Hallo Miri,
Du fragst: "Was mich noch brennend interessiert: Wenn ich als Innenschielerin mit meiner Prismenkorrektur ab und zu solche Doppelbilder habe, bei denen das Bild des rechten Auges weiter links ist als das Bild des linken Auges, ist das ein Zeichen für eine Überkorrektur?"
ja, eindeutig.
Gruß
Eberhard
Hallo Miri,
Eberhard hat grundsätzlich Recht. Dennoch wage ich hier einen Einwurf.
Da Du schon lange mit Doppelbildern lebst, kann es auch sein, dass Deine Intelligenz zeitweise wieder Doppelbilder hervorrufen möchte (verrückt, nicht wahr!). Dies um so eher, je unbefriedigender und stressiger das ungewohnte Sehen mit beiden Augen unter Fusion sich gestaltet.
Dann kann es Deiner Intelligenz sogar egal sein, ob es eine alte Schielrichtung oder eine quasi entgegen gesetzte bevorzugt. Oder ist das Doppelbild gar abhängig von der Beobachtungsentfernung? Deshalb sind hier Schnellschlüsse unerlaubt, vor allen kurzfristig geplante Eingriffe am Augenmuskelsystem (aber auch die Festlegung auf Über- oder Unterkorrektion, die allgemein sonst stimmig ist). OP fixiert eher auf Dauer, nur Brille kann leichter geändert werden. Und bei verbleibenden Doppelbildern, wenn auch nur zeitweise ist immer Aufklärung durch Messung(en) angesagt.
Deshalb plädiere ich generell für eine längere möglichst sensible Korrektion über Brillen, bis Doppelbilder entgültig beseitigt sind. Selbst Einleitungs-Ops laufen (in glücklicher Weise nur sehr seltenen Fällen) in eine völlig falsche Richtung, weil Sehen auch nach ersten Korrektionen noch total verspannt sein kann.
Zudem habe ich Berichte von Operateuren gehört, die bei der OP feststellten, dass ein Augenmuskel totales Bodybuilding zeigte und sein Gegenspieler nur sehniges Gewebe ohne Muskelfaserkraft aufwies. Wie soll da ein funktionelles Zusammenspiel einsetzen? Nach OP eines solchen Systems kann es hier zu ganz neuen Situationen kommen, da schon die OP erstens die Kräfteverhältnisse neu ordnet und es aber auch alleine durch den Eingriff teilweise zu einer Anregung zu besserer Durchblutung des nur sehnigen Muskels kommt, und dieser in der Folge erst sein Amt besser verwalten lernt.
Ein solcher Prozess ist ein Weg über Jahre, hier gilt es mit Brille das Fixationsverhalten in den benötigten Entfernungen möglichst eindeutig aus zu tarieren. In seltenen Fällen bedarf es hier drei unterschiedlicher prismatischer Korrektionen für die Ferne, die Nähe und zusätzlich für den Bildschirmabstand. Ich habe Kunden, die damit seit Jahren zufrieden leben.
Manchmal fallen die Werte später auch auf einen gemeinsamen Nenner zusammen. Aber das kann man nicht vorhersagen. Ich habe aber kaum glücklichere und zufriedenere Kunden und dies sind Kunden, die mich immer wieder weiter empfehlen. Denn der Leidensdruck ist ihnen damit erstmalig und auch beständig genommen.
Liebe Mirii,
der Augenabstand ob nur mit Brille oder mit Folie bleibt immer gleich. Auch wenn es so scheinen mag das unter Prismenfolie das Auge mehr schielt.
Das man das Doppelbild mit Folie in entgegengesetzter Richtung sieht kann auch an einer paradoxen Sehweise liegen. Aus der Ferne dazu etwas zu sagen ist kompliziert.
LG
A.M.
Danke für Eure interessanten Erläuterungen.
Herrn Moschs Ausführungen entnehme ich als Quintessenz, dass man geduldig sein soll und - ggf. in vielen Einzelschritten aufbauend - eine langfristige Prismenkorrektur per Brille erreichen sollte, bevor man operiert. Und dass (aufgrund komplexer Sachverhalte) in Einzelfällen sogar infolge der OP erneut eine Korrektion erforderlich werden kann. Auch AgnesMaria verweist darauf, dass Doppelbilder nicht gleich Doppelbilder sind und man nicht pauschal beantworten könne, ob eine Korrektur zu stark oder zu schwach sei.
Um diese Hinweise auf meinen persönlichen Fall zu münzen - ja, es bedarf wohl einiger Versuche per "trial and error", aber ich komme der Sache "augenscheinlich" näher... Die 15er-Folie ist laut Optikerin-Messung vor zwei Tagen eindeutig zu hoch (der senkrechte Balken des Kreuzes war um eine Balkenbreite nach links versetzt). Jetzt habe ich eine 12er-Folie bekommen, die zwar einen Tick zu schwach sei, aber dennoch besser geeignet, weil mein Gehirn sich nur schwer darauf einstellen könne, die "umgedrehten" Doppelbilder infolge einer Überkorrektur auszugleichen. Nur sensorisch (nicht motorisch) ist damit noch ein kleiner Winkel da. Den bemerke ich fast nicht, ich habe mittlerweile nur noch selten Augenschmerzen (z.B. beim angestrengten Pilze suchen) und vergesse sogar zeitweilig meine Augenprobleme komplett (ein schönes Gefühl)! Ich trage jetzt einen Korrekturwert von 16 (angebliche Wirkung in Brille) + 12 (Folie) = 28. In den nächsten Tagen lasse ich die Augen noch mal nachmessen und am 14.10. ist ja die letzte Messung beim Arzt. Es scheint, als ob sich mein Winkelfehler so langsam bei 29/30 Pr. einpendelt. Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass der Wert nicht viel höher anzusteigen scheint, und ich vertraue am besten der Optikerin und dem Doc und ihrer langjährigen Erfahrung - und freu mich schon auf die Operation. Nur noch 24 Tage...
Miri
Liebe Forumsfreunde,
Heute habe ich noch mal meinen Prismenwert ausmessen zu lassen. Er stieg auf 45 Prismen an!!! Und das, wo ich vor knapp zwei Wochen noch die Zusatz-Folie von 15 auf 12 Prismen reduzieren ließ, weil die 15er zu stark war. Angeblich sei der Endwert maximal 35, sagte da noch die Optikerin. Heute meinte sie aber, dass es sich wohl um eine Einleitungs-OP handeln würde und der Wert wahrscheinlich noch weiter ansteigen wird - ein seltener Fall sei ich.
Ich bin jetzt erst mal am Boden zerstört.
Wann werde ich jemals wieder "normal" (aus)sehen können? Die Wartezeit bis zur OP lebe ich jetzt schon als Einsiedler und vermeide jegliche Kontakte, weil ich mit der starken Minus- und Prismenbrille wie ein Freak aussehe (Mein Nebenproblem: Ich habe leider keine Familie und keinen Partner und kann im momentanen Zustand auch schlecht jemanden kennenlernen) . Meine Geschäftspartner sind auch alle sehr irritiert, und trauen sich kaum, mir in die Augen zu schauen. Ich dachte, dass ich nach der OP endlich wieder ein normales Leben führen kann, aber jetzt steht mir wahrscheinlich ein erneuter Prismenaufbau bevor. Ein Jahr müsse ich bis zur zweiten OP warten, sagte die Optikerin. Mal sehen, was der Doc nächste Woche sagt.
Ja, ch weiß, erst einmal abwarten... aber ich erhoffe mir kein Wunder
Miri
Hallo Mirii,
zuerst einmal, Du bist ganz sicher kein so seltener Fall.
Sieh einmal die Vorteile, die sich Dir zeigen.
1) ein Einleitungseingriff reduziert den Gesamtfehler schon erheblich. Es kann sein, dass Doppelbilder anschließend nie wieder auftreten. Denn der Restfehler wurde ja deutlich reduziert.
2) Ist die Gefahr einer Überkorrektur bei einer Einleitungs-OP nicht vorhanden, es braucht nicht zugewartet zu werden. Wichtig ist nur eine klare Abklärung (über Ferne und Nähe), dass der Eingriff eindeutig unterdimensioniert bei maximaler Dosierung, ausfällt.
3) Du hast mittlerweile sehr viel über dein Sehen und Deine Augen gelernt. Verstecken brauchst Du Dich mit Deinen Kenntnissen und Erfahrungen ganz sicher nicht.
... und am 14-ten hast Du Deinen Augenarzttermin. Das ist doch jetzt sehr bald!
Ich könnte noch einiges mehr schreiben, ich will es dabei belassen. Nur Mut!
Danke 
Heute war der letzte Kontrolltermin bei Doc W. vor der OP. Obwohl die Optikerin vor 6 Tagen 45 Pr. gemessen hat, hat er heute - wie auch schon zuletzt am 9.9. - genau 35 Pr. gemessen. Die Optikerin habe wohl zu schnell zu viele Prismen draufgelegt, anstatt den geringstmöglichen Wert zu suchen.
Mehr als 35 Pr. wird er jedenfalls nicht operieren und wenn dann noch ein Restwert übrig bleibt, dann sollte ich ihn ausgleichen können. Abwarten.
Er hat auch genau ausgemessen, welche Wirkung die Prismenbrille bei mir hat. Er hat 16 Prismen gemessen (wie die Optikerin mir ja auch erklärte), statt die eigentlich von ihm verschriebenen 22. Zusammen mit der 12er Folie war ich also die ganze Zeit um 7 Prismen unterkorrigiert. Das erklärt, dass ich zeitweise abends auch noch leichte Doppelbilder habe.
Jetzt hat sich der Doc noch notiert, dass ich eine "kontaktlinsenfreundliche" Operation wünsche (wie schön) und nächste Woche ist es also soweit. Ick freu mir schon, wie wir Berliner sagen.
Bis dann,
Miri
Hallo Miri,
alles Gute für die OP! Ich bin sicher, danach ist vieles besser!
Hallo Miri,
auch von mir "ALLES GUTE und VIEL ERFOLG!"
Vielen, vielen Dank für eure Wünsche!
Morgen früh isses soweit. Ich bin sehr guter Dinge.
PS: Gibt es denn eigentlich kein Spendenkonto für Publicity und Aufklärungsarbeit in Sachen Winkelfehlsichtigkeit? Ohne dieses Internetportal wäre ich mit Sicherheit nie so schnell und so gut beraten und versorgt worden!
Hallo schon wieder,
gestern war die OP. Es ist alles planmäßig verlaufen und die Schmerzen sind auszuhalten.
Heute wurde der Verband abgemacht. Das Auge ist rot, aber nicht so schlimm wie gedacht. Die Anschwellung werde wohl noch etwas zunehmen. Ich trage nun wieder meine normale Brille und habe damit nur beim seitlichen Blick leichte Doppelbilder. Nach links sei das ja normal, weil das operierte rechte Auge sich noch nicht so gut nach links bewegen kann. Aber ob die DB auch beim Rechtsblick normal sind...? Außerdem sehe ich auf dem operierten Auge etwas verschwommen. Naja, ich muss erst mal 1 - 2 Wochen warten, bis sich alles wieder eingespielt hat und man die Ergebnisse der OP endgültig bewerten kann. Am Dienstag ist der nächste Kontrolltermin.
Ach ja, der Seheindruck ist insgesamt wieder gewöhnungsbedürftig. Mit der Prismenbrille war alles etwas tellerartig nach hinten gewöblt und erschien weiter weg - jetzt habe ich auf der Straße das Gefühl, auf dem Berg einer Wölbung zu gehen. Dieser Effekt wird sicherlich schnell wieder weggehen.
Insgesamt bin ich jetzt schon sehr froh, dass ich wieder mit normaler Brille sehen kann und dass ich nicht mehr so sichtbar schiele. Habe mal ein Vorher-Nachher-Bild hochgeladen, falls das jemanden interessiert.
Jetzt 2 Wochen KZH krank zu Hause, na das wird langweilig 
bis dann,
Miri
So sieht's aus:
Liebe Mirii,
das sieht doch schon sehr gut aus. Noch eine Woche und die Schwellung geht noch weiter zurück.
Hallo Mirii,
auch von mir alles Gute. Wundere Dich aber nicht, wenn die Sehschärfe des operierten Auges doch erst nach 3-5 Wochen wieder ganz normal ist.
Gruß
Eberhard
Danke sehr!
Ich habe auch mit einem deutlichen Übereffekt (Doppelbilder und Schmerzen nach links blickend) zu kämpfen. Doc W. sagte, dass der innere Augenmuskel des operierten rechten Auges noch nicht seine ganze Zugkraft hat.
Mit dem Autofahren muss ich daher wohl noch etwas warten. Da freut sich mein Schwager, der es sich geliehen hat 
Nächste Kontrolle ist am Montag, aber alles sieht o.k. aus.
Weiß vielleicht jemand von euch, ob man 8 Tage nach der Augen-OP generell schon wieder in die Sauna gehen darf? 
Hallo Mrii,
ich weiß es nicht, aber ich würde es nicht machen - die Überhitzung in der Sauna weitet schließlich auch die Blutgefäße...hinzu kommt das Bakterienmilieu in den Ruheräumen und Duschen...aber vielleicht bekommst Du hier noch einen fachlichen Rat.
LG
Kerstin
Hallo Miri

Also ich wurde im Jahr 2000 schon einmal an meinen Augen operiert und ich durfte danach ich glaub 2 Wochen lang nicht richtig Luftzug auf die Augen bekommen und Wasser in die Augen schon gar nicht. Das heißt, wenn du in der Sauna bist, schwitzt du ja automatisch und es könnte ja auch vorkommen, dass dann Wasser in deine Augen gelangt. Ganz verhindern kannst du das ja eh nicht, dass wasser in die Augen komt, z.B beim Duschen. Dennoch würd ich aus meiner Sicht sagen, sollte man das ja nicht sozusagen vorprogrammieren.. 
Liebe Grüße..
Marco 
Vielen Dank. Das leuchtet wohl ein, ich werde damit also besser noch warten.
(Habe gerade einen 8 mm langen losen Faden aus dem Auge entfernt. Ist wohl beim Vernähen übrig geblieben, die vier Nahtstellen sind nämlich noch da.)