Hallo im Forum,
wie an anderer Stelle beschrieben, bin ich so froh über meine Prismenbrille, dass ich es wirklich kaum in Worte fassen kann.
Morgens, wenn ich aus dem Bett aufstehe, kenne ich keine Rückenprobleme mehr, was für eine Wohltat. Sicherlich kann ich mit meinem durch die Fehlhaltung erworbenen Bandscheibenvorfall keine Bäume mehr fällen, aber das muss ich auch gar nicht mehr, ich suche mir jetzt für solche Tätigkeiten Hilfe, oder lasse sie, weil ich meinen Körper jetzt plötzlich wahrnehme und ernst nehme.
Räumlich richtiges Sehen war mir bislang auch fremnd, wie schön doch die Welt ist, wenn ich sie korrekt erblicken kann.
Aber, es bleibt ein großes Aber, durch die unvermutete und stellenweise entspannte Sizuation in mir, kommen auch Dinge aus dem Unterbewußtsein, Fragen und Antworten, die mich weiterhin belasten. Und hier ist aktuell und besonders die Frage nach meinen anderen Sympthomen. Und wie es der Zufall so will, bin ich auf ADHS bei Erwachsenen aufmerksam geworden.
Zur Zeit bin ich ja in meiner dritten Psychotherapie und leider tappen wir völlig im Dunkeln, Depression, Angst, Weltflucht, Wut, alles ist gleichzeitig, oder in schneller Abfolge in mir vorhanden, stark abgeschwächt durch meine Brille, aber immernoch vorhanden. Leistungsfähig, wie im normalen Sinne, bin ich weiss Gott nicht.
Ende August lasse ich mich auf ADHS bei Erwachsenen untersuchen, meine Biographie seit früher Kindheit spricht sehr für diese Diagnose.
Weil eben auch meine Fehlsichtigkeit seit Kleinkindalter durch meine Eltern zwar bemerkt, durch Fachärzte aber unerkannt blieb, stellt sich mir die Frage, inwieweit hier en ursächlicher Bezug vorliegen könnte.
Im Netzt habe ich Hinweise, auch von Wissenschaftlern gefunden, die meine Vermutung untermauern.
Wer ist selber Betroffener oder kann mir diesbezüglich weitere Hinweise geben?
Bin wie immer um jeden Hinweis verlegen.
Übrigens, was mir noch einfällt, habe ich allein durch einige Gespräche im näheren Umfeld die Vermutung, dass die Winkelfehlsichtigkeit ein wirklich viel weiter verbreitetes und unerkanntes Problem für die Gesundheit der Menschen darstellt.
Alles Liebe
Jörg
Hallo Jörg,
ich kann Dir bestätigen, daß ein Zusammenhang zwischen ADHS und WF besteht.
Ich habe erlebt, daß die Gabe von Ritalin verringert oder auch weggelassen werden konnte, nach Korrektion mit Prismengläsern.
Hallo Eberhard,
danke für die Bestätigung meiner Vermutung.
Leider scheint die bestehende Lehrmeinung diesen Zusammnhang nicht wirklich ernst zu nehmen, bin deshalb auf meine Untersuchung Ende August gespannt und auf den weiteren Umgang damit.
Damit meine ich den Umgang z.B. der Krankenkasse, meines behandelnden Psychiaters und auch, ob und wieweit man mir dann doch endlich eine passende Rehabilitation anbietet.
Habe gestern in dem Zusammenhang mit dem Gesundheitsministerium telefoniert, abe auch da war die Resonanz wie bei den Ärztevereinigungen eher gleich null, denn in irgendeiner Weise interessiert.
Warum wohl?
Weiter suche ich Betroffene mit beiden Diagnosen zum ustausch von Erfahrungen.
Blos kein Ritalin oder andere chemische Stoffe der Pharmaindustrie für mich persönlich.
Lieben Gruß
Jörg
Hallo Jörg,
gestern in einem Telefonat sagte mir ein Kollege
Warum buhlen wir Augenoptiker immer noch um die Anerkennung im medizinischen Bereich. Welcher Mediziner legt von sich aus Wert auf die Anerkennung seiner selbst von anderen Berufsgruppen.
"Winkelfehlsichtigkeit" ist anerkannt in der Augenoptik und prüfungsrelevant in der Abschlussprüfung zum AO-Meister, Optometristen oder Dipl. Ing. für Augenoptik.
Nehmen wir doch den Vergleich mit den Schuhen, wieviele nackte Füsse werden verletzt, behandelt, versorgt. Vielleicht spricht man bewusst das nötige Schuhwerk nicht an, was heute u.a. jedem Spitzensportler in völlig auf die jeweilige Sportart abgestimmter Art und weise zur Verfügung steht, keiner würde hier "nackt" um Medallien mitlaufen, auch die Australier oder Afrikaner nicht!
Aber dann kommt ein Schuhmacher ins Gebiet und wird dort sein Handwerk treiben. Es ist vorauszusehen, was mit den zerschrundenen Füssen passiert. Ob die Seele, deren grösses Einflusstor die visuelle Erlebniswelt ist, nicht in gleicher Art jammert?
Hier sind Augenoptiker, die keine medizinische Berufung haben, aber Schuhe für die Augen anfertigen, rein nach augenoptischen (physikalischen) Gesetzmäßigkeiten der Lichtablenkung und Lichtbrechung. Warten wir es doch einfach ab, ob dies nicht auch Einfluss auf die Psyche findet, nicht wenige sind davon bisher schon durch meine Tätigkeit überzeugt worden. Vielleicht meldet sich hier ja mal jemand.
Anerkenntnis von Ärzten, Kostenträgern etc. das ist eine Sache für die ich viele Jahre gestritten habe, ich habe dadurch viel Energie verbraten und rückblickend eher alles verloren! Heute suche ich nur noch das Klientel, was es mit mir im Vertrauen wagt. Ich bin überzeugt, man wird nicht enttäuscht werden. Wir machen Ihnen Schuhe für die Augen, die ihr Geld wert sind. Punkt!
Hallo Paul-Gerhard,
ich bin immer wieder baff, mit welchen wirklich guten Worten Du hantierst. Hut ab!
Das habe ich noch nie gekonnt.
Hallo, Eberhard
die "Schuhe für die Augen" sind ein Ausspruch von meinem Freund und unserem Kollegen Klaus Fitz. Aber Gutes darf kopiert werden, und ehrlich gesagt, die Treffsicherheit in dieser Aussage aber, wird mir selbst immer bewusster.
Ich möchte mich nur nicht mit fremden Federn schmücken!
Hallo im Forum,
vielen Dank für die Resonanz.
Ich betreibe ja Aufklärung im privaten Bereich und habe schon mehrere Leute über die Winkelfehlsichtigkeit informiert.
Eine gute Freundin wollte meine Brille aufsetzten, war über die Klarheit ihres Sehens durch sie Überrascht und schrie auf, als sie sie wieder abgesetzt hat. Sie sah alles doppelt. Da sie seit Jahren über Nackenprobleme stöhnt und kein Orthopäde ihr helfen konnte bislang, will sie nun die Augen überprüfen lassen. Bin mir fast sicher, dass ihr geholfen werden kann. Mein Bruder ist auch dabei, eine Untersuchung anzugehen. Ich bleibe am Ball.
In meiner Lage, als Patient oder Klient oder Betroffener muss ich kämpfen, denn sonst rassel ich hier geflissentlich durch die Systeme,
deshalb noch einmal mein Begehren, betroffene Menschen zu finden, die :wink:elfehlschtig sind, die auch nicht ärztlich versorgt wurden und die eventuell unter ADHS oder anderen psyschen Problemen leiden.
Alles Liebe
Jörg
(deshalb noch einmal mein Begehren, betroffene Menschen zu finden, die :wink:elfehlschtig sind, die auch nicht ärztlich versorgt wurden und die eventuell unter ADHS oder anderen psyschen Problemen leiden.)
Dafuer benoetigen die Menschen schon eine aussergewoehnliche motivation.
schau dich mal in den "medizinforen" um.
da werden salben empfohlen. doppeltsehen "kann" garnicht von den augen kommen, sondern weil mann/frau rueckenschmerzen oder sonst was hat. legen marathonlaeufe von einem zum naechsten arzt hin.
oft habe ich den eindruck, die menschen moechten garkeine vernuenftige korrektion. sie suhlen sich lieber in ihren krankheitsbildern, weil sie sonst nichts zu berichten haben.
ich wuensche dir viele mitstreiter. kann aber nur die selbsthilfegruppe wf empfehlen. ob die jetzt nur fuer kinder zustaendig ist, laesst sich erfragen.
gruss
burkhard schlinkmann
Hallo Sentapaula,
Paul-Gerhard hat es oben treffend beschrieben Man kann sehr viel Energie vergebens investieren, um um Anerkennung bzw. als Betroffener um Kostenübernahme seitens der gesetzlichen KK's zu kämpfen.
Auch ich als Leiterin der SHG im Bereich Norddeutschland betreibe sehr viel Aufklärung, selektiere aber mittlerweile auch unter den anfänglich Interessierten und tausche mich gerne weiter mit denen aus, die Vertrauen in die MKH haben. Übrigens sind wir auch für Erwachsene da. Häufig kommen die über die Kinder zu uns, weil es einen AHA-Effekt gibt (der Apfel fällt schließlich nicht weit vom Birnbaum).
Zu Deiner Frage Auch mein Sohn hat ADS und ist :wink:elfehlsichtig. Er hat zudem Nackenprobleme. Alles wurde durch die Prismenkorrektur besser. Allerdings war ich mit ihm auch bei einem Spezialisten in Sachen Nackenprobleme Es gibt sogenannte KISS / KID Kinder (Kopfgelenkinduzierte Symmetriestörungen). Unbehandelt, hat man es auch als Erwachsener (so wie ich). Ich habe diese Manualtherapie komplett selber bezahlt, sowohl bei meinem Sohn, als auch bei mir und meiner Tochter. Danch stabilisierte sich seltsamerweise die WF. Auch die Prismen zahlen wir selbst - wie alle anderen auch. Es hat keinen Sinn, gegen die laufenden Mühlen der Bürokratie zu kämpfen. Ich brauche meine Kraft anderswo, wo ich Aussicht auf Besserung und Erfolg habe. Und ich brauche meine Kraft und Gesundheit, um weiterhin die Brötchen für meine kleine Familie verdienen zu können.
Was ADS anbelangt, so hilft Ritalin nur bei Kindern. Für Erwachsene ist es ein Aufputschmittel. Kinder sediert es und ermöglicht ihnen anscheinend, Reize aus dem Umfeld zu selektieren und sich dadurch besser zu konzentrieren.
Ich versuche schon seit drei Jahren, den Bogen von WF über ADS und KISS/ KID zu spannen. Die Medizin selbst sieht da wohl noch kaum Zusammenhänge. Jeder Arzt doktort für sich auf seinem Spezialgebiet herum. Den Zusammenhang musst Du selber finden und für Dich entscheiden, in welcher Reihenfolge Du Deinen Weg gehst. Fange da an, wo Dein Leidensdruck am größten ist. Über gut korrigierte Augen fällt vielleicht manch andere Beschwerde von alleine in den Hintergrund, bzw. verbessert sich.
Über ADS bei Erwachsenen und Behandlungsmöglichkeiten ist mir selbst wenig bekannt, außer dass ich weiß, es gibt AD(H)S bei Erwachsenen. Früher wurde ein Zappelphilipp-Kind eben Postbote, da hatte es genug Bewegung. Heute müssen alle Menschen perfekt sein, am besten für alle Berufe gleich geeignet.
Ich versuche, nach vorne zu schauen und zu gehen, mit den Gaben die ich habe und mit den Fehlern, die aus mir doch erst ein Individuum machen. Das Gleiche gilt für meine Kinder und es sollte für alle Kinder gelten, findest Du nicht?
Ich wünsche Dir Kraft und Mut, Dinge zu erkennen, die Du ändern kannst, Dinge anzunehmen, die Du nicht ändern kannst, und vor allem die Fähigkeit, das eine vom anderen unterscheiden zu können.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Jörg und alle andere Diskutanten,
zunächst zu Deinem Problem Was sich über mehrere Dekaden gebildet und verfestigt hat, kann man kaum in wenigen Monaten in seinen Urzustand zurückversetzen können. Auch wenn es schwer fällt hier ist Geduld angesagt. Selbst wenn man ADHS oder Ähnliches bei Dir diagnostiziert Du weißt es auch ohne Diagnose, das bringt Dir keinen Informationsgewinn. Denn aus der Diagnose wird man kaum eine erfolgreiche Therapie entwickeln können. Es bleiben Dir nur die Korrektionsschritte der MKH.
Dann eine Information für alle, die da glauben, daß die Medizin sich dem hippokratischen Eid verpflichtet hat. Im Deutschen Ärzteblatt 99, Ausgabe 38 vom 20.09.2002 unter dem Titel „In der Fortschrittsfalle“ kann man folgende Sätze lesen
Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muß die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind.
Zu der Diskussion um Anerkennung Niemals (!!!) wird ein Mediziner mit einem Nicht-Mediziner ein medizinisches Thema diskutieren. Zu Recht. Ein Nicht-Mediziner ist eben kein Fachmann der Medizin. Umgekehrt Nahezu jeder Augenoptiker will den Augenheiler in seiner Nachbarschaft davon überzeugen, daß er als Augenoptiker Recht hat und helfen kann, wegen der guten „Zusammenarbeit“, die es aber gar nicht geben kann. Das eine ist Handwerk, daß ander Heilkunde. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Nichts, absolut nichts!
Nun doch noch etwas Fachliches Der Mensch ist nicht lebensfähig, wenn er nicht einfach sieht. Menschen, die doppelt sehen, sind suizidgefährdet.
Sehen findet im Gehirn statt. Die höchste Priorität für das Gehirn ist es, Einfachsehen dauerhaft aufrecht zu erhalten. Jede Fehlsichtigkeitsart, die Unschärfe oder Doppelsehen bewirkt (Fachbegriff axial oder lateral falsche Bildlage), löst reflektorisch die Selbstkorrektion falscher Bildlage ( S f B ) aus. Das ist immer mit (meist muskulärer) Anstrengung verbunden, die Befindlichkeiten auslösen kann, die krankhaften Ursprungs zu sein scheinen. Medizinische Behandlungsversuche erweisen sich regelmäßig als therapieresistent. Die Behandlung wird trotzdem bezahlt. Wo liegt eigentlich für den Behandler der Anreiz, wirklich zu helfen?
Meine Erkenntnis Hört endlich auf, zu glauben, daß die Heilkunde in Sachen Wf ein Ansprechpartner ist. Sie kann es nicht sein. Dazu noch ein Zitat aus dem Jahre 1937 (!) von Armin Tschermak-Seysenegg
Der als Heterophorie (Stevens) bezeichnete Zustand von primärer Asymmetrie oder Inkongruenz der Grundstellung beider Augen bedeutet an sich nichts Pathologisches, sondern eine schier reguläre Unvollkommenheit des okulomotorischen Apparates, dessen beide selbständig entwickelte Hälften kaum je von vorn herein kongruent sind.
Bedarf dieses Zitat noch eines Kommentares?
Unkorrigierte Wf ist Augenmuskelungleichgewicht. Korrigierte Wf bewirkt Augenmuskelgleichgewicht. Das und nur das ist das Ziel der MKH.
Liebe Grüße an alle
Doccy
Hallo Docy,
wenn so etwas wirlich ernsthaft im Deutschen Ärzteblatt steht und nicht ironisch gemeint ist, dann gilt mehr denn je der alte Volksmund "Geh zum Arzt oder bleib gesund."
Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, warum mich seit 4 Jahren KEIN Augenarzt mehr gesehen hat, dafür aber regelmäßig der Optiker. Dies soll keine Anleitung sein, nicht mehr zum AA zu gehen, klar werde ich da irgendwann mal wieder hingehen, wenn mein Alter danach schreit, vielleicht doch mal den Augeninnendruck zu messen oder dergleichen, aber mein Sehen selbst lasse ich vom Handwerker korrigieren, der kann es wenigstens.
Danke Dir für diesen interessanten Auszug!
Viele Grüße
Kerstin
Das Sehen und die Augen sind so wichtig, dass es ruhig zwei Partner sein dürfen.
Wenn im Jahr zweimal zahntechnische Profilaxe angesagt ist, warum nicht jedes Jahr auch mind. einmal zur Augenkontrolle?
Mal zwecks medizinischer Diagnostik zum Facharzt für Augenheilkunde.
Mal zwecks Messung bestmöglicher Sehleistung zum hierzu versierten Augenoptikermeister. Solange beide Bereiche gut stimmen, hat man so optimale Vorsorge betrieben, ansonsten rät der jeweilige Partner sicher zu einem anderen Zyclus.
Lieber Paul-Gerhard,
Du hast natürlich Recht - UNEINGESCHRÄNKT!
Aber, Hand aufs Herz Ich kenne nicht sehr viele Menschen, die ihre Augen jährlich überprüfen lassen. Man geht erst, wenn was nicht mehr zu stimmen scheint (zum Orthopäden geht man ja auch erst, wenn der Rücken weh tut...obwohl Einlagen, rechtzeitig verpasst, manchen Schmerz verhindern könnten).
Viele Grüße
Kerstin
Liebe Kerstin, Lieber Paul-Gerhard,
ganz sicher ist die Aussage des Professors nicht ironisch gemeint. Der vollständige Wortlaut belegt das. Das "Deutsche Ärzteblatt" hatt keine ironische Rubrik. Wer den vollständigen Text dieses Professors haben möchte, der teile mir doch bitte seine Email-Adresse mit. Er bekommt ihn dann als PDF-Datei.
Der Vergleich mit dem Zahn, lieber Paul-Gerhard, ist so eine Sache. Wenn da ein Loch drin ist, dann ist der Zahn krank. Wenn das Loch nicht repariert wird, kann sich eine Entzündung bilden, die den ganzen Körper vergiften und sogar zum Tode führen kann. Natürlich mit dem Warnsignal des unerträglichen Schmerzes. Alles, was weh tut, ist ungefährlich, weil man darauf reagieren kann. Gefahr geht von Krankheiten aus, die kein Warnsignal senden, also nicht weh tun.
Vielleicht kommt nun jemand auf die Idee, einen Vergleich mit den Ohren anzustellen. Auch den kann ich nicht akzeptieren. Wer nicht mehr richtig hören kann, hat entweder mit MP3-Player Mißbrauch getrieben, sein Gehöhr in Discos überfordert oder mit seinen Ohren sonstwie Schindluder getrieben.
All das geht mit den Augen nicht. Wenn ein Bildlagefehler vorliegt, ist die Auswirkung lediglich unscharfes Sehen, sonst nichts. Und das kann man bis zu seinem Lebensende ertragen. Zugegeben Bestimmte Fehlsichtigkeitsarten (z.B. Wf) können Befindlichkeiten auslösen, die krankhaften Ursprungs zu sein scheinen, aber auch nicht mehr. Mit anderen Worten Vergleiche der Sinnesempfindung "Sehen" mit anderen sind immer zum Scheitern verurteilt. Besonders dann, wenn man damit Erklärungsversuche glaubhaft machen will.
Viele Grüße
Doccy
Hallo Doccy!
Es liegt im Wesen von Vergleichen verschiedener Sachverhalte oder Dinge, dass die Vergleichbarkeit nur in Grenzen möglich ist. Sonst wären diese Dinge ja im Wesentlichen gleich.
So oder so, jedenfalls sind Vergleiche durchaus nicht unangebracht, zwei Beispiele
1.) Soweit ich weiß, ist es doch eine weitverbreitete Meinung (Tatsache?), dass, wer eine Disposition zur Kurzsichtigkeit besitzt, diese durch intensive Naharbeit vorantreiben kann. (Zumindest trifft dies auf mich zu, der ich ein Musterbeispiel bin, bei dem auf Jahre intensiver PC-Arbeit Jahre absoluter PC-Abstinenz gefolgt sind, mit korrespondierendem Anstieg der Myopie.) Ergo kann man mit seinen Augen durchaus auch "Missbrauch" treiben - wie mit den Ohren.
2.) Wenn ich mich nicht irre, sind Weisheitszähne per se nichts Krankhaftes.
Dennoch können diese krankheitsähnliche Beschwerden verursachen - man vergleiche dies mit dem Ursache-Wirkungs-Prinzip des vielbeschworenen lateralen Bildlagefehlers der WF.
Gruß,
Monoxid
Zu der Diskussion um Anerkennung Niemals (!!!) wird ein Mediziner mit einem Nicht-Mediziner ein medizinisches Thema diskutieren. Zu Recht. Ein Nicht-Mediziner ist eben kein Fachmann der Medizin. Umgekehrt Nahezu jeder Augenoptiker will den Augenheiler in seiner Nachbarschaft davon überzeugen, daß er als Augenoptiker Recht hat und helfen kann, wegen der guten „Zusammenarbeit“, die es aber gar nicht geben kann. Das eine ist Handwerk, daß ander Heilkunde. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Nichts, absolut nichts!
Dann würde sich diesen Forum als Nonsens entpuppen. Und das was Sie nicht wahrhaben wollen, nämlich Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen, die gib es und sie funktioniert.
Den Rest snippe ich einfach. Ich müsste da so viel korrigieren und konkretisieren. Die Zeit habe ich gar nicht.
Eberhard Luckas schrieb
Hallo Jörg,
ich kann Dir bestätigen, daß ein Zusammenhang zwischen ADHS und WF besteht.
Ich habe erlebt, daß die Gabe von Ritalin verringert oder auch weggelassen werden konnte, nach Korrektion mit Prismengläsern.
ADHS ist eine Neurotransmitterstörung. Wir haben nur eine bestimmte Menge an biochemischen Botenstoffen im Gehirn und gut 65% des Hirnstoffwechsels werden für die Verarbeitung von visuellen Informationen benutzt. Wenn hier mehr erforderlich ist z.B. für die Kompensation einer Fixationsdisparation, ist weniger für anderes da.
Die Wirkung von Mph grob einfach gesagt Methylphenidat besetzt die Transporter der Präsynapse und verhindert, dass Dopamin aus dem Spalt gepumpt wird. Das ist die Hauptwirkung. Mehtylphenidat wird statt Dopamin
in die Präsynapse gepumpt und wird dort von den Vesikel aufgenommen.
Das führt dazu, dass dort das vorliegende Dopamin verdrängt wird.
Methylphendiat beschäftigt auch die MAO und verhindert, dass Dopamin
abgebaut wird. Summasummarum verfügt die Synapse daher über eine genügende Menge Dopamin in einer bestimmten Wirkzeit.
Das gilt auch für andere Neurotransmitter.
Wenn also visuelle Wahrnehmungsstörungen eine Konzentrationsschwäche verstärken beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und eine prismatische Korrektion nun die Wahrnehmungsprobleme minimiert, sind nun genügend Botenstoffe für andere Hirnbereiche vorhanden. Dann bedarf es nicht mehr soviel an medikamentöser Therapie.
Aber nur, Herr Luckas, wenn das zutrifft.
Ich kann Ihnen auch unter vier Augen verraten wer das in seinen Vorträgen bei der IVBV erwähnte. Herr Dr. Friederichs war das nicht.
Weiter suche ich Betroffene mit beiden Diagnosen zum ustausch von Erfahrungen.
Blos kein Ritalin oder andere chemische Stoffe der Pharmaindustrie für mich persönlich.
Lieben Gruß
Jörg
Ritalin kann helfen. Da müssen aber viele Faktoren zutreffen. Die Diagnose, die multimodalen Therapien, der medikamentöse Einschleichversuch und der Wille es zu wollen. Ohne Therapieeinsicht und -willigkeit auch kein Erfolg.
Aber nicht immer benötigt man bei AD(H)S auch Medikamente.
Betroffene mit AD(H)S und "Winkelfehlsichtigkeit" findest du auch hier
Hallo Agnes Maria,
danke für den Link und Deine Info - ist für mich sehr nützlich...
Ich kann wirklich bestätigen, dass durch die Korrektion der WF mit Prismen bei meinem Sohn Ritalin nur in einer minimalen Dosis notwendig ist. Ich hoffe, wenn er einmal vollkorrigiert ist, dass das Ritalin auch wegbleiben kann. Er muss den leidigen Legasthenikerkurs (er empfindet ihn als leidig, weil er früher in die Schule muss, als die anderen) in der Schule besuchen und ist dort mit Abstand der Beste...leider hat sich die Legastheniebeauftragte noch nicht mit WF befasst, und ich bin zur Zeit ein wenig zu müde, um an sie heranzutreten.
Ich habe meinem Sohn mittels der Prismen eine Hilfe an die Hand gegeben, die auch in anderen Bereichen "Linderung" gebracht hat, und ich freue mich über die kleinen Fortschritte - soweit jedenfalls.
Gruß
Kerstin
Kerstin Harms schrieb
Was ADS anbelangt, so hilft Ritalin nur bei Kindern. Für Erwachsene ist es ein Aufputschmittel. Kinder sediert es und ermöglicht ihnen anscheinend, Reize aus dem Umfeld zu selektieren und sich dadurch besser zu konzentrieren.
Nur als kurze Notiz Methylphenidat hilft auch bei Erwachsenen. Sehr gut sogar. Es ist bei richtigem ADS niemals ein Aufputschmittel sondern seine pharmakologische Wirkung ist dieselbe wie bei Kindern. Nur weil man 18 Jahre und älter ist hat es auf einmal eben keine andere Wirkungsweise.
Ritalin, Concerta, Equasym oder wie die Präperate alle heißen sind jedoch bis 2005 für die Behandlung Erwachsener vom Bundesausschuß der Krankenkassen nicht zur Behandlung zugelassen worden. Ein erwiesener Wirksamkeitsnachweis war in den Augen der Verantwortlichen nicht erbracht. Eine multizentrische große Studie, von Novartis und Lilly mitbetreut, läuft zur Zeit an der Uni Homburg/Saar dazu.
Ritalin etc.darf zur Behandlung von ADS bei Erwachsenen nun verordnet werden, allerdings nur auf Privatrezept, weil es noch Off Label Use ist. Wenn eine Kostenübernahme durch die GKV erreicht werden soll, das sind zur Zeit immer Einzelfallentscheidungen, gehören mehrere andere Komponenten noch dazu.
Die Behandlung von Narkolepsie bei Erwachsenen mit Ritalin dagegen wird von den Kassen voll getragen.