hallo leute,
na das ist doch mal eine interessante diskussion... einige antworten finde ich ziemlich suspekt.würde nun auch gern noch meinen senf dazu geben. um die ausgangsfrage zu beantworten kann ich mich nur der meinung des moderators anschließen, warum sollte man an diesen werten rumbasteln, nur damit ein hauptschnitt null ist? es bleibt trotzdem ein astigmatismus. vielleicht sollte bei dieser gelegenheit auch nochmal über die bereiche des deutlichen sehens nachgedacht werden und darüber was ein astigmatismus mit diesen bereichen macht. selbst wenn man an den werten basteln täte, was aber absolut keinen sinn macht, gäbe es erstens keinen sichtbaren unterschied zwischen den gläsern mit den einen und den anderen werten. zweitens auch der preis der gläser bliebe derselbe. drittens geht aus der frage oben garnicht hervor, welcher visus ohne korrektion erreicht wird. man darf nicht vergessen, nicht nur die brechkraft des auges und die entsprechende eventuelle fehlsichtigkeit sind allein verantwortlich für das wahrgenommene bild, sonder das ganze system auge - gehirn sind daran beteiligt. es ist doch individuell verschieden in welcher qualität diese verarbeitung stattfindet. bei dem einen wirkt sich der cylinderwert stärker , bei dem anderen nicht so stark bzw. vernachlässigbar wenig auf den visus aus.sicherlich ist bei einem cylinder von 1dpt eine visusverbesserung zu erwarten bzw. wahrscheinlich. so lange keine asthenopischen beschwerden vorliegen, kann man niemanden zwingen ein brille zu tragen. das sollte man immer individuell entscheiden und mit demjenigen erörtern.
Hallo henni,
"vielleicht sollte bei dieser gelegenheit auch nochmal über die bereiche des deutlichen sehens nachgedacht werden und darüber was ein astigmatismus mit diesen bereichen macht" Vielleicht kannst Du es ja mal beschreiben, vielleicht ergäbe das auch eine befriedigende Antwort auf die Frage von gws (Zylinder funktioniert wie?).
"drittens geht aus der frage oben garnicht hervor, welcher visus ohne korrektion erreicht wird" Welchen Visus ergäbe es ohne Korrektion inetwa?
"kann man niemanden zwingen ein brille zu tragen. das sollte man immer individuell entscheiden und mit demjenigen erörtern" Nein, zwingen kann man niemanden (lassen wir mal die Diskussion ums Autofahren ohne Brille der Einfachheit halber aussen vor). Aber leider wird immer noch über den Kopf des Patienten bzw. Kunden hinweg entschieden, egal, ob es nun heisst, der Patient/Kunde solle die Brille tragen, oder ob es heisst, es sei bei solchen Werten keine Brille nötig.
Gruss, donquichote
hallo donquichote,
mit brille tragen oder nicht sprach ich natürlich nicht von leuten die unkorrigiert mit hohen kurzsichtigkeiten rumlaufen, bzw. einen visus haben, mit dem sie sich und andere gefährden könnten.
versuch jetzt mal den cylinder zu erklären um den cylinder zu verstehen ist es, denke ich, ersteinmal wichtig zu wissen was eigentlich bei einer sehschwäche ohne diesen passiert. dazu betrachtet man am besten die brechung des lichtes durch die hornhaut, welche ja auch die größte brechkraft am auge hat und das erste medium ist an dem überhaupt gebrochen wird. geht man von einer idealen! hornhaut aus, so kann man sich diese wie eine kleine abgeschnittene scheibe einer perfekten kugel vorstellen. diese scheibe oder linse hat nun die eigenschaft das parallel auftreffende licht (d.h. das licht welches das auge empfängt, wenn es in die ferne schaut, bzw keine akkomodation (naheinstellung des auges) vorliegt)in genau einem punkt hinter sich zu bündeln. wenn jetzt dieser punkt genau auf der netzhaut landet, hat man eine scharfe abbildung.
würde man nun diese kleine linse etwas zusammendrücken, wie wenn man einen luftballon zusammendrückt, so entsteht ein ellipse. diese ellipse hat nun einen größeren und einen kleineren radius. an der stelle wo man sie zusammendrückt ist er kleiner und an der stelle wo sie sich entsprechend ausdehnt ist er größer. wenn man nun licht durch diese ellipse schickt wird das licht unterschiedlich stark gebrochen. der kleinere radius bricht das licht stärker, der größere schwächer. man hat also nicht mehr einen einzigen brennpunkt, sondern es entstehen bedingt durch die unterschiedlichen radien zwei brennlinien die einen bestimmten abstand zueinander stehen (höhe des cylinderwertes)und bedingt durch ihre lage in einem :wink:el von 90 grad zu einander liegen. genau das passiert an der hornhaut bei einem astigmatismus (stigma = punkt, astigma = nicht punktförmig). dies wirkt sich nun auf das sehen so aus, das sich das auge meistens die mitte zwischen beiden brennlinien sucht und auf der netzhaut abbildet, das bewirkt natürlich entsprechend des abstandes (höhe des cylinders) eine unschärfe in der abbildung.
wenn man sich nun die bereiche des deutlichen sehens eines astigmatischen auges anschaut, so erhält man in abhängigkeit der jeweiligen hauptschnitte (das sind die entsprechenden brechwerte der beiden radien)zwei sich überlagernde bereiche. bei den oben genannten werten hat man dann ein (theoretisches) sehen von 1.) hauptschnitt 1, welcher zum kleineren radius gehört (-0.5dpt --> erhält man, wenn sph und cyl beim linken auge zusammenrechnet) von 2m vor dem auge bis zu der entsprechenden naheinstellung die das auge noch schafft. 2.)haupschnitt 2, welcher zum größeren radius gehört (+0,5dpt --> wird durch die sph beschrieben) von 2m hinter dem auge! dieser kann durch eine naheinstellung des auges um 0,5dpt ausgeglichen werden und man hat ein sehen von -unendlich,also der entfernung ab ca. 6m bis zu dem was das auge selbst noch an naheinstellung schafft. dabei überlagern sich nun diese beiden bereiche und es entsteht eine unschärfe/verzerrung in die jeweils entgegengesetzte richtung des hauptschnittes der gerade eingestellt ist, oder wenn das auge sich auf die mitte der beiden brennlinien einstellt, eine gleichmäßige unschärfe in alle richtungen. die entsprechend der höhe des cylinders stärker oder schwächer ausfallen kann.
bei geringen cylinderwerten ist das auge bzw. die verarbeitung im gehirn teilweise in der lage kleinere fehler zu unterdrücken bzw. wieder "richtigzustellen".
bei der erklärung oben handelt es natürlich um eine vereinfachte modellvorstellung. denn eine punktabbildung wie sie in der geometrischen optik existiert ist nicht realistisch, da sich dieses modell zb. nur auf eine wellenlänge des lichtes stützt (grünes licht) und viele abbildungsfehler die in der natur vorkommen nicht berücksichtigt werden.
hoffe ist nicht zu theoretisch und etwas verständlich. in diesem sinne henni
Hallo, Henni
Hut ab vor der so exakten, ich denke auch für Laien gute Eklärung. Ich alter Hase hätte das nicht besser gekonnt, bzw. vielleicht auch nicht die Mühe gemacht. 
Gruß
Eberhard