Hallo!
Durch einen Kommentar eines Bekannten (Du wirkst immer so unkoordiniert und abwesend) begab ich mich auf die Suche im Internet. Wonach? Hmm, irgendwie bin ich bei Legasthenie und Winkelfehlsichtigkeit gelandet und damit ziemlich Unsicher geworden. Meine Frau und eine Freundin bestätigten mir, das ich schon immer so unkoordiniert und häufig abwesend wirkte. Und die Durchsicht meiner Zeugnusse brachte immer den Kommentar (bei Mathe) zutage, das ich unkonzentriert war.
Wie schon geschrieben, fühle ich mich jetzt sehr unsicher. Ein Optiker hat bei mir schon eine "Übersichtigkeit" + Hornhautverkrümmung + Winkelfehlstellung gemessen. Aber ich kann mir das nicht vorstellen, dass das seit 41 Jahren mein Problem sein soll!!!???
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder bewege ich mich im Rahmen von Einbildung oder Wunschdenken das ich mein Problem mit einer Brille lösen kann???
Kopfschmerzen habe ich im übrigen eher selten.
Gruss
Sunseeker
Hallo,
alle Fehlsichtigkeiten haben irgendeinen Ursprung. Wann mann sie spürt, ist eine Frage der körperlichen Verfassung und der Anforderung an gutes Sehen.
Gerade eine Winkelfehlsichtigkeit ist von vielen Menschen nicht zu spüren, sie sind stark genug, sie ohne Beschwerden auszugleichen. Aber etwa 20% aller Winkelfehlsichtigen können das irgendwann im Leben nicht mehr. Viele WF-ler klappern einen Arzt nach dem andern ab und finden nirgendwo Hilfe. Bis dann mal festgestellt wird, daß es eine WF ist, die die ganzen Beschwerden macht, vergehen oft Jahre.
Hallo und danke füe den ersten Kommentar!
So in der Sicht von heute auf die letzten Jahre könnte ich mir einbilden das meine gesamte schusselige Art auf das Sehen zurückzuführen ist. Gut gucken konnte ich (vermeintlich) eigentlich immer, aber umgerissen oder gestolpert bin ich auch immer über irgendwas.
Kann das auf eine Fehlstellung zurückzufühern sein?
Gruss
Sunseeker
Hallo Sunseeker,
es nicht ungewöhnlich, daß erst nach langer Zeit (41 Jahren) erkannt wird, was die Ursache für Deine "Unaufmerksamkeit" ist oder sein könnte. Sie hat dann vermutlich keine nachhaltigen Nebenwirkungen bewirkt.
Und wenn, wie offensichtlich bei Dir, Befindlichkeitsstörungen wegen Winkelfehlsichtigkeit (Wf) wie Kopfschmerzen, Migräne, Nacken- und/oder Rückenprobleme, Lichtempfindlichkeit usw. fehlen, dann sei froh darüber. Dann ist nur monokular bestmöglich zu korrigieren.
Wenn Deine "Träumerei" nicht nicht zu einem Leidensdruck führt und keine weiteren Befindlichkeiten stören, dann würde ich alles so belassen, wie es ist.
Wenn nicht, dann sollte die Wf korrigiert werden.
Grüße,
Doccy
Nachtrag
Die Beiträge haben sich gekreuzt, deswegen meine Ergänzung
Es sind offensichtlich doch störende Befindlichkeiten vorhanden. Dann ist es ganz bestimmt sinnvoll, sich augenoptisch vollständig versorgen zu lassen.
Doccy
Hallo!
Monukular heisst nur ein Auge muss korrigiert werden??
"Mein" Optiker will beide Augen korrigieren und mir noch zusätzlich eine Lesebrille verkaufen.
Ist das der übliche Weg?
Gruss
Sunseeker
Hallo Sunseeker,
monokular natürlich für beide Augen. Daß Du zusätzlich eine Lesebrille bei Deinem Lebensalter (41) eine Lesebrille benötigst, ist sehr ungewöhnlich, aber nicht ausgeschlossen. Hast Du denn bei der Naharbeit Unschärfeprobleme beim Sehen? Wenn ja, ist eine Lesebrille angebracht.
Hast Du ihm von Deiner "Träumerei" und Deiner "schusseligen Art" und Deinem Hang zum Stolpern erzählt? Diese Eigenarten können sehr wohl mit einer unkorrigierten Wf zu tun haben. Erzähle es ihm. Weise ihn zusätzlich auf eine Wf hin. Wenn er nicht darauf reagiert, suche Dir einen anderen Augenoptiker. Adressen findest Du hier im Forum, und auch unter www.selbsthilfegruppe-:wink:elfehlsichtigkeit.de. Ist entfernungsmäßig nichts passendes dabei, bitte PLZ/Ort per PN an mich. Mir sind einige Kollegen bekannt, die sich mit der Problematik auskennen und auch helfen können.
Grüße,
Doccy
Hallo sunseeker,
wenn Deine Schusseligkeit und Unkoordiniertheit Deine einzigen "Probleme" sind, die Dich aber nicht weiter belasten, dann verstehe ich nicht, warum man Dich nun prismatisch korrigieren möchte. Wahrscheinlich hast Du auch kein so tolles 3D-Sehen, aber was man nicht weiß.....Ich bin auch fast 34 Jahre so herumgelaufen (die ewige Träumerin, schlecht in Mathe, immer tolpatschig, aber das war halt ich), ohne dass ich deswegen einen Leidensdruck gehabt hätte. Der kam dann erst mit vermehrter Bildschirmarbeit, Kopfschmerzen und Nackenproblemen. Deshalb bin ich dann den Weg der Prismen gegangen.
Meinst Du denn wirklich, Du brauchst auch schon eine Lesebrille? Was kam da beim Augenmessen heraus? Hast Du Probleme bei der Naharbeit, so wie Doccy auch schon gefragt hat?
Prismenbrillen sind eine feine Sache, denn sie helfen wirklich Leiden lindern. Aber sie sind auch teuer, die meisten benötigen Eingewöhnung, die Werte ändern sich anfangs in der Regel mehrmals, was heißt, mehrmals neue Gläser. Die Gläser werden ab einer bestimmten Prismenzahl auch recht dick, was auch wieder zu seelischer Belastung führen kann.
Also wenn Deine Wf gut kompensiert ist, und Du keine dich belastenden Probleme hast (schau mal unter "Häufige Fragen" nach, da sind die Symptome der Wf gelistet), dann würde ich eher abraten, es nun mit einer Prismenbrille zu probieren. Wichtig ist, dass Übersichtigkeit und evtl. Hornhautverkrümmung gut korrigiert werden, das ist schon mehr als die halbe Miete.
Weißt du denn, wieviele Prismen der Optiker gemessen hat und ob eso oder exo?
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin und Doccy,
mit der Nahsicht habe ich mittlerweile schon probleme. Schlimmer ist das hüpfen in den Zeilen, das auslassen und ersetzen von Wörtern während des Lesens. Aufgefallen ist das beim Vorlesen von Kinderbüchern. Bei anspruchsvolleren Texten habe ich am ende, den Anfang wieder vergessen.
Sunseeker
ok, das geht dann doch eher so richtig in die Richtung Wf. Dann kann es sein, dass die richtige Prismenbrille die bessere Alternative zur Lesebrille ist. Was Du beschreibst (Hüpfen in den Zeilen, Endungen weglassen....), hat für mich weniger mit Nahsichtproblemen (das wäre eher das Nicht-Scharf-stellen können) zu tun....
Zwei verschiedene Brillen (Nahsicht- und Prismenbrille) brauchst du wahrscheinlich gar nicht. Müsstest halt ausprobieren, womit Du Dich wohler fühlst (und bei den Kindern mal darauf achten, ob sie gewisse Probleme im motorischen oder schulischen Bereich haben, die auf Wf schließen lassen könnten - denn die Veranlagung wird vererbt).
Wichtig ist immer, dass Du einen versierten MKH-Anwender findest.
Viele Grüße
Kerstin
Zusätzlich habe ich bei meinen Selbstbeobachtungen festgestellt, das ich oft den Blick wandern lasse. Das liegt wohl daran, das sich meine Augen recht schnell unscharf stellen und ich mit dem "Blickschweifenlassen" scheinbar andere Punkkte in verschiedenen Entfernungen zum Scharfstellen suche. Sobald ich zur Ruhe komme und meine Augen in Ruhestellung gehen, habe ich diesen "TräumerBlick" und alles ist Unscharf. Kostet mich dann manchmal einige Kraft wieder neu zu fokussieren.
Gruss
Sunseeker
Passt auch zu Ermüdungserscheinungen durch Wf. Siehst Du denn beim entspannten Blick manchmal schon doppelt? Das kam bei mir vor ein paar Monaten plötzlich....
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Sunseeker,
je mehr Du "preis gibst", desto wahrscheinlicher erscheint es mir, daß Du eine unkorrigierte Wf hast, welche diese Probleme auslöst.
Die Sinnesempfindung "Sehen" verbraucht sehr viel Energie. Wenn da im "Sehapparat" irgend eine Unregelmäßigkeit da ist (und die ist fast immer da), dann wird das von alleine korrigiert. Das geschieht reflektorisch, hat man keinen Einfluß. Bei kleineren "Baufehlern" gelingt das problemlos, bei größeren nur teilweise bis gar nicht. Diese "Selbstkorrektion" ist immer anstrengend und kann (muß nicht) Befindlichkeiten auslösen, die krankhaften Ursprungs zu sein scheinen.
Bei Dir macht sich diese Anstrengung offenbar mit verzögerter Einstellung bemerkbar
Kostet mich dann manchmal einige Kraft wieder neu zu fokussieren.
Auch das ist ein guter Hinweis
Schlimmer ist das hüpfen in den Zeilen, das auslassen und ersetzen von Wörtern während des Lesens.
Das sind Blicksprünge, die dem "Nachladen" von Energie dienen. Auch Dein "Blickschweifenlassen" und Dein "TräumerBlick" dienen dem Sehapparat dazu, den Akku wieder aufzuladen. Und das deutet mit ziemlicher Sicherheit auf eine unkorrigierte Wf hin.
Die absolut nebenwirkungsfreie Möglichkeit, das festzustellen, ist es, zunächst mal eine MKH-Messung durchführen zu lassen. Gleichgültig, was dabei als Meßergebnis herauskommt Wenn man Dir nur die prismatische Wirkung aus der Meßbrille herausnimmt, hast Du einen direkten Vergleich von Vollkorrektion zu "Nichtkorrektion". Und dann ist die Entscheidung, wie Du in Zukunft "sehend rumlaufen" möchtest, schon gefallen. Dann braucht keiner mehr mit den Worten Dir zu empfehlen "Ich würde...", "Ich würde nicht..." usw.
Das viele Wörter mit Anführungszeichen versehen sind, soll andeuten, daß ich das in der Fachsprache so nicht formulieren würde. Es ist in der Hoffnung geschehen, leichter verstanden zu werden.
Viele Grüße,
Doccy
Sunseeker schrieb
Hallo!
Ein Optiker hat bei mir schon eine "Übersichtigkeit" + Hornhautverkrümmung + Winkelfehlstellung gemessen. Aber ich kann mir das nicht vorstellen, dass das seit 41 Jahren mein Problem sein soll!!!???Gruss
Sunseeker
Es wurde offensichtlich ja schon komplett gemessen. Jeder der drei Fehler für sich kann die beschriebenen Probleme mitverursachen. Sunseeker muss sich nun entscheiden, welcher "Brillenweg" eingeschlagen werden soll. Und meine Meinung ist ganz klar die, dass zunächst Übersichtigkeit und Hornhautverkrümmung gut ausgeglichen werden sollten. Wenn es dann nicht besser wird, sollte man den Prismenaufbau versuchen. Man muss ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Und außerdem kann man dann bei eventueller Unverträglichkeit der Brille besser eingrenzen, woran es liegen könnte. Bei Brillen muss einfach alles stimmen Sphäre, Zylinder, Achse, Zentrierung. Wenn sofort Prismen mit dabei sind, hätte man eine potentielle Fehlerquelle mehr. Das ist meine Meinung.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
genau so würde ich vorgehen. Prima.
Hallo an alle!
Danke erstmal für alle Feedbacks bisher!
Kerstins Tipp ist Deckungsgleich mit dem ersten Optiker bei dem ich war, der zweite wollte mir, wie schon geschrieben, gleich 2 Brillen mit Prismengläsern verkaufen. Daher meine Unsicherheit.
Im übrigen war der erste Optiker nicht von der Internetseite der Selbsthilfegruppe WF, der zweite sehrwohl!
Die Symptome habe ich übrigens schon immer, soweit ich mich erinnere.
Fazit ist aber scheinbar, das ich grundsätzlich erstmal eine "normale" Brille nehmen sollte, um im ersten Schritt die Hornhautverkrümmung und die Weitsichtigkeit zu korrigieren. Das hört sich auch für mich schlüssig an.
Am Mittwoch habe ich einen Termin bei einem weiteren Optiker der mir von der Selbsthilfegruppe WF benannt wurde. Bin schon gespannt auf das Ergebnis.
Gruss
Sunseeker
Hallo Sunseeker,
Fazit ist aber scheinbar, das ich grundsätzlich erstmal eine "normale" Brille nehmen sollte, um im ersten Schritt die Hornhautverkrümmung und die Weitsichtigkeit zu korrigieren. Das hört sich auch für mich schlüssig an.
Hört sich schlüssig an, ist es jedoch nicht. Dazu ein Vergleich, der, wie jeder Vergleich, hinkt, aber die richtige Botschaft in sich trägt
Wenn Du Zahnschmerzen wegen eines Loches im Zahn hast, und du gehst zum Zahnarzt, der Dir empfiehlt, das Loch erstmal - gewissermaßen auf Probe - nur zur Hälfte zu schließen, welche Qualifikation würdest Du ihm als Patient bescheinigen?
Natürlich kann man erst einmal versuchen, mit einer "normalen" Brille zu beginnen. Nur, was ist daran schlüssig, bei einem erkannten Fehler diesen nicht gleich mitzukorrigieren? Grundsätzlich kann man so vorgehen. Abgesehen davon, daß es vermutlich auch etwas teurer ist, kann ich daran keine Schlüssigkeit erkennen.
Die Entscheidung, wie vorgegangen wird, trifft ausschließlich der Betroffene.
Meine Meinung ist den anderen geäußerten halt entgegengesetzt. So ist das eben bei der Meinungsfreiheit.
Viele Grüße
Doccy
Hallo,
ich mische mich angeregt durch den Vergleich mal ein.
Denn das Loch im Zahn steht alleine. Beim Sehen sind aber Vorgänge gekoppelt.
Es ist aber die selbstständige Korrektur der Übersichtigkeit mit einer Innenbewegung des Auges gekoppelt. Wenn die Übersichtigkeit korrigiert ist, kann die verbleibende WFS so gering sein, dass sie alleine keine Beschwerden mehr verursacht. Und ein seriörer MKHler korrigiert meines Wissens nur WFS, die Beschwerden verursachen.
Außerdem haben unkorrigierte Übersichtige auch eher Probleme beim Lesen, weil sie einen Teil der Naheinstellung schon für die Ferne "verbrauchen". Daher wäre ich auch mit dem verfrühten Kauf einer Lesebrille vorsichtig.
Falls ich falsch liegen sollte, korrigiert mich bitte.
Gruß Lucccy
Lucccy, ich stimme Dir da voll zu! Selbst jetzt nach meiner Augen-OP habe ich ohne Brille Kopfschmerzen - einfach wegen des noch unkorrigierten Astis und der leichten Übersichtigkeit. Mit meiner ganz normalen alten Brille sind die Probleme weg (das Lesen ist einfach entspannter). Ich weiß, dass ich noch einen Höhenfehler habe, aber den werde ich tunlichst in Ruhe lassen, es sei denn, mit der normalen Brille kommen irgendwann wieder Kopfschmerzen oder andere asthenopische Beschwerden.
Und sunseeker hat überhaupt keine Kopfschmerzen! Und das Halten der Zeilen wird durch gutes Korrigieren der sonstigen Fehlsichtigkeit bestimmt besser sein.
Wenn ich eine Erkältung habe, versuche ich es zunächst doch auch erst mit Hausmittelchen, ehe ich zu Antibiotika greife..verantwortungsbewusstes Vorgehen ist nunmal nicht immer das Fahren des "vollen Programmes" von Anfang an. Und wenn wir die Antibiotika genauso aus eigener Tasche zahlen müssten, wie die Prismengläser, dann würden wir wohl auch nicht so schnell zu diesen Hammern greifen....
Viele Grüße
Kerstin
Viele Feedbacks -> Vielen Dank!
Das mit der "normalen Brille" erscheint mir nachwievor als schlüssig. Einzig die Tastsache, das ich früher keine Übersichtigkeit hatte, lässt mich jetzt weiterhin unsicher sein. Viele Symptome hab ich ja schon, zumindest denke ich das, sehr lange, das spricht dann wieder eher für Doccy`s variante.
..... wieder unsichererererer!
grrrr