Zum Inhalt springen
Einloggen
Schielkind,Strabism...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Schielkind,Strabismus consom.convergens

74 Beiträge
13 Benutzer
0 Reactions
6 Ansichten
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Zitat

wer sagt denn, daß bei einem neunjährigen Kind schon alles verloren ist, wenn bis dahin kein Binosehen erreicht wird.

Wenn das Schielen eingesetzt hat, bevor das Binocularsehen sich entwickeln konnte, dann besteht keine chance darauf, noch eines zu entwickeln. Und es kommt natürlich auch darauf an, wie man Binocularsehen definiert Random-Dot-Stereopsis bis 40''? Oder positiver Lang'scher Treffversuch? Dazwischen liegen Welten! Zudem, kommt es nicht eher darauf an, wie das Kind in seiner Umwelt zurecht kommt? Denk ich nämlich schon oft!

Zitat

Ich habe bei meiner Frau als sie 19 Jahre alt war das 1. Mal Binokular geprüft. Sie hatte bisher eine Amblyopie links. Durch binokulare Vollkorrektur stieg der Visus links von 0,3 auf 0,7 innerhalb 4 Jahren. Jetzt erzähle mir nochmal, bei einem 9-jährigen Kind wäre das nicht möglich.

Erzähl du mir zuerst, welche Art von Amblyopie deine Frau hatte? eine Anisometropische? eine Deprivationsamblyopie? eine Schielamblyopie? oder war sie einfach nur refraktiv unterkorrigert (was das einzige ist, das einen SEhschärfenanstieg von 0,3 auf 0,7 erklärt) Wie sieht es denn aus mit der Stereopsis? Wieviele Winkelsekunden sieht sie denn?

PS Und zu der Orthoptistin ,die sich mit dem Polatest beschäftigt - nun, an der Sehschule, an der ich die Ausbildung gemacht habe, gibt es auch einen Polatest (da staunst du, oder?) und wir haben sehr wohl die Anwendung von diesem gelernt. Wir haben auch verglichen zwischen der 'konservativen' Therapie der Orthoptik und dem Ergebnis des Polatests - und recht gut ist der da nicht ausgestiegen! Wir beschäftigen uns schon auch mit den Dingen, über die wir kritisch reden/schreibne. Tun das die MKHler auch?


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 00:09
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Weißt du Kerstin...

Auch als Orthoptistin sehe ich schlimme Sachen, sehe Patienten mit Hirntumoren (wo ich als erste den Verdacht darauf stelle), sehe Kinder mit Retinoblastomen (die plötzlich zu schielen beginnen), sehe Kinder mit Mb Stargardt oder ähnlichem, die mit der Zeit erblinden. All das grauenhafte zu sehen ist nicht nur für euch reserviert. Ich bin oft auf der Neurologischen Abteilung um Patienten zu untersuchen die einen Schlaganfall hatten, die MS haben, die einen hirntumor oder ähnliches haben. Erzähl mir also bitte nicht, ich wäre bloß eine kleine 'Schieltante' (denn so hört sich das an), die keine Ahnung hat von den 'bösen' Krankheiten, die es draußen gibt. Ich habe schon Müttern gesagt, dass ihr Kind blind ist und ich hätte am liebsten selbst dabei losgeheult.

Ich habe nichts gegen begleitende Maßnahmen bei Heilpraktikern, Esoterik-Tanten oder wie immer du die auch nennen magst, gerade nicht bei Tumor-patienten, psychosomatischen patienten,... Ich empfehle das auch teilweise, wenn Eltern mich fragen, was ich davon halte, dann sage ich ihnen IMMER, dass ich das als gut empfinde als begleitende Maßnahme, denn alles, das dem Kind gut tut, hat auch guten Einfluss auf den gesamten Befund.

Zitat
Aber es hat ihnen Hoffnung gegeben und sie stark gemacht. "Heilen" konnte sie niemand.

Nein, heilen können auch wir keine Kinder mit Tumoren, aber glaub mir, Hoffnung geben wir den Eltern allemal. Sie kommen gern, sie wollen reden und wir hören ihnen zu. Mehr kann man meist ohnehin nicht machen, mehr braucht man nicht zu machen.

Zitat
Aber haben wir das Recht, ihnen das, was ihnen gut tat, madig zu machen und sie davor zu warnen?

Tja... es hält sich alles in Grenzen, oder nicht? Wenn Eltern zu mir kommen und sagen, dass der Optiker meinte, die Legasthenie des Kindes mit Prismen heilen zu können und ich ihnen sagen muss, dass man eine echte Legasthenie, die durch eine Teilleistungsstörung des Gehirns bedingt ist, nicht heilen kann - wer macht dann wen madig?

Zitat
Akzeptier das bitte. OK?

Ja, ich bin bereit, vieles zu akzeptieren, wenn die Gründe dafür stimmen. Akzeptier du auch, dass ich aus eigenen Erfahrungen sehr skeptisch bin und auch sein muss - sonst könnt ich meinen Beruf auch gleich an den Nagel hängen und allen sagen Ach, gehn sie doch zu einem MKHler - der macht das schon mit dem SChielen..

Lg, Ulrike


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 00:19
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Ach liebe staatl. anerk. Dipl.-Soz.-Päd.

Das kannst du nicht ernst meinen, oder? Wieviel lernt man denn in der Ausbildung über räumliches Sehen? Über die Entwicklung des Binocularsehens? Über seine Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder?

Ich sag dir nicht, was du in deinem Beruf zu tun hast, weil ich es nicht weiß, da ich es nicht gelernt habe. ABer sprich mir bitte nich von Binocularsehen, wo du keine Ahnung hast!!!


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 00:22
(@KerstinEP)
Beiträge: 0
New Member
 

ZitatOriginal erstellt von Arwen24
Ja, ich bin bereit, vieles zu akzeptieren, wenn die Gründe dafür stimmen. Akzeptier du auch, dass ich aus eigenen Erfahrungen sehr skeptisch bin und auch sein muss - sonst könnt ich meinen Beruf auch gleich an den Nagel hängen und allen sagen Ach, gehn sie doch zu einem MKHler - der macht das schon mit dem SChielen..

Weißt Du, das mit den Erfahrunge ist eben das Problem hier und hier treffen sich die, denen AAs und Orthos etc. offenbar nicht geholfen habe oder helfen konnten.
Dies ist kein Orthoptisten-Forum, wo jemand Werbung für MKH macht.
Und deshalb finde ich Dein messiashaftes Auftreten hier auch als blöd.

Natürlich kann man Kinder mit "echten " Teilleistungsstörungen nicht unbedingt mit Prismen helfen. Aber Tatsache ist doch, dass man vermutlich viel mehr Kindern helfen könnte, nur die meisten wissen es nicht.

Wo bleibt Eure Aufklärung? Diese Frage ist ebenfalls immer noch unbeantwortet.

Auf Sabina und ihr Kind gehst Du gar nicht ein, auf Eberhardt auch nicht. Ich vermute, Dir fehlen da jetzt die Argumente.

Was willst Du eigentlich?
Kommst rein, machst Stunk, gibts unrealisierbare Tips (geh schleunigst zu einer Orthotistin), meinst, Eltern müßten ein nicht-vorhandenes 3-D-sehen einfach so hinnehmen weil dem Kind "nix entgeht..."

Auf die Tropfenfrage beim Erwachsenen bist Du auch nicht weiter eingegangen?

Einen Dreck werde ich für mich tun und mir eine Brille nach Weitstellen verordnen lassen...was für ein Unsinn!
Ein guter Optiker verschafft mir gute Sicht.
Und ich habe einen sehr guten Arzt, der macht alles andere.
Mehr erwarte ich nicht.

Im übrigen herrschte hier mal irgendwann Einigkeit darüber, dass die "Schieltanten" für das "echte Schielen" zuständig sind.

Das ist - wenn ich hier nicht völlig verblödet seit Jahren teilnehme - doch von der WFS klar zu trennen.

Aber auf ne Fachdiskussion lass ich mich nicht weiter ein. Ich bin keine "Schieltante" und kein "Keilverschreiber".

Nur eine, die hin- und her geschoben wurde und angefangen hat, selber zu entscheiden, was gut für´s Wohlbefinden ist.

Wenn Du also hier die MKHler an die Wand stellen möchtest, dann mach doch bitte ein eigenes Forum auf.
Mir haben sie hier jedenfalls geholfen. Mir und vielen anderen und ich kann nur jedem raten, im Zweifelsfall immer auch einen "Haase" hinzuzuziehen!

Die "Jute-Taschen-Tante"


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 00:37
(@KerstinEP)
Beiträge: 0
New Member
 

Wenn man betroffen ist, hat man also keine Ahnung ja? Und "schlau machen" is soweiso blöd.
Das paßt zur Schulmedizin. Die Leute doof halten war schon immer besser...

Du scheinst ja viel über mich zu wissen...und über alle meine Ausbildung (-en).


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 00:46
(@Franziska-Kubsch)
Beiträge: 172
Estimable Member
 

Winkelfehlsichtigkeit ist ein Bildlagefehler und keine Krankheit. Bildlagefehler können nur mit augenoptischen Maßnahmen korrigiert werden. Diese Linsen ändern nur den Lichtweg, sonst nichts. Es gibt keine Krankheit, die mit Änderung des Lichtweges "heilbar" wäre. Es gibt hierzu rechtliche Grundlagen Bundesverwaltungsgericht 1966, Bundesverwaltungsgericht 1972, Bundessozialgericht 1973
Dazu bedarf es nicht spezieller Kenntnisse auf dem Gebiet der Medizin, wie sie die ärztliche Kunst charakerisiert. Die Ermittlung der richtigen Gläser ist demnach keine Tätigkeit, die ihrem Wesen nach ärztliche Sachkunde erfordert.
Schlussfolgerung Wenn keine ärztliche Sachkunde erforderlich ist, dann ist ärztliche Sachkunde auch nicht zuständig.

Da ich die Selbsthilfegruppe vor nun fast drei Jahren gegründet habe, bundesweit sowie im Ausland tätig bin, kann ich aus Erfahrung sagen, dass die Betroffenen, da ich immer Nachfrage, ob sie auch beim Augenarzt waren, um die medizinische Seite geklärt zu haben, mit ja antworten. Teilweise waren die Betroffenen, bei bis zu fünf Augenärzten.
Es kommt auch vor, dass Augenärzte Tumore übersehen und die Augenoptik hat diese erkannt.
Also warum immer diese Streitigkeiten und nicht ein friedliches Miteinander?

Franziska Kubsch
Selbsthilfegruppe Winkelfehlsichtigkeit


 
Veröffentlicht : 13.01.2004 09:29
(@dusmnord)
Beiträge: 55
Trusted Member
 

Liebe Arwen24,ich bemerke, dass die von Dir geschriebenen Beiträge manchmal die nötige Sachlichkeit vermissen lassen.
Selbstverständlich ist jeder von seinem Beruf vollkommen überzeugt und bekommt während der Ausbildung seitens der Ausbilder erzählt, dass der jeweils andere vollkommenen Blödsinn erzählt und es ihm nur um das Geld des Betroffenen geht.
Bedauerlicherweise kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass das Tragen von prismatischen Brillen gerade auch bei Kindern oft erstaunliche Auswirkungen hat.
Und dass die Versorgung von Erwachsenen ebensolche Veränderungen mit sich führen kann.
Die Empörung der Betroffenen, nicht schon längst von bisher aufgesuchten Fachleuten auf diese Art und Weise versorgt worden zu sein, ist immens.
Wobei ich mit diesen Fachleuten sowohl Mediziner, als auch Orthoptisten und ebenso Augenoptiker meine.
Du siehst, in allen Berufszweigen gibt es eben Personen, die nicht optimal versorgen.

Insofern wünsche ich mir von Dir in Zukunft sehr, mich mit Dir fachlich und konträr auseinandersetzen zu können.
Und zwar nur im Sinne der Betroffenen und nicht als ausführende Organe längst überholter berufspolitischer Balgereien

Gruß Dirk


 
Veröffentlicht : 14.01.2004 22:46
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Lieber Dirk!

Das tut mir leid, wenn du den Eindruck bekommen haben solltest, dass ich die anderen Berufsgruppen als schlecht empfinde, denn dem ist sicherlich nicht so. Und es gibt in jedem LAger schwarze Schafe, auch bei uns (traurig aber leider sehr sehr wahr) Ich versteh dann schon, dass Eltern zu Optikern laufen, die mehr Zeit haben als der Augenarzt, dessen Praxis überläuft. Um diese Fälle gehts mir aber auch gar nicht. Wenn trotzdem Kontrolle nbeim Augenarzt durchgeführt werden (Refraktion unter Cyclo, Augenhintergrund!!!) und bei der Orthoptistin (um manifestes Schielen auszuschließen), dann hab ich sicherlich nichts einzuwenden, wenn den Kindern die Prismenbrillen helfen.

Wie gesagt, ich bin nicht davon überzeugt, weil der Test unter unnatürlichen Sehbedingungen durchgeführt wird. Auch viele unserer Tests werden das, aber wir würden niemals ein Prisma aufgrund dieser Test verordnen, weil es nicht den natürlichen Bedingungen entspricht. Logisch, dass mir das dann etwas aufstößt.

Und es ist einfach eine Tatsache, die von allen akzeptiert werden sollte, dass die Orthoptistinnen nun mal die Spezialisten auf dem Gebiet der Strabologie sind. Ich könnte niemals eine so genaue Refraktionsbestimmung mit subjektiver Sehprobe machen wie viele Optiker (auch nicht alle natürlich.. - wo wir schon bei den schwarzen Schafen sind), aberdas muss ich auch nicht, da das nicht mein Spezialgebiet ist. Aber dann muss ich mich natürlich wehren, wenn ich manche schlichtweg falsche Aussagen höre von Leuten, die offensichtlich sehr wenig von STrabologie verstehen.

Und warum wir so negativ auf die MKH zu sprechen sind? Die Kinder oder Erwachsenen, denen es mit den prismen gut geht, kommen nicht zu uns. Zu uns kommen diejenigen, die in eine großen Schiel:wink:el getrieben worden sind, die einen horror fusionis entwickelt haben und für alle zeiten Doppelt sehen werden, die, bei denen paresen, tumore, schlimme Augenkrankheiten oder Fehlsichtigkeiten übersehen worden sind. Höchstwahrscheinlich sind das, im Vergleich dazu viele Prismen verordnet werden, nur wenige - aber es muss gesagt werden, dass es diese Fälle gibt (also bitte auch an die eigenen Leichen im Keller denken).

Oder?

Lg, Ulrike


 
Veröffentlicht : 14.01.2004 22:56
(@dusmnord)
Beiträge: 55
Trusted Member
 

Hallo Ulrike,mit Genuß lese ich Deinen Beitrag.
Keine Frage, strabologisch halte ich mich vollkommen raus.
Während meiner Arbeit werde ich leider immer wieder teilweise so unglaublich unsachlich angegangen, dass sich, um mit den Ärtzen zu sprechen, mir der Hals wellt -)).
Ich strebe grundsätzlich eine enge Koorparation mit einem Augenarzt an, der VOR, und das ist jetzt sehr wichtig, VOR einer Korraktur durch mich eine fachärztliche Untersuchung erhält.
Ok,OK, ich denke wir sind uns auch dort über die Unterschiede im Klaren.
Deshalb habe ich mit der Gründung meines Geschäftes auch so lagne gewartet, bis ich einen fachlich umwerfenden Augenarzt gefunden habe, der meine Art zu arbeiten zumindest toleriert.
War gar nicht so einfach, aber jetzt klappt es sehr gut.
Im Moment habe ich über 1000 Personen mit Prismen korrigert und, toi,toi,toi, noch keine OP.
Es stehen vielleicht vier an, schlüssig sind wir uns aber noch nicht, da bislang mit Brillen ausreichende Ergebnisse erziehlt werden können.
Außerdem kläre ich vor jeder Korrektur über das Risiko der OP auf und lasse dann entscheiden, ob ich anfangen soll.
Manchmal lehnen die Eltern/Betroffenen ab, in den meisten Fällen sagen sie nach einigen Tagen zu.
Ich denke, das ist die verantwortungsvollste Art mit diesem thame umzugehen

LG Dirk


 
Veröffentlicht : 14.01.2004 23:11
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Hallo.

Offensichtlich bist du auch gerade online..

Also, ich finde eine enge Kooperation mit den Optikern grundsätzlich ja sehr gut, da sie die 'Lücken' unseres Wissen gut füllen, die Augenärzte unsere 'ophthalmologischen' Lücken, wir die strabologischen von den beiden Gruppen. Eigentlich wärs ja wirklich so, dass die drei Berufsgruppen sich wunderbar ergänzen, aber ein gewisses Stolzgefühl haben sie alle drei (uneingeschänkt..)

Wie schon gesagt - was den Patienten gut tut kann ich nicht für grundsätzlich schlecht halten. Tu ich auch nicht und ich würd mich auch hüten, Eltern gegenüber, die ihrem Kind eine Prismenbrille vom Optiker besorgt haben zu sagen, dass das völliger Blödsinn sei. Wenn sie zufrieden sind damit, dann schau ich mir an, ob keine Sehschwäche oder ein echtes Schielen vorliegt, lasse Fundus und Refraktion unters Zyklo nochmals überprüfen und wenn alles in Ordnung ist, dann sollen sie entscheiden, was sie für ihr Kind wollen. Natürlich erwarte ich mir von den Optikern das gleiche - leider hab ich schon erlebt, dass ich von Optikern angerufen wurde und mich rechtfertigen musste, warum ich einem Schielkind eine Brille von +1,5 sph aufgeschrieben habe...

Ich finds gut, dass du eine Zusammenarbeit mit einem Augenarzt hast. Eine Frage noch kann der strabologisch was? Ich mein, kann er covern und ein manifestes von einem latenten Schielen unterscheiden? Ich hab auch einiges über MKH gelernt (natürlich nicht soviel) und ich weiß, dass die Methode bei manifestem Strabismus nicht angewendet werden darf. Handhabst du das so?

Lg, Ulrike


 
Veröffentlicht : 14.01.2004 23:19
(@dusmnord)
Beiträge: 55
Trusted Member
 

Ich denke schon, dass er strabologisch einiges auf dem Kasten hat, er überweist zumindest nach meinem Wissen einige seiner Patienten gezielt zu Orthoptisten.
sicher bin ich mir bei ihm über seine medizinischen Qualitäten.
Sagen wir es mal so Meine Kinder würde ich zu keinem anderen AA im Umkreis von 50 KM schicken,OK?
Und dass prismatische Korrktionen bei echten Strabismen erfolglos sind habe ich schon während des Studiums gelernt und auch erfahren. Wir hatten nämlich einen Mitschüler mit Mikrostrabismus....

LG Dirk


 
Veröffentlicht : 14.01.2004 23:28
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Ulrike,

ZitatOriginal erstellt von Arwen24
Wie gesagt, ich bin nicht davon überzeugt, weil der Test unter unnatürlichen Sehbedingungen durchgeführt wird. Auch viele unserer Tests werden das, aber wir würden niemals ein Prisma aufgrund dieser Test verordnen, weil es nicht den natürlichen Bedingungen entspricht.

Dann würde mich doch interessieren, welche Tests ihr unter "natürlichen Sehbedingungn" macht. Maddox mit völliger Dissoziation der Seheindrücke kann es ja wohl nicht sein, andere habe ich bei verschiedenen AAs und Sehschulen bisher nicht wahrnehmen können, bis auf den Aufdecktest, der mir zur Bestimmung des Schiel:wink:els reichlich grob vorkommt.
Und was ist an der MKh so unnatürlich, wenn sie immerhin leichte Fusionsreize bietet?

ZitatUnd warum wir so negativ auf die MKH zu sprechen sind? Die Kinder oder Erwachsenen, denen es mit den prismen gut geht, kommen nicht zu uns. Zu uns kommen diejenigen, die in eine großen Schiel:wink:el getrieben worden sind, die einen horror fusionis entwickelt haben und für alle zeiten Doppelt sehen werden ....

Wie kann es zu den bleibenden Doppelbildern kommen? Wieso soll man das nicht operieren können?

Wohlgemerkt Als Pseudofachfrau will ich deine Erfahrungen gar nicht bestreteiten, sondern erklären können.

Gruß,
Anna


 
Veröffentlicht : 15.01.2004 02:46
 Ute
(@Ute)
Beiträge: 13
Active Member
Themenersteller
 

Hallo Ulrike,ich verfolge mit Interesse diese Diskussionen zwischen euch Fachleuten. Meine Frage an dich Warum darf die MKH-Methode nicht bei manifestem Schielen angewandt werden ?
Gruss
Ute


 
Veröffentlicht : 15.01.2004 14:54
(@Eberhard-Luckas)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Ute

ich möchte die Antwort vorweg nehmen.
Die MKH ist nur möglich bei funktionierendem Binokularsehen. Bei Strabismus wird grundsätzlich nur einäugig gesehen, sonst hätte man Doppelbilder.

Gruß
Eberhard


 
Veröffentlicht : 15.01.2004 22:33
(@Eberhard-Luckas)
Beiträge: 0
New Member
 

ZitatOriginal erstellt von Arwen24

Ich könnte niemals eine so genaue Refraktionsbestimmung mit subjektiver Sehprobe machen wie viele Optiker (auch nicht alle natürlich.. - wo wir schon bei den schwarzen Schafen sind), aberdas muss ich auch nicht, da das nicht mein Spezialgebiet ist.

Hallo, Ulrike

wenn Du keine optimale subjektive Refraktion machst, wie kannst Du dann optimale binokulare Messungen durchführen. Es ist doch hinlänglich bekannt, daß die Refraktion auf das Vergenzsystem einwirkt. Ich glaube auch nicht, daß Du das nicht kannst.

Gruß
Eberhard


 
Veröffentlicht : 15.01.2004 22:37
 Ute
(@Ute)
Beiträge: 13
Active Member
Themenersteller
 

Hallo Eberhard,wie wird denn eigentlich die Untersuchung gemacht um festzustellen, ob jemand der an Strabismus "leidet", überhaupt binokular sieht? Ich dachte immer, das wäre die MKH-Methode? Oder habe ich da etwas falsch verstanden ? Freue mich auf deine Antwort.
Liebe Grüsse
Ute


 
Veröffentlicht : 20.01.2004 09:51
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Hallo Anna!

Der Aufdecktest, bzw. der Prismencovertest ist alles andere als grob - man muss ihn nur beherrschen können! Nur mit dem einseitigen Abdecktest und dem Aufdecktest kann man zwischen manifestem und latentem Strabismus unterscheiden!

Es wäre hier zu schwierig die Sensorik des Schielen zu erklären aufgrund derer es zu bleibenden Doppelbildern kommen kann. Ich kann nur sagen, dass wir mindestens 1 Jahr lang genauestens gelernt haben, warum man manche Schielformen nicht operieren oder mit Prismen behandeln muss und wie genau die Anpassung des Gehirns an den Schiel:wink:el ist. Du wirst verstehen, dass ich das hier in dem Forum nicht erklären kann, weil euch dazu zu viel an Grundwissen fehlt!

Und eines noch hinzu Als Pseudofachfrau lasse ich mich nicht gerne bezeichnen, denn ich bin alles andere als das. Ich weiß schon, wovon ich rede - aber wie gesagt ist es nicht möglich, 3 Jahre Unterrichtsstoff in 3 Zeilen in einem Forum wiederzugeben, denn sonst wär meine Ausbildung wohl auch umsonst gewesen.

Und zu den bleibenden Doppelbildern Ich habe eine Patienten die diesen Horror fusionis entwickelt hat, dh. sie hat die Fähigkeit zu fusionieren verloren. Da kann man nichts operieren oder mit Prismen machen, denn jedesmal, wenn man den Schiel:wink:el auszugleichen versucht, kommen die Doppelbilder zwar eng zusammen, aber sie kann sie nicht mehr verschmelzen!

Lg, Ulrike


 
Veröffentlicht : 20.01.2004 16:48
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Ulrike,

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.

ZitatOriginal erstellt von Arwen24
Hallo Anna!
Der Aufdecktest, bzw. der Prismencovertest ist alles andere als grob - man muss ihn nur beherrschen können!

Kann man damit wirklich den Schiel:wink:el auf 1° genau bestimmen? Auch bei kleinen Winkeln?

Ich habe das jetzt in zwei verschiedenen Sehschulen getestet
Die eine maß (vor einem halben Jahr) 5 Prismen; ein MKH-Anwender wenige Tage später 15.
Die andere maß 12 einige Monate später 12 Prismen, ein (anderer) Optiker am nächsten Tag 16.
Wohlgemerkt sowohl die 5 Prismen als auch die 12 habe ich längere Zeit in der Brille getragen und sie waren unverträglich.

Mir kommt es so vor, als ob der Unterschied in den Messungen darauf beruht, dass die MKH auch die sensorische Kompensation misst, die mir die meisten Probleme bereitet.
Wie man die mit einem reinen Aufdecktest ermitteln will, leuchtet mir - wieder als Laiin natürlich- nicht ein.

ZitatUnd eines noch hinzu Als Pseudofachfrau lasse ich mich nicht gerne bezeichnen

Musst du auch nicht, damit hatte ich doch *mich* gemeint. Ich gebe zu, das war ein missverständlicher Satzbau, werde ich gleich editiern.

Ich glaube dir auch gerne, dass die Materie sehr komplex und für Nicht-Fachleute nicht ohne weiteres zu verstehen ist. Aber vielleicht gilt das auch für die MKH? Mit kommt es oft so vor, als ob die beiden Seiten einfach aneinander vorbeiredeten, weil sie die Methoden der anderen Seite gar nicht richtig kennen.

Zum horror fusionis würde mich aber doch noch interessieren, was das für ein Beschwerdebild war und was daran auf die Prismen zurückzuführen ist.

Grüße,
Anna


 
Veröffentlicht : 20.01.2004 17:11
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Miteinander!

"Ute", die die erste Frage in diesem Thread stellte, mailte mich an, was denn hier los sei, Sie verstände langsam überhaupt nichts mehr!

Wollen wir nicht lieber an konkreten Fragen arbeiten?

Alle persönlichen Dinge ermüden das Lesen erheblich, das meine ich auch - nachdem ich mich durch diesen Buchstabenwald hindurchgearbeitet habe.

Nun zu UTE

Die MKH kann nur angewandt werden, wenn zumindest ein "simultaner zentraler beidäugiger Seheindruck" vorhanden ist.

Das hier oft angesprochene "Binokularsehen" wird je nach Schule unterschiedlich definiert und ist dadurch leider auch nicht einheitlich im Sprachgebrauch der Berufsgruppen.

Nun schreibt "Ulrike als Orthoptistin" dass es sehr unterschiedliche Stufen in der Qualität des beidäugigen Sehens gibt. Sie vergleicht anschließend Stereosehen unterschiedlicher Stufungen.

In dem Fall Deiner Tochter aber geht es zuerst einmal um die Frage, kann zentrales Simultansehen "erstmal noch ohne Stereopsis" durch prismatische Wirkungen erreicht, und dann gegebenenfalls stabilisiert werden. Sollte dies möglich sein, und wird sich dies mit dem peripheren beidäugigen Gesichtsfeldern fusionieren, gliche dies einem ersten Riesenfortschritt im Seh- und Raumgefühl deiner Tochter. Jede Schiel-OP, die anschließend später einmal auszuführen wäre, würde eine grundlegende Phase der Frühstabilisierung durch die Korrektion durchlaufen. Der "Horror Fusionalis" (eine beständige Doppelbildwahrnehmung) durch eine OP wäre so gut wie gebannt.

Nun ist es so, das prismatische Wirkungen bislang nur in der MKH wirklich ganz offenkundig eingesetzt werden, in der augenärztlichen Praxis spielen sie weit eher ein Schattendasein, es wird hier nicht selten sogar vor diesen Glaswirkungen gewarnt. Dabei hat kein geringerer als Prof. Dr. med. Brückner, der eine Kapazität in der Schiel-Ophtalmologie war, bis hin zu Eigenversuchen bewiesen, das selbst falsch verwandte Prismen nicht letztlich schaden können. Sie führen allerdings zu belasteterem Sehen. Da er in den letzten dreizig Jahren seines Lebens ein klarer Verfechter der MKH war, wird er allerdings unter seinen Kollegen heute nicht mehr gerne genannt.

In der Orthoptik werden "Prismenfolien" eingesetzt, diese sind aber deutlich grober gestrickt als echte Gläser und verringern die Sehschärfe auf dem betreffenden Auge deutlich. In der Regel werden die Folien zusätzlich vor dem Schielauge montiert, was dies i.d.R. visusschlechtere Auge im Sehen hemmt.

Der AO und der AA, der die MKH praktiziert und der es wagt, alternierend (wechselseitig) oder streng einseitig bildverarbeitende visuelle Systeme auf Koordination und Verschmelzung binokularer Sehfunktionen zu überprüfen, macht nicht selten überraschende positive Feststellungen.

Ist die Beurteilung (nur) nach Schiel:wink:el zu ungenau? Kann es sein, dass die beim Überprüfen anspringende Sensorik in der Bildverarbeitung häufig weit mehr zum Gelingen solcher Versuche beiträgt, als gemeinhin vermutet? Ich könnte es mir vorstellen.

Sicher ist, dass es sich lohnt einen solchen Messversuch bei einem sehr erfahrenen Anwender zu starten. Keinesfalls sollte ein solcher Versuch schon vorher zerredet werden. Wie man anschließend solcherart Ergebnisse interpretiert und verwertet, das steht für mich auf einem zweiten Blatt.

Das in der Phase von Ausschaltphänomenen eines Auges, als Übergang andere Methoden als die der MKH genutzt werden müssen, ist selbstredend. Deshalb ist oben geführte Thematik um die Genauigkeit von Covertesten irreführend, da gerade diese ganz gezielt mit eingesetzt werden. Darüber hinaus kennt der Anwender, der sich mit solchen Personen beschäftigt, aber noch andere Möglichkeiten, die Sensorik der simultanen beidäugigen Bildverarbeitung zu (re)aktivieren.

Für persönliche Anfragen stehe ich immer zur Verfügung.


 
Veröffentlicht : 20.01.2004 22:59
(@kerstinb)
Beiträge: 81
Trusted Member
 

Hallo Herr Mosch,

danke nochmal für das Willkommen im Forum. Allerdings muss ich schon sagen, daß mir die Registrierung überhaupt nicht gefällt, ich sehe darin keinen Vorteil.

Zu den horror fusionisdurch eine OP ist die Gefahr davon keinesfalls gebannt. Bei einem Horror fusionis ist der Patient nicht in der Lage, die Bilder beider Augen zu verschmelzen, auch wenn die Augenstellung mit Prismen oder durch eine OP voll auskorrigiert wird. Das ist eine Störung des sensorischen Systems und i.d.R. nicht rückgängig zu machen. Mir ist dieses Krankheitsbild vor allem bei Patienten begegnet, die ein angeborenes Schielen oder einen Mikrostrabismus mit einer Sehschwäche hatten. Durch Übungen und wochen- monatelanges Okkludieren des besseren Auges hat sich die Sehschärfe verbessert, allerdings konnten die Patienten das ehemals schlechtere Auge nicht mehr suprimieren, dadurch sind die nicht auszugleichenden Doppelbilder entstanden. Allerdings können, wie auch schon von Ulrike beschrieben, horror fusionis ggfs. auch durch Prismen entstehen, wenn man die Exklusionszone der Patienten durcheinanderbringt
(Die Methode der pleoptischen Übungen zum Lösen der Supression gilt als überholt und macht man schon seit den 60er Jahren nicht mehr).

Das Utes Tochter Stereosehen nach einer Strabismusoperation hat, ist in meinen Augen sehr unwahrscheinlich. Das Stereosehen entwickelt sich im ersten Lebensjahr, wenn in dieser Zeit kein großes Schielen besteht. Bei Utes Tochter ist seit Geburt aber ein groß:wink:liges Schielen bekannt. Diese Patienten entwickeln höchstens Simultansehen auf Basis eines kleinen Strabismus convergens, Stereosehen nicht.

Viele Grüße

Kerstin


 
Veröffentlicht : 21.01.2004 19:08
Seite 2 / 4
Teilen: