Nicole1 schrieb
Was würde denn ein Optiker machen, wenn jemand zum Sehtest kommt und einen Visus von 1,0 spontan erreicht?
Würde man da austesten, ob noch mehr "drin" ist durch -0,25 oder -0,5 dpt?
Wenn Du zu einem F-Optiker oder zum normalen Augenarzt gehst, wird er das von sich aus wahrscheinlich nicht weiter untersuchen. Ich war aber ein Mal bei einem guten Optiker. Er hat wirklich meine höchste erreichbare Sehschärfe und die dazugehörige Korrektur gemessen, und zwar ohne dass ich ihn darauf hingewiesen habe.
Hallo,
abgesehen davon, dass ich (so meine ich) die Sache mit dem Visus kapiert habe, interessiert mich auch nachfolgende Frage von Nicole, bzw. die Antwort von iuser. Auch ich habe hie und da das Gefühl, manch Optiker gibt sich damit zufrieden, wenn der Kunde einen Visus von 1,0 aufweist. Oder täusche ich mich da? (Ich will jetzt keine Hetzjagd auf Optiker machen, ich denke, die hier anwesenden testen alles raus).
Nicole1 schrieb
Was würde denn ein Optiker machen, wenn jemand zum Sehtest kommt und einen Visus von 1,0 spontan erreicht?
Würde man da austesten, ob noch mehr "drin" ist durch -0,25 oder -0,5 dpt?
Wenn Du zu einem F-Optiker oder zum normalen Augenarzt gehst, wird er das von sich aus wahrscheinlich nicht weiter untersuchen. Ich war aber ein Mal bei einem guten Optiker. Er hat wirklich meine höchste erreichbare Sehschärfe und die dazugehörige Korrektur gemessen, und zwar ohne dass ich ihn darauf hingewiesen habe.
donquichote
Hallo donquichote!
Das sagt man eigentlich Augenärzten nach, dass die bei 100 % den Griffel fallen lassen. Optiker messen Brillen eher höher aus.
LG...
Aus Wörterbuch der Optometrie von Dr. Helmut Goersch
Emmetropie (emmetropia)
DIN 5340 – 104
Monokulare Rechtsichtigkeit Zustand eines Auges, bei dem in der optometrischen Akkommodationsruhelage kein axialer Bildlagenfehler vorhanden ist (emetropes Auge). (DIN „Refraktionszustand eines Auges, bei dem der Fernpunkt im Unendlichen liegt“.)
Dies hat also gar nichts mit dem Visus zu tun! Ein emmetropes (also nicht längenfehlsichtiges) Auge kann einen Visus von 0.5 oder 1.0 oder 1.4 haben.
An alle die so komische Gedankengänge haben und so visusfixiert denken
Augenoptiker messen so lange bis die Fehlsichtigkeiten vollständig auskorrigiert sind. Egal bei welchem Visus. Alles andere macht doch keinen Sinn.
Ob die gemessenen Werte dann auch verschieben werden ist eine andere Sache.
Gute Nacht
Urs
Hallo,
ich denke nicht visusfixiert, doch scheinen manche Fachleute sich mit einem Visus von 1,0 zufrieden zu geben, d.h. sie prüfen in einem solchen Fall nicht (weiter), ob vielleicht doch noch ein leichter axialer (Rest-)Fehler vorliegen könnte.
donquichote
Urs schrieb
Dies hat also gar nichts mit dem Visus zu tun! Ein emmetropes (also nicht längenfehlsichtiges) Auge kann einen Visus von 0.5 oder 1.0 oder 1.4 haben
Also sind meine Gedankengänge gar nicht so verkehrt....*jubel* 
Hallo Jack,
da hast Du vollkommen recht. Der Visus hat etwas mit Physik zu tun und Emmetropie ist eine Zustandbeschreibung.
Hallo!
Dann habe ich folgende Frage kann man emmetrop bleiben, obwohl sich der Visus senkt?
Ich habe irgendwie im Hinterkopf, dass der erreichbare Visus unter anderem von der Stäbchendichte auf der Netzhaut abhängig ist. Also müßte es doch - wenn sich an den physiologischen Bedingungen etwas ändert - möglich sein, dass der Visus sinkt obwohl die Schärfe beibehalten wird, da ja die Brechkraft des Auges sich dadurch nicht ändert.
Oder bringe ich da jetzt was durcheinander?
LG...
Wölkchen schrieb
Hallo!
Dann habe ich folgende Frage kann man emmetrop bleiben, obwohl sich der Visus senkt?
Ich habe irgendwie im Hinterkopf, dass der erreichbare Visus unter anderem von der Stäbchendichte auf der Netzhaut abhängig ist. Also müßte es doch - wenn sich an den physiologischen Bedingungen etwas ändert - möglich sein, dass der Visus sinkt obwohl die Schärfe beibehalten wird, da ja die Brechkraft des Auges sich dadurch nicht ändert.
Oder bringe ich da jetzt was durcheinander?LG...
Hast schon recht .. auch wenn es die Zapfen sind, nicht die Stäbchen .. und wie gesagt .. Schärfe ist relativ ..aber bei besserem Visus sieht man schärfer.
Auch mit zunehmendem Alter sinkt der Visus .. so hat ein 80-jähriger nur noch 50% seines "Ausgangsvisus" .. bei Emmetropie!
Horst schrieb
1) Wölkchen schrieb
Also müßte es doch -...- möglich sein, dass der Visus sinkt obwohl die Schärfe beibehalten wird?
Hast schon recht ...
2) Auch mit zunehmendem Alter sinkt der Visus .. so hat ein 80-jähriger nur noch 50% seines "Ausgangsvisus" .. bei Emmetropie!
Hallo,
1) Sind Visus und Sehschärfe nicht dasselbe?
2) Ich mag keine solchen Pauschalaussagen. Ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.
Hallo Igor,
Visus und Sehschärfe sind das Gleiche. Nicht zu verwechseln mit der Stärke einer Fehlsichtigkeit. Leider wird immer wieder laienhaft das Wort Sehschärfe als Fehlsichtigkeit angenommen.
Iuser schrieb
Hallo,
1) Sind Visus und Sehschärfe nicht dasselbe?
2) Ich mag keine solchen Pauschalaussagen. Ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.
Nein zu punkt 1.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Sehschärfe und Visus synonym verwendet. Sie sind aber unterschiedlich Definiert.
Unter Sehschärfe oder auch Punktauflösung versteht mann die Fähigkeit des Auges zwei getrennte Punkte als solches zu erkennen. Da der Punktabstand auch als ein Winkel zb. Sigma angegeben werden kann, nennt mann dies angulare Sehschärfe.
Dagegen ist der Visus ein rechnerischer Wert, er stellt das Verhältniss vom Norm:wink:el von 1' [Minute] zur angularen Sehschärfe [Sigma in Minuten] dar
und es geht weiter
Bei einer Refraktion wird also das Auflösungsvermögen und die angulare Sehschärfe überprüft. Dies gibt auskunft darüber wie weit 2 Objekte auseinander liegen dürfen, um vom Auge noch als getrennt wahrgenommen werden zu können.
Damit das Auge überhaupt 2 Objekte als getrennt wahrenehmen kann, muss auf der Netzhaut zwischen 2 angereten Zapfen mindestens 1 ungereitzter liegen.
So der Abstand zwischen den Zapfen beträgt in der Foveola (Netzhautgrübchen) ca. 35'' (Seh:wink:elsekunden) das heißt ca. 0,0025mm oder 2,5 mircometer.
Es gibt Untersuchungsreihen in denen junge und gesunde Versuchspersonen einen Visus zwischen 1,3 und 2,0 erreichen.
Visus errechnet sich aus 1' (Winkelminute) durch Sigma (Winkelminute]
Die Maßeinheit Visus 1 (100%) ist durch den Landolt-Ring festgelegt Der Visus 1 liegt vor, wenn die Lücke des Landolt-Rings unter einem Seh:wink:el von Sigma = 1' gerade noch erkannt wird.
Das heißt auch das der Visus nur der Kehrwert der angularen Sehschärfe ist.
So für mich heißt das jetzt nichts anderes als Wenn ein Kunde 1,0 mit bester Korrektion sieht, dann hat er einen Visus mit 1,0.
Wenn ein Kunde mit bester Korrektion einen Visus von 0,8 hat, dann sind das seine Persönlichen 100%.
Wenn ein Kunde mit bester Korrektion einen Visus von 1,6 hat, dann sind dies seine Persönlichen 100%.
Visus ist ja nur einen "Normgröße" oder auch "Vergleichsgröße"
Aber wie gut jedem seine persönliche angulare Sehschärfe ist, das hängt wie oben beschrieben nur von dem Zapfen abstand ab.
FlorianM, danke für solche Erklärungen. In der Wikipedia steht diesbezüglich nichts. Außerdem fällt mir ein, dass es Trenn- und Erkennungssehschärfe gab und noch etwas. Und wenn ich mich richtig erinnere, soll Trennsehschärfe bei parallelen Linien deutlich besser sein als beim Erkennen. Aber das ist schon lange her.
Nur die letzten Zeilen haben mir nicht gefallen
FlorianM schrieb
Aber wie gut jedem seine persönliche angulare Sehschärfe ist, das hängt wie oben beschrieben nur von dem Zapfen abstand ab.
Es gibt auch andere Einflussfaktoren, insbesondere "sekundäre Fehlsichtigkeit" und Gehirn.
Hallo FlorianM,
schöner Beitrag von dir - bei einem Punkt stimme ich aber nicht ganz überein. Es ist nicht nur "von der Zapfendichte" abhänging. Auch z.B. die Beugung spielt eine Rolle (Stichwort Rayleighkriterium!!) - wobei hier die Berechnungen nicht immer mit der Praxis übereinstimmen(aus meiner Erfahrung) - es gibt aber natürlich noch andere Faktoren.
Grüße
Georg Scheuerer
he i-user du warst 1 Minute schneller wie ich - darum etwas ähnlich)
Hallo miteinander
Ich denke, es ist nun klar, daß Vollkorrektur mit dem Visus eigentlich nichts zu tun hat, der Visus unabhängig davon besteht, welche Fehlsichtigkeit vorhanden ist.
Nun fällt mir in diesem Zusammenhang aber doch auf, daß z.B. bei hoher Myopie ja eigentlich immer ein geringer Visus vorhanden ist. Wie ist das dann zu erklären?
Bei Korrektur mit Brille könnte man ja noch sagen, durch die starke Verkleinerung fällt der Visus schlechter aus. Es trifft dies aber doch auch bei der Korrektur mit Kontaktlinsen zu, wenngleich verbessert. Oder gibt es doch Leute mit hoher bzw. sehr hoher Myopie, die einen Visus von 1,0 erreichen? Mir ist allerdings keiner bekannt.
Vielleicht fällt dazu noch jemandem etwas ein.
LG
Jan 
Gigl schrieb
Hallo FlorianM,schöner Beitrag von dir - bei einem Punkt stimme ich aber nicht ganz überein. Es ist nicht nur "von der Zapfendichte" abhänging. Auch z.B. die Beugung spielt eine Rolle (Stichwort Rayleighkriterium!!) - wobei hier die Berechnungen nicht immer mit der Praxis übereinstimmen(aus meiner Erfahrung) - es gibt aber natürlich noch andere Faktoren.
Grüße
Georg Scheuererhe i-user du warst 1 Minute schneller wie ich - darum etwas ähnlich)
Ja da gebe ich euch recht. Es ist nicht nur von der Zapfendichte abhängig. Viele viele kleinere Faktoren spielen eine Rolle.
Iuser schrieb
FlorianM, danke für solche Erklärungen. In der Wikipedia steht diesbezüglich nichts.

Dann schreib ich mal bei Wikipedia einen Eintrag dazu
Jan22 schrieb
Hallo miteinanderIch denke, es ist nun klar, daß Vollkorrektur mit dem Visus eigentlich nichts zu tun hat, der Visus unabhängig davon besteht, welche Fehlsichtigkeit vorhanden ist.
Nun fällt mir in diesem Zusammenhang aber doch auf, daß z.B. bei hoher Myopie ja eigentlich immer ein geringer Visus vorhanden ist. Wie ist das dann zu erklären?
Bei Korrektur mit Brille könnte man ja noch sagen, durch die starke Verkleinerung fällt der Visus schlechter aus. Es trifft dies aber doch auch bei der Korrektur mit Kontaktlinsen zu, wenngleich verbessert. Oder gibt es doch Leute mit hoher bzw. sehr hoher Myopie, die einen Visus von 1,0 erreichen? Mir ist allerdings keiner bekannt.
Vielleicht fällt dazu noch jemandem etwas ein.
LG
Jan
Spontan fällt mir da was ein
Idee bei sehr hoher Myopie schon ich sag jetzt mal von Geburt an, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das Auge gar nicht richtig ausgebildet wird. Übertrieben gesagt, da sich ja die Lichtstrahlen im Auge brechen und dann so zu sagen zertreut auf die Netzhaut auftreffen, kann das Auge nicht die nötige Zapfendichte für einen guten Visus aufbauen.
Soweit wird ja die Netzhaut durch "Reitzung" auch bessergesagt Lichteinfall ausgeprägt. Wenn jetzt angenommen kein Schnittpunkt auf der Netzhaut liegt, weiß das auge gar nicht sorecht wo die Foveola angelegt werden soll. Das heißt evolutionsbeningt schon aber mit einer schlechten Ausbildung.
Meine Idee ungefähr verstanden???
FlorianM schrieb
Spontan fällt mir da was ein
Idee bei sehr hoher Myopie schon ich sag jetzt mal von Geburt an, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das Auge gar nicht richtig ausgebildet wird. Übertrieben gesagt, da sich ja die Lichtstrahlen im Auge brechen und dann so zu sagen zertreut auf die Netzhaut auftreffen, kann das Auge nicht die nötige Zapfendichte für einen guten Visus aufbauen.
Soweit wird ja die Netzhaut durch "Reitzung" auch bessergesagt Lichteinfall ausgeprägt. Wenn jetzt angenommen kein Schnittpunkt auf der Netzhaut liegt, weiß das auge gar nicht sorecht wo die Foveola angelegt werden soll. Das heißt evolutionsbeningt schon aber mit einer schlechten Ausbildung.
Meine Idee ungefähr verstanden???
Ja, danke, das macht mir Sinn.
Die Frage wäre, könnte das Auge das dann nochmal lernen? Oder kann man das nachträglich ausbilden?
Die andere Frage geht dann natürlich in die Richtung, daß das Auge ja selten von Geburt an hochgradig myop ist. Das entwickelt sich ja in der Regel. Dann gibt es aber doch keine plausible Erklärung, oder doch?
Gruß
Jan