eine Nahbrille hast, dieselbe aber kaum nutzen tust? - Kann das sein?
Meine Frage bleibt deshalb, ob die Nahkorrektion einmal separat genau ermittelt wurde, da es Fälle gibt, wo sich die Stärke von den Fernstärken abweichend zeigt.Dies würde eine Reaktion verständlich machen, die lieber auf die Nahkorrektion (mit nicht optimalen Werten) noch verzichten will. Jeder Augenoptikermeister sollte in der Lage sein, dies abzuklären.
Findet sich keine diesbezügliche Ursache, sollten medizinische Abklärungen die Ursache finden.
Hallo,
ich bin 41 Jahre alt. Eine Nahbrille habe ich bis dato noch nicht, würde nach Aussagen des Optikers auch keinen Sinn machen, da dabei das Bild nur vergrößert würde (DB bleibt).
Mike
Doccy schrieb
Hallo Mike,
....
Also Als erste Maßnahme die vollständige Korrention aller Fehlsichtigkeitsarten, unabhängig von ihrer Größe!!! vornehmen. Also auch + oder -0,25 dpt korrigieren! Beobachten, ob die Doppelbilder bleiben oder langsam schwächer werden. Werden sie schwächer, ist der eingeschlagene Weg offenbar der richtige. Ändert sich nichts, muß weiter nach Ursachen gesucht werden. Weil du unter augenheilkundlicher Beobachtung stehst, ist die Gefahr der Erkrankung fast auszuschließen.Gruß
Doccy
Da ich absoluter Laie bei diesem Thema bin, frage ich mal blöd weiter Durch die Brille ist das Auftreten des Doppelbilds auf jeden Fall weniger schlimm als vorher ohne (habe die Brille seit ca. 1 Jahr). Allerdings habe ich den Eindruck, daß sich das Auge jetzt an die Brille "gewöhnt hat" und das Doppelbild wieder etwas stärker geworden ist.
Mike
Hallo Mike,
ich stimme doccy zu, eine exakte vollständige augenoptische Messung nach MKH ist jetzt die dringlichste Aufgabenstellung. Da die vorhandene Fernbrille den Effekt schon verringern konnte. Vom Alter her wird sich mit der Messung auch darlegen, ob ein Nahsehproblem korrigiert werden sollte.
Dann mal vielen Dank für die Hilfe. Ich werde morgen gleich mal einen Termin beim Augenarzt machen und das kontrollieren lassen.
Viele Grüße
Mike
N A C H T R A G
Das Erkennen, Messen und Korrigieren von Winkelfehlsichtigkeit hat mir Krankheit NICHTS zu tun. Der allein hierfür Zuständige ist der Augenoptiker. Wenn ein Arzt für Augenheilkunde in der Lage wäre, Wf zu erkennen, zu messen und zu korrigieren, ja warum macht er das dann nicht? Ganz einfach Weil es keine Heilkunde ist! der Arzt für Augenheilkunde ist für die Augenoptische Versorgung weder ausgebildet noch zuständig. Ich empfehle, einen Augenoptiker zu suchen, der mit der MKH umgehen kann.
Hoffentlich ist das deutlich genug.
Gruß
doccy
Doccy schrieb
Das Erkennen, Messen und Korrigieren von Winkelfehlsichtigkeit hat mir Krankheit NICHTS zu tun. Der allein hierfür Zuständige ist der Augenoptiker. Wenn ein Arzt für Augenheilkunde in der Lage wäre, Wf zu erkennen, zu messen und zu korrigieren, ja warum macht er das dann nicht? Ganz einfach Weil es keine Heilkunde ist!
Bei allem Respekt Ich finde, es geht entschieden zu weit, die tatsächlichen Gründe dafür, dass Winkelfehlsichtigkeit fast ausschließlich von Augenoptikern 'behandelt' wird, mit solchen Halbwahrheiten zu bemänteln. Im Gegenteil sollte man, gerade weil die MKH im Großen und Ganzen doch eine recht umstrittene Sache ist, hier den Klienten/Patienten wirklich reinen Wein einschenken! Es sei denn natürlich, man legt es darauf an, seine Glaubwürdigkeit zu verspielen...
Monoxid
Hallo Monoxid,
wenn Du Dir den ´Nachtrag´ des Kollegen einige Male durchliest, solltest Du erkennen können, dass derselbe, hier sehr prägnant reagiert hat und in der Sache vollauf richtig liegt. "Erkennen, messen, korrigieren", ist eine zutiefst physikalisch, technische, handwerkliche, hier augenoptische Verrichtung. Mit der Kunst von Medizin, dort ´Behandlung, Heilung´, hat MKH als Messverfahren im Rahmen der Ermittlung technischer Strecken von Lichtweg/Lichtbrechung (hier ´Winkelfehlsichtigkeit´, dem Ergebnis vollständiger MKH) nichts zu tun.
´Winkelfehlsichtigkeit´ lässt sich nicht heilen, sondern nur handwerklich augenoptisch korrigieren. Dies beweist sich schon da heraus, dass medizinische Verfahrenstechnik ohne Anwendung der Messtechnik MKH keinen Zugang zur Winkelfehlsichtigkeit finden kann.
Die Anwendung der Messtechnik MKH ist aber seit 50 Jahren Teilbereich der Augenoptik. Gleichwohl wurde derselbe von der Medizin immer negiert und bestritten, dies stört ´Winkelfehlsichtigkeit´ bzw. MKH nicht (wohl den Umgang ´Betroffener´, die diese Diskrepanz erfahren).
Korrekt ist, dass Teilformen von ´Schielen´ (hier ein Krankheitsbegriff in der Medizin) auch über MKH, dieser ureigenen augenoptischen Messtechnik einer Problemlösung zugänglich gemacht werden kann. Auch wenn (allerdings nur hier) es strittig wäre, ob MKH als "Messmethodik" nur augenoptisch nutzbar ist, oder ob nicht vollkommen reversible Schielfälle, immer schon nur verkappte ´Winkelfehlsichtige´ waren? In jedem Fall bleibt echte ´Winkelfehlsichtigkeit´ keinesfalls Krankheit, ist kein Körperschaden, sondern eine Normvariable im Körper. Übrigens wird keiner andere Normvariablen des Körpers als Krankheit bezeichnen, auch wenn der eine oder andere Chirurg daran verdient. Das fängt bei abstehenden Ohren an und mündet ..., es gibt viele Beispiele.
Das der physikalische Lichtweg rein (augen-)optischen.Gesetzen folgt, und sich nicht dem Körper, sondern dieser dem Lichtweg anpassen muss ist bekannt. Deshalb ist trotz Laserbehandlung der Kurzsichtigkeit, dieselbe nie einer Krankheit zuzurechnen. So auch keinesfalls die Winkelfehlsichtigkeit. Übrigens korrigiert eine Laserbehandlung z.B. Kurzsichtigkeit, wie der Eingriff am Augenmuskelsystem die Grundaufnahmestellung der Augen nur auf eine andere Art im System, gegenüber den (Brillen-)Linsen. Heilen tun sie hier keineswegs.
Das lichtwegändernde (Brillen-)Linsen ´Augenmuskelkater´ in unterschiedlichster Art und Weise positiv beeinflussen, macht diese genau so wenig zur ´Medizin, wie korrekt angepasstes Schuhwerk, was den Fuss (und mehr) entlasten tut. Korrekt angepasste (Brillen-)Linsen entsprechen einem solchen Schuhwerk für das Augenpaar. Ermittelt über die vollständige augenoptische Messtechnik, eben nach MKH. Sollten Fachärzte der Augenheilkunde diese Technik erlernen und anwenden, üben Sie eindeutig das Berufshandwerk des Augenoptikers aus, übrigens haben sie diese Messtechnik auch durch Augenoptiker/Optometristen kennen und schätzen gelernt.
Zum Schluss
Wenn keine ´´Winkelfehlsichtigkeit´ vorliegt, kann das Wissen um die MKH in Fällen neuronaler Krankheiten, Lähmungen etc. zumindest manchmal (augen-)optisch Teilbereiche günstig beeinflussen oder bessern, keinesfalls wird hier durch (Brillen-)Linsen geheilt oder ein vorhandener organischer Schaden abgedeckt. Auch hier ist die Funktion trotz Erkrankung eine rein (augen-)optisch wirksame, lichtwegändernde Massnahme zum Nutzen des Betroffenen. Wie ein kühlender Waschlappen auf einer fiebrigen Stirn, oder halt zur Befeuchtung der Lippen, nicht heilend, aber entlastend wirkt. Diesen Nutzen sollten Mediziner vermehrt erkennen und annehmen, denn mit Verlaub ausgedrückt, Ihre eigenen Methoden sind allermeist zu unsensibel im Berechnen der Lichtwegänderungen. So bleibt nicht selten ein Doppelbild oder eine Augenklappe übrig, dies muss jedoch nicht immer das Ende sein. Finde ich hier einen (augen-)optisch gangbaren korrekten Lichtweg für das Augenpaar, treibe ich dann Medizin? Oder ureigene Augenoptik?
Ich gestehe, es ist beglückend (augen-)optische Möglichkeiten auszureizen.
Hallo Monoxid,
Du sprichst von 'behandeln', von Halbwahrheiten, von einer „umstrittene Sache“ und von „Glaubwürdigkeit verspielen“. Das kann natürlich so nicht stehen bleiben. Aber der Reihe nach
1. Ein Augenoptiker „behandelt“ nicht, sondern mißt ausschließlich Strecken. Sie werden mit Dioptrie (dpt) und/oder Prismendioptrie (prdpt, cm/m) indiziert. Diese Strecken liegen fest, sind für jeden Klienten individuell und eine unveränderbare Größe. Sie sind nicht (im medizinischen Sinne) zu „verordnen“ oder sogar zu „dosieren“ wie z.B. Hustensaft oder Aspirin. Der Klient bestimmt duch Befragen seinen Korrektionsbedarf selbst. Der Augenoptiker hat keinen Ermessensspielraum, 0,25 mehr oder weniger zu „geben“. Der Begriff „behandeln“ ist hier also völlig falsch.
2. „Umstritten“ ist die MKH keineswegs. Befrage mal Betroffene, die erfolgreich mit der MKH versorgt wurden. Die strafen jeden Lügen, der behauptet, die MKH sei „umstritten“. „Bestritten“ wird sie nur von der Augenheilkunde. „Erfunden“ hat ihn die Augenheilkunde offensichtlich zu dem Zweck, um Zwietracht zu säen, in der Hoffnung, daß die Aussage eines Mediziners mehr Gewicht hat als die eines Handwerkers. In Deinem Falle war das ein voller Erfolg. Die Glaubwürdigkeit genau dieser Aussage steht auf sehr schwankendem Boden, weil sie eigenes, d.h. medizinisches Terrain verläßt. Denn woraus kann man schließen, daß die 8-jährige Ausbildung zum Mediziner auch gleichzeitig die 8-jährige Ausbildung zum Augenoptiker beinhaltet, um genau eine glaubwürdige Aussage zu einem fremden Fachgebiet zu machen? Wenn das stimmen würde, dann wäre auch der Umkehrschluß richtig Die 8-jährige Ausbildung zum Augenoptiker beinhaltet auch gleichzeitig die 8-jährige Ausbildung zum Mediziner. Da faßt sich doch jeder an den Kopf. Aber wieso nur im Falle des Umkehrschlusses?
Noch eine fachliche Information, Zitat Prof. W. de Decker aus dem! Lehrbuch der Augenheilkunde „Strabismus“ von Herbert Kaufmann, Seite 270
Hier muß sofort betont werden, daß dieser das Kaptitel über die klinischen Krankheitsbilder abschließende Abschnitt nur eine Skizze sein kann, da unsere gesicherten Kenntnisse für eine überzeugende Darstellung noch nicht ausreichen. Immerhin erlauben sie die Aussage, daß die Schieltheorien aus 100jähriger Beschäftigung nicht befriedigen.
Und weiter führt er auf Seite 273 aus
Ich bin aber überzeugt, daß Schieltheorien, die nur mit augenärztlichen Argumenten gestützt werden, wenig Aussicht auf Bestätigung haben.
Soweit zur der Behauptung, die MKH sei „umstritten“. Und nun setze ich noch einen „oben drauf“. Der BHG verkündete 1973, Zitat
Dazu (zur Augenglasbestimmung) bedarf es nicht spezieller wissenschaftlicher Kenntnisse auf dem Gebiet der Medizin, wie sie die ärztliche Kunst charakterisiert.
Kommentar Wenn es zu einer Tätigkeit medizinischer Kenntnis nicht bedarf, dann ist Medizin auch nicht zuständig. Umgekehrt Wenn es zu einer Tätigkeit medizinischer Kenntnis bedarf, dann ist auch nur die Medizin zuständig.
3. Was erweckt an meinem Beitrag das „Verspielen von Glaubwürdigkeit“? Bei wem? Bitte präzisiere das doch mal.
Abschließend noch mal zu Wirken des Augenoptikerhandwerks Eine Brillenlinse ändert nur und ausschließlich die Lichtwegrichtung, und sonst gar nichts, absolut nichts! Wenn nach der vollständigen Augenoptischen Versorgung diverse Befindlichkeiten sich in Wohlgefallen aufgelöst haben, dann freuen wir uns mit den Betroffenen, nicht mehr und nicht weniger.
Gruß
doccy.
Hallo Doccy, hallo Paul-Gerhard!
Meine kleine Stichelei hat umfangreiche Reaktionen ausgelöst - zu Recht, da ich meine Kritik nicht präzise genug und zugegebenermaßen ein wenig polemisch verfasst habe.
1.) Dass Winkelfehlsichtigkeit keine Krankheit ist - was ich nicht bestritten haben wollte -, ist für den Augenoptiker in juristischer Hinsicht eine beruhigende Sache, da dieser deshalb sein Handwerk völlig zurecht durchführen kann, ohne dabei unerlaubterweise auf medizinisches Hoheitsgebiet abzudriften. Aus Sicht des Betroffenen liegt hier aber ein Kategorienfehler vor Für ihn ist es vollkommen gleichgültig, ob WF nun Krankheit ist oder nicht, entscheidend ist einzig und allein, ob gesundheitliche Probleme bestehen. Und zur Abklärung gesundheitlicher Probleme, die klar von den Augen ausgehen, scheint ein Gang zum Augenarzt ein Ratschlag des gesunden Menschenverstandes zu sein, zumal Augenärzte ja eben doch augenoptische Methoden wie Refraktionen oder Kontaktlinsenanpassungen vornehmen (oder irre ich da?). Angesichts dieser Sachlage verstehe ich nicht, weshalb der Augenoptiker der "allein hierfür Zuständige" sein sollte und ich vermute, ich bin nicht der einzige, der glücklich darüber wäre, den Polatest vermehrt in Augenarztpraxen anzutreffen.
Aber - by the way - für entsprechende Augenglasbestimmungen suche ich mir persönlich ebenfalls lieber einen Optiker.
2.) Umstritten ist eine Theorie auch dann, wenn sie zu Unrecht und/oder aus Unkenntnis und/oder aufgrund berufspolitischen Motiven umstritten ist, zumal wenn die Kritiker in der Überzahl sind. Damit kommen wir zum Punkte 'Glaubwürdigkeit verspielen'. Hier gehe ich erneut von der Perspektive eines (potentiell) Betroffenen aus. Dieser erhält in einem Forum von einen ihm völlig unbekannten Optiker den Rat, sich auf WF prüfen zu lassen, dabei jedoch keinen Augenarzt diesbezüglich zu konsultieren, da dieser ja nicht entsprechend ausgebildet ist, sondern von einem spezialisierten Augenoptiker. Da unser Klient vorsichtig ist und außerdem schlechterdings die Kompetenz und Seriösität desjenigen, der ihm via Internet beraten hat, nicht einschätzen kann (das soll keine (!) Anspielung sein), sucht er trotzdem einen konventionellen Augenarzt auf und bekommt mit einiger Wahrscheinlichkeit mit gebührendem Nachdruck eine der bekannten Schauergeschichten über Winkelfehlsichtigkeit zu hören... wie wird unser Klient dann wohl über WF denken, wenn man in Betracht zieht, dass ein Doktortitel auf so manchen einschüchternd wirken mag? Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit des Internet-Optikers? Und wer hat letztendlich das Nachsehen? - Das macht einen Betroffenen doch betroffen!
3.) Jetzt erst komme ich zum Kernpunkt, den ich eigentlich schon mit meinem ersten Beitrag herausgeschält haben wollte
Wenn ein Arzt für Augenheilkunde in der Lage wäre, Wf zu erkennen, zu messen und zu korrigieren, ja warum macht er das dann nicht? Ganz einfach Weil es keine Heilkunde ist!
Richtig Augenärzte kennen sich mit der MKH im Allgemeinen nicht aus. Dennoch ist dies nur die halbe Wahrheit, da diese Begründung leider unzutreffend ist und den tatsächlichen Sachverhalt verschleiert, ja verzerrt. Obiges Zitat suggeriert, dass das gegenwärtige Quasi-Monopol der Augenoptiker in puncto MKH eine bloße und damit legitime Folge der unterschiedlichen Kompetenzbereiche ist, welches nichts mit der (massiven) Ablehnung der MKH durch die Augenheilkunde zu tun hat und sich folglich auch nicht ändern würde, falls sich diese Ablehnung allmählich in Akzeptanz wandeln würde. Aber welcher Augenarzt könnte sich der MKH wirklich verschließen, wenn die von Seiten der Befürworter propagierten Erfolge tatsächlich offiziell anerkannt werden würden?
Okay, soweit zunächst einmal von meiner Seite.
Viele Grüße
Monoxid
Ach ja Dauert die Ausbildung zum Optiker wirklich 8 Jahre? Wow! 
Hallo Monoxid,
ich möchte etwas richtigstellen
Ich spreche hoffentlich für alle, die die MKH richtig anwenden.
Wenn jemand zu mir kommt wegen einer Überprüfung auf Winkelfehlsichtigkeit, der in der letzten Zeit nicht oder auch noch nie bei einem Augenarzt war, wird erst einmal dort hin geschickt.
Sollte von medizinischer Seite kein Befund erhoben worden sein, führe ich die MKH durch.
Bei Kindern kommt es leider immer noch häufig vor, daß sie noch nie von einem Augenarzt untersucht worden sind, bei Erwachsenen ist es deutlich seltener. Oft sind die letzten Untersuchungen erst einige Wochen her, denn die Betroffenen kommen ja wegen starken "Problemen" zu mir und viele haben eine Odyssee hinter sich.
Eberhard Luckas schrieb
Oft sind die letzten Untersuchungen erst einige Wochen her, denn die Betroffenen kommen ja wegen starken "Problemen" zu mir und viele haben eine Odyssee hinter sich.
Kenne ich nur zu gut...
Vielleicht sollte ich noch kurz meine Motive dafür erläutern, dass ich so energisch auf die Offenlegung der oben beschriebenen Missstände poche.
Als ich zum ersten Mal (Nov. 2004) durch Zufall davon erfuhr, dass eventuell eine "Fehl:wink:elsichtigkeit" oder eine "Heterophobie" (sic!) Ursache meiner beständig zunehmenden Augenprobleme sein könnte, hatte mich mein Augenarzt bereits an die hiesige Augenklinik überwiesen, mit dem Kommentar, dort würden täglich 30 bis 40 Fälle meiner Art behandelt. Ich wähnte mich also in guten Händen, und umso enttäuschter war ich natürlich, als sich dies nicht bestätigte.
Da Fertigungsmängel meiner Brille ausgeschlossen werden konnten, war für mich damals keineswegs ersichtlich, weshalb einem "kleinen" Optiker gelingen sollte, woran eine "große" Universitätsklinik der Augenheilkunde gescheitert war.
Erst als ich nach einigen Wochen erfuhr, dass die MKH eben nahezu vollständig in Optikerkreisen beheimatet ist und von der Augenheilkunde mehrheitlich abgelehnt wird, wurde zu einem gewissen Grade verständlich, weshalb in der Augenklinik weder entsprechende Tests durchgeführt wurden, noch diesbezüglich Empfehlungen ausgesprochen wurden. Kurzum Ich hätte sehr davon profitiert, wenn ich das alles eher erfahren hätte.
@mikevester Ich bitte vielmals um Verzeihung, dass ich hier ungefragt deinen Thread gekapert habe. Ich hoffe, du konntest nichtsdestotrotz einiges Informatives herausfischen!
Gruß,
Monoxid
@mikevester
Mich erreichte wieder mal ein mail, was ich hier unverändert wiedergebe
Ich muss mich doch noch mal einmischen. Mikevester klagt über Diplopie linkes Auge. Ist schon geklärt, ob er monokulare DB im Binokularsehen (und damit natürlich nicht beim Zuhalten des rechtens Auges mehr) hat oder rein mon. DB hat? Nur wenn erstes der Fall, kann ältere WF im Übergangsstadium Ursache sein.
@monoxid
Ich finde Deine Einwände sehr wichtig und kann nur hoffen, dass man die Partner rund um Auge und Sehen sauber abgrenzen lernt. Dies führt zum eigenen Gewinn!
In der Sache selbst gehe ich in gleicher Weise wie Eberhard vor. D.h. auch dass Kunden schonmal weggeschickt werden, die nur mal eben eine vollständige MKH haben wollen. Neben dem hierzu benötigten Kostenansatz ist dies eine sehr hohe Schwelle, die ein Betroffener zu überwinden hat. Manchmal erscheint diese mir heute selbst zu hoch. Aber ich möchte jedenfalls sicherstellen, dass sich niemand übervorteilt sieht.
Leider wird in unserer Gegend direkt vor mir gewarnt. Es gibt Kunden, die mit einem Rezept kommen, und Angst haben, ich nähme sie mit in den Prüfraum und mache "Prismen". Viele kommen erst garnicht. Aber so habe ich wenigstens noch etwas Zeit, hier im Forum zu schreiben. Alles hat sein Gutes!
Und nicht zu vergessen, es gibt auch Kunden, die scheinbar solche Warnungen nicht erreichen oder die vielleicht dennoch weite Wege unter die Füsse, bzw. unter die Räder nehmen, um augenoptisch vollständige Korrektionen zu erhalten.
Vielleicht trägt dieser bildhafte Vergleich zum besseren Verständnis unter Betroffenen bei
Ein Orthopäde (der Arzt) stellt wg. Rückenschmerzen als Auslöser eine Fußfehlstellung fest. Was macht er dann? Er schickt den Patienten zu einem - meist angegliederten - Orthopädiemachermeister (der Handwerker). Der nimmt dann den Fußabdruck und fertigt in langwieriger Handarbeit die Einlagen. Man setze für Orthopäden = Augenarzt, für Fußabdruck = MKH-Messung, für Einlagenfertigen = Prismen fertigen und anpassen.
Leider, leider, sind die allermeisten Augenärzte noch nicht so weit (obwohl sie den Begriff Heterophorie bzw. Pathophorie im Lehrbuch haben, bei der Augenoptik heißt es Winkelfehlsichtigkeit), einen Patienten, der augenHEILkundlich von ihnen abgeklärt wurde, und bei dem diesbezüglich nichts Krankhaftes festgestellt wurde, guten Gewissens an einen Optiker ihres Vertrauens zu verweisen. Nein, sie machen lieber ihre schnellen Standardsehtests, manchmal haben sie auch eine Prismenleiste und dann stellen sie ein Brillenrezept aus, das meist leider nur nach der Methode Pi mal Daumen hinhaut.
Wenn die MKH wirklich ein Verbrechen am Auge des Patienten (besonders der Kinder) wäre, warum bilden sich dann dennoch eine Handvoll Augenärzte in Sachen MKH fort und beherrschen trotzdem den Polatest?! Wie können sie es mit ihrem Berufsethos vereinbaren, wenn die MKH etwas Schlechtes oder nur Hokuspokus wäre? Um gut und richtig nach MKH messen zu können, muss ein Optiker viel Zeit und Geschick in seine Ausbildung investieren und die Zeitdauer der Messung würde ein Augenarzt nie mit seinem Gebührenkatalog gewinnbringend abrechnen können. Wahrscheinlich sehen auch deshalb viele AA's keinen Sinn in der Sache, denn sie bringt ihm keinen Gewinn.
@mikevester Wenn bei Dir augenärztlicherseits und auch neurologischerseits alles abgeklärt und nichts gefunden wurde, dann kann auch ich dir guten Gewissens raten, suche Dir einen versierten MKH-Anwender. Adressen findest Du unter www.selbsthilfegruppe-:wink:elfehlsichtigkeit.de Oder aber nimmt persönlichen Kontakt mit einem der Moderatoren hier im Forum auf.
Alles Gute wünscht
Kerstin
Zitat Leider, leider, sind die allermeisten Augenärzte noch nicht so weit (obwohl sie den Begriff Heterophorie bzw. Pathophorie im Lehrbuch haben, bei der Augenoptik heißt es Winkelfehlsichtigkeit), einen Patienten, der augenHEILkundlich von ihnen abgeklärt wurde, und bei dem diesbezüglich nichts Krankhaftes festgestellt wurde, guten Gewissens an einen Optiker ihres Vertrauens zu verweisen.
Hallo Kerstin,
erkennbar wird von Dir (aber auch von anderen, sogar von sogenannten Fachleuten) Heterophorie (He) und Winkelfehlsichtigkeit (Wf) synonym verwendet. Das ist aber falsch. Es sind völlig unterschiedliche Zustände.
Zunächst ein wenig Geschichtliches Mangels eigener Fachterminologie hat Hans-Joachim Haase (HJH) die der Augenheilkunde übernommen. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, daß die medizinischen Termini nicht ohne weiteres übernommen werden konnten. Beispiel He und Wf.
He wird unter ganz bestimmten Bedingungen diagnostiziert, weil als krankhafter Körperzustand und damit als behandlungsbedürftig definiert Den Einzelaugen werden Seheindrücke dargeboten, die sich total voneinander unterscheiden. Wegen dieser Verschiedenheit kann das Gehirn (dort sehen wir) diese unterschiedlichen Seheindrücke nicht zu einem Einzelbild „zusammenrechnen“, denn es fehlt dazu jeglicher Anlaß (Fusionsreiz). Versuche, aus dieser Diagnose eine prismatische Korrektionsempfehlung zu machen, sind im Ergebnis regelmäßig gescheitert. So ist auch erklärbar, warum die Augenheilkunde wegen dieser Mißerfolge vom Grunde her gegen eine prismatische Korrektion ist Weil eigene Bemühungen fruchtlos blieben, können andere nicht erfolgreich sein.
Ganz anders die Wf. HJH war selbst Wf-Betroffener. Seine Anstrengungen, von der Augenheilkunde Hilfe zu bekommen, scheiterten. Also versuchte er, sich selbst zu helfen. Er brauchte etwa 10 Jahre, bis das damals noch so genannte „Polatest-Verfahren“, heute MKH genannt, durch Versuch und Irrtum auf sicheren Beinen Stand.
Wenn ein Korrektionsschritt Erfolg hatte, hat er nach Erklärungen dafür gesucht, und auch gefunden. Sie waren mindestens plausibel, konnten aus „wissenschaftlicher“ Sicht nicht wiederlegt werden.
Der elemtare Unterschied Die Messung finden unter möglichst natürlichen Bedingungen statt (heller Raum). Die Seheindrücke werden für die Einzelaugen getrennt und zeitgleich dargebotenen. Sie müssen in Form, Größe, Farbe und Kontrast gleich sein, nur nicht in der Richtung! Beim Kreuztest ist das so Ein Auge sieht einen waagerechten Strich, das andere einen senkrechten. Beide Striche unterscheiden sich nur in ihrer Ausrichtung. Einen Fusionsreiz bietet die Begrenzung des Leuchtfeldes. Es ist der sogenannte Rahmenfusionsreiz. Mit dem Kreuztest werden die „motorischen“ Anteile der Wf gemessen. Alle anderen Teste haben einen „zentralen“ Fusionsreiz (Kreis in der Mitte). Damit werden die „sensorischen“ Anteile der Wf gemessen.
Wf ist ein nicht krankhafter Körperzustand, der aber Befindlichkeiten auslösen kann, die krankhaften Ursprungs zu sein scheinen, deren Behandlung sich aber als therapieresistent erweist. Bei diesen Befindlichkeiten handelt es sich nur um einen "Augenmuskelkater". Im Gegensatz dazu die He. Sie ist aus medizinischer Sicht ein krankhafter Zustand, der medizinischer Behandlung bedarf. Mit welchem Erfolg, soll hier nicht weiter ausgeführt werden.
Also bitte in Zukunft strikt trennen Bei einem krakhaften Körperzustand (He) ist ist die Diskussion mit medizinischer Terminologie, und bei einem gesunden Körperzustand (Wf) mit augenoptischer Terminologie zu führen!
Um zwischen He und Wf sicher unterscheiden zu können, „erdachte“ der Wolfsburger Augenoptiker Rudolf Virkus den Begriff „Winkelfehlsichtigkeit“. Zunächst sperrte HJH sich gegen diese Bezeichnung, übernahm sie aber schließlich. Wer Wf und He synonym verwendet, hat nicht verstanden, daß es unterschiedliche Körperzustände sind. Von diesen „Fachleuten“ sollte man abstand halten.
So, das soll von der Historie genug sein. Erfahren kann man das leider nur von Zeitzeugen. Kürzer ging´s leider nicht.
doccy
Danke für die Aufklärung. Aber dann hat mir selbst ein Augenarzt etwas Falsches erzählt.
Bei meinem Sohn diagnostizierte die Augenärztin mal ein manifestes Schielen, mal ein latentes Schielen. Wf ist doch ein latentes Schielen, oder? Also hat sie die WF erkannt, hat aber damals schon gesagt, das behandelt man nicht.
Dann wurde mir später erzählt, die Heterophorie ist der Fachbegriff für latentes Schielen, und wenn es Beschwerden macht, nennt man es Pathophorie.
Ich bin nun, ehrlich gesagt, ziemlich verwirrt. Können wir das noch einmal im MKH-Anwenderforum diskutieren?
Viele Grüße
Kerstin
Kerstin Harms schrieb
Ich bin nun, ehrlich gesagt, ziemlich verwirrt. Können wir das noch einmal im MKH-Anwenderforum diskutieren?
Ja, gute Idee. Schließt bitte alle aus, die eventuell auch noch Interesse daran haben könnten. 