Mal eine Frage an die Fachleute hier
Gilt jemand, der ohne Sehhilfe einen Visus von 1,0 erreicht, als emmetrop, auch wenn er mit einem geringen Minusglas einen höheren Visus erreichen könnte?
lg
Nicole
Nein, dann ist man myop.
Hallo Horst,
Das klingt unlogisch, wenn man einen Visus von 1,0 als "normal" ansieht.
Wer einen höheren Visus erreicht, sieht dann eben "besser" als normal.
*grübel*
Wo fängt Normalsicht an und wo hört sie auf?
lg
Nicole
Hallo Nicole, Du bist ja "ungläubig";) .
Visus 1,0 ist nur ein Richtwert. Man hat einfach Visus von vielen Menschen gemessen und den Richtwert als Auflösungsvermögen von einer Bogenminute gesetzt. Dieser Richtwert bedeutet nur, dass man ihn mit optimaler Korrektur bei fehlenden relevanten Krankheiten im Normalzustand nicht unterschreiten sollte.
Hallo I-user,
Mein Augenarzt würde mich auslachen, wenn ich mit einem Visus von 1,0 ihne jegliche Sehhilfe behaupte, ich wäre kurzsichtig und wolle eine Brille zum besseren Sehen haben.
Daher meine Frage, wie man das nun wirklich definiert.
Ich dachte bislang immer, ein Visus von 1,0 bedeute Normalsicht.
lg
Nicole
Hallo alle!
Nicoles Frage ist begründet. Es muß einen Richtwert geben, der als emmetrop definiert ist. Denn sonst wäre ja Michael Schumacher, der einen Visus von 180 erreicht, bei einer Visussenkung auf 160 schon als myop anzusehen, da er den für ihn üblichen Wert nicht mehr erreicht.
Oder?
Hallo Wölkchen,
wenn der Visus von Michael Schumacher auf 160 sinken würde, und es würde ihm eine Brille mit Minusgläsern helfen, wieder auf 180 zu kommen, dann würde ich behaupten, er ist kurzsichtig, auch wenn er ohne Brille immerhin noch auf 160 kommt.
Wenn seine Linsen aber im Alter leicht trüb werden würden, nur ganz leicht, und er käme nur noch auf 160, und keine Brille würde ihm wieder auf 180 verhelfen, dann würde ich behaupten, auch das ist normalsichtig im Sinne von "Normal", weil im Alter der Visus nachlässt.
donquichote
von medizinifo.de
Ist der Augapfel, wie bei der Kurzsichtigkeit zu lang, so treffen sich die Lichtstrahlen vor der Netzhaut, so daß auf der Netzhaut und auch im Gehirn kein scharfes Bild entstehen kann.
Bei einem Visus von 1,0 ist das Bild doch aber scharf, oder? S
Also ist jemand mit einem Visus von 1,0 auch nicht kurzsichtig. *grummel*
Wie ist das denn nun laut Optikern?
Gibt es scharf und noch schärfer, oder wie?
Hallo Nicole,
auch wenn ich kein Optiker bin
Könnte ja sein, jemand ist minimal kurzsichtig mit -0,5 diopt. Ohne Brille kommt er trotzdem auf einem Visus von 1,0. Weil bei ihm sonst alles optimal ist, ausser der leichten Kurzsichtigkeit. Wenn er nun eine Brille mit entsprechenden Minusgläsern trägt, kommt er sogar auf den sagenhaften Visus von 2,0. Nur so als Beispiel.
Es gibt durchaus scharf und schärfer.
In jungen Jahren kann man auf einen Visus von über deutlich 1,0 kommen. Später lässt der Visus nach, ohne dass man zwangsläufig kurzsichtig sein muss.
donquichote
Es muss doch trotzdem einen "Richtwert" dafür geben, was "Normalsicht" in der Praxis bedeutet.....
Siehst Du, sogar medizinifo.de schreibt nicht, was genau "scharf" ist. Weil das meistens subjektiv ist. Was jemand für scharf hält, ist für einen anderen verschwommen. Wenn jemand gering kurzsichtig ist, trifft Licht auf einen Fleck auf der Netzhaut statt auf einen Punkt. Ein Punkt kann ich aber auch nicht definieren. Ich sage, bei Emmetropie bzw. Vollkorrektion trifft Licht auf den kleinstmöglichen Fleck. Die Person erreicht damit vermutlich höchsten Visus. Wenn das Licht wegen Kurzsichtigkeit auf einen größeren Fleck auf der Netzhaut trifft, sieht die Person verschwommener. Absolute Angaben, was verschwommen ist, gibt es nicht.
Hallo Nicole,
nach meiner Meinung u. meinem bescheidenen Verständnis hast Du Dir doch schon durch das Zitat selbst die Antwort gegeben.
Ich würde sagen, ein Auge sollte als emmetrop angesehen werden, bei dem die Lichtstahlen, die parallel aufs Auge treffen, exakt auf der Netzhaut zum Schnitt kommen bzw. dort gebündelt werden, wohlgemerkt ohne Brille.
Es gibt doch auch Menschen, bei denen keine Fehlsichtigkeit vorliegt u. gleichzeitig der Visus nur bei z.B. 0,6 liegt.
Demnach wäre Emmetropie der Zustand des schärfsten Sehens, unabhängig davon, welcher Visus erreicht wird?
Ich denke, Emmetropie ist ein medizinisch-anatomischer Begriff und kein physikalisch-technischer, oder!?
Und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Hmmmm.....noch immer hat keiner der Optiker etwas dazu geschrieben.....
Was würde denn ein Optiker machen, wenn jemand zum Sehtest kommt und einen Visus von 1,0 spontan erreicht?
Würde man da austesten, ob noch mehr "drin" ist durch -0,25 oder -0,5 dpt?
Oder würde man sagen, wenn der Kunde so zufrieden ist, ist alles gut?
Gibt es denn für den Begriff keine offizielle Definition?
Agnes, das war ja eigentlich meine Ausgangsfrage.
Da warte ich immer noch auf eine Aussage von einem Optiker (oder auch Augenarzt), wie das definiert wird, mit der "Normalsicht". So im Arbeits-Alltag meine ich jetzt.
Hallo Nicole!
Na, dann warte ich mit dir.)
Ich habe mir die Frage auch schon gestellt, als es um meine Überkorrektur ging. Was ist normal, was ist zuviel, was zuwenig? Wer legt das fest?
Liebe Optiker, ran an die Tasten!)
Tja, ich muß Euch enttäuschen, ich bin jetzt wieder nicht der Experte.
Ich hatte aber die Definition von Kurzsichtigkeit immer so verstanden, daß sie vom Längenwachstum des Augapfels abhängt und der Visus irrelevant dabei ist.
Der Begriff des 'Scharfsehens' ist sicher mehr als schwammig. Ich hatte mein Leben lang nie einen Visus von 1.0, so daß für mich das Scharfsehen ganz sicher etwas anderes ist als für Jungs vom Schlage des Michael Schumacher.
Ich stell mich aber jetzt mal hinten an und warte mit Euch, vielleicht kommt ja noch was Erleuchtendes in der Angelegenheit.
Gruß
Jan
Hmmmm......ist die Frage zu banal, oder zu schwer? 