Hallo Ihr Lieben,
da ihr im Nachbarthread den Strahlenverlauf am Wickel habt, möcht ich folgende Frage loswerden
Kann sich nach einer Schiel-OP der Asti derart verändern, dass man es eindeutig an der Sehschärfe spürt, auch zum Positiven?
Viele Grüße
Kerstin
Mal eine Frage Warum ändert sich ein ggf. vorhandener Astigmatismus durch eine Schiel-OP? Ich bin jetzt etwas verwirrt. Bitte klärt mich auf.
-Merlin
Hallo Merlin,
das weiß ich ja nicht, aber immerhin wird ja der Bindehautsack aufgeschnitten und dann wieder vernäht, und dadurch entstehen Vernarbungen.
Meine Achse war vorher immer bei 150 - 158 Grad, kurz nach der OP dann bei 110 und vier Wochen später bei 125 Grad. Dann habe ich die Gläser anpassen lassen, weil ich einfach eine Brille für den PC brauche wg. des Astis links ( +0,75 -0,5, in der Brille sind aber nur +0,5 -,05, weil ich die Diff. zum re. Auge nicht mag).
Mein Sehen auf dem linken Auge war schon immer schlechter (man sagte mir, das kommt vom Asti). Seit ca. zwei Wochen beobachte ich, dass ich ohne Brille auf dem linken Auge plötzlich so gut sehe, wie nie zuvor! Nämlich annähernd so wie rechts. Entweder ist rechts nun schlechter geworden, oder links hat sich was in Sachen Asti getan. Ich komme auch plötzllich supergut ohne Brille klar, selbst am PC!?!?!?!?!
Ich war noch nicht zum Messen, aber ich wollte hier wissen, ob einer von den Optikern schon einmal so etwas bei einem operierten Kunden beobachtet hat.
Viele Grüße
Kerstin
Huch, ist das Absicht, dass Du noch mal den gleichen Post eingestellt hast?
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Ihr zwei,
ich habe da sicher nicht die Erfahrungswerte wie ein Operateur. Allerdings sind zyl. - Änderungen normal. Die verwendete OP-Technik spielt sicher auch eine Rolle.
Die Sklera und Cornea sind sehr ähnlich - die Cornea ist von der "Anordnung" der Zellen so das diese halt durchsichtig ist (es gibt schon noch andere Unterschiede). Man kann sich aber schon vorstellen das die Skera einfach weiterläuft und sozusagen zur "Hornhaut wird" (auch wenn das nicht wirklich stimmt - gerade der Limbus wo Stammzellen sitzen spielt eine große Rolle für den Metabolismus der Cornea und ist eine Art Trennung)
Die "innige Verbindung" reicht aber aus durch veränderte "Spannungsverhältnisse" auf der BH/Sklera können auch welche auf der Cornea auszulösen. Daher auch ein anderer Astigmatismus möglich.
Die Augenmuskeln sitzen vom Limbus so zwischen ca. 5mm und 8mm weg (was ich so im Kopf habe - ist aber abhängig welcher es ist ) das nur so zusätzlich.
So hab ich es mir zumindest immer erklärt - hab ich mir aber selber so "zusammen gereimt"! Keine Garantie auf Richtigkeit - werd noch mal wenn ich wieder daheim bin in eines meiner schlauen Bücher schauen.
Es gibt bestimmt Arbeiten die sich die Topographie der HH vor OP und nach OP anschauen und vergleichen, das würde meine Theorie beweisen oder auch nicht
liebe Grüße 
Georg
Hallo Georg,
so einen ähnlichen Reim habe ich mir auch gemacht - nachdem man mir die OP-Vorgehensweise ja erklärt hatte und ich auch Bilder gesehen habe (zum Glück erst nach der OP....). Nach der OP sah ich schlecht, klar. Dann kamen 4 Messungen hinterher - und die Achse war jedesmal anders. Die Achse macht zwar nicht den Zylinder, aber ich habe mir dadurch erklärt, dass was in "Bewegung" ist. Und warum könnte sich der Zylinder nicht auch ändern können?
Seit 2 Wochen nehme ich die Brille immer häufiger ab (warscheinlich hat sich auch die Achse wieder verändert). Aber ich habe auch ohne Brille keine asthenopischen Beschwerden, sehe am PC einwandfrei, halte den ganzen Tag ohne Kopfschmerzen durch - obwohl ich viel schreibe und lese. Ich sehe mit Brille so wie ohne Brille! Vielleicht bin ich einfach ein Glückskind, und die OP hat an meinem Zylinder was geändert - zufälligerweise zum Positiven für mich? Insofern mein Post hier, denn ich hoffe, dass die zahlreichen MKH-Optiker, die auch ihre OP-Fälle hinterher weiter betreuen, mir etwas aus ihrem Erfahrungsschatz berichten können.
In ein paar Wochen werde ich nachmessen lassen, spätestens danach weiß ich, ob sich was geändert hat, ohne mich nur auf mein Gefühl zu verlassen (das mich aber selten täuscht....).
LG
Kerstin
Hi Kerstin,
erstmal -> schöne wenn es ohne Brille klappt! Das ist doch super 
Ich denke es ist so wie du schreibst das es "zufällig" etwas weniger geworden ist.
Bei der nächsten Messung wird es sich zeigen!
Langsam sollte der zyl. - Wert aber Stabil bleiben (meine Erfahrung ist so ca. 8 Wochen - dann dürfte sich nichts mehr tun). Wie lange ist es denn jetzt her?
Grüße
Georg
Hallo Georg,
die OP ist jetzt 11 Wochen her - und wie gesagt, seit ungefähr 2-3 Wochen beobachte ich diesen "Effekt". Wäre ja echt genial! Nur schade, dass ich mir gerade vor ein paar Wochen die neue Brille geleistet habe. Aber schaun wir mal, was die Messung ergibt. Vielleicht kann man da ja noch was ein bisserl optimieren (Achse? Doch noch Zylinder, aber anders?), was mir die Brille weiterhin schmackhaft macht....
LG
Kerstin
Der zweite Beitrag war keine Absicht. Mein Browser hatte Probleme.
Merlin
Hallo Merlin,
hatte ich auch fast vermutet, war aber verwundert, dass der Doppelbeitrag im Abstand von über einer Stunde erschien. Normalerweise kommen die Dinger gleich hinterher.....
LG
Kerstin
Schon in der Berufsschule wurde uns gelehrt, das die Bindehaut vom Tarsus ausgehend bis zum Limbusgebiet reicht. Nur an diesen beiden Stellen (Tarsus, Limbusbereich) ist sie „befestigt“. In allen übrigen Bereichen liegt sie nur lose an.
Um wegen einer OP an einen Muskel zu gelangen, wird sie an entsprechender Stelle aufgeschnitten. Nach der OP wird sie im Schnittbereich lediglich übereinandergelegt und wächst dort wieder zusammen. An dieser Stelle ist sie folglich dicker. Bei entsprechender Blickwendung des Auges ist diese Verdickung sichtbar. Der Erklärungsversuch, wie diese lose anliegende Haut einen Astigmatismus nach einer OP verändern kann, konnte nicht erfolgreich enden. Denn wenn die Bindehaut Einfluß auf den Astigmatismus hat, dann bestimmt unabhängig von einer OP.P
Wozu in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!
Der alleinige Zweck einer Wf-OP ist es, die Selbstkorrektion falscher Bildlage zu erübrigen. Nach der OP - z.B. bei einer „Punktlandung“ - herrscht Augenmuskelgleichgewicht. Vorher jedoch nicht. Bei Augenmuskelungleichgewicht zerren die Muskel ziemlich an den Augäpfeln, um Doppelbilder zu verhindern. Nach der OP zerren sie nicht mehr. Das wiederum bedingt, daß sich wegen der nun veränderten Zugkräfte eine mögliche Deformation der Augäpfel zurückbildet oder sie sich formal anders „konfigurieren“. Das wiederum hat zur Folge, daß sich die optischen Bedingungen ändern (können).
Wenn sich als Folge der „Neukonfiguration“ ein Astigmatismus so verändert, daß er geringer wird oder nicht mehr meßbar ist, ist das doch wunderbar, oder?
Genau so gut könnte aber auch das Gegenteil eintreten.(
Viele Grüße
Doccy
Doccy schrieb
Schon in der Berufsschule wurde uns gelehrt, das die Bindehaut vom Tarsus ausgehend bis zum Limbusgebiet reicht. Nur an diesen beiden Stellen (Tarsus, Limbusbereich) ist sie „befestigt“. In allen übrigen Bereichen liegt sie nur lose an.
Um wegen einer OP an einen Muskel zu gelangen, wird sie an entsprechender Stelle aufgeschnitten. Nach der OP wird sie im Schnittbereich lediglich übereinandergelegt und wächst dort wieder zusammen. Doccy
Ich muss leider widersprechen Der Schnitt erfolgt um die Iris herum, es wird quasi eine Tasche geöffnet. Bei beidseitiger Muskel-OP (lateralis und externus) werden also zwei kleine Taschen eröffnet. Die Bindehaut wird hinteher nicht übereinandergelegt mit dem Warten auf Zusammenwachsen (wie soll das gehen, das Auge wird ständig bewegt und es wird auch daran gerieben, vor allem im Schlaf!?!?) , sondern sie wird fein säuberlich zusammengenäht - möglichst OHNE Überlappen. Ich hatte 4 oder 5 Fäden, einer davon saß direkt an der Iris. Diese Fäden lösen sich nach 7 - 10 Tagen auf.
Der P in Deinem Beitrag wäre nicht nötig gewesen, denn mittlerweile wurde mir meine Überlegung und Georg Scheuers Denkansatz fachlicherseits bestätigt.
Frage Wie alt ist Deine Literaturquelle zur Augen-OP? Stammt sie noch aus Deiner Berufsschulzeit? Wenn ja, empehle ich neuere Literatur und stete Fortbildung - die Kunden werden es danken. 
Viele Grüße
Kerstin
Wie war doch gleich die Ausgangsfrage?
Kann sich nach einer Schiel-OP der Asti derart verändern, dass man es eindeutig an der Sehschärfe spürt, auch zum Positiven?
Oder ging es um die OP-Technik???
Doccy schrieb
Um wegen einer OP an einen Muskel zu gelangen, wird sie an entsprechender Stelle aufgeschnitten. Nach der OP wird sie im Schnittbereich lediglich übereinandergelegt und wächst dort wieder zusammen. An dieser Stelle ist sie folglich dicker. Bei entsprechender Blickwendung des Auges ist diese Verdickung sichtbar. Der Erklärungsversuch, wie diese lose anliegende Haut einen Astigmatismus nach einer OP verändern kann, konnte nicht erfolgreich enden. Denn wenn die Bindehaut Einfluß auf den Astigmatismus hat, dann bestimmt unabhängig von einer OP.P
Doccy
Hallo Horst,
meine Ausgangsfrage war klar. Den Schwenk zur OP-Technik hast Du gemacht, mit dem Versuch, durch Deine Erklärung einer Vorgehensweise bei Augen-OP zu beweisen, dass meine Überlegung völliger Irrsinn ist. Da Du die Vorgehensweise einer OP nicht richtig geschildert hast, habe ich korrigierend eingegriffen. Allerdings ist mir ein Schreibfehler unterlaufen ich meine natürlich den lateralis internus und lateralis externus Muskel.
Und durch das Vernähen (es wird definitiv genäht!) der Bindehaut an verschiedenen Punkten (je nach Schnittführung) können sehr wohl physikalische Begebenheiten geschaffen werden, die sich auf Zylinder und Achse dauerhaft auswirken. Im seltenen, glücklichen Fall auch zum Vorteil des Patienten.
Viele Grüße
Kerstin
Lieber Doccy,
danke für Ihren Hinweis - ich meinte natürlich nicht BH sondern Sklera (ich werde es gleich ändern)! Mein Fehler - einfach richtig gedacht aber falsch hingeschrieben 
Schreib gerade öfters mit etwas Zeitdruck....und gerade mit etwas wenig schlaf.
Grüße
Georg
Hallo,
Bei Augenmuskelungleichgewicht zerren die Muskel ziemlich an den Augäpfeln, um Doppelbilder zu verhindern.
D.h., ein Astigmatismus kann durch ein Augenmuskelungleichgewicht entstehen?
donquichote
Hi Don,
eher weniger (zummindest meist vernachlässigbar) - meiner Meinung nach. Ich würde eher auf die von Kerstin und mir "angeführte These" für die Veränderung des Asti verantwortlich machen (nach OP).
Doccy ist da anscheinend anderer Meinung....
Wenn es so wäre dürften wir den Asti. nie monokular messen, wo wir ja kein Muskelungleichgewicht haben.
Wobei es schon mal passiert das binokular ein anderer zyl. auftritt wie monokular. Die lässt sich mit dem polarisierten Strahlenstern prüfen. Die Änderung ist bis jetzt in allen Fällen nicht Praxisrelivant gewesen wo ich es mal "zum Spass" gemessen habe. Der Test ist für den Kunden auch schwieriger zu beurteilen als mon. - da liegt auch noch eine Fehlerquelle vor die ich nur schwer abschätzen kann.
Und selbst da würde ich die Zyl.-Änderung nicht auf den Zug der äußeren Augenmuskeln durch eine "Wf" denken sondern die Linse verdächtigen. Da spielt der binokulare Status wieder schon eine Rolle. Das ganze ist aber eher vernchlässigbar. Anders die Nähe - da tritt doch manchmal ein anderer cyl. auf. Manchmal aus optischen Gründen (starker Asti.), sowie aus physiologischen.
Grüße
Georg
Hallo Kerstin,
mein Schwenk auf die OP-Technik bezog sich auf die Aussage von Georg. Deine Aussage zur OP-Technik floß in meine Überlegung überhaupt nicht ein. Es erschien mit ziemlich abwegig, daß eine lose anliegende Haut, die weder eine direkte Anbindung zur Hornhaut hat, noch sonstwie eine mechanische Belastung auslöst, eine Verformung der Hornhaut bewirken kann, die sich als meßbarer Astigmatismus nachweisen läßt. Inzwischen hat er ja auch dankenswerterweise korrigierend eingegriffen. Jetzt fehlt mir nur noch die Brücke zu Deiner Aussage, daß Deine
... Überlegung völliger Irrsinn ist.
Die OP-Technik ist nach meiner Auffassung nur ein "Nebenkriegsschauplatz". Der Kern Deiner Frage war doch wohl, ob und warum nach einer OP sich der Astigmatismus ändert oder ändern kann. Ist denn diese Frage nach Deinem Verständnis plausibel beantwortet worden? Darauf bist Du bis jetzt leider nicht eingegangen.
D.h., ein Astigmatismus kann durch ein Augenmuskelungleichgewicht entstehen?
Ja. Dessen Wirkung ist jedoch nur von geringem Ausmaß. Wenn man Glück hat, verringert er sich sogar, wie hier auch beschrieben.
Doccy
Hallo Freunde,
jeder Augenarzt, der Schiel-OP´s durchführt, erzählt seinen Patienten, daß die Sehschärfe in den ersten 4 Wochen nach der OP anders sein kann, weil die Hornhaut etwas verzogen ist. Ich habe bisher noch bei jedem operierten Patienten Radienänderungen der Hornhaut gemessen. Man kann mit Hilfe des Keratografen sehr gut sehen, an welchen Stellen Zug auf die Hornhaut ausgeübt wird.
Etwa 4 Wochen später ist dieser Zug wieder verschwunden.
Aus diesem Grund ist auch das Tragen von formstabilen KL nicht erlaubt, obwohl sie die Bindehaut ja gar nicht berühren
Hi,
wie gesagt -> meine Korrektur weiter oben. Ich hatte mich verschrieben -> nicht BH sondern Sklera in der obigen Erklärung. Die bulbäre BH spielt nur eine untergeordnete Rolle. Entschuldigung nochmal - wobei man als Fachmann vom Inhalt des Textes auch schließen könnte das die Sklera gemeint war.
Wir sind uns wohl alle einig mit der Veränderung - warum die Auftritt mag jeder für sich entscheiden.....
Grüße
Georg