Hallo,
vielleicht hab ich das schlecht ausgedrückt.Ich meinte "für den Fall daß sich nichts verändert"... nicht daß sich grundsätzlich nichts verändert.. Solange man das Patientenkind nicht selbst gespürt hat kann man da natürlich keine Prognosen treffen.
Ich hab schon erlebt, daß wärend der Behandlung ein Auge sich geradegestellt hat und auch da geblieben ist.
Das ist sehr individuell. Wenn Schielkinder zu mir kommen probieren wir es aus. Wichtig ist natürlich, daß die konventionelle Therapie fortgeführt wird und schön ist es wenn es Hand in Hand geht.
Grundsätzlich bin ich der Meinung daß die Grundausbildung in der Osteopathie weder ausreicht, Kinder zu behandeln, noch Sehprobleme anzugehen. Da kommt es darauf an, auf was sich der Osteopath dann spezialisiert.
Ich arbeite seit 15 Jahren als Osteopathin und sehe täglich Babys und Kinder und bin durch meine eigene Augengeschichte auf verschiedene Sehtherapeuten, Optiker und Optometristen gestoßen, mit denen ich jetzt zusammenarbeite.
In diesem Fall sage ich dran bleiben, denn die Aussage, daß das Kind zappelig ist oder war gibt mir die Info, daß da was ist was behandelt werden sollte. Ob es ursächlich mit dem Schielproblem zusammenhängt das kann ich von hier aus nicht sagen. aber es gibt da ne Chance.
Hab ich dir damit geholfen?
Wenn es dich interessiert beschreibe ich dir gerne einige anatomische Zusammenhänge, die bei Schielproblemen osteopathische Beachtung finden sollten.
Liebe Grüße,
Lovis
Hallo Lovies,
das kannst Du gerne tun.
Warum nicht in einem eigenen neuen Thread?
Kann gerne auch in meinem Thread bleiben...
meine Osteopathin sagte, die Augenmuskeln waren so "verklebt", der konnte gar nicht gerade gucken... und das kann schon durch eine zu schnelle Geburt gekommen sein.
hallo,
auf Kerstins Anraten hab ich den Strabismus von Lang gelesen, und hab jetzt einen groben Eindruck von den Fachbegriffen, die ihr dauernd benützt.
zwei Fragen dazu:
1. diese anomale Netzhautkorrespondenz, hat man die oder erwirbt man die?
2. kann normosensorisches Spätschielen eine dekompensierte Winkelfehlsichtigkeit sein?
und noch eine andere Frage:
3. wir haben Anfang September den ersten MKH-Termin (ich freu mich drauf!) und kurz danach nochmal einen Osteopathietermin. Verträgt sich das? Die Osteopathin meinte, mit 6 Jahren verschaltet sich da nochmal was im Gehirn, und das wär ein guter Zeitpunkt, nochmal zu behandeln.
Gruß
synnie-do
PS: warum gehen die PN nicht zur Zeit?
Hallo,
1. die ARK bildet sich in der Kindheit
2. ja könnte man grob so sagen – Unterschied ist primär das Alter und die Gefahr das nicht normales Binokularsehen noch entstehen kann
3. hat manchmal Einfluss – manchmal finde ich das im Vorfeld ganz nützlich, mir ist es recht wenn ca. 4 Wochen zwischen beiden Terminen liegt, da gibt es aber auch Ausnahmen (Fallabhängig)
Das Modul der Privat Nachrichten wurde upgedatet – und jetzt will es gar nicht mehr (wer kennt das nicht). Es sollte bald wieder laufen.
Liebe Grüße
Georg Scheuerer
Hallo,
Nachmal kurz zum Verständnis zu Frage 2) .
Grundsätzlich wird dies von Medizinern nicht so gesehen, da es für diese die Winkelfehlsichtigkeit nicht gibt. Es sei ein reines Kunstprodukt der Augenoptik.
Ich kann die Frage aber voll bejahen. - Jedoch(!) es gibt Fehlentwicklungen im Verlauf einer dekompensierten WF, die eine Rückführung in eine übliche WF leider unmöglich machen. Hier spielen u.a. der Zeitpunkt und die Zeitdauer der Dekompensation, aber auch andere Faktoren, eine üble Rolle.
Trotzdem lässt sich allermeist über den leider unüblichen Weg des prismatischen Brillenausgleichs zumindest ein einfacher binokularer Status erreichen und damit eine bessere Seh- und Lebensqualität. Binokulares Stereosehen mit räumlich erkennbarer Tiefe tritt nur teilweise wieder, und dann nicht selten abgeschwächt, in Funktion.
Zu Frage 3)
Ich empfehle meinen Kunden, zwischen der Messung, Versorgung und dem sechs-Wochen-Status (einer bei mir eingeschalteten Erfolgskontrolle) keine anderen Massnahmen zu planen. Nach oetheopathischer Behandlung(!), nicht reinen Besuchen(!) empfehle ich vor einer weiteren Messung bei mir einen Abstand von ca. 6 Wochen. So können Veränderungen besser der jeweiligen Einzelmassnahme zugeordnet werden und man dreht nicht an zu vielen Schrauben gleichzeitig.
Ein negatives Beispiel aus meiner jüngsten Praxis:
Ritalin-Kind ist in vier / fünf verschiedenen Therapien. Ein Kollege in Sachen MKH und Funktionaloptometrie verordnet erstmals Prismenbrille unter der Vorgabe >> nur ohne Ritalin>Absetzen vom Ritalin und anschießende Brillenversorgung
Wir haben nach einem klärenden Gespräch in diesem Fall umgehend zur Weitergabe (testweise) von Ritalin geraten, was spontan positiv anschlug. Aussage der Eltern und der Lehrerin. Die Prismenbrille mit 0.5 cm/m seitlich Gesamtwirkung ergab dagegen für das Kind keinen Unterschied bei refraktiv sehr geringen Werten. Nach einem weiteren Besuch beim Ostheopathen, der die Situation nun deutlich günstiger befand und z.Zt. auf weitere Massnahmen verzichtete, haben wir dann nach 14 Tagen eine erste Messung durchgeführt. Ergebnis 1,0 cm/m in der Höhe und 3,0 cm/m innen. Beim Abholen des Ergebnisses als Brille nahm mich heute das 10-jährige Mädchen in den Arm, so deutlich empfand es wohl den Unterschied im Sehen.
Nun erwarte ich als Nächstes den 6-Wochen Status. Schulisch konnte sogar über die Klassenlehrerin und das Schulamt eine Sonderregelung erreicht werden, dass zumindest die Abschiebung für ein halbes Jahr hinausgezögert wird. Beschulung solange als Wiederholer, denn ein Wiedereinstieg in eine Regelschule ist für das Kind später sonst nicht mehr möglich.
Jetzt hoffe ich mit diesem keineswegs dummen oder desinteressierten Kind auf einen, leider in diesem kurzen Zeitraster nicht generell planbaren Fortschritt im schulischen Alltag und natürlich auf schöne Sommerferien mit neuer Brille und einem Sehgewinn. Den Eltern wünsche ich eine klare Entscheidung zu eher weniger, dafür aber auf miteinander gut abgestimmte Einzelmassnahmen für Ihr Kind, und natürlich den schulischen Erfolg in der verbleibenden Zeit. (Brillentechnisch werden hier max. drei aufeinander aufbauende Messungen für >>Brille
Übrigens, bei dekompensierter WF kann dieser Messabstand deutlich zu lang sein, hier muss zumindest anfangs sehr engmaschig kontrolliert und bei Bedarf nachkorrigiert werden.