Zum Inhalt springen
Einloggen
Doppelbilder >> Str...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Doppelbilder >> Stress und Bildschirm ??

32 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
1 Ansichten
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 
[#3792]

Hallo miteinander

Ich bin 46 Jahre alt und habe seit fünf Monaten Doppelbilder mit rechtem Auge.
Geschichte
Ich arbeite 8 Std. am Bildschirm, sowie nochmals 2 Std. zuhause Vor einem Jahr war es die Hälfte. Der Stress an der Arbeit ist gross. Plötzlich bemerkte ich, dass ich während Besprechungen Doppelbilder sehe und die Augen weh tun. Ich trage eine Lesebrille und eine Arbeitsplatzbrille mit Gleitsichtglas. Es folgten Kopf-Nackenschmerzen, sowie Schwindel und Unwohlsein. Ich war jetzt fünf mal beim Augenarzt. CT und MRI normaler Befund. Ich erhielt zwei Prismenfolienbrillen für Ferne und Arbeiten als Versuch und Theraphie. Der Arzt meinte, dass wenn sich die Prismenwerte stabilisieren, könnte eine SchielOP besprochen werden. Die Anzahl Prismen kann ich jetzt nicht erwähnen, da ich die Beschreibung nicht verstehe. Nun, auf vier Meter Distanz in der Wohnung ist ein Objekt (Doppelbild rechtes Auge) 70 cm rechts und eine Handbreite tiefer. Früher hatte ich nie Augenprobleme. Ich trug oft eine Billig-Lesebrille mit +2.0 welche keine Korrektur hatte. Die neue Brille hat L+2.0 und R+2.75. Ist es möglich, dass die „Winkelsichtigkeit“ durch meine intensive Bildschirmarbeit entstanden ist? Die Augen werden doch bei Weitsichtigkeit, am Bildschirm nach innen gerichtet. Sind Fälle in solchem Ausmass bekannt? Ist eine Besserung ohne Bildschirmarbeit und mit irgendeiner Art Augentraining möglich? Während einer Woche Ferien hatte ich kaum Doppelbilder. Die 70 cm Abweichung waren jedoch noch vorhanden, wenn ich es erzwang. Vor bald vier Jahren fiel ich heftig auf den Hinterkopf und empfand eine enorme Erschütterung im Kopf. Da ich nach einigen Stunden keine Kopfschmerzen hatte, wurde auch nichts untersucht. Sehstörungen hatte ich keine. Vielleicht kann mir jetzt jemand helfen!


 
Veröffentlicht : 11.12.2007 20:47
Schlagwörter
(@Kerstin-Harms)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Luca,

der Sturz auf den Hinterkopf kann schon viel bewirkt haben! Im harmlosesten Fall ist es dann halt die Entgleisung einer Wf, die man ja schon immer hat, aber bisher kompensieren konnte. Vielleicht steckt eh auch noch ein Mikrostrabismus dahinter.

Hinzu kommt natürlich das Alter (so wars bei mir auch....) und die Bildschirmarbeit. Beides klassische Auslöser für eine bisher gut kompensierte Wf.

Was sagte der Arzt? Dekompensierte Hereophorie oder nannte er es Heterotropie oder Strabismus? Das zu wissen wäre schon wichtig. Kannst Du noch nähere Angaben machen zur Diagnose? Auch zu der Anzahl der Prismen? Warum spricht er jetzt schon von einer OP? Der Winkel scheint groß zu sein....

Viele Grüße
Kerstin


 
Veröffentlicht : 11.12.2007 21:02
(@Eberhard-Luckas)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Luca,

nach Deiner Beschreibung hast Du etwa 18cm/m Basis außen, also ein Innenschielen, zusätzlich ein nicht ganz so starkes Höhenschielen.

Kerstin hat schon recht, daß der Sturz ein Auslöser sein kann, aber auch die jetzt längere Bildschirmarbeit kann dazu gewirkt haben, den Fehler zu spüren. Ich möchte Dir empfehlen, die prismatisch notwenige Korrektur vor der OP mit richtigen Gläsern und nicht mit Folien zu tragen. Wenn das mindestens 3 Monate, besser 6 Monate beschwerdefrei klappt, steht der erfolgreichen OP nichts im Wege.

Sehtraining hat in Deinem Fall auf Grund des hohen Schiel:wink:els keinen dauerhaften Erfolg.


 
Veröffentlicht : 12.12.2007 13:29
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo Kerstin und Eberhard. Danke für die Antworten.

Für die Nähe habe ich 6 Prismen und für die Ferne 12^. Der Arzt erwähnt die Abducensparese rechts, von unklarer Ursache. Für mich ist die Tatsache, dass ich mit der Nahbrille 8 Std. am Tag die Augen nach innen „gezwängt„ habe, von Bedeutung. Der Muskel wurde doch überlastet und hat allmählich die Abweichung ergeben. Inwiefern mein Alter und eine eventuell früher vorhandene Wf mitverursacher sind, wissen wir nicht.) Als Laie, stelle ich mir vor, dass ich den Muskel auf die andere Seite trainieren muss. Das heisst keine Bildschirmarbeit, wenig Naharbeit...lesen etc., und Augentraining, sofern ein solches existiert!
Ich werde mich wegen dem früheren Schlag auf den Kopf, für eine HWS Theraphie
erkunden. Da kommt mir auch die CranioSacralTherapie in den Sinn. Was meint Ihr dazu?
Ich denke, ich muss einfach das probieren, was ich mir Wünsche. Die Prismenangewöhnung und eine eventuelle OP ist dann vielleicht doch die Lösung.
Bestimmt werde ich noch viele Erfahrungen machen. Gruss Luca


 
Veröffentlicht : 12.12.2007 20:09
(@Kerstin-Harms)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Luca,

wieviel "Mühe" hat man sich ärztlicherseits gegeben, um der Abduzensparese genauer auf die Spur zu kommen? Du erwähnst, dass die Ärzte sagen, sie sei unklarer Herkunft? Wurde da alles nur Machbare unternommen, um weiter abzuklären? Es gibt viele Auslöser für Abduzensparesen, auch echte, ernsthafte Erkrankungen. Wurde neuroopthtalmologisch abgeklärt? Hattest du mal eine schlimme Mittelohrentzündung? Die kann sich nämlich ins Felsenbein fortleiten und zu einer Abdunzensparese mit gleichzeitigem, bohrenden Kopfschmerz, der sich zur Stirn und Schläfe ausweitet, führen. Auch Schädenltraumen können zu Abduzensparesen führen.

Manchmal liegt aber auch einfach nur ein Abduzensdefizit durch Esotropie (Einwärtsschielen) vor und wird fälschlich mit einer Abduzensparese verwechselt.

Du siehst, es ist also gar nicht so einfach. Und da Du ja auch so Kopfschmerzprobleme und Schwindel hast, obendrein die alte Kopfverletzung...ich hoffe, man hat Dich ernst genommen und vernünftig abgeklärt.

LG
Kerstin


 
Veröffentlicht : 12.12.2007 20:43
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

Liebe Kerstin, was Sie schon geschrieben haben umfasst einen Teil der Ursachen der Abduzensparese

Der Kern des VI. Hirnnerven ist in der dorsalen Pons gelegen und wird vom Fazialisknie umgeben. Efferente Fasern treten ventral am pontomedullären Übergang aus, laufen über die Spitze des Felsenbeines durch den Sinus cavernosus, durch die Fissura orbitalis superior zum Musculus rectus lateralis.

Zu den Symptomen und Zeichen einer Parese gehören horizontale Doppelbilder, die in Zugrichtung des betroffenen Muskels zunehmen. Zur Vermeidung der Doppelbildern wird der Kopf in Richtung des paretischen Muskels gewendet.

Faszikuläre Läsionen sind mit einer kontralateralen Hemiplegie assoziiert. Kernläsionen verursachen einen ipsolateralen Blicklähmung; einen isolierte Nervus VI - Parese ist niemals Folge einer Kernläsion.

Lähmungen des VI - Hirnnerven sollen von folgenden Krankheitsbildern unterschieden werden Crossed fixation bei frühkindlicher Esotropie, Konvergenzexzeß, Einklemmung des Musculus rectus medialis, Myasthenie, blockierter Nystagmus, Retraktionssyndrom und dekompensierter Strabismus.

Bei einer beidseitigen Nervus .VI - Parese ist immer an einen Erhöhung des intrakraniellen Drucks zu denken (Tumoren, Subarachnoidalblutung, Infektionen, Pseudotumor cerebri). Weitere Ursachen können sein Demyelinisierung, Traumata, Wernicke- Enzephalopathie, Divergenzlähmung, angeborene Abduzenslähmung mit Retraktionssyndrom (Stilling, Duane, türck), strabismus fixus congenitus.

Die häufigste Ursachen bei Erwachsenen sind neben unklarer Genese Gefäßerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Insult) im Hirnstammbereich und Traumata. Weniger häufige Ursachen sind Tumoren (Nasopharynxkarzinom, Metastasen, Hypophysenadenom usw.) erhöhter intrakranieller Druck (Pseudotumor cerebri) , Carotis - Sinus - cavernosus - Fistel, nach Limbalpunktionen, Meningitis, Wernicke Enzephalopathie, Aneuryismen, Sarkoidose. Lues, Sinusitis etc....

A.M.

.


 
Veröffentlicht : 14.12.2007 20:13
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Liebe Agnes Maria

Ich habe Ihre Informationen zur Abduzensparese gelesen. Sie schreiben, dass
zu einer Parese horizontale Doppelbilder gehören. Ich habe vertikales Doppelbild(nur wenig horizontal tiefer) mit vermuteter Abduzensparese.
Gestern sprach ich mit dem Oberarzt der Augenklinik. Obwohl er im Bericht erwähnt, dass über eine Op gesprochen werden kann, meint er jetzt, dass 6 Prismen nicht operiert werden können, da die OP nicht so präzise ausgeführt werden kann. Nunja, ich will ja nicht an eine OP denken, sonder hoffen, dass das Doppelbild wieder weg geht. Was meinen Sie zu meiner Situation, wie ich es zu Beginn des Themas beschrieben habe. Hilft eine Craniosacraltheraphie bei Abduzensparese?

LG luca


 
Veröffentlicht : 15.12.2007 15:50
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

luca schrieb

Liebe Agnes Maria

Ich habe Ihre Informationen zur Abduzensparese gelesen. Sie schreiben, dass
zu einer Parese horizontale Doppelbilder gehören. Ich habe vertikales Doppelbild(nur wenig horizontal tiefer) mit vermuteter Abduzensparese.
Gestern sprach ich mit dem Oberarzt der Augenklinik. Obwohl er im Bericht erwähnt, dass über eine Op gesprochen werden kann, meint er jetzt, dass 6 Prismen nicht operiert werden können, da die OP nicht so präzise ausgeführt werden kann. Nunja, ich will ja nicht an eine OP denken, sonder hoffen, dass das Doppelbild wieder weg geht. Was meinen Sie zu meiner Situation, wie ich es zu Beginn des Themas beschrieben habe. Hilft eine Craniosacraltheraphie bei Abduzensparese?

LG luca

Vertikale Doppelbilder und Abducensparese passen nicht zusammen!!!!
Gelangweilt

Wieso lassen sich 6 cm/m Höhe nicht operieren. Und wie die sich lassen.

Aber das ist ja hier völlig suspekt. In welcher Klinik waren Sie denn?

Seit wann Doppelbilder?

Lassen Sie ruhig die Cranio-Sakral-Therapie machen. Das schadet nichts.

Tragen Sie Prismenfolie? Welche Werte?

Ich glaube das alles nicht, was ich hier lese. Abducensparese und vertikale Doppelbilder. Das haut mich vom Hocker.


 
Veröffentlicht : 16.12.2007 06:30
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo Agnes Maria

Ich hatte mich falsch ausgedrückt, betreffend "vertikal". Das Doppelbild vom rechten Auge ist 18cm/m aussen und ca 1.5cm/m tiefer.

Der Oberarzt der Augenklinik Zürich sagt, dass die OP von 6 Prismen nicht möglich sei.

Doppelbilder seit 4 Mt. Ausgangslage wie zu Beginn dieses Thread beschrieben. Auch habe ich viele Laienhafte Fragen gestellt, da mich diese Sehstörung sehr belastet. Bei der Arbeit kann ich mich vor Kopfschmerzen und Unbehagen nicht mehr konzentrieren. Meine Arbeit ist ausschliesslich am Bildschirm, und das ist kaum noch möglich. Ich sehe verschwommen!
Ich habe rechts 6 Folienprismen für die Nähe, und 12 für die Ferne. Die Ferne ertrage ich gut. In der Nähe bewirken die 6 Prismen Schwindel, Augenbrennen, Kopfschmerzen....
Ich werde den Arztbericht einscannen, damit interessierte Personen alle Angaben haben, um mir Rat zu geben.


 
Veröffentlicht : 16.12.2007 19:36
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

luca schrieb

Hallo Agnes Maria

Ich hatte mich falsch ausgedrückt, betreffend "vertikal". Das Doppelbild vom rechten Auge ist 18cm/m aussen und ca 1.5cm/m tiefer.

Der Oberarzt der Augenklinik Zürich sagt, dass die OP von 6 Prismen nicht möglich sei.

Ich habe rechts 6 Folienprismen für die Nähe, und 12 für die Ferne. Die Ferne ertrage ich gut. In der Nähe bewirken die 6 Prismen Schwindel, Augenbrennen, Kopfschmerzen....
Ich werde den Arztbericht einscannen, damit interessierte Personen alle Angaben haben, um mir Rat zu geben.

Bei Aducensparesen sind in der Nähe häufig stärkere Doppelbilder zu erwarten, wenn mit dem gelähmten Auge gesehen wird, als in der Ferne. Das kommt daher, dass nach dem Herringschen Gesetz die gleichen Impulse dem M. rect. internus zu fließen und damit ein Adduktionsüberschuß gebildet wird. Dazu kommt noch die Konvergenz.

Was sind hier 6 cm/m B. außen? Die OP-Strecke? Wenn in der Ferne schon 18 cm/m getragen werden? Und woher kommt die Höhe? Der Abducens ist ein reiner Horizontalwender. Wenn das Doppelbild rechts tiefer steht so ist das rechte Auge höher. Die Prismen in der Nähe stimmen erst mal nicht. Und wie erklärt sich die Uni Zürich die vertikalen Doppelbilder?


 
Veröffentlicht : 16.12.2007 23:41
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo Agnes Maria

Ich habe den Arztbefund und eine Ergänzung (Seite3) als Datei beigelegt. Die kleine Vertikale wurde gemessen, jedoch nicht mehr erwähnt. Bei mir wurden bei den vier Untersuchungsterminen folgende Messungen gemacht
A Wand mit Lämpchen, wobei ich mit der Rot/Grünbrille jeweils mit dem Laserpointer auf die Lämpchen zeigen musste.
B Glasstab mit Prismenabstufung, zum ermitteln der Sehstrahlabweichung
C Diverse Tests wobei ich mit den Augen dem Lichtpunkt oder Stift folgen musste…..

Die nächste Untersuchung wird am 28. Jan. sein. Ich denke, dass ich anschliessend einen auf diesem Gebiet erfahrenen Spezialisten suchen muss. In diesem Forum habe ich gute Antworten erhalten und freue mich auf alle Hinweise zu meinem Problem.
[file name=Scan3389.pdf size=166215] http://optometrieonline.de/components/com_joomlaboard/uploaded/files/Sca...


 
Veröffentlicht : 18.12.2007 19:28
(@Kerstin-Harms)
Beiträge: 0
New Member
 

A das ist der Hess Schirm - damit wird auf Paresen bzw. Lähmungsschielen untersucht.

Hat man Dir das Ergebnis gezeigt? Meine Tochter pointete immer zwei Kästchen daneben. Aber da sie es bei allen Punkten machte, zeigte es wohl nur den manifesten Schiel:wink:el...ich dagegen hatte alle "getroffen"..

LG
Kerstin


 
Veröffentlicht : 18.12.2007 19:59
(@Kerstin-Harms)
Beiträge: 0
New Member
 

Habe mir den Arztbefund gerade durchgelesen. AgnesMaria kann dazu sicherlich viel sagen.

Man hat ja eine gründliche Diagnostik per CT und MRT gefahren- sogar mit Kontrastmittel. Dennoch erlebt man auch da immer wundersame Dinge...ich habe von meiner Tochter 3 MRT, aufgenommen im Abstand von 3-4 Monaten. Jedes wurde anders befundet.....und eines davon wurde sogar auf dreierlei Art und Weise befundet!!!!! Insofern glaube ich diesbezüglich nicht mehr so schnell, was man mir sagt. Jede bildgebende Diagnostik ist nur so gut, wie der, der die Bilder macht und auswertet. Aber sieh es erst einmal positiv!

Ansonsten finden sich im Bericht sowohl Hinweise auf echtes Schielen (Esotropie, Strabismus convergens) als auch auf Esophorie (die Phorien sind der Wf gleichzusetzen).

Das mit der Abduzensparese gefällt mir nicht - aber da weiß ich auch nur rudimentär was drüber...

Im besten Fall brauchst Du einfach einen sehr, sehr guten Brillenanpasser, egal, ob Optiker oder AA - aber er sollte vom Schielen viel Ahnung haben und die MKH beherrschen, damit Du Gläser bekommst, die Deine Situation erleichtern. Einer Schiel-OP würde ich mich erst unterziehen, wenn die Prismenwerte stabil für mind. 4-6 Monate in Brille (nicht Folie!) getragen wurden.

Viele Grüße
Kerstin


 
Veröffentlicht : 18.12.2007 20:10
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

Lieber Luca,

ich übersetze Ihnen mal den Befund, der absolut widersprüchlich ist zu den Problemen die Sie schildern.

Im August 07 sind Doppelbilder aufgetreten aber nicht nach Sturz, wie die Klinik vermutet, der war ja 04. Und damit gibt es keinen kausalen Zusammenhang.

Im Juli haben sie schon in der Nähe verschwommen gesehen. Erst dann kamen Doppelbilder in der Ferne nach außen und gut eine Handbreit tiefer bei Rechtsblick. Das kann keine Abducensparese sein, weil eine Parese akut auftritt und der Abducens keine Höhenabweichungen macht.

Verdacht auf Abducensparese rechts unklarer Ätiologie, eventuell nach Sturz bei Kopfschlag

Differentialdiagnose beidseitige Abducensparese

Differentialdiagnose ferndekompensierte Fernesophorie rechts

Nahesophorie

Presbyopie.

Bis auf die Presbyopie stimm da nichts.

Wir wissen, dass Sie einen hyperopen Astigmatimus rechts haben, eine Hyperopie links, einen Anisometropie (die Hyperopie rechts ist höher links).

Eine Ferndekompensierte Fernesophorie rechts ist schlechtweg unmöglich. Phorien betreffen immer beide Augen und nicht nur eins.

Nahesophorie bezweifle ich.

Die Sehschärfe in der Ferne beträgt 1,25 ohne Brille. Wurden alle Untersuchungen mit oder ohne Brille gemacht? So eine wichtige Information steht nicht drin. Die Orthoptistin, die das gemacht hat, muss aber noch gaaaaanz viel lernen. Oh, oh...

Augeninnendruck bds. 10 mm/Hg. Ein bißchen wenig.

An der Spaltlampe sind die vorderen Augenabschnitte reizfrei und klar, also keine Entzündung, kein beginnender grauer Star.

Der Augenhintergrund mit enger Pupille war völlig unauffällig.

Keine relative afferente Pupillenstörung. Der Swinging - flashlight - Test war also in Ordnung. Der M. sphinkter zieht. Der Sympathikus oder Parasympathikus sind also intakt.

Bagolini in der Ferne Suppresion rechts. Wäre es einen Abduzensparese wäre keine Suppresion zu finden, sondern eine Verschiebung nach rechts (unten).

In der Nähe ist der Bagolini bis 2 Meter in Ordnung. Da wird simultan gesehen.

Ich hätte ja viel lieber das Hess-Gitter im Befund, einen Schober, einen Worth für Nähe und Ferne, einen Maddox-Wing-Test und statt Lang einen Titmus-Test.

Lang 200 WS. Was auch nicht viel aussagt.

Cover-Test Ferne Und jetzt kommt es Links fixiert, rechts in Konvergenz, Rechtsfixation wird nicht gehalten. Woran läßt uns das denken? Was ist hier dekompensiert? Ein Strabismus convergenz dexter mit assoziierten Höhenschielen R über Links?

Cover-Test Nahesophorie gut kompensiert. Ich vermute mal da hat jemand nicht gut genug gecovert. Jetzt müßte man wissen ob mit Brille oder ohne Brille untersucht wurde und mit Nahteil.

Prismen-Cover-Test Ferne simultan 6 Prismen Basis außen, alternierend 10 Prismen Basis außen.

Prismen-Cover-Test in 30 cm alternierend 6 Prismen Basis außen. Da man ja davon ausgeht, das hier einen Nahesophorie vorliegt wurde natürlich nicht simultan gecovert. Aber von einer dekompensierten Fernesophorie rechts sprechen. Schlimm, einfach schlimm...

Motilität. minimale Einschränkung des rechten Abducens gegenüber dem linken Abducens. Von Höhenabweichung von gut 6 cm/m wird auch hier nicht gesprochen.

Maddox Dunklerotglas bei Nahblick!!! Rechts 12 Grad (ca 21,5 Prismen) homonyme Doppelbilder. Keine Höhe
Maddox Dunkelrotglas bei Nahblick 11 Grad ( ca. 19,50 Prismen) homonyme Doppelbilder. Keine Höhe

Wenn man mit dem gelähmten Muskel fixiert ist der Schiel:wink:el deutlich größer als mit dem nichtgelähmten. 11 Grad zu 12 Grad. Das ist nichts.

Dunkelrotglas vor das rechte Auge bei Rechtsblick in 5 m ca 24 Grad Esotropie, Dunkelrotglas vor das linke Auge bei Linksblick in 5 m ca 16 Grad Esotropie. Da wir aber wissen, dass das rechte Auge sowieso wegen Schielens in konvergenter Augenstellung befindet, so ist auch der größerer Schiel:wink:el zu erklären. Diese Differenz bringt die Damen dort zur Annahme, es handelt sich um eine beidseitige Abducensparese. Nun gut. Ich denke das nicht. Aber ich habe sie ja nicht hier.
Bielschowsky-Kopfneige-Test unauffällig. Also Trochlearis o.B.

Doppel-Maddox-Zylinder 0 Grad. Also keine Zyklotropie. Die schrägen Muskeln sind o.B. Die Höhe ist also durch einen rectus bedingt.

PrismenversuchFerne mit 12 Prismen B. außen keine Doppelbilder mehr. Wieder keine Höhe gemessen die subjektiv aber da ist.

Empfehlung im oberen Bereich des rechten Glases 6 Prismen Basis außen. Im Nahteil nichts. Wird ja super kompensiert, auch wenn die Schrift wackelt. Das macht nichts. Dabei lagen Sie ja nur knapp daneben Sie dachten an eine Dekompensation eines rechten schon vorhandenen Schiel:wink:els. Da müßte man aber mal die Korrespondenzen zusätzlich prüfen. Nur so, zur Sicherheit. Da fiel Ihnen einen minimale Abduktionseinschränkung rechts auf. Wenn das rechte Auge schon immer als Mikrostrabismus innen stand, dann kann die Abduktion rechts geringer ausfallen, als links.

Da hat sich jemand ins eigene Bockshorn laufen lassen.

Würde ich meinen. Aber vielleicht hat ja die Uni Zürich recht?


 
Veröffentlicht : 20.12.2007 15:32
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Guten Abend Agnes Maria

Vielen Dank für die ausführlichen und guten Hinweise zum Befund. Natürlich kann ich die Details nicht selber beurteilen, doch genug, um zu bemerken, dass die Untersuchung mangelhaft war. Naja, Jetzt habe ich eine Ausgangslage, auf welcher ich aufbauen werde, und auch entsprechend kritisch sein muss.

Ich weiss nicht mehr, welche Tests mit oder ohne Brille gemacht wurden. Vielleicht erhalte ich die gesamte Korrespondenz!!??. Bei der Nahbrille oben eine ^Folie anzubringen und unten nichts, ist doch ein Kapitalfehler!! >> Unbrauchbar. Die ^Fernbrille setze ich nur beim Autofahren auf, je nach Tagesbefinden.

Meine Gedanken und mein Befinden

Ich vermute, ich hatte schon lange ein Strabismus convergenz. Ich erinnere mich, und es wird mir erst jetzt bewusst, dass ich beim Sehtest (April 07) ein Doppelbild sah. (Bei einem Teil des Sehtestes gab es ein Bild mit einem grünen und einem roten Balken mit jeweils einer Zahl und einem Kreis drinnen. Ich musste beurteilen, welchen Kreis ich schärfer abgebildet sehe. Ich sah dasselbe Bild auch rechts oben (Doppelbild).
Mikroskop und Feldstecher Verglichen zu Kollegen, hatte ich immer Mühe, mit der Einstellung. Ich verstellte den Okularabstand hin und her, und sah trotzdem nie ein eindeutiges Bild, und konzentrierte mich somit auf das Bild des linken Auges “Hauptauge“

Offensichtlich konnte ich den Sehachsenfehler bis vor einem halben Jahr gut kompensieren und jetzt entgleist es, …wie zu Beginn von Kerstin vermutet. Meine vermuteten Gründe Alter, Stress, zu viele Bildschirmstunden ohne Unterbruch, eventuell schlechte Sitzhaltung, eventuell Nackenprobleme (ausgelöst durchVelosturz ?)

- Doppelbild ist weniger vorhanden, wenn ich einen Tag lang keine Naharbeit mit Lesebrille/ Bildschirm mache.
- Doppelbild verschwindet, wenn ich das Kinn hoch halte und nach vorne schaue.
- Doppelbild geringer, wenn ich tief durchatme und den Rücken gerade/aufrecht halte
- Doppelbildabstand spreizt sich, wenn ich den Blick auf einem Objekt fixiere.

Insbesondere wegen meiner beruflich bedingten Bildschirmtätigkeit muss ich jetzt reagieren.
Worauf muss ich bei der Suche nach einem Spezialisten achten?

Gruss Luca


 
Veröffentlicht : 26.12.2007 22:58
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

Sie sollten einen Spezialisten aufsuchen der sich in Schielbehandlung und Diplopie auskennt. Eigentlich sollten Orthoptistinnen an einer Uni-Klinik sich gut damit auskennen, aber in Zürich scheint das nicht der Fall zu sein.

Gute Orthoptistinnen kann man mit der Lupe suchen, gute Augenärzte sind da noch rarer gesäht.

In der Schweiz kenne ich mich nicht aus. Wenn Sie aber privat versichert sind, würde ich Ihnen die Uni Freiburg empfehlen. So weit von Zürich ist das auch nicht weg. Die Schweizer Versicherungsbedingungen kenne ich leider nicht so genau. Aber eine gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten sicher nicht und in Deutschland greift das leider auch nicht. Schweiz gehört nicht zur EU.

St. Gallen wäre noch eine Idee.

LG

A.M.


 
Veröffentlicht : 05.01.2008 20:12
(@Pfeiffchen)
Beiträge: 70
Trusted Member
 

Hallo, AgnesMaria,
ich hätte zu den in diesem Thread mitgelesenen Antworten mal eine Frage.

Du schreibst auf der ersten Seite "Wenn das Doppelbild rechts tiefer steht so ist das rechte Auge höher."
Das heißt, das Doppelbild, das ich mit dem rechten Auge sehe steht weiter rechts(bei ungekreuzten Eso-Doppelbildern), aber in der Höhe verhält es sich entgegengesetzt- sprich, steht das rechte Auge tiefer erscheint das Bild höher und umgekehrt. Habe ich das richtig verstanden?

LG
Eli


 
Veröffentlicht : 05.01.2008 21:08
(@AgnesMaria)
Beiträge: 1471
Noble Member
 

Pfeiffchen schrieb

Hallo, AgnesMaria,
ich hätte zu den in diesem Thread mitgelesenen Antworten mal eine Frage.

Du schreibst auf der ersten Seite "Wenn das Doppelbild rechts tiefer steht so ist das rechte Auge höher."
Das heißt, das Doppelbild, das ich mit dem rechten Auge sehe steht weiter rechts(bei ungekreuzten Eso-Doppelbildern), aber in der Höhe verhält es sich entgegengesetzt- sprich, steht das rechte Auge tiefer erscheint das Bild höher und umgekehrt. Habe ich das richtig verstanden?

LG
Eli

Nein, nicht ganz. Ungekreuzt heißt nur, es wird nicht zur anderen Sedite lokalisiert.

Stehen die Augen nach innen, wird nach außen lokalisiert, also ungekreuzt, stehen sie nach außen, wird nach innen lokalisiert, also gekreuzt, auf die andere Seite. Die Höhe verhält sich eben so. Wenn das rechte Auge höher steht, dann rechts nach unten, wenn rechts tiefer steht, dann nach oben, wenn mit Rotglas oder Maddox vor rechts geprüft wird!!!

Sonst ist es umgekehrt. Ist schwer zu verstehen. Ich weiß.

LG

A.M.


 
Veröffentlicht : 05.01.2008 21:21
(@Pfeiffchen)
Beiträge: 70
Trusted Member
 

Liebe Agnes Maria,
fast verstanden, noch eine Frage Die Höhe verhält sich so umgekehrt (also Rechts steht höher- Bild erscheint tiefer, Rechts steht tiefer- Bild erscheint höher, links adäquat) wie du schriebst nur wenn Rotglas oder Maddox vorgehalten wird? Oder auch bei "konzentrationsbedingten" DB (die ich manchmal kenne, wenn die Konzentration halt arg weggeht)?
Schonmal danke fürs erklären
Eli


 
Veröffentlicht : 05.01.2008 21:33
 luca
(@luca)
Beiträge: 19
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo ihr Lieben
Zwei Monate sind verstrichen und bei mir sieht es folgendermassen aus.
Die Augenklinik ist jetzt auch zum Schluss gekommen (wieAM), dass ich keine Abducensparese habe, sondern ein Schielen. Ich habe eine AA gefunden, und fühle mich in guten Händen (schielen.ch). Anschliessend an die Schieluntersuchung, wurde die Sehschärfe genau gemessen (mit Tropfen). Ich habe die empfohlene Gleitsichtbrille mit Korrektur Ferne und Nähe, welche ich dann immer tragen muss, gestern bestellt. Es sei wichtig, dass ich für die Ferne eine Korrektur trage. Es soll eine Therapie/Versuch für einige Monate sein. Sollten die Doppelbilder nicht verschwinden, dann würde sie eine SchielOP machen. Diese Brille hätte ich sowieso gebraucht. Die Prismenbrillen( Nah 6^, Fern12^) der Klinik ertrug ich nicht> Schwindel, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden etc. Zu sagen ist, dass ich kaum Doppelbilder habe, wenn ich einige Tage nicht arbeite (da bis 8 Std. am Bildschirm.) Sobald ich am Bildschirm arbeite, ist es ein Horror, mit starken Kopfschmerzen, wie heute… und der Abend ist wieder futsch, wie so oft.
(AM ich werde Ihnen den Befund der AA senden)

Gruss Luca


 
Veröffentlicht : 18.03.2008 20:51
Seite 1 / 2
Teilen: