Hallo,
ich bin ganz neu hier, daher kenne ich mich noch nicht richtig aus.
Unser Sohn wurde gestern am linken Auge zwecks seines Schielens operiert. Jetzt sieht er in der Nähe und der Ferne soweit er berichten kann normal. Allerdings in einem Abstand von 2 bis 3 Metern sieht er doppelt.
Zur seiner Vorgeschichte. Mit 16 Monaten wurde das Scielen bei ihm erstmals bemerkt. Er hat starke Weitsichtigkeit. Er wurde auch immer am rechten Auge abgeklebt. Und hat auch ununterbrochen seit seinem 18. Monat eine Brille. Ein räumliches Sehen konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Jetzt machen wir uns große Sorgen, ob diese Doppelbilder normal sind? Ob das wieder verschwindet?
Ich danke im Voraus...
Hallo 333eray,
ich würde sofort den behandelnden Arzt im Klinikum sowie den Operateur anrufen. Bitte wende sich an die Klinik, wo der Kleine operiert wurde. Doppelbilder nach der Schiel-OP hat man manchmal, sie müssten sich dann legen, aber da muss Dich der operierende Arzt drüber beraten.
LG
Helene
Danke für die Antwort Helene,
unser Termin ist erst am Di., bis dahin mache ich mich verrückt. Ich weiss, dass ich noch Geduld bringen muss, allerdings ist das richtig schlimm von meinem Sohn zu hören, dass ihn die Doppelbilder stören. Ich wünsch mir so sehr, dass die Doppelbilder verschwinden vorher war es nur ein optisches Problem, aber jetzt ist sein Sehen beieinträchtigt. Ich hab richtig Angst, dass diese Doppelbilder nicht verschwinden werden.
Hallo,
ich würde da am Montag morgen oder eben so bald es geht anrufen und die Situation schildern.
Wurde das räumliche Sehen nicht nachgewiesen? welche Tests wurden denn hierfür gemacht? Was steht genau in den Berichten? Wahrscheinlich ist aber das Simultansehen, die erste Stufe des Binokularsehens noch vorhanden, wenn Doppelbilder auftreten.
Beachte die Antwort von AgnesMaria in diesem Thema:
http://optometrieonline.de/node/5736
LG
Helene
Hallo,
danke für Dein Link Helene,
wir waren heute wieder in der Augenklinik. Mit der Rot-Grün Brille wurden die Doppelkreise und und das + gezeigt.
Da hat er die Kreise gesehen und das + nach links verschoben.
Dann hat er eine andere Brille aufgesetzt bekommen wo zwei Striche oben ein Punkt in der Mitte drunter wieder zwei Striche
waren, da hätte er die eine Linie zu sich vorgezogem sehem sollen. Aber das war nicht dem so.
Sein Restschielwinkel in die Nähe ist bei 5 ° in die Ferne kaum sichtbar.
Áuf die Doppelbilder sollen wir ihn garnicht ansprechen, sein Gehirn könnte sich dann schneller automatisch an die Situation
gewöhnen. Die Doppelbilder haben auch zunehmend abgenommen.
Welche Tests kann ich denn selber machen um das räumliche Sehen festzustellen?
Sein rechtes Auge vorher 120 %, jetzt 100 %.
Linkes Auge vorher 100 %, jetzt 60 %.
Das soll nach der OP noch völlig normal sein.
Liebe Grüsse
Neba
Hallo Neba,
zu Hause kannst Du in diesem Fall nicht so viel testen. Er hat ja mindestens ein Simultansehen, wo er zwei Bildeindrücke gleichzeitig wahrnehmen kann. Die Doppelbilder deuten darauf hin und die Ergebnisse des Schobertests mit den zwei Kreisen und dem Kreuz.
Die Brille mit den Strichen war ein modifizierter Bagolinitest, wenn er einen Strich nach vorne kommend gesehen hätte, würde es bedeuten, er kann fusionieren und es hätte ein räumliches Sehen nachgewiesen.
Was haben sie denn in der Klinik über sein Binokularsehen gesagt?
Nach so einer OP ein übrigbleibender Mikrostrabismus mit einem einfachen stabilen Binokularsehen wird normalerweise als wünschenswert betrachtet. Aber es ist momentan nicht klar, ob das der Fall ist.
Dazu wären z.B. die Befunde vor der OP hilfreich.
Fordere Dir sofort die Berichte von der Voruntersuchung, von der OP und von der heutigen Untersuchung ein. Dann kannst Du sie hier posten.
Mehr kann man im Augenblick nicht sagen.
LG
Helene
Untersuchung UniKlinik Tübingen 27.01.2009
Mit der getragenen Korrektion(RA+4,5/+0,75/97°,LA+4,5/+1,0/115°) zeigte sich eine Esotropie des linken Auges von in dér C5,5° und in der NäheC26°. Mit eine Addition von 3,0dpt verringerte sich der Nahwinkel auf 22°. Die Motilitätsanalyse ergab einen beidseitigen Strabismus sursoadduktorius. Eine Visusprüfung mit Optotypen war altersbedingt leider noch nicht möglich.
Skiaskopie: (Cyclopentolat 1%)
RA: (+4,5sph. +1,00 cyl 90 °)
LA: (+4,5sph. +1,5 cyl.100°)
VAA: R/L: reizfrei, optische Medien klar
Fundus: R/L: (in Mydriasis) Papille vital, randscharf, Makula trocken, Netzhaut anliegend
Beurteilung:
Es zeigte sich eine Esotropie mit Konvergenzexzess. Die Verorndung einer Bifokalbrille ist jedoch nicht sinnvoll, da der Nahwinkel unter einer Addition nicht wesentlich kleiner wird. Nach o.g. Skiaskopie beließen wir die aktuelle Korrektion. Wir empfehlen die Okklusion des rechten Auges tagesweise 2:1 durchzuführen. um einen schnelleren Visusansieg zu erreichen.
Das ist das was ich momentan habe. Am Mi. haben wir wieder einen Termin, da versuche ich die restlichen Befunde zu bekommen.
Liebe Grüsse
Neba
Hallo Neba,
ok, es ist ein sehr alter Befund, Binokularsehen wurde gar nicht untersucht. Was mich hier total wundert, warum verordnet man eine Okklusion ohne die Sehschärfe zu wissen (konnte nicht geprüft werden)?
Ja, es wäre gut, die restlichen Befunder zu besorgen.
LG
Helene
Die Verorndung einer Bifokalbrille ist jedoch nicht sinnvoll, da der Nahwinkel unter einer Addition nicht wesentlich kleiner wird.
Neba
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Daran glaube ich nicht. Bei einer Naheso von über 40 Prdpt.
Hallo AgnesMaria,
er hatte eine BIFO-Brille, damit er das räumliche Sehen nicht verlernt, wurde damals begründet. Doch danach wurde es wieder abgesetzt, da er grundsätzlich von der unteren Hälfte in die Nähe und Ferne geschaut hatte.
Hätten wir damals etwas anders machen sollen, damit ihm das räumliche Sehen noch erhalten geblieben wäre? Ist jetzt tatsächlich alles zu spät?
Liebe Grüsse
Neba
Trägt er denn weiter seine Brille täglich?
Was hat er heute für Brillenwerte in der Brille und gibt es nicht doch noch neuere Berichte nach 2009 und auch zur OP?
Z. Zt. stellt sich nicht die Frage, ob schon alles zu spät ist, sondern was kann unterstützend sein Sehen noch stabilisieren helfen. Immerhin steht Ihr Kind zeitlich erst kurz hinter dem Eingriff und dieser muss - sollte visuell möglichst optimal verarbeitet werden können. Bei Doppelbildern ist zu schauen, wo man etwas verbessern kann. Nur seltener klingen DB wieder von selbst ab, und meist werden sie dann nur einseitig unterdrückt.
Hallo,
heute waren wieder beim Augenarzt. Den Befund vor der Op haben wir bekommen, den nach der Op hat der Augenarzt heute auch noch nicht gehabt. Heute wurde am linken Auge ein Restschielwinkel von 6 ° gemessen
Befund vom 21.03.2012
Diagnosen: LA Strabismus convergens sinister, Amblyopie
Visus:
Ferne: R sc: R cc: 1,2
L sc: L cc: 0,8
Wichtige Befunde:
Covertest; F/N Strabismus convergens sinister, LF wird nicht gehalten
Objektive Winkel: F+15°, N +25°
Motilität frei, Konvergenz gut
Binokularsehen; F/N Exclusion LA
Refraktormeterwerte in Cycloplegie: R+5,75=-1,0/175°,L+6,25=-1,0/30°
Fundus (mydr): R/L o.B
Therapievorschlag:
Eine Schiel-OP kann durchgeführt werden. Praestationäre Aufnahme erfolgt am 10.04.12. Das rechte Auge sollte intensiver okkludiert werden.
Trägt er denn weiter seine Brille täglich?
Was hat er heute für Brillenwerte in der Brille und gibt es nicht doch noch neuere Berichte nach 2009 und auch zur OP?
Z. Zt. stellt sich nicht die Frage, ob schon alles zu spät ist, sondern was kann unterstützend sein Sehen noch stabilisieren helfen. Immerhin steht Ihr Kind zeitlich erst kurz hinter dem Eingriff und dieser muss - sollte visuell möglichst optimal verarbeitet werden können. Bei Doppelbildern ist zu schauen, wo man etwas verbessern kann. Nur seltener klingen DB wieder von selbst ab, und meist werden sie dann nur einseitig unterdrückt.
Er trägt seine Brille seit er einundhalb ist. Abgeklebt haben wir inh auch immer wie vorgeschrieben. Hat auch immer gut geklappt.
"Nur seltener klingen DB wieder von selbst ab, und meist werden sie dann nur einseitig unterdrückt."
Was bedeutet das? Wird er die Doppelbilder immer haben? Und wird sie mit dem schielenden Auge unterdrücken?
Was könne wir machen um sein Sehen zu stabilisieren?
Liebe Grüße
Neba
Hallo Neba,
ich schreibe Dir mal aus meiner Sicht und Erfahrung mit meiner Tochter, was nach der OP meiner Tochter jetzt gemacht wird und bei Euch gemacht werden sollte, um sein Binokularsehen noch zu "retten".
-gewissenhafte Brillenkorrektion, Frage klären, ob Bifokalbrille notwendig
-weitere Amblyopiebehandlung mit Okklusion, wobei ich beim Schielauge die gleiche Funktionalität anstreben würde wie beim führenden Auge auch beim Lesen und Schreiben später, Fixation anschauen, um den Abkleberhytmus feineinzustellen
-Visus überwachen, wobei auch der Visus in der Nähe nicht zu vernachlässigen ist
-Versuch, mit Prismenfolie das Binokularsehen zu stabilisieren und Doppelbilder einzufangen, diesen Punkt würde ich so schnell wie möglich in Angriff nehmen.
Das Ganze allerdings bei einem SEHR GUTEN Spezialisten, es ist enorm schwierig heutzutage, einen zu finden. Leider.
Wir warten noch auf Euren Bericht von der OP. Wir haben damals schon am Tag nach der OP einen vorläufigen Bericht erhalten.
Die Klinik muss Dir sofort einen Bericht schicken können, rufe da an.
Liebe Grüße
Helene
Hallo,
danke nochmal an alle.
Hier ist der Befund vom 17.04.2012 nach der OP.
Diagnosen: LA Strabismus convergens
Konvergenzexzess
Operation: LA M.rectus internus-Rücklagerung 5 mm
LA M.rectus externus-Myektomie 3,5 mm
Visus: Aufnahme: Entlassung:
Ferne RA: 1,2 RA: 1,0
LA: 1,0 LA: 0,6
Praeoperativer Befund:
Covertest: F/N Strabismus convergens sinister bis alternans
Objektive Winkel: F +12°-+15°, N +22-+25
Motilität: Strabismus sursoadductorius bds
Binokularsehen: F/N Exclusion LA
Postoperativer Befund:
Covertest: F Exophorie, N Strabismus con´vergens sinister bis alternans
Objektive Winkel: F-2°, N +5°
Motilität: Geringes Adductionsdefizit LA, sonst idem
Binokularsehen: Bagolini F positiv, N Exclusion LA, Schober Worth Exclusion LA bis alternierend, Stereotest F negativ
Vorderabschnitte:
RA: reizfrei, regelrecht
LA: regelrechter postoperativer Befund
Therapieempfehlung:
LA: Dexa-Gentamicin AR 5xtgl
Dexamytrex-AS zur Nacht
Hallo,
mein Sohn 5,5 Jahre hat ja die oben geschilderten Probleme. Meine Tochter habe ich seit ihrem 6. LM auch zum Augenarzt gebracht. Nur hat sie sich kaum untersuchen lassen. Am Freitag hat sie das erste Mal etwas besser mitgemacht. Allerdings nach dreimal Tropfen wollte sie auch mit großen Bemühungen nicht in das Gerät schauen. Dann hat der Augenarzt mit einem Gerät in der Hand geschaut. Hat dazu gesagt, dass dies nicht so genau wie der Computer ist, aber besser als gar keine Messung. Jetzt hat er 2 Dioptrien Weitsichtigkeit gemessen und auf der rechten Seite eine Hornhautverkrümmung 0,25. Er hat gemeint, solange sie nicht schielt und über Kopfschmerzen klagt, braucht sie keine Brille.
Ich habe mich mittlerweile im Forum etwas durchgelesen, da gibt es ja schon einige verschiedene Ansichtsweisen. Jetzt weiss ich aber nicht, ob wir tatsächlich in guten Händen sind nach der OP von meinem Sohnemann!!! Denn hier im Forum habe ich auch viel von Prismenbrillen vor der OP gelesen, das bei meinem Sohn weder beim Augenarzt noch in der Sehschule Thema war, auch in der Augenklinik hat man so etwas bei ihm nicht versucht. Nach der OP kann anscheinend weiterhin die selbe Brille getragen werden????
Wir haben zwar verschiedene Meinungen von drei Augenkliniken und mehreren Augenärzten geholt, aber jetzt weiss ich nicht, ob denn tatsächlich das bestmögliche versucht wurde. Wir haben letztendlich uns wo wir jetzt sind gut aufgehoben gefühlt, aber umso mehr ich mich im Forum schlau lese, bin ich tatsächlich sehr verwirrt. Kann mir jemand eine sehr gute Anlaufstelle zur einer weiteren Meinung geben?
Liebe Grüsse
Neba
Liebe Neba,
der Befund aus der Klinik ergibt bei mir nur Fragen.
Im März bestand noch ein einseitiges Schielen links. Die Fixation links wurde nicht gehalten.
Im April soll nun eine Alternans bestehen. Entweder ist es ein einseitiges Schielen, oder nicht. Dieses Wischi-Waschi, kann sein oder auch nicht, verwirrt nur und ist objektiv so auch nicht vertretbar. Weiterhin kann beim Bagolini nicht ein positiver Befund vorliegen und an den anderen Simultantesten Suppression. Was soll das denn? Woher sollen dann die Doppelbilder kommen, wenn nicht binocular gesehen werden kann? Genauso besteht postoperativ in der Ferne keine Exophorie, sondern ein Strabismus divergens. Können die alle nicht nachdenken? Hirn an der Gaderobe abgegeben?
Wegen des bestehenden Strabismus divergens und dem ungewohnten Binocularsehens bestehen nun Doppelbilder. Das Gehirn ist diese Augenstellung und damit auch die Verarbeitung des Seheindruckes nicht gewohnt. Hier muss man postoperativ prismatisch versorgen. In der Ferne anders als in der Nähe. Abwarten wie sich das entwickelt. Das kommt eben daher, dass man vor der OP keine Versorgung mit Prismen vorgenommen hat. Ein klassischer Fehler. Ob nun die Brillenwerte stimmen, kann man aus der Ferne nicht beurteilen.
Wie alt ist Ihre Tochter? Hat sie irgendwelche Beschwerden? Davon ist abhängig ob nun eine Brillenversorgung notwendig ist oder nicht. Mit einem Gerät, egal welchem, mißt man ( Refraktor) keine Fehlsichtigkeiten bei Kindern aus. Man skiaskopiert. Damit hat man die Sicherheit das auch exakt fixiert wird und man kann beurteilen ob eine Anisometropie vorhanden ist oder nicht. Der Flackerpunkt ist wichtig.
LG
A.M.
Hallo Neba,
schau mal in Deine PNs. ich habe Dir geantwortet.
LG
Helene
Hallo AgnesMaria,
meine kleine hat bisher gar keine sichtbaren Beschwerden. Mit ihr bin ich seit ihrem 6. LM zu Augenarzt gegangen weil ja der Bruder schon Probleme hatte. Sie ist jetzt zweiundhalb und erst bei dieser Kontrolle hat sie erst etwas besser mitgemacht.
Uns wurde immer gesagt, dass es super ist bei meinem Sohn das so früh festgestellt zu haben. Dennoch war noch nie die Rede von Prismen. Das habe ich erst hier im Forum erfahren.
Er ist fünfundhalb. Momentan beschwert er sich nicht so oft über Doppelbilder, aber gestern hätte er anscheinend wieder einmal doppelt gesehen. In die Ferne schielt er gar nicht mehr. In die Nähe rutscht Mal das LA Mal das RA. Manchmal beide zusammen. Beide zusammen war vor der OP nie der Fall. Vor der OP hat er auch abwechselnd geschielt, doch das führende Auge war immer rechts.
Nächste Woche haben wir wieder einen Augenarzt Termin. Wie kann ich da am besten vorgehen? Damit sie mich nicht wieder mit abwarten verschonen?
Liebe Grüsse
Neba
:(((((((
Seit Stunden lese ich hier rum. Umso mehr ich lese, merke ich wieviel wir falsch gemacht haben.
:(((((((