Hallo,
bei meiner Tochter wurde jetzt mit 4 Jahren ein Mikroschielen festgestellt. Sie sieht auf dem linken Auge nur 16% auf dem rechten 100%. Wir kleben jetzt 6 Tage die Woche 5 Std tägl ab. Und eine Brille hat sie mit +1,5 und + 1,25 bekommen.
Ich hab soviele Fragen : (.
Haben wir noch gute Chance dass das Auge besser wird? Kann sie dann Doppelbilder bekommen? Ist so ein Mikroschielen immer angeboren? Wenn wir das Pflaster abnehmen, schielt das Auge viel stärker und manchmal meine ich dass das rechte Auge auch kurz schielt. Warum?
Lieben Dank
Moin,
wie schon gesagt, bitte das Abkleben nicht länger als 2 Stunden täglich.
Auch ich möchte mich an dieser Stelle wiederholen !
1. Augen beim Augenarzt unter Atropin exakt ausmessen lassen . Gut angepasste Brille herstellen lassen .
(die jetzt verordnete Brille ist mit absoluter Sicherheit unzureichend.)
2. schlechter sehendes Auge täglich 2 Stunden abkleben und in der Zeit mit dem Kind intensive Nahbeschäftigung durchführen .
Auf keinen Fall 6 Stunden abkleben ! Sonst wird aus dem Mikroschielen ein echtes Schielen .
Die Augen wurden weit getropft und und von der Ärztin untersucht. Leider ist der Arztbericht echt dürftig
.
Ich verstehe nicht warum verordnen die dann überhaupt eine unzureichende Brille?
Ich versuche sie schon immer dann in die Nähe zu beschäftigen. Was sie im Kindergarten machen weiß ich
Nur damit ich das richtig verstehe, für die Brille sind die Werte relevant die unter dem weittropfen gemessen werden und so exakt für die Brille zu übernehmen?
Viele Grüße
Noch eine Frage, wie kommt es zustande dass sich darüber hinaus ein echtes Schielen?
Moin Helena,
wenn zu lange abgeklebt wird, verabschiedet sich das restliche Binokularsehen oft sehr schnell vollständig. Eine Praxis im 88er Raum kann ich leider nicht benennen. Eine sehr gute Praxis kommt per PN
Kann mir jemand den Hintergrund dazu erklären, warum die Praxen die Brillen nicht voll korrigiert und ohne Krümmung verordnen?
Danke
Moin Helena,
oft ist es so, dass Augenärzte nach dem tropfen von dem gemessenen Wert einen bestimmten Wert abziehen. Welcher, ist sehr unterschiedlich. Deswegen gibt es selten ganz genaue Verordnungen bei Kindern. Dazu sind viele Augenärzte skeptisch, wenn Zylinderwerte gemessen werden. Sie halten die Nebenwirkungen für zu hoch und verordnen es nicht, oder nehmen bei gemessener schiefer Achsenlage den nächst besten geraden Achsenwert.
Dabei gibt es recht genaue Messmethoden, die ein Tropfen nicht nötig machen, z.B. Skiaskopie nach Mohindra und anschließendem Nebeln.
Hallo Helena,
1. falsche Tropfmethode, es wird entweder zu wenig oder mit falschen Tropfen getropft. Dadurch entspannt sich der Ziliarmuskel nicht genug und das verfälscht das Messergebnis.
2. falsche Messmethode. Oft wird nur mit automatischem Refraktor gemessen. Gerade bei Kindern ergeben sich fast immer falsche Werte. Richtig wäre hier eine manuelle Skiaskopie oder manueller Refraktor. Ein ganz anderes Messprinzip.
3. Angst und Vorsicht der Augenärzte, mangelnde Erfahrung mit Kindern. Sehr oft aus Unsicherheit wird einfach zuviel abgezogen.
Dazu kannst Du dir Videos hier anschauen:
https://www.youtube.com/user/ORTOPADAugenpflaster/videos
Im Nachbarthread habe ich ähnliche Themen hier im Forum verlinkt. Dort findest Du sehr viele Hintergrundinfos gerade zu Deinen Fragen oben.
LG Hesch
Lieben Dank euch. Langsam versteh ich was
.
Sieht denn meine Tochter besser durch die Brille oder nicht? Ich frage mich das weil es immer so Situationen gibt wie z.B. vorhin hat sie gemalt, wollte eine kleine Perle ausmalen und da zieht sie die Brille runter und sagt ohne Brille sieht sie es besser.
Viele Grüße
Moin Helena,
wenn das Pflaster drauf ist hat sie jetzt noch ein deutlich schlechteres Sehen als mit beiden Augen ohne Brille, das ist eigentlich klar. Trotzdem versuche bitte, dass sie die Brille auflässt.
Oh sorry ja sie hat ohne Pflaster gemalt.
Also sieht sie im Moment schlechter mit Brille als ohne richtig?
Diese Skiaskopie macht die Orthoptistin od Augenärztin?
Viele Grüße
Machen das auch die Optiker oder geht das nicht weil das Auge ja weitgetropft sein muss?
Würde es Sinn machen ihre Werte auch mal bei einem Optiker messen zu lassen?
Hallo Helena,
die Verwendung von pupillenerweiternden Tropfen zur Refraktionsbestimmung darf nur der Augenarzt vornehmen.
Die Skiaskopie ist eine Methode zur Refraktionsbestimmung, die besonders bei Kindern eingesetzt werden sollte, da sie genauere Ergebnisse liefert als bspw. ein Autorefraktometer.
Alles Gute Kugelblitz
Hallo Helena,
wichtig im Zusammenhang mit Schielerkrankungen, Sehschwäche und Okklusion ist auch die Fixationsprüfung.
Laß Dir den vollständigen Befund aushändigen, da sollte das vermerkt sein.
Alles Gute vom Kugelblitz
Wollte euch nur kurz berichten. Habe mit einer Augenärztin telefoniert. Und sie erklärte mir das mit der Brille so:
Eine Hornhautkrümmung bis 0,75 braucht nicht ausgeglichen zu werden, da jeder eine besitzt und bis zu dieser Höhe nix gemacht werden muss.
Zur manuellen Messung meinte sie dass die Automaten mittlerweile so gut sind (auch bei Kindern) dass sehr ähnliche Werte rauskommen und daher eine Skiaskopi nicht notwendig ist.
Ist es denn so dass das schielende Auge von Geburt an nie richtig lernt zu sehen od doch und dann nimmt es wieder ab? Mein Mann hat mir nur gesagt dass im Vergleich zum letzten Jahr unsere Tochter sehr viel vorsichtiger Laufrad fährt und wenn es runter geht gar nicht mehr laufen lässt.
Viele Grüße
Moin Helena,
diese Aussage der Ärztin ist Nonsens. 0,75 Cyl können die Sehleistung je nach Achsenlage um 30-40% vermindern.
Eberhard hat vollkommen Recht. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Wenn das Kind sowieso eine Brille tragen muss , ist es mehr als verwunderlich, dass der Astigmatismus unausgeglichen bleiben soll. ( Korrektionen .....light .. oder was ? )
Wenn die Augenärztin tatsächlich die Äußerung zur Autorefraktion gemacht hat ..., ....und das bei einem Schielkind , dann muss ihre Qualifikation aber sehr in Frage gestellt werden !!!
Danke 
Hallo Helena,
bei Deiner Tochter wurde ein Schielen diagnostiziert. Bei jeder Schielform muss eine optimale Brillenkorrektur erfolgen, um das labile Sehsystem zu entlasten. Dazu gehört selbstverständlich nicht nur die Korrektur der Weitsichtigkeit, sondern auch die Korrektur einer Hornhautverkrümmung. Deine Tochter hat bei der Visusprüfung (Sehtest) auf dem linken Auge eine Sehleistung von 16% erreicht. Die Korrektur auch geringer Werte einer Hornhautverkrümmung verhelfen Deinem Kind zu einer besseren Sehleistung durch die bereits angesprochene Entlastung des Sehsystems.
Man geht davon aus, dass Werte von 0,5-0,75 Dioptrien im Normbereich liegen, da nahezu jeder Mensch eine leichte Hornhautverkrümmung besitzt und daher nicht zwingend korrekturwürdig sind. Dies gilt jedoch nur solange keinerlei Beeinträchtigungen/Beschwerden vorliegen. Deine Tochter hat aber Beschwerden und darum gehört der Astigmatismus ebenfalls korrigiert.
Ein Wert von 0,75 dpt ist m.E. allerdings auch ohne Schielen schon grenzwertig (s.a. Eberhards Kommentar), muss aber im Gesamtbefund betrachtet werden.
Welche Werte sind eigentlich genau gemessen worden?
Alles Gute vom Kugelblitz