Hallo liebes Forum,
ich war bzgl. Augenbeschwerden/Sehstörungen auch schon bei 2 Ärzten und 2 Optikern.
Beide Optiker wollen bei mir eine Winkelfehlsichtigkeit festgestellt haben (beides Mal wurde dieser Kreuztest durchgeführt), beide Augenärzte (einer davon mit Sehschule) haben dies jedoch verneint, auch nachdem ich das Thema konkret angesprochen habe....
Meine Fragen sind nun
1. ich bin 26 Jahre alt und habe die Beschwerden nunmehr seit ca. 3/4 Jahr. Ich lese bei WF aber oft, dass Menschen dann bereits im Kindesalter "auffällig" sind (Zappelphilipp, schlechte Noten....), was bei mir überhaupt nicht der Fall war. Ist es also möglich, dass sich das bei mir erst jetzt bemerkbar macht?
2. Ein Optiker meinte, dass dieser Kreuztest bei Augenärzten sehr umstritten sei. Kann mir jmd. von euch erklären, ob das bestimmte Gründe hat?
3. Diese Beschwerden treten bei mir nicht immer auf, es gibt Tage, da kann ich einigermaßen gut arbeiten, und dann wieder Tage, an denen ich fast gar nicht arbeiten kann. Wäre das auch typisch für WF, dass man die Beschwerden unterschiedlich stark hat? ist das bei euch auch so?
Ich bedanke mich schon vorab bei denen, die mir hoffentlich antworten werden!! Wünsche euch allen noch einen schönen Tag!!
Viele Grüße,
Yvonne
Hallo Yvonne,
eine Winkelfehlsichtigkeit (Wf) kann sich durchaus erst im höheren Lebensalter bemerkbar machen, wobei es da keine Grenze nach oben gibt.
Wichtig wäre zu wissen, was Deine Befindlichkeiten sind, die Dich stören. Übliche Befindlichkeiten bei Wf sind u.a. Kopfschmerzen, Migräne, Lichtempfindlichkeit, Bindehautentzündung, Brennen, Tränen, Jucken der Augen, Schwindelgefühl, schnelle Ermüdung beim Lesen, nachts ungern oder unsicheres Autofahren, Magen-, Nacken- Rückenbeschwerden usw. Diese Befindlichkeiten können einzeln, aber auch miteinander vergesellschaftet auftreten. Wenn Du ein- oder mehrmals mit Ja geantwortet hast, dann ist die Ursache mit großer Wahrscheinlichkeit eine Wf. Wichtig ein Mediziner hat für diese Befindlichkeiten keine Diagnose stellen können.
Wurde Dir das Kreuz beim "Test" per Projektion dargeboten? Dann hat der Augenoptiker zu Recht das Ergebnis angezweifelt.
Konkreter Hinweis Suche Dir einen Augenoptiker, der mit der MKH umgehen kann. MKH steht für MAN KANN HELFEN. Das heßt es natürlich nicht, sondern ist nur eine Eselsbrücke, um sich die Buchstabenkombination besser merken zu können.
Wenn der telefonisch befragte Augenoptiker nicht weiß, was MKH ist Lege ganz schnell auf und rufe den nächsten an. Möglicherweise hilft Dir die Adresse www.selbsthilfegruppe-Winkelfehlsichtigkeit.de schneller weiter.
Viel Erfolg bei der Suche!
Doccy
Hallo Yvonne,
Doccy hat schon sehr viel für Dich Wichtiges zu dem Thema aufgeführt, bzw, hinterfragt. Auch mich würde interessieren, worin sich Deine Besschwerden äußern. Ich möchte als selbst Betroffene noch für Dich hinzufügen
Meine WF wurde erst mit Mitte 30 zufällig aufgedeckt (bei meinen Kindern bestand der Verdacht, ich stellte mich als Versuchskaninchen zur Verfügung und ließ die Messung auch bei mir machen).
Ich war in der Schule stets ohne Probleme, ich war KEIN Zappelphilipp, ich war geradezu eine Leseratte, hatte gute Noten und konnte superscharf sehen....
Aber Ich war in der Familie der Schussel, der die Gläser umwarf oder Ecken vom Geschirr anschlug, wenn ich es ins Regal stellen sollte. Aber das ist ja zunächst nichts Ungewöhnliches, es gibt halt auch Schussel und ich bekam dafür die Ohrfeigen. Ab der Oberstufe Gymnasium hatte ich oft Kopfschmerzen und Nackenprobleme - man schob es auf die Wirbelsäule, was ja auch zum größten Teil stimmte.
Ich habe eine WF von 7 Prismen, das heißt, auf 1 Meter Entfernung sehe ich alles um 7 cm seitlich versetzt. Bei 10 Metern sind das immerhin schon 70 cm. Ab 30 Jahre hatte ich Probleme bei der Arbeit am PC (Kopfschmerzen, Verrutschen in den Zeilen bei Tabellen) und ich fuhr nachts und bei Dämmerung nicht gerne Auto. Mit einer normalen Brille gegen meine leichte Übersichtigkeit wurde es etwas besser.
Mit der Prismenbrille erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben plastisches Sehen. Ich habe es vorher nie vermisst, weil ich es nie kannte (ich konnte aber nie räumlich zeichnen und war in Geometrie und Kunst miserabel). Aber nun möchte ich es nicht mehr missen. MIt Brille ecke ich nicht mehr gegen Türen und Kanten, falle keine Treppen mehr herunter und das Porzellan wird auch geschont. Das Schönste aber ist, dass die Kopfschmerzen weg sind und auch die Nackenprobleme.
Nimm Doccys Rat an, und suche Dir einen Optiker auf der Seite der Selbsthilfegruppe Winkelfehlsichtigkeit.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin, hallo Doccy,
erst einmal danke ich euch sehr für Eure Antworten, ich habe mich darin absolut wiedergefunden!!!
Meine Haupt-Beschwerden sind sporadisch auftretende Sehstörungen, zB. verrutschen in der Zeile, Wörter falsch lesen, teilweise "Flecken" auf meinem Sehbild, unheimliche Anstrengungen wenn ich länger lese. Dies wird begleitet von Schwindel (ohne Kreislaufbeschwerden, der Schwindel findet nur "im Kopf" statt) und starken Konzentrationsschwierigkeiten. Es gibt Tage, da kann ich einigermaßen arbeiten, und dann wieder Tage, an denen ich fast nichts leisten kann. Es kann sein, dass mich das einen ganzen Tag lang begleitet, oder auch mal nach einer Stunde wieder viel besser wird, ganz unterschiedlich... seit geraumer Zeit merke ich auch, dass ich zum Schussel werde (danke Kerstin für diesen Tipp!), ich setze Porzellan zu stark auf dem Tisch auf, schlage Türen zu. Dabei habe mir aber nichts gedacht.
Bereits seit 2-3 Jahren sehe ich nachts beim Autofahren sehr schlecht, bisher hatte nie jemand eine Erklärung hierfür, das ist schon erstaunlich.... Kopfschmerzen/Migräne hab ich schon seit vielen Jahren, allerdings liegt das wohl bei uns auch ein wenig in der Familie.... allerdings wache ich seit ein paar Wochen oft mit Nackenschmerzen auf, die zu Kopfschmerzen führen!
Neurologisch wurde nichts gefunden, und beim Allgemeinmediziner war auch alles ok. Deshalb bin ich eigentlich zufällig nochmal auf das Thema "Augen" gekommen und habe bzgl Wf nocheinmal etwas nachgeforscht, zum Glück!!!
Dank Doccy`s Tipp habe ich mir eine Optikerin ausgesucht, die auf der Seite der Hilfegruppe genannt wurde. Ich war gleich heute morgen dort und sie hat mich getestet. Der Polatest (habe mich extra erkundigt, dass er nach MKH gemacht wird) ergab bei mir eine Wf von 7. Ich lass nur nochmal vom Augendok den Augeninnendruck messen, und dann werd ich mir wohl ne Prismenbrille holen!! Ansonsten sehe ich sehr scharf, also mit jedem Auge einzeln. Auch räumliches Sehen funktioniert bei mir!
Die Optikerin meinte, ich könnte zusätzlich ein Sehtraining machen, dauert ca. 1/2 Jahr. Dann hätte ich evtl. die Chance, die Brille quasi wieder loszuwerden. Was haltet ihr denn davon?
Ich bin so froh, dass ich diese Seite und das Forum hier gefunden habe!! Hoffentlich ist jetzt endlich Schluß mit meinen Beschwerden, auf die Dauer verliert man dadurch echt an Lebensqualität....
Viele liebe Grüße,
Yvonne
Hallo Yvonne
Wie lange hat den die eigentliche MKH-Messung gedauert? Vom ersten grossen Kreuz bis zu der Tafel mit den vielen schwarzen und weissen Punkten und wieder zurück?
Hast du die gleichen Teste noch in einem Gerät vorgesetzt bekommen, das du in den Händen halten mustest?
Wäre spannend mehr darüber zu wissen.
Liebe Grüsse
Urs
Hallo Urs,
hhmm, das ist schwer zu sagen, insg. war ich 45 min. dort...
Es wurden zuerst ein paar kleinere Sachen untersucht, zB wie schnell/präzise ich von einem bestimmten Punkt auf einen anderen bestimmten Punkt schauen kann bzw. wie präzise ich diesen Punkt anpeile.
Der Test mit den Prismen und der Brille, die man dafür aufzieht, hmmm, vielleicht 15min., würd ich mal vermuten. Wir haben uns danach noch über Brille etc. unterhalten, von daher kann ich das schlecht sagen....
Also ich habe auf dieses große Kreuz geschaut, hatte ein Bild mit Zeigern das wie eine Uhr aufgebaut war, ein Bild mit zwei geöffneten Rechtecken, insg. 3-4 Bilder, die ich mit den Prismen angeschaut habe. Schwarze/weiße Punkte hatte ich nicht dabei....
Danach hab ich wirklich die gleichen Bilder "in klein" auf einem Gerät in der Hand (Firma Zeiss) angeschaut.
2-3 Bilder waren noch zu räumlichem Sehen (auf einem Bild befinden sich ein Kreis und zwei Dreiecke, was ist räumlich vorne, was hinten,...).
Viele Grüße
Yvonne
Hallo Yvonne,
aller Erfahrung nach werden Deine Befindlichkeiten mit Hilfe der vollständigen Augenoptischen Versorgung dramatisch zurückgehen oder sogar ganz verschwinden. Das wäre dann der Beweis dafür, daß für die Störungen eine unkorrigierte Wf Ursache war.
Ohne jetzt einen Fachvortrag zu halten, und zum Verständnis ein paar Worte, warum die vollständige Augenoptische Versorgung bei Dir (und anderen) offensichtlich geholfen hat
Der Bewegungsapparat unserer Augen besteht aus den äußeren Augenmuskeln, insgesamt 12, also pro Augapfel sechs. Ist der Bewegungsapparat ideal „geraten“, und blickt dieses Augenpaar in die Ferne, dann landen die Fixierlinien auf einen Punkt. Die Fixierlinie ist die gedachte Verbindungslinie von der Stelle des deutlichsten Sehens im Auge zu dem angeblickten Ort. Die Augenmuskeln sind in ihrem physiologischen Gleichgewicht. Wir nennen diesen Idealzustand „Winkelrechtsichtigkeit“.
Ist aber irgend einer oder mehrere dieser Muskeln im Verhältnis zu dem Rest zu lang oder zu kurz „geraten“, und es herrscht Muskelgleichgewicht, landen die Fixierlinien beim Blick in die Ferne auf unterschiedlichen Orten mit der fatalen Folge, daß im Gehirn (erst dort sehen wir!) zwei zeitgleich unterschiedliche Bilder ankommen, das Gehirn sieht doppelt.
Zeitgeich unterschiedliche Bilder kann das menschliche Gehirn nicht auswerten. Um Doppelsehen zu verhindern, steuert das Gehirn die Augenmuskel so, daß beide Fixierlinien auf dem gleichen Ort landen. Wegen nicht idealer Baulänge müssen die Muskeln Mehrarbeit leisten, es herrscht nun Muskelungleichgewicht. Das geschieht reflektorisch und ist anstrengend. Es ist eine Frage der körperlichen Konstitution und der Zeit, ob und wann sich ein „Augenmuskelkater“ bemerkbar macht und in welcher Erscheinungsform. Diesen Zustand nennen wir „Winkelfehlsichtigkeit“.
Die vollständige Augenoptische Versorgung hat zum Ziel, daß das Augenpaar seine anatomisch ideale Position einnimmt. Was jetzt aber optisch falsch ist, wird mit prismatischer Wirkung wieder „gerade gerückt“ mit der Folge, daß die vermehrte, anstrengende Muskelarbeit ist nun nicht mehr nötig ist. Die Folgen dieser Anstrengung müssen nun mehr oder weniger schnell verschwinden. Das ist alles, das war´s.
Wenn man lange genug einen Muskel unter Anspannung hält, wird er sich im Laufe der Zeit verkrampfen. Es gíbt einen „Muskeltonus“. Das heißt, bezogen auf Wf, daß dem ersten Korrektionsschritt meistens kurzfristig ein zweiter, im größeren Zeitabstand ein dritter oder vierter folgt, und zwar so oft, bis der Tonus vollständig gelöst ist.
Nun stellt sich die Frage des „trainierens“. Kann man durch Training bewirken, daß sich die Augenmuskeln in ihrer Länge so verändern, daß Winkelrechtsichtigkeit herrscht? Das wäre nicht nur schön, sondern - Verzeihung - das achte Weltwunder!
Der Bewegungsapparat ist von Natur aus und aus gutem Grunde um etwa 10-12-fach überdimensioniert. Trainiert man ihn nun auf das 14- oder 16-fache hoch, ändert das nichts an den Augenmuskellänge. Was also soll oder kann ein Training bewirken? Ich schließe natürlich nicht aus, daß es im Einzelfall Hilfe bringt. Abgesehen vom Zeitaufwand Ist das auch mit einer Geldausgabe verbunden?
Doccy
Hallo Yvonne,
ich möchte Urs Frage aufgreifen, wie klange die Messung gedauert hat.
15 Min für eine vollständige MKH sind nicht machbar, ausser ich lasse mir bei den einzelnen Testen nicht genügend Zeit.
Da kommt bei mir die Frage auf, ob die Optikerin lieber ein Sehtraining verkauft als eine vollkorrigierende prismatische Brille. Verstehe das bitte nicht falsch, beides kann helfen, aber Sehtraining hat meiner Meinung nach solange keine Bedeutiúng, wie nicht voll korrigiert wird mit Brillengläsern.
Hallo Eberhard und Doccy,
das Sehtraining hat die Optikerin mal gaaanz grob bei 600 Euro festgelegt, könnte auch geringer werden, wenn ich daheim Übungen mache.
Sie hat mir geraten, eine Prisenbrille als kurzfristige Lösung zu wählen und danach ggf. - sofern ich möchte - das Sehtraining zu machen.
Eberhard, wie lange sollte denn deiner Meinung nach der MKH-Test dauern, also so ungefähr?? Die ersten beiden Optiker haben bei mir nur den Kreuztest gemacht, diese Optikerin hat mich zumindest noch weitere Bilder ansehen lassen, anhand derer sie die Wirksamkeit der Prismen überprüft hat....
hhmm, jetzt dachte ich eigentlich, das wäre ne tolle Optikerin, vor allem, weil sie auf der Seite der Selbsthilfegruppe genannt wird....
Viele Grüße
Yvonne
Hallo Yvonne,
würdest Du mich hören können, könnte ich einen barschen Ton nicht vermeiden Sehen kann man nicht trainieren. Allein von der Terminologie ist diese Sache schon irreführend. Und wenn schon der Name die Tätigkeit verschleiert, was für ein Ergebnis soll da ´rauskommen??? Davon würde ich erst mal die Finger lassen.
Ein Wort zur Homöopathie Bitte lies meinen etwas längeren Beitrag aufmerksam durch. Dann beantwortet sich die Frage nach der Homöopathie von selbst.
Und auch noch ein Wort zur Dauer der Messung Es kommt nicht darauf an, wie lange die Messung dauert, sondern darauf, daß sie vollständig ist. Es müssen mindestens vier (besser sechs) unterschiedliche Teste angeboten werden. Die durchschnittliche Dauer meiner Messungen beträgt 20 min., selten länger. Nicht eingerechnet ist die anamnestische Befragung und die Erläuterung, also der reine Vorgang vom Einschalten des Polatestgerätes bis zum Ausschalten. Die Dauer der Messung ist kein Kriterium für Qualität, sondern nur ihre Vollständigkeit.
Doccy
Die reine MKH mag mal so schnell klappen, aber alle objektive, subjective, monokulare, binokulare , Ferne und Nähe Mesungen sind alleine vom Ablauf schon deutlich länger.
Wer mir sagt, er könne alle nötigen Untersuchungen und Messungen incl. Anamnese und Nachbesprechung in weniger als 60 min machen, dem glaube ich kein Wort. 
Dabei geht ganz sicher einiges zu schnell!
Doccy schrieb
würdest Du mich hören können, könnte ich einen barschen Ton nicht vermeiden Sehen kann man nicht trainieren. .....
BItte mehr Sachlichkeit!
Jeder von uns muss das Sehen erlernen und trainieren.
Oder sind Sie mit perfektem Sehen geboren worden?
Mfg
Urs
Hallo Yvonne
Danke für deine Informationen. Genau dies habe ich befürchtet. Ich kann Eberhard nur zustimmen.
Es ist höchstwahrscheinlich, dass dein Augenmuskelungleichgewicht (wir nennen es hier Winkelfehlsichtigkeit) wesentlich höher als der gemessene Wert von 7 Prismen (ich nehme an Basis aussen) beträgt.
Diese Abweichung hast du wohl schon lange Zeit. Mittels ungeheurer Anstrengung konntest du dies lange Zeit mehr oder weniger gut (nächtliches Autofahren) kompensieren. Nun scheint dir die Kraft nicht mehr zu reichen.
Es gibt nun grundsätzlich zwei mögliche Vorgehensweisen
a) Die Winkelabweichung mit Prismengläsern zu korrigieren und dabei dein Sehsystem zu entlasten.
b) Das Sehsystem zu trainieren bis die Beschwerden verschwunden sind.
Zu a) Es ist anzunehmen, dass bei einer etwas längeren Messung sich noch weiterer Ausgleichstonus lösen würde. Die 7 Prismen sind also ein Wert, der dich nur kurze Zeit entlasten wird und die Beschwerden innert kurzer Zeit wieder auftreten werden.
Um hier kostenschonend vorzugehen, sollte eine noch etwas ausführlichere Messung angesetzt werden. Sicher hat dich die Augenoptikerin schon aufgeklärt, dass bei Erstmessungen über 6 Prismen oft Werte im Bereich von 20 oder mehr Prismen resultieren. So hohe Werte kann man mit Brille korrigieren oder durch eine Augenmuskeloperation beseitigen lassen. Wobei für den Aufbau oft mehrere Korrektionsschritte nötig sind.
Zu b) Die doch schon massiven Probleme, die du schilderst lassen sich im Falle von Training nur durch tägliches trainieren (ca. 20 Minuten) angehen. Dieses Training ist recht hart und führt zu zusätzlicher Belastung. Ein anatomisches Augenmuskelungleichgewicht lässt sich dadurch nicht wegtrainieren. Verbessern lassen sich bestimmte Augenfunktionen wie die Folgebewegungen, die Blicksprünge, Scharfeinstellungen und das visuelle Erkennen usw.
Falls das Augenmuskelungleichgewicht nicht durch ungleiche Muskellängen verursacht ist, sondern durch unregelmässige Nerveninformationen, lässt sich hier mit Training mehr erreichen als mit einer Brille. Bei so massiven Problemen kann ich aus Erfahrung sagen, dass dies nur selten in 6 Monaten zu beseitigen ist.
Zu der Liste der Selbsthilfegruppen „Auch hier ist nicht alles Gold was glänzt“. Es ist eine subjektive Auswahl und wie jede andere Liste noch keine Gewähr für optimale Arbeit.
Mein Rat für das weitere Vorgehen Ist abhängig von deiner „normalen Brillenglasstärke“.
Falls du bisher keine Brille getragen hast, könnte dir die Optikerin allenfalls für zwei oder drei Wochen eine Leihbrille mit 7 Prismen abgeben (sofern sie so etwas im Angebot hat). In dieser Zeit wird sich vermutlich die Winkelabweichung verändern. Danach wüsste man schon mit grösserer Sicherheit, wie deine WF wirklich aussehen könnte.
Falls du bisher eine Brille getragen hast, ist eine etwas längere Messung allenfalls aufschlussreich.
Mit lieben Grüssen aus der Schweiz
Urs
Hallo Docy,
Doccy schrieb
Hallo Yvonne,
[...]Der Bewegungsapparat ist von Natur aus und aus gutem Grunde um etwa 10-12-fach überdimensioniert. Trainiert man ihn nun auf das 14- oder 16-fache hoch, ändert das nichts an den Augenmuskellänge. Was also soll oder kann ein Training bewirken? Ich schließe natürlich nicht aus, daß es im Einzelfall Hilfe bringt. Abgesehen vom Zeitaufwand Ist das auch mit einer Geldausgabe verbunden?[...]
Doccy
es lässt sich feststellen, dass sie in dieser Richtung scheinbar keine Ahnung haben oder falsch informiert sind.
Visualtraining hatte noch nie die Aufgabe die Muskelkraft zu erhöhen. Wenn schon zu diesem Thema Kommentare geschrieben werden, wäre eine vorheriges fachliches Informieren zum Thema sicherlich hilfreich.
Mir stellt sich dann immer die Frage, warum VT und FO fast in der ganzen Welt verbreitet ist und angewendet wird, prismatische Korrektionen nach Haase sich aber ziemlich stark auf den deutschsprachigen Raum beschränken?
Vermutlich liegt es an der mangelnden fachlichen Ausbildung im Rest der Welt!?
Ergebene Grüße
Liebe Fachleute,
es ist ja schön, wie ihr euch hier wieder in die Haare kriegt. Aber was soll die arme Ivonne denn jetzt machen? Sie wollte einen Hinweis, was sie mit ihren Augen machen soll und keinen Live-Bericht aus einem Grabenkampf.
Liebe Ivonne,
ich habe von meiner WFS auch erst mit 25 erfahren und mich dann durch die Pros und Kontras zur Prismenbrille verunsichern lassen. Letztlich habe ich mich dann für die Brille entschieden. Mein Gedankengang war der, dass ich bei der Brille spätestens nach wenigen Wochen merken sollte, ob sie mir hilft, ein Training dagegen erst allmählich und nach Monaten seine Wirkung entfaltet. Außerdem hatte man mir gesagt, von der Brille auf Training umzusteigen geht einfacher, als umgekehrt. (Gibt’s dazu Kommentar von den Experten?)
Die Brille hat mich dann sofort so überzeugt, dass ich dabei bleiben werde, obwohl ich mutmaßlich auf einen OP-Fall hinauslaufen werde. Wenn dann die Vollkorrektion erreicht ist und ich immer noch kleine Defizite bemerken sollte, werde ich ein Training aufsatteln. Aber erstmal nur die Brille!
Ich wünsch Dir alles Gute!
Viele Grüße
G.
Hallo Yvonne!
Noch einen Beitrag vom Pessimisten? Bitteschön Vergiss alle Prognosen! Deine Erstmessung ergab 7 Prismen, die Basislage fehlt indes. Bei manchen bleibt das stabil, bei anderen steigt sie unaufhörlich. Dann folgt auf eine Korrektion eine höhere, ad nauseam. Mach' Dich auf was gefasst!
Wenn Du diese Brille ordern solltest, achte darauf, dass der Optiker Dir keinen Krams draufpackt, der nur ins Geld geht. Extra dünnes Glas ist ebenso fehl am Platz wie eine allzu teure Entspiegelung. Denn es ist nicht sonderlich wahrscheinlich, dass Du diese länger als drei Monate tragen wirst!
Gruß,
Monoxid
Liebe Yvonne und liebe Mitstreiter,
auch ich als Betroffene wäre nach diesen kontrovers diskutierten Beiträgen als "Neuling" hier völlig verwirrt. Warum prophezeit hier so ziemlich jeder steigende Prismen?!?! Bin ich etwa der Sondersuperausnahmefall? Ich hatte meine erste Messung mit über 30 Jahren, es waren 7 Primsen, Basis außen. Ansonsten eine leichte Übersichtigkeit und ein Asti. Diese Prismenwerte habe ich heute noch (inzwischen habe ich wieder genullt....) in meiner Brille, obwohl ich einmal im Jahr nachmessen lasse. Der Asti ist nicht immer der Gleiche geblieben.
Also Yvonne, wenn Du dich für die Brille entscheidest, gehe es ohne Angst vor steigenden Prismen an. Die Empfehlung, erst mal nicht superentspiegelt usw. zu nehmen, kann ich aber befürworten. Meine ersten Prismengläser waren aus Glas, nicht entspiegelt - und das brachte mir schon Erleichterung. Später folgte doch Entspiegelung, das ist bei Kunstlicht und Autofahren nachts im Regen angenehmer. MIttlerweile habe ich Kunststoffgläser und ein rahmenloses Gestell, denn irgendwann kommt alles aus der Mode...und ich will ja noch nicht so alt aussehen, wie ich wirklich bin (Eitelkeit der Frau).
Ein Sehtraining wird Dich zusätzlich Geld kosten, das weißt Du. Aber es wurde hier ja bereits beschrieben, in welchen Fällen es wirklich angebracht ist. Und Du weißt ja noch nicht, ob das auf Dich zutreffen könnte. Ich für meinen Teil würde nicht in zu kurzen Abständen alles Mögliche ausbrobieren. Denn Dein Gehirn muss das alles verarbeiten und das ist auch Anstrengung.
Was Deine Nackenprobleme anbelangt, da kann ich Dir aus eigener Erfahrung empfehlen, Dich einmal über KISS / KID Syndrom im Internet schlau zu machen. Meistens werden Kinder beschrieben, aber es haben auch Erwachsene (eben halt schon, seit sie Kind sind, aber es wurde nie erkannt). Ich bin / war auch so ein Fall. Durch die Behandlung meiner Nackenprobleme wurde auch das Sehen besser.
Viele Grüße
Kerstin
Kerstin Harms schrieb
Warum prophezeit hier so ziemlich jeder steigende Prismen?!?! [..] Ich hatte meine erste Messung mit über 30 Jahren, es waren 7 Primsen, Basis außen.
Weil es meist so ist. Wer sich auf Prismen einlässt, sollte auf dieses Phänomen hinreichend hingewiesen werden, sonst gibt's da womöglich ein böses Erwachen. Meine erste Prismenbrille hatte auch 7pdpt BA, und der Optiker, der die angefertigt hat, hat nicht viel über Steigerungen erzählt. Das war im Juni 2005, seitdem befinde ich mich in puncto Prismenstärke im freien Fall (oder in ungebremster Prosperität, je nach Perspektive) - aber da bin ich wohl auch so ein Sondersuperausnahmefall. 
Hallo Monoxid,
ich denke nicht, dass es MEIST so ist, dass die Prismen ins Unermessliche steigen. Aber hier sollten die Optiker einmal aus ihrer Erfahrungskiste plaudern. Ich denke, dass ein bis drei Nachkorrekturen bis zu einem stabilen Wert durchaus gängig sind (darum bin ich wohl ein Ausnahmefall mit nur einer Messung, die immer noch passt). Dass hier im Forum natürlich die Mehrheit derer vertreten ist, bei denen es Probleme gibt, ist auch klar Wäre alles mit einer oder wenigen Korrektionen getan, würden man nicht das Bedürfnis haben, hier in regelmäßigen Abständen zu schreiben, nur um zu erklären, dass die Brille immer noch passt. Hier schreiben natürlich die Betroffenen, wo ständig etwas im Wandel ist. Mein Sohn gehört ja auch zu den harten Brocken, insofern denke ich, kann ich beide Seiten ganz gut verstehen. Aber ich möchte nicht gleich die Neulinge hier einschüchtern nach dem Motto Mach dich auf etwas gefasst....
Egal, in welchem Forum man stöbert (Krebs, Gehirntumor, Meningitis, Borreliose etc.), dort begegnet man wirklich vom Schicksal gebeutelten Menschen, man selber ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ganz so schlimm betroffen. Ich denke, in diesem Forum ist es ähnlich Unsere Dauerschreiber sind diejenigen, die die "Gebeutelten" sind. Das Forum soll diesen helfen, es soll aber auch denen helfen, die gerade erst auf das Thema WF gestoßen sind. Ehrlichkeit ist wichtig, aber es ist eine Gratwanderung, was man einem Prismenneuling gleich alles prophezeit - das ist wie auf den berühmten Beipackzetteln von Medikamenten Wenn man gelesen hat, was alles passieren kann, mag man das Medikament doch gar nicht mehr nehmen, oder?
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin
Kerstin Harms schrieb
Aber hier sollten die Optiker einmal aus ihrer Erfahrungskiste plaudern.
Machen wir ja, nur in diesem Fall scheint uns keiner zu glauben oder glauben zu wollen.
Herzlichst
Urs