Paul-Gerhard Mosch schrieb
Hallo miteinander,
ich entschuldige mich schon im vorab, wenn nachfolgende Erfahrungen "nicht" zum momentanen Disput passen. Ich könnte mir aber verschiedene Verbindungen denken und bin über die von mir gemachten Erfahrungen sehr froh.
Das "Miller-Fisher Syndrom" eine seltene Sonderform des Guillain-Barré Syndrom (GBS) wurde mir in bislang zwei Fällen wegen Doppelbildern von der hiesigen neurologischen Reha-Klinik zwecks Korrektionsversuch zugewiesen. Als einfachste Darstellung wird u.a. angegeben, dass wegen fehlender Isolierschicht der Nervenverbindungen Nervenimpulse schlicht auf benachbarte Nerven fehlgeleitet werden. Dies führt zu Lähmungen und Fehlfunktionen, u.a. oft zu Doppelbildern. Dabei ist das interessante des "Miller-Fisher Syndroms" die vollständige Rückbildung der Erkrankung bei korrekter Behandlung. Betroffen sind hier insbesondere die Gesichtsnerven.[qoute]
Weil Ihnen bis jetzt niemand geantwortet hat, denke ich es ist nicht so schlimm wenn ich das hier mal tue
Herr Mosch, beim Miller-Fisher Syndom kommt es zu einer Opthalmoplegie, also dem Unvermögen die äußeren und inneren Augenmuskeln in Aktion zu setzen. Man vermutet ja das es sich um eine Immunreaktion auf eine Infektionskrankheit oder sogar eine Schutzimpfung handeln kann. Stress kann Ursache sein. Bei MS kommt es auch vor und selbst in der Schwangerschft. Die genaue Ätiopathogenes ist bis heute nicht vollständig geklärt deswegen nennt man das Guillain-Barré-Syndrom und damit auch die Sonderform das Miller-Fisher-Syndrom als idiopathische Polyneuritis, wobei beim Miller-Fisher-Syndrom in nahezu 100% !!! der Fälle der Nachweis von IgG-Antikörper gegen das eher seltene Gangliosid GQ1B beschrieben wurde. Beim Guillain-Barré-Syndrom waren diese Antikörper ebenfalls nachweisbar wenn diese Patienten ebenfalls eine Ophthalmoplegie entwickelt haben.
Und jetzt kommt es Biochemische Analysen zeigten, dass ein höherer Gehalt des Gangliosid GQ1B im Nervus oculomotorius vorliegt als z.B. in der Vorderwurzel des Rückenmarkes. Der immunhistochemische Nachweis entsprechender Antikörper ausschließlich in optomotorischen Hirnnerven zeigt dann dass hier der pathogenetische Angriffspunkt der Antikörper ist.
Am Polatest können Sie die vorhandenen Paresen schlecht ausmessen. Was ist hier der objektive Winkel, was der subjektive und selbst die Kopfhaltung ist schwer einzuhalten in den Blickrichtungen und auch nur bei den Kontrolluntersuchungen verifizierbar.
Was Sie hier so schildern Herr Mosch, das würde ich aus der Ferne so interpretieren Die Patienten kamen nicht im akuten Schub zu Ihnen. Die Opthtalmoplegie war schon im Rüchzug begriffen und die beiden Personen hatten nun mehr Schwierigkeiten ihre assoziierte Phorie, die ja noch heute besteht, zu kompensieren. Eher deswegen die Diplopie. Eine echte Opththalmoplegie braucht, wenn sie vollständig ist, mit Prismen nicht versorgt werden. Die Patienten können nur geradeaus sehen, weder zur Seite , noch nach oben, noch nach unten. Wenn eine FD vorliegt dekompensiert die in diesem Fall, daher Diplopie. Wenn keine vorliegt dann keine Diplopie.
Wenn jedoch die Opthalmoplegie nicht ganz komplett war dann kann es bei Blicksenkung oder Hebung, besser beim Versuch dabei zu Doppelbildern kommen. Beim Geradeausblick dagegen wieder seltener. Außer es besteht eben wieder eine recht große FD.
Deswegen dieselben Werte heute wie damals. Deswegen auch die Kompensation heute und damals nicht.
Ist das soweit verständlich?
Die Ophtalmoparesen machen selbstverständlich Doppelbilder
Besten Dank, AgnesMaria für Deine Antwort!
die Erkrankung bestand in beiden Fällen seit vier-fünf Wochen und es gab anfangs noch sehr erhebliche Einschränkungen aufgrund der neurolog. Störungen (Sprache, Schlucken, Kopf- und Körperhaltung etc.) Die beiden Personen waren nach dem Krankenhausaufenthalt von ca. zwei Wochen, seit acht, 14 Tagen in der Reha und dann fand jeweils unser erster Kontakt statt. Nach ca. 2-3 Monaten erfolgte die Entlassung aus derselben. Zu der zweiten Patientin hatte ich dann nochmals nach etwa drei Monaten den bislang letzten Kontakt mit der Brillenrückgabe.
Dass die Beeinträchtigungen schon gemindert waren, ist so aber ganz sicher korrekt. Dein Erklärungsmodell ist deshalb durchaus denkbar.
Hallo Nicole,
die berufliche Qualifikation von AgnesMaria zu von Ihr gemachten Aussagen steht außer Frage. Es gibt andere Gründe, die einer Veröffentlichung entgegen stehen.
Hallo Paul-Gerhard
Da AgnesMaria in ihrem Profil keine Berufsbezeichung angegeben hat, ist es doch legitim, nachzufragen, oder?
Ich möchte schon gerne wissen, wie ich Aussagen von Benutzern einzuschätzen habe.
Aussagen eines Optikers mit langjähriger Berufserfahrung sehe ich z.B. anders als Aussagen von jemandem, der gerade seine Ausbildung macht.
Nur mal so als Beispiel.
lg
Nicole
Hallo Nicole,
mal eine Gegenfrage Was soll „aus dem medizinischen Bereich“ bedeuten?
Diese Angabe hilft mir nicht wirklich weiter, deine fachliche Qualifikation einzuordnen. Deinen Beiträgen konnte ich zwar einiges entnehmen, aber wenn du andere um Klartext bittest, dann sollte das doch als erstes für Dich selbst gelten, oder?
Grüße
G.
Hallo Granosana
Da ich hier keine medizinischen Tipps und Abhandlungen von mir gebe, dürfte es egal sein, oder?
Ich frage auch keinen der hier anwesenden Studenten nach dem Studienfach, solange ich sehe, dass es überwiegend Laien sind, die sich hier austauschen.
Bei jemandem, der hier mit fachlichen Beiträgen auftritt und mit Rat und Tat zur Seite steht, sehe ich es aber für mich persönlich anders.
Merkwürdig, dass es auf eine einfache Frage so eine Diskussion gibt.....
Gruß
Nicole
Hey, ganz ehrlich, manchmal sind Prismenbrillen der letzte Schrei, um gewisse Wahrnehmungsstörungen in den Griff zu kriegen. Musste das auch mal durch, und hat echt geholfen.