Meine Tochter ist 9 Jahre alt und schielt seit Geburt (vererbt von Oma und Papa). Sie hatte als Baby einen Schielwinkel mit 50 Grad.Wurde dann mit 15 Monaten von Prof.Schütte operiert (Schielwinkel nach OP ca. 15 Grad). Danach Abkleben wechselseitig bis vor ca. 1 1/2 Jahren. Eine weitere OP steht an. Unser Arzt möchte warten bis sie in der Pubertät ist, da sich da noch viel ändern könnte zwecks Schielwinkel (blieb ziemlich konstant über die Jahre bei 15 Grad). Bekam ein neues Brillenrezept R +5,25,Zyl.2,0, Achse 4; L +4,75,Zyl.1,5,Achse 178.
Jetzt hat mich der Optiker total verunsichert,weil er meinte, dass meine Tochter unbedingt Prismen haben sollte und zwar jetzt einschleichend mit 10 auf jedem Glas beginnen. Das würde dafür sorgen, dass sie mit beiden Augen (Fusion der Augen) das gleiche Bild sieht und nicht wechselseitig schaut. Er setzte ihr eine "Prismenbrille" vor ihre jetztige Brille auf die Nase und sie sah die Farben kräftiger und schöner (ihre Aussage). Wenn sich jemand damit auskennt, bitte meldet euch, ich bin total verunsichert, obwohl ich unserem Augenarzt wirklich vertraue(auch er ist ein "Schüler" von Prof. Wulff). Ich will nichts versäumen.
Ciao Ute
L
Hallo, Ute
je länger man wartet, um Deiner Tochter beidäugiges Sehen zu ermöglichen, um so schwerer wird es. Ich halte es für richtig, mit Prismen zu korrigieren, wenn-- und das ist Bedingung-- Deine Tochter dann wirklich binokular, beidäugig sieht. Sollte immer ein Auge abgeschaltet werden, evtl im Wechsel, dann muß der Augenarzt entscheiden, wie es weiter gehen soll. Wenn er Schüler von Dr. Wulff ist, verstehe ich nur sein Zögern nicht. Das solltest Du Dir erklären lassen.
Gruß
Eberhard
Hallo, Ute
ich kenne Dr. med. Wulff, aber keinen Prof. Dr. med. Schütte, was ja nichts heißen kann.
Gut ist der relativ frühe Schiel-OP Eingriff im Alter von 15 Monaten gewesen. Allerdings kann das ca. sieben-jährige Abkleben nicht von Dr. med. Wulff übernommen worden sein.
Sollte trotz der relativ massiv geschilderten Form eines Schielens, ein beidäugiges Fixieren stabilisiert werden können, (hierzu ist ein einziger Test nicht allein, sondern erst eine Verlaufskontrolle über einen gewissen Zeitrahmen aussagekräftig) würde ich dies umgehend nutzen. Das bessere Farbensehen gibt uns jedoch allein keine qualitativen Informationen über ein evtl. anspringendes Binokularsehen. Wenn Herr Prof. Dr. Schütte Erkenntnisse von der MKH umsetzt, (wie sie von Herrn Dr. Wulff vertreten werden) sollte das Anliegen des Optiker-Kollegen hier auf offene Ohren stoßen. Das wären sicher ideale Voraussetzungen für Ihr Kind.
Zunächst mal DANKE für eure schnellen Antworten. Dieses binokulare Sehen, kann man das tatsächlich austesten ? Ich habe den ganzen Nachmittag hier im Forum gestöbert und auch viel Negatives über Prismen gelesen.
Wir sind regelmäßig beim Augenarzt, der auch dann immer die Refraktionsbestimmung, Strabismusuntersuchung sowie binokularer Sehakt, qualitative und quantitative Untersuchung macht. Ich bin sehr verunsichert und hoffe jetzt natürlich, dass wir nichts versäumt haben. Ich werde auf jeden Fall am Montag unseren Arzt anrufen und das mit ihm abklären.
Ciao ute
Hallo, Ute
was hat der Arzt denn gesagt?
Hallo Paul,der Arzt hat gesagt, dass er sämtliche Untersuchungen (MKH,Pola) bei ihr mehrmals gemacht hat. Es wurde auch deshalb schon mit 15 Monaten operiert. Leider hat sie kein binokulares Sehen und es wird bei ihr auch nicht möglich sein. Sie sieht nur wechselseitig.
Was ist Ihre Meinung ?
Gruß
Ute
Hallo Ute,
es ist jetzt schwer für mich eine Meinung zu äußern, da ein Facharzt, zudem als Professor der Ophtalmologie aussagt, keine binokularen Reflexe, bzw. Bildfusionen feststellen zu können. Allerdings scheint ein Kollege hier andere Erfahrungen gemacht zu haben.
Vielleicht kann ich auf ein anderes Thema in diesem Forum hinweisen. Hier gab es trotz sehr schlechter Prognose mittlerweile, wie mir bekannt ist, sehr positive Entwicklungen. Allerdings haben die Eltern des betroffenen Kindes einige Anläufe unternehmen müssen, bis es zu dieser jetzt positiven Situation kam. Evtl. können Sie selbst mit den Eltern über e-mail in Verbindung treten. Ich habe Sie schon im Frühherbst gebeten, sich doch auch mal wieder im Forum zu melden. Leider ist es dazu bislang nicht gekommen.
Wenn Sie unter "suchen" in diesem Forum "Conny" eingeben, können Sie sich in einige weitere Dinge einlesen.
Sprechen Sie uns danach ruhig wieder an.
"Mit einem herzlichen Gruß von mir", mailen Sie die Mutter ruhig an, diese dürfte Ihnen unabhängig von den Forumbeiträgen noch etliche NEWS nennen können, die sicher so erstmal nur auf ihr eigenes Kind zutreffen.
Hallo Paul,danke erstmal für die schnelle Antwort. Habe die Rubrik "Conny" gelesen. Die Enddiagnose hört sich beinahe so an wie von meiner Tochter. Wie komme ich denn an die e-mail-Adresse von Conny (sie läuft hier als unregistriert). Es würde mich interessieren, welchen Weg sie gegangen sind, obwohl ich jetzt hier soviel gelesen habe, dass ich fast denke, dass das binokulare Sehen tatsächlich nicht möglich ist. Habe noch eine Frage Bitte könnten Sie mir den Begriff "manifestes Schielen" erklären ? Wenn ich richtig verstanden habe, ist es das, wie meine Tochter es hat.
Danke für die Hilfe !
Gruss Ute
Hallo Paul,jetzt fällt mir noch eine Frage ein Ich habe hier im Forum über die Behandlung mit der Osteopathie gelesen. Wäre das bei meiner Tochter evtl. auch einen Versuch wert ? Sie waren ja nicht unbedingt abgeneigt über diese Beiträge. Freue mich auf eine Antwort.
Gruss
Ute
Hallo, Ute
stimmt, die beiden Eltern waren unregistrierte Teilnehmer. Das habe ich jetzt übersehen. Ich könnte die Eltern anmailen und bitten (jetzt allerdings nur noch registriert) sich im Forum (oder auch bei Ihnen) zu melden.
Das Ihre Tochter einen manifesten Schiel:wink:el hat ist sicher, Sie haben Ihn ja selbst mit 15° benannt. Dies entspricht größenordnungsmäßig schon etwa 30 - 40 Prismen und gerade deshalb wäre es im Vorfeld interessant, ob Binokularfunktionen gänzlich fehlen. Wäre dies der Fall, spielt es vom Sehen her keine Rolle, wann man den Eingriff am Schiel:wink:el ausführt. Allerdings würde ich mein Kind eher früher als später korrigieren, da auch das Selbstwertgefühl und andere Dinge betroffen sind, gerade wenn es bald in die Phase der Pupertät geht.
So seltsam es sich anhören mag, Probleme wegen Änderungen in der Augenstellung werden in der Pupertätsphase wohl nur auftreten, wenn Binokularprozesse doch noch im Hintergrund aktiv sind. Werden hier evtl. Auswirkungen erwartet, sollte man sich unbedingt schon vorher darum gekümmert haben.
Ich rechne nicht damit, das sich durch Osteopathie bei Ihrer Tochter etwas ändern könnte.
Mich würde übrigens die Sehschärfe rechts bzw. links von Ihrem Kind interessieren.
Darüber hinaus, sollte der Optikerkollege Ihnen sagen, ob er simultane (gleichzeitige) und dann auch fusionierbare (ein Gesamtbild) binokulare Seheindrücke über Prismengläser erhält.
In Fällen, die dem Fall Ihres Kindes ähneln, würde ich immer als erstes versuchen unter Prüfraumbedingungen "Doppelbildseheindrücke" zu erzeugen. Dies geht häufig einfacher als man meint. Das Ziel heißt also, der "Zentrale des Sehens" zu erlauben, "gleichzeitig" von beiden Augen Informationen zu verarbeiten und somit Doppelbilder zuzulassen. Ein nächster sehr spannender Schritt wäre es, diese beiden gesehenen Bilder einander anzunähern und im Idealfall zur Verschmelzung bringen zu können. Das gelingt aber nicht immer. Auch wenn es gelingt, ist damit noch nicht sicher, dass ein solcher Weg vom Sehzentrum integriert angenommen werden kann. Aber, dieser Testablauf zeigt sehr gut auf, ob bzw. inwieweit weitere Massnahmen Aussicht auf Erfolg bieten. Leider ist dieser ganze Testablauf nur mit sehr viel persönlicher Erfahrung aussagekräftig (und, wie sich im Fall von "Conny" damals gezeigt hat, auch oftmals nur mit entsprechender Erfahrung abrufbar). Ohne solche Angaben kommen wir hier jedoch nicht weiter. Evtl. rufen Sie mich einfach mal an. Vielleicht kann ich Ihnen tel. noch weitere Schritte aufzeigen.
Hallo Paul,meine Tochter hat eine Sehschärfe von 80 %
beidseitig.
Gruss
Ute
Prima,
wir sollten miteinander sprechen!
Nachtrag (18.12.)
Danke, für das Gespräch. Ich habe "Conny" gemailt. Ich hoffe, Sie meldet sich noch.
Hallo!
So, da bin ich! Meinen Forumsbeitrag habe ich auch (endlich...) aktualisiert und registriert bin ich auch, jawoll! Also bei allen eventuellen Fragen, bitte mailen! Von wo aus Süddeutschland kommst du denn genau?
Viele Grüße,
Conny
Hallo Paul,ganz herzlichen Dank für den Kontakt zu Conny und für die ganze andere Hilfe.
Schöne Weihnachten !
Gruss
Ute
Hallo, Ute
ich wünsche Euch, viel Erfolg bei der Austestung des beidäugigen Sehens Eurer Tochter.
Gerade Euer letztes Mail gab mir doch Anlass zu einem kleinen Hoffnungsschimmer.
Von Herzen nochmal alles Gute für das Neue Jahr!
Paul-Gerhard Mosch
hallo Ute
Wenn dein Kind wirklich von Geburt an geschielt hat, nochdazu mit einem so großen Winkel, dann kann sie kein beidäugiges Sehen erlangen, da das Gehirn das beidäugige Sehen nicht erlernen konnte!
Das wird dir Dr. Schütte sicherlich gesagt haben. Vielleicht seid ihr auch bei einer Orthoptistin gewesen, die die Spezialisten auf dem Gebiet des Schielens sind, und sie wird/würde euch sicherlich das gleiche sagen.
Deine Tochter hat deswegen keine Nachteile - sie kennt die Welt nur ohne räumliches Sehen, ohne beidäugigem Sehen, sie weiß also nicht, was ihr sozusagen 'entgeht'.
Und bitte Finger weg von Prismen!!!!!!! Lasst euch ja nicht von einem Optiker eine Prismenbrille aufschwatzen - das ist nur Geldverschwendung und sonst gar nichts! Bei einem Schiel:wink:el von konstanten 15° braucht sie eine zweite Operation. Das ist das einzige, das die kosmetische Situation verbessert und wodurch vielleicht ein grobes beidäugiges Sehen hergestellt werden kann, aber, wie gesagt, ein räumliches Sehen nie.
Lg, Ulrike (Dipl. Orthoptistin)
Hallo, Ulrike
wer sagt denn, daß bei einem neunjährigen Kind schon alles verloren ist, wenn bis dahin kein Binosehen erreicht wird.
Ich habe bei meiner Frau als sie 19 Jahre alt war das 1. Mal Binokular geprüft. Sie hatte bisher eine Amblyopie links. Durch binokulare Vollkorrektur stieg der Visus links von 0,3 auf 0,7 innerhalb 4 Jahren. Jetzt erzähle mir nochmal, bei einem 9-jährigen Kind wäre das nicht möglich.
Gruß
Eberhard
PS
Eine Orthoptistin, die ich mit zur Augenoptikerin ausgebildet habe, leitet zur Zeit die Orthoptische Abteilung einer Klinik.
Sie hat vor ca 1-2 Jahren die Anschaffung eines Polatestgerätest durchgesetzt. Also auch in Deinen Reihen wird nicht alles so abgelehnt, wie Du es darstellst.
ZitatDeine Tochter hat deswegen keine Nachteile - sie kennt die Welt nur ohne räumliches Sehen, ohne beidäugigem Sehen, sie weiß also nicht, was ihr sozusagen 'entgeht'.
Ach Ulrike, das kannst Du jetzt nicht ernst meinen. Ich hatte eine Klassenkameradin, die auch kein räumliches Sehen hatte.
Wir haben sie ausgelacht - doofe Kinder die wir waren - weil sie in Chemie das Element nicht in die Flamme des Bunsenbrenners halten konnte. Sie hat ihn schlichtweg nicht getroffen.
Sie war eine sehr gute Schülern. Inzwischen ist sie Musikerin (Flöte), aber ihr großer Traum, Chirurgie, der ist geplatzt, weil sie nicht 3-D-Sehen konnte.
Ich bin sicher, es gibt noch viele solcher Beispiele. Und ich habe bei meiner Hospitation vor ca. 15 Jahren in der Sehschule einer Klinik in NRW bei der Orthoptistin selber erlebt, dass ein Kind, von dem man es nicht vermutet hat, 3-D-Sehen noch entwickelt hat.
Dass sie die richtigen Schmetterlinge zu 100% richtig gezeigt hat, war sicher kein Zufall...Meine Freundin hat ein Iris-Kolobom. Auch sie hat kein 3D. Ihr entgeht SEHR WOHL was.
Warum also nicht alles dafür tun, was möglich ist? Warum hier Prismenbrillen verteufeln?
Hör doch bitte auch damit.
Es ist völlig ok wenn Du anderer Ansicht bist, aber Deine Aufrufe zum "Finger weglassen" sind hier nicht angebracht.Jetzt verstehe ich Dich wieder nicht. Warum nimmst Du den Leuten hier die Hoffnung, die durchaus realistisch ist????
Kerstin (Staatl. anerk. Dipl.-Soz.-päd.)
Weißt Du, Ulrike...
...ich habe viele Menschen sterben sehen. An Krebs.
Wie oft war die Schulmedizin am Ende. Hat das auch zugegeben.
Und wie viele von denen haben Hilfe gefunden bei guten Psychologen, "grünen Damen", Heilpraktikern, Reiki-Tanten, Esotherik-Gruppen.
Das alles erscheint uns oft fragwürdig. Komisch, okkult oder suspekt.
Aber es hat ihnen Hoffnung gegeben und sie stark gemacht. "Heilen" konnte sie niemand.
Aber haben wir das Recht, ihnen das, was ihnen gut tat, madig zu machen und sie davor zu warnen?
Haben wir das Recht, ihnen die Hoffnung zu nehmen??? Ich maße mir das jedenfalls nicht an.
Ja, ich weiß. Vom Schielen stirbt man nicht.
Und Prismenbrillen "heilen" nicht - auch das wird hier niemand anzweifeln.
Aber sie helfen. Sie sind uns Salbe und Psychologe, Reiki-Tante und Mistel-Spritze.
Akzeptier das bitte. OK?