Okay, ich sehe, ich bin nicht der Einzige, den es wurmt, dass das MKH-Anwender-Forum passwortgeschützt ist - granosana war schneller als ich.
Was spricht eigentlich dagegen, dieses Forum so zugänglich zu machen, dass alle zumindest mitlesen können?
Hallo Monixid,
es tut mir leid, dass ich so eine Reaktion bewirkt habe - kann Dich im Nachhinein verstehen. Aber
Erstens ist es mikevesters Thread, und wenn schon, dann sollten wir mit dieser Diskussion einen neuen Thread aufmachen (das werde ich auch gleich tun).
Zweitens Warum ich mich ins MKH-Anwenderforum zurückziehen wollte Ich nenne mich hier Moderator (bin aber nur Betroffene) und mir scheint seit Jahren falsche Info gegeben geworden zu sein, die nun erstmals von Doccy, einem absoluten Fachmann, mir ordentlich gerade gerückt um die Ohren gehauen wird und mich sprachlos gemacht hat. Ich bin immer noch verwirrt, denn immer hieß es, WF sei ein latentes Schielen und meine eigene Augenärztin sagte mir vor 12 Jahren, mein Sohn hätte ein latentes Schielen, das Augenärzte aber nicht behandeln, es sei denn, es treten Beschwerden oder Beeinträchtigungen auf. Und dabei nannte man mir die beiden Begriffe Heterophorie und Pathophorie. All die Jahre in meiner Forumsarbeit ist das stets so rübergekommen, auch von Fachleuten (und ich habe stets nachgebetet, denn das waren ja meine Quellen) und ich will es nun genau wissen. Deshalb mein Vorschlag des Rückzugs ins MKH-Forum, damit man mir mal Nachhilfe geben möge.
Ich mache es nun aber anders, denn das Intersse scheint groß zu sein, und werde gleich einen neuen Thread hier in diesem Forum eröffnen.
Gruß
Kerstin
Paul-Gerhard Mosch schrieb
Hallo Mike,
ich stimme doccy zu, eine exakte vollständige augenoptische Messung nach MKH ist jetzt die dringlichste Aufgabenstellung. Da die vorhandene Fernbrille den Effekt schon verringern konnte. Vom Alter her wird sich mit der Messung auch darlegen, ob ein Nahsehproblem korrigiert werden sollte.
Ich stimme dem nicht zu Herr Mosch,
monokulare Doppelbilder und dazu noch nur in der Nähe basieren nicht auf binokularen Problemen. Das wissen Sie doch.
Sie können hier gern eine MKH machen, aber das Problem werden sie so nicht lösen.
Kerstin Harms schrieb
Danke für die Aufklärung. Aber dann hat mir selbst ein Augenarzt etwas Falsches erzählt.
Bei meinem Sohn diagnostizierte die Augenärztin mal ein manifestes Schielen, mal ein latentes Schielen. Wf ist doch ein latentes Schielen, oder? Also hat sie die WF erkannt, hat aber damals schon gesagt, das behandelt man nicht.
Dann wurde mir später erzählt, die Heterophorie ist der Fachbegriff für latentes Schielen, und wenn es Beschwerden macht, nennt man es Pathophorie.
Ich bin nun, ehrlich gesagt, ziemlich verwirrt. Können wir das noch einmal im MKH-Anwenderforum diskutieren?
Viele Grüße
Kerstin
Wenn mal ein manifestes, mal ein latentes Schielen vorliegt, dann handelt es sich nicht um eine Fixationsdisparation sondern um einen Strabismus intermittens.
Fixationsdisparationen werden in der Augenheilkunde zu den Heterophorien gezählt. Das schon seit Ogle, Crone, Swan etc. Also schon ewig. Das die Augenoptiker das Winkelfehlsichtigkeit nennen ist eine andere Geschichte. Man kann sich um Begrifflichkeiten streiten, wenn man das muss, wie hier Doccy, aber wichtiger ist doch neben der normalen medizinischen Herangehensweise auch die MKH zu beherrschen. Auch wenn hier, ein in meinen Augen ein etwas fanatischer, Mensch meint, er hat die Weisheit für sich allein und seinen Berufsstand gepachtet. So eine Einstellung ist m.E. ungesund.
Und die Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde dauert 11Jahre und nicht 8 Jahre. Schön wär's. Bis vor kurzen waren es sogar 12 Jahre.
Ja, es gibt Augenärzte die sich mit MKH befassen. Es gibt welche, die machen das nur und es gibt welche die machen das zusätzlich zum normalen Praxisalltag. In vielen Kliniken hängen Pola-Teste aber es gibt nicht viele Personen die damit gut und richtig umgehen können. Aber das wird sich sicher irgendwann ändern. Alles braucht seine Zeit.
Strabologie/Neuroophthalmologie ist ein sehr trockenes Fachgebiet und findet nicht viele Liebhaber. Es ist anstrengend, erfordert viel Wissen und wird kaum honoriert. Jedenfalls nicht von den GKV's. Wenn 70% bis 80% der Sehschulziffern im Quartal weggestrichen werden, wozu macht man das dann noch? Es ist just for fun. Und nicht jeder kann sich das leisten.
Cat-OP's, Vitrektomien, Retinologie usw. sind viel interessanter und die Resultate sieht man sofort. Eine Behandlung von Binokularproblemen dauert lange und braucht viel Ausdauer vom Behandler und Patienten. Das ist ebenfalls nicht jedermanns Sache.
Hallo AgnesMaria,
warum sind die Berufsstände dann nicht in der Lage eine dem Patienten dienliche interdiziplinäre Zusammenarbeit voranzutreiben? Wenn es dem Facharzt nicht genug geld bringt, sich mit binokularer Korrektion zu gefassen, oder er dazu keine Lust hat, ist es sicherlich nicht förderlich, die binokularen Probleme totzuschweigen oder abzuwiegeln. Was widerstrebt dem Stand an einen Fachmann zu verweisen, um dem Patienten weiter zu versorgen?
Ich habe manchmal den Eindruck, seitens der Fachärzteschaft wird mehr Zeit damit verplempert, dem Patienten zu erzählen, wie schlecht alle Methoden außerhalb der eigenen Praxis sind, als mal ganz klar zu sagen "Bringt kein Geld" oder "Ist nicht mein Gebiet" und dann weiter zu überweisen.
Gruß
Dirk
Hallo Dirk,
Ich bin froh über Fachleute aus der Medizin, wie AgnesMaria. Es gibt derer leider nicht so viele. Ob es in der Augenoptik aber nicht ähnlich ist?
Ein "Titel" berechtigt, aber wieviel er aussagt, steht doch auf einem anderen Blatt.
Und im Bereich Schielen / Winkelfehlsichtigkeit braucht es den/ oder die Spezialisten.
Meine kategorische Ausdrucksweise hat natürlich einen Hintergrund Es muß unbedingt klar sein, welcher Berufsstand für was ausgebildet wurde und zuständig ist. Wenn jeder Diskutant bei einem Thema die benutzten Fachtermini gleich definiert, ist eine Diskussion erst sinnvoll und effizient. Daraus folgt Die Zuständigkeiten einzelner Fachgebiete müssen klar voneinander abgegrenzt sein, Fachtermini müssen einem Fachgebiet problemlos und zweifelsfrei zugeordnet werden können. Das ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit. Und damit erübrigt sich die Forderung um einen moderaten Umgang mit Termini in der Diskussion. Denn der ist der Effizienz absolut schädlich.
Wer dennoch moderaten Umgang fordert, dem unterstelle ich, höflich umschrieben, nicht gerade lautere Absichten zu verfolgen oder sein nicht ganz vollständiges Wissen zu kaschieren. Die Sprache ist ein zu kostbares Medium, als daß wir sie der Trägheit oder der Frechheit fahrlässiger oder mutwilliger Verstümmler überlassen sollten. Lest die Beiträge von Kerstin aufmerksam durch. Sie beklagt genau das, was meine Kritiker fordern. Mal erzählt man ihr, es sei ein latentes Schielen, mal ein verborgenes. Hier scheint das Hauptanliegen „Patientenbindung durch Verwirrung stiften“ zu sein nach dem Motto „Das muß beobachtet werden. Kommen Sie in drei Monaten wieder.“ Vom Beobachten ist noch nie etwas besser geworden.
Als ich den Wissenschaftlichen Beirat (WB, der damals aber noch nicht so hieß) in der IVBV gründete, war nach der Begrüßung mein erster Satz Kritik Ist eine notwendige Form der Kommunikation. Ich präzisiere diese Aussage KONSTRUKTIVE KRITIK IST EINE FÜR DAS SOZIALE ZUSAMMENLEBEN ZWINGENDE NOTWENDIGKEIT.
Die Schwammigkeit der Ausdrucksweise und der Zuständigkeiten nützt den Betroffenen überhaupt nicht, im Gegenteil Sie stiftet nur Verwirrung (siehe Kerstin). Dieses Forum soll den Betroffenen dienen, nicht aber der Selbstdarstellung. Und deswegen ist eine präzise Sprache zwingend. Schwammige Sprache ist vergleichbar mit einem der neuen Mobiltelefone, die inzwischen alle Kommunikationsarten können, dafür aber keine richtig.
Wer aber aus den Beiträgen schließt, daß der Autor (in diesem Falle ich) sich in der Überzeugung geäußert hat „die Weisheit gepachtet zu haben“, der hat die Beiträge nicht verstanden. Wenn diese Meinung überwiegt, habe ich kein Problem, mich nicht mehr zu Wort zu melden.
Doccy
Hallo Doccy,
es wäre sehr schade, wenn Du Dich nicht mehr melden würdest, denn eigentlich hast Du keine falschen Aussagen gemacht. Es ist immer nur so, daß es Menschen gibt, die das Gesagte unterschiedlich interpretieren. Damit wirst Du leben müssen, oder?
Manche Dinge muß man einfach mehrmals lesen um zu wissen, was damit gemeint war.
Es ist hinlänglich bekannt, daß das geschriebene Wort häufiger zu Missverständnissen führt, als das gesprochene. Viele Emails werden als agressiv empfunden, obwohl der Schreiber nichts davon im Sinn hatte.
Es fehlt einfach die Betonung, die im mündlichen Gespräch alle Wogen glätten kann.
Hallo
Eberhard Luckas schrieb
Es ist immer nur so, daß es Menschen gibt, die das Gesagte unterschiedlich interpretieren.
Manche Dinge muß man einfach mehrmals lesen um zu wissen, was damit gemeint war.
Es ist hinlänglich bekannt, daß das geschriebene Wort häufiger zu Missverständnissen führt, als das gesprochene. Viele Emails werden als agressiv empfunden, obwohl der Schreiber nichts davon im Sinn hatte.
Es fehlt einfach die Betonung, die im mündlichen Gespräch alle Wogen glätten kann.
Stimmt. Manche Leute können außerdem "zwischen den Zeilen" lesen und halten das für nötig. Das führt zu Missverständnissen.
Aber es geht auch mündlich. Ich habe mal in der Schule irgendwas im Fach Russisch oder Geschichte mündlich beantwortet und die Lehrerin hat daraus etwas interpretiert, worauf ich nicht gekommen wäre.
Hallo Doccy,
acht(!) Reputationen bei nur 18 Beiträgen, dass ist mehr als die beneidenswerten 22 Pluspunkte von Eberhard. Herzlichen Glückwunsch, nebenbei!
Das diese Zahl der Reputationen auch bei AgnesMaria steht, lässt mich schmunzeln.
Streitet nur recht miteinander, ich will gerne Lehren daraus ziehen.
Dein/ Euer
Paul-Gerhard
AgnesMaria schrieb
Wenn mal ein manifestes, mal ein latentes Schielen vorliegt, dann handelt es sich nicht um eine Fixationsdisparation sondern um einen Strabismus
intermittens.
Fixationsdisparationen werden in der Augenheilkunde zu den Heterophorien gezählt
Tja, und das ist wieder so ein Fakt, der mich nur verwirrt, denn bei Sohnemann hieß es erst Strabismus intermittens und nach MKH Messung in Berlin und vorgesetzten Prismen sprach man dann von binokularem Einfachsehen (das ist doch dann Fixationsdisparation, also Heterophorie, oder?).
Und dann noch eine Frage für MEIN besseres Verständnis Man kann also auch echtem Schielen mit Prismen entgegensteuern?
Und ich frage mich nun, wo ich mit meinem Sohn hingehen soll... hat er vielleicht beides? Echtes Schielen und Winkelfehlsichtigkeit?
Dank Agnes Maria habe ich hier ein Aha-Erlebnis nach dem anderen - danke für die wertvollen Beiträge!
Gruß
Kerstin
Paul-Gerhard Mosch schrieb
Hallo Doccy,
acht(!) Reputationen bei nur 18 Beiträgen, dass ist mehr als die beneidenswerten 22 Pluspunkte von Eberhard. Herzlichen Glückwunsch, nebenbei!
Das diese Zahl der Reputationen auch bei AgnesMaria steht, lässt mich schmunzeln.
Streitet nur recht miteinander, ich will gerne Lehren daraus ziehen.Dein/ Euer
Paul-Gerhard
Ich streite doch nicht mit Doccy. Wie kommen Sie darauf? Ich halte seine Kommentar zu (m)einem Berufsstand für bedenklich. Er hat in seinen Aussagen dazu in meinen Augen den Boden der Sachlichkeit verlassen. Und da diskutiert oder "streitet" man nicht miteinander. Das ist zwecklos. Wenn ich in den nächsten Tagen mal Zeit habe, dann werde ich möglicherweise dazu Stellung nehmen. Mal sehen.
Zu dem "Weisheit gepachtet" brauche ich nur auf seinen Beitrag vom 27.07. verweisen.
Zitat on
Das Erkennen, Messen und Korrigieren von Winkelfehlsichtigkeit hat mir Krankheit NICHTS zu tun. Der allein hierfür Zuständige ist der Augenoptiker. Wenn ein Arzt für Augenheilkunde in der Lage wäre, Wf zu erkennen, zu messen und zu korrigieren, ja warum macht er das dann nicht?
Zitat off
Damit tritt er In Memoriam einem Dr. Büttner. Dr. Lie und Dr. Pestalozzi kräftig in den Allerwertesten. Das er sich nicht schämt. Was mögen dazu ein Dr. Borsig, Dr. Schwarz, Dr. Wulff, Dr. Gorzny, Dr. Ziegler, Dr. Lorch, Dr. Grebe etc. sagen? Und die Kollegen, die nicht in der IVBV organisiert sind und ebenfalls MKH anwenden?
Was soll's.
Was die unterschiedlichen Begrifflichkeiten von Augenärzten und Augenoptikern betrifft ein Blick in die Schriftenreihe der IVBV hätte gereicht um zu erkennen das auch seine Kollegen von Heterophorien reden, nicht nur ein Dr. Wulff oder Dr. Pestalozzi und es wird darüber nicht diskutiert denn es ist klar das es sich hier, mit MKH gemessen, um assoziierte Phorien handelt. Er kann das gern Winkelfehlsichtigkeit nennen. Es hat ja keiner was dagegen. Sich aber deswegen aufzuregen und zu lamentieren und dann auch noch darauf rumzureiten? Eine Kerstin Harms wäre nicht verunsichert, hätte sie meine Beiträge vor Monaten genau gelesen. Da wurde schon einmal die Gemeinsamkeit und der Unterschied in der Handhabung der Begriffe Heterophorie und Winkelfehlsichtigkeit grob erklärt. Fragen kostet ja nichts.
Aus dem Raum gegriffene und hier reingestellte Zitate sind genauso wenig sachlich wie fachlich. Dazu gehört einfach mehr. Das ist keine Diskussionsgrundlage. Das ist in meinen Augen, mit allem was ich hier von ihm dazu gelesen habe, Verbalinjurie.
Und dann von Selbstdarstellung reden und sie insgeheim anderen unterstellen. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Augenoptiker e.V. hat mich enttäuscht. Sehr sogar.
Mal sehen wie er das wieder in Ordnung bringt.
Kerstin Harms schrieb
Tja, und das ist wieder so ein Fakt, der mich nur verwirrt, denn bei Sohnemann hieß es erst Strabismus intermittens und nach MKH Messung in Berlin und vorgesetzten Prismen sprach man dann von binokularem Einfachsehen (das ist doch dann Fixationsdisparation, also Heterophorie, oder
Nein, es ist keine Fixationsdisparation. Fixationsdisparationen besitzen Personen mit normalen Binokularsehen. Binokulares Einfachsehen haben also alle die ein richtiges Binokularsehen besitzen, sie haben aber auch Fusions- und Stereosehen.
Ihr Sohn schielt und besitzt ein Binokularsehen ohne Doppelbilder in einem Anomalie:wink:el. Ein sogenanntes Simultansehen. Wenn Sie mit ihm wegen der Prismenverordnung zu einem Augenoptiker gehen sollte eine Konsultation bei einem kompetenten Augenarzt trotzdem auf keinen Fall fehlen.
Und dann noch eine Frage für MEIN besseres Verständnis Man kann also auch echtem Schielen mit Prismen entgegensteuern?
Man kann mit Prismen kein Schielen verhindern noch es damit heilen. Man kann aber, gerade bei intermittierenden Formen, ein Binokularsehen stabilisieren wenn es denn angelegt ist, oder sogar verbessern. Kinder, die sehr empfindlich auf visuelle Informationen reagieren und gerade diese wegen der intermittierenden Form des Schielens schlecht verarbeiten, reagieren positiv auf Prismenordinationen.
Es besteht ein komplizierter Regelkreis der Bildverarbeitung den man hier nicht in kurze Worte fassen kann. Das reicht in die Neuroophthalmologie, Neurologie bis hin in die Psychologie, Neuropsychologie und Neurobiochemie rein. Alles sehr komplex.
Und dann grenzt es für mich an ein Wunder, wenn der nicht medizinisch versierte Augenoptikerberuf, einfach nur nach den Bildern schaut und fragt, und dank "Haase" einiges zurechtrücken darf(!), was medizinisch selbst interdisziplinär nur schwer zu fassen scheint.
Dies Statement bitte ich keinesfalls polemisch aufzufassen. Es verwundert mich wirklich immer wieder mal. Deshalb braucht es beide Berufe! Und wenn Augenoptikermeister die Mühe auf sich nehmen und den Facharzt dranhängen (es gibt wirklich welche), oder wenn Fachärzte sich der MKH nähern (oft durch persönliche Betroffenheit verursacht) und damit der Augenoptik widmen und recht tief in sie einsteigen, dann kann man darüber wirklich nur dankbar sein.
Euer Paul-Gerhard
dkrummi schrieb
Hallo AgnesMaria,
warum sind die Berufsstände dann nicht in der Lage eine dem Patienten dienliche interdiziplinäre Zusammenarbeit voranzutreiben? Wenn es dem Facharzt nicht genug geld bringt, sich mit binokularer Korrektion zu gefassen, oder er dazu keine Lust hat, ist es sicherlich nicht förderlich, die binokularen Probleme totzuschweigen oder abzuwiegeln. Was widerstrebt dem Stand an einen Fachmann zu verweisen, um dem Patienten weiter zu versorgen?
Ich habe manchmal den Eindruck, seitens der Fachärzteschaft wird mehr Zeit damit verplempert, dem Patienten zu erzählen, wie schlecht alle Methoden außerhalb der eigenen Praxis sind, als mal ganz klar zu sagen "Bringt kein Geld" oder "Ist nicht mein Gebiet" und dann weiter zu überweisen.
Gruß
Dirk
Fragen Sie mich nicht dazu. Ärzte arbeiten grundsätzlich interdisziplinär. Das kenne ich gar nicht anders. Überweisungen erfolgen immer wenn es notwendig ist, auch an Universitätsklinken, an Nichtmediziner kann aus rechtlichen Gründen nicht zugewiesen werden. Überweisungen an andere Fachdiziplinen betreffen vorwiegend die Innere Medizin und den Neurologen. Das ergibt sich aus den Komorbiditäten.
Ich erzähle nie wie gut oder schlecht ich bin. Ganz sicher nicht. Entweder der Patient hat Vertrauen in meine Fähigkeiten oder er hat sie nicht. Ohne Vertrauensbasis kann man nicht ordentlich arbeiten. Über verschiedene Vor- und Nachteile von Untersuchungsmethoden die für den betreffenden Patienten gerade in Frage kommen, muss aufgeklärt werden. Wird das nicht getan, macht man sich möglicherweise strafbar.
MKH gehört nicht zu den gebräuchlichen verordnungsfähigen Behandlungsmethoden und kann auch nicht bei der GKV abgerechnet werden. Kein Augenarzt macht sich daher strafbar wenn er diese Alternative bei Sehproblemen nicht erwähnt.
Hallo AgnesMaria,
ich danke für die direkte Antwort und bin ganz froh, dass mein zugegeben etwas provokantes Statement nicht in den falschen Hals gelangt ist.
Ist es dem Mediziner denn generell untersagt an einen Nichtmediziner zu vermitteln, oder darf er lediglich keine ärztl. Überweisung machen? Wenn ein generelles Vermittlungsverbot besteht, kann auch ich nachvollziehen, dass der Facharzt und der Optometrist nicht wo recht zusammen finden.
Es geht ja hier auch nicht um straffähige Vorkommnisse der unterlasennen Hilfeleistung, sondern in erster Linie um das Wohl des Patienten. Auch wenn es rechtlich in Ordnung ist, ist es trotzdem Schade, dass dem Patienten nicht alles an Möglichkeiten angeboten wird.
Grüße
Dirk
dkrummi schrieb
Hallo AgnesMaria,
ich danke für die direkte Antwort und bin ganz froh, dass mein zugegeben etwas provokantes Statement nicht in den falschen Hals gelangt ist.
Ist es dem Mediziner denn generell untersagt an einen Nichtmediziner zu vermitteln, oder darf er lediglich keine ärztl. Überweisung machen? Wenn ein generelles Vermittlungsverbot besteht, kann auch ich nachvollziehen, dass der Facharzt und der Optometrist nicht wo recht zusammen finden.
Es geht ja hier auch nicht um straffähige Vorkommnisse der unterlasennen Hilfeleistung, sondern in erster Linie um das Wohl des Patienten. Auch wenn es rechtlich in Ordnung ist, ist es trotzdem Schade, dass dem Patienten nicht alles an Möglichkeiten angeboten wird.
Grüße
Dirk
Solange man mir nichts zu meiner Person unterstellt was nicht stimmt oder alle Mediziner pauschal verurteilt weil man vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat und nun frustriert ist, ist auch nicht zu befürchten dass ich was in den verkehrten Hals bekomme. 
Man kann als Mediziner tatsächlich nicht an Nichtmediziner überweisen. Das wäre eine Übertretung der ärztlichen Schweigepflicht als erstes und wettbewerbswidrig als zweites. Da ja zwischen Arzt und Patient ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis besteht darf der Arzt dieses auf keinen Fall ausnutzen. Und mit Empfehlungen für irgendwen würde er das tun.
Ein Augenarzt darf keinen Augenoptiker empfehlen. Punkt. Mit einem Augenoptiker darf ich mich ebenfalls nicht über das Krankheitsbild oder über den Patienten unterhalten falls er wegen einer Verordnung zurückrufen sollte, ausgenommen man erhält vom Patienten schriftlich eine Bestätigung das man die ärztliche Schweigepflicht in diesem Fall übertreten darf. Wenn man im Beisein des Patienten mit dem Augenoptiker redet ist eine schriftliche Zustimmung seitens des Patienten nicht notwendig denn er hat ja mündlich sein Einverständnis gegeben.
Bei anderen nichtmedizinischen Berufen ist es genauso. Ob nun Schule, Krankenkasse, Ämter, Heilpädagogen etc.
Nur weil ich einen Augenoptiker nicht empfehle mache ich mich nicht der unterlassenen Hilfeleistung strafbar.
Wie kann man das Dilemma lösen? Man bekommt das schriftliche Einverständnis des Patienten dann darf man mit dem Augenoptiker reden, aber empfehlen darf man in der Regel trotzdem nicht.
Man darf aber informieren. Zum Beispiel kann das die Telefonnummer des Innungsobermeisters sein bei dem sich der Patient dann erkundigen kann wer in seiner Gegend Prismenbrillen fertigt. Er kann den Innungsobermeister auch andere Dinge fragen, eventuell auch über MKH-Anwender. Oder die Telefonnummer einer Selbsthilfegruppe die dann auch weiterhelfen kann bei bestehenden Problemen.
Es ist ein Spagat zwischen dem Wohl des Patienten, dem man ja helfen möchte, und den Grenzen des Gesetzes sich zu bewegen in dieser Frage. Was ist rechtlich noch erlaubt? Wie weit darf man gehen um das Vertrauensverhältnis nicht zu belasten? Es ist und bleibt schwierig. Und deswegen unterlassen es einige auch sich damit zu befassen. Ich kann das verstehen.
AgnesMaria schrieb
Mal sehen wie er das wieder in Ordnung bringt.
Schaun wir mal.
Leider habe ich in dem monierten Beitrag vergessen, einen Satz zu schreiben. Es hätte an passender Stelle folgender Hinweis stehen müssen Ausnahmen bestätigen die Regel. Mit anderen Worten Der Regelfall ist so, wie von mir beschrieben. Meine resignierende Haltung dem Berufsstand der Augenheilkunde gegenüber gilt natürlich nicht für die rühmlichen Ausnahmen.
Das Nennen einzelner Solitäre der Augenheilkunde mit Hinweis, daß auch nicht in der IVBV organisierte Augenmediziner die MKH praktizieren, empfinde ich als suggestiv. Wie viele sind es denn? Gezählt werden dürfen aber nur diejenigen, welche die MKH auch wirklich praktizieren, und nicht diejenigen, die es nur behaupten. Davon gibt es eine ganze Menge. Die Namen derjenigen, welche die MKH praktizieren, würde sich in Kreisen der Augenoptik sehr schnell herumsprechen. Wir (mindestens aber ich) lechzen danach, Augenmediziner zu finden, die sich wenigstens neutral verhalten! Zwei von den Genannten (Lie, Pestalozzi) weilen nicht mehr unter uns. Es ist eine Frage der Zeit, wann die meisten der übrigen genannten Mediziner aus Altersgründen auch nicht mehr praktizieren werden. Wir brauchen aber Nachwuchs.
Die Anzahl derjenigen, die ich mit Kritik belege, ist im Verhältnis zur Anzahl derjenigen, deren Namen genannt wurde, riesengroß. Mit dem ganz kleinen Rest arbeiten andere und ich sehr gut zusammen. Das ist die von AgnesMaria genannte Gruppe (ist mit Dr. Büttner vielleicht Prof. Dr. Roland Brückner gemeint? Alle drei Verstorbenen waren mir persönlich gut bekannt.). Übrigens Wulff ist Augenoptiker, und im zweiten Beruf Arzt für Augenheilkunde.
Meine resignierende Haltung dem augenheilkundlichen Berufsstand gegenüber resultiert aus der Erkenntnis, daß zwar - so behaupte ich - alle (!) Ärzte für Augenheilkunde wissen, daß wir in sehr vielen Fällen mit der vollständigen Augenoptischen Versorgung helfen können. Die Augenheilkundler scheinen aber nicht die Intelligenz zu besitzen, folgenden Satz zu formulieren „Suchen Sie sich einen Augenoptiker, der in der Anwendung der MKH Erfahrung hat.“ Es ist sehr schwer vorstellbar, daß mit diesem Satz ärztliche Schweigepflicht verletzt wird. Die Schweigepflicht ist sonst ein Totschlag-Argument.
Die Empfehlung, sich an den Obermeister einer Innung zu wenden, ist auch keine Lösung und wäre besser unterblieben. Mir ist nur ein OM bekannt, der nicht gegen die MKH eingestellt ist. Dieser OM wendet die MKH erfolgreich an. Das heißt aber nicht, daß es keine weiteren gibt, die der MKH aufgeschlossen gegenüberstehen. Man kann schließlich nicht alle kennen.
Noch einmal zur Terminologie Es ist unlauter, mit alten Veröffentlichungen Winkelfehlsichtigkeit (Wf) und Heterophorie (He) deren synonyme Verwendung zu legitimieren. An anderer Stelle habe ich in diesem Forum versucht, zu erklären, warum WF und He früher synonym verwendet wurden, den Unterschied beschrieben. Bevor es den Terminus „Wf“ gab, hat die ganze Welt von He geredet. Nach Etablierung des Terminus Wf verwenden nur noch diejenigen Wf und He synonym, die den Unterschied (immer) noch nicht begriffen haben.
Das Kauderwelsch der Terminologie beweist doch die Richtigkeit meiner Forderung nach klarer Abgrenzung. Wie sollen denn die Betroffenen sich zurechtfinden, wenn Sachstände mal so, mal anders definiert werden? Bestes Beispiel Kerstin. Sie ist das Opfer dieser fast babylonischen Terminologie. Sie kann doch gar nicht eindeutig entscheiden. Das liest man doch aus fast jedem Beitrag heraus, der ihr Problem beschreibt. Das ist doch schlimm! So hilft man ihr und anderen nicht!
Daß Wf mit Krankheit nichts zu tun hat, wurde von Prof. Dr. Armin Tschermak-Seysenegg festgestellt. Er wirkte an der Deutschen Universität zu Prag. Von ihm ist 1937 in einer Schriftenreihe folgender Satz veröffentlicht worden
„Der als Heterophorie bezeichnete Zustand von primärer Asymmetrie oder Inkongruenz der Grundstellung beider Augen bedeutet an sich nichts Pathologisches, sondern eine schier reguläre Unvollkommenheit des okulomotorischen Apparates, dessen beide selbständig entwickelte Hälften kaum je von vornherein kongruent sind.“
Entweder man erkennt die Aussage inhaltlich an, oder man wiederlegt sie. Ist das Zitieren wirklich als Verbalinjurie eingesetzt? Sicher nicht.
Dann noch einmal zur Zuständigkeit, wieder mit einer „Verbalinjurie“ Zur Bildlagemessung (mehr ist das Erkennen, Messen und Korrigieren nicht), hat der BGH geurteilt „Dazu (der Bildlagemessung) bedarf es nicht spezieller wissenschaftlicher Kenntnisse auf dem Gebiet der Medizin, wie sie die ärztliche Kunst charakterisiert.“ Es drängt sich nun die Frage auf, warum die Mediziner unbedingt etwas machen wollen, für das ihre wissenschaftlichen Kenntnisse gar nicht gebraucht werden und sie auch nicht ausgebildet wurden. Nur zur Ausschlußdiagnose ist die Bildlagemessung nicht besonders ergiebig.
Zum Abschluß Wenn mein persönlicher Ärger über den Mißstand der fehlenden Abgrenzung der Fachgebiete Augenoptik/Augenheilkunde mich zur Unsachlichkeit verleitet hat, dann bitte ich um Nachsicht. Dann ist aber nicht die Unsachlichkeit zu kritisieren, sondern der Grund dafür. Das ist wie bei „Therapieversuchen“ eines Mediziners, die Befindlichkeitsstörungen einer Wf zu "heilen" Die Symptome werden zwar behandelt, aber die Ursache wird nicht beseitigt. In fast allen Fällen erweisen sich seine Therapieversuche als therapieresistent. In sofern ist meine Unsachlichkeit das Syptom, die fehlende Abgrenzung aber die Ursache.
Doccy
Doccy schrieb
AgnesMaria schrieb
Mal sehen wie er das wieder in Ordnung bringt.
Wir (mindestens aber ich) lechzen danach, Augenmediziner zu finden, die sich wenigstens neutral verhalten! Zwei von den Genannten (Lie, Pestalozzi) weilen nicht mehr unter uns. Es ist eine Frage der Zeit, wann die meisten der übrigen genannten Mediziner aus Altersgründen auch nicht mehr praktizieren werden. Wir brauchen aber Nachwuchs.
Sie brauchen also Nachwuchs aus dem so verdammten Sektor der in Ihren Augen so wahnsinnig ignoranten Mediziner.
Dann backen Sie sich doch welche wie Sie es gerne hätten.
Denn so wie Sie hier auftreten werden Sie keinen für Ihre Sache interessieren noch begeistern. Ihr diplomatisches Geschick im Umgang mit anderen Berufsgruppen ist wirklich beneidenswert.
Unsereins darf feundlicherweise ihre hohen Prismenverordnungen operativ "geraderücken". Dafür sind wir gut genug. Für alles andere sind wir zu dumm und blöd.
Vielen Dank für die wahnsinnig liebenswürdigen Komplimente von Ihnen in allen Ihren Beiträgen an die "Augenheiler".
Damit EOD