Hallo Jutta,
Sie können auch an den "Mobilen Dienst" wenden - der hat in der Regel auch Blinden- bzw. Sehbehindertenpädagogen die Sie beraten und kommen.
Oft ist trotz Sehbehinderung der Besuch einer Regelschule möglich, die Kinder erhalten Unterstützung vom Mobilen Dienst.
Ich kann Ihnen falls Interesse besteht noch mehr Infos schreiben - aber erst ab Mittwoch weil ich unterwegs bin - und meine Unterlagen mit genauen Namen und Addressen natürlich nicht mit habe!
Grüße
Georg Scheuerer
Hallo Kerstinb,
Du schriebst
"..bei Frühchen ist die Vorsorge meistens gut, die Kleinen werden auch meistens von spezialisierten Augenärzten untersucht.
Ich finde, allgemein gesehen, ist es mit der Vorsorge vor allem bei Kindern in Deutschland nicht weit her. Viele Hörstörungen und Sehbehinderungen werden heutzutage übersehen bzw. zu spät entdeckt. Ich schätze, da sind uns z.B. die Österreicher oder die Franzosen ein ganzes Stück voraus. Leider hab ich auch schon öfter ähnliche Verläufe wie bei selfixas Tochter gesehen.
Mich erschreckt es schon immer wieder, wenn mir Eltern sagen, daß sie beim Augenarzt oder Kinderarzt waren und dennoch eine (manchmal höchstgradige) Sehbehinderung übersehen wurde. Zusätzlich finde ich es unmöglich, daß bei vielen Einschulungsuntersuchungen wohl nicht mal ein Sehtest durchgeführt wird, was zur regulären Einschulung eines sehbehinderten Kindes mit anschließend entsprechenden Problemen führen kann.
Neben manchen ggfs. nicht fortgebildeten Ärzten ist in meinen Augen auch die mangelnde Ausbildung der Kindererzieher(innen)und der Lehrer(innen) bezüglich Seh- und anderen Behinderungen nicht besonders hilfreich zur Früherkennung."
Ich kann mich dieser Deiner Meinung nur anschließen!!! Allerdings finde ich, dass Erzieherinnen teilweise schon ein recht gutes Gespür dafür haben, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Leider fühlen sich viele Mütter gleich in ihrer Kompetenz angegriffen, wenn man sie auf eine Auffälligkeit beim Kind hinweist. Vom Arzt lassen sie sich das vielleicht noch gefallen(aber der hat ja gesagt, es ist nichts...), aber nicht von einer anderen Mutter oder einer Erzieherin (da tritt der Arzt dann wieder als Alibi auf den Plan, bei dem man schon war...).
Ich erlebe diese Verteidigungsmechanismen tagtäglich hier bei uns im Ort und rede mir den Mund auch nur noch für echt interessierte Mütter fusselig. Schade, um die vielen anderen Kinder....
LG
Kerstin
Hallo Kerstin,
Du hast recht, natürlich spielt auch die Aufklärung der Eltern und die Bereitschaft der Eltern, eine Seh- oder andere Behinderung zu akzeptieren bei der Früherkennung eine große Rolle. Auch das Allgemeinwissen und der soziale Status der Eltern sind meiner Erfahrung bezüglich der Früherkennung nach leider sehr entscheidend. Dadurch kommen neben spät entdeckten Seh- und Hörberhinderungen auch der leider zunehmend katastrophale kariöse Zahnstatus bei Kindern / Kleinkindern zustande. Bei der allgemeinen Vorsorge fehlt absolut eine Frühuntersuchung bei Augen-, Ohren- und Zahnärzten z. B. ab dem ersten Lebensjahr, die für Eltern, wie die U-Untersuchungen und Impfungen beim Kinderarzt verpflichtend sind. Dadurch könnte ggfs. auch eine Vernachlässigung von Kindern schneller entdeckt werden als heute. Leider gibt es dieses System meines Wissens nach in Deutschland nicht, obwohl schon ewig lang von Augenärzten, HNO-Ärzten, Zahnärzten usw. ein solches Vorsorgesystem propagiert wird.
Viele Grüße
Kerstin