Hallo!
Da für mich seit längerer Zeit Lesen & vergleichbare Nahtätigkeiten sehr anstrengend sind, begann ich vor einem Jahr eine Prismen-Therapie nach MKH mit folgendem Verlauf
* Mitte 2005 Esophorie von 7 Prismen in der Ferne, Exophorie (unbestimmter Größe) laut Nahprüfgerät; nach 2 Wochen Tragezeit einer vollkorrigierenden Prismenbrille Vergrößerung der Fernphorie auf etwa 25 Prismen.
* Anfang 2006 Schiel-OP des bis dato vollen mit Polatest ermitteltem Fehlers (36 pdpt BA); Restfehler einem Tag nach der OP 1 pdpt BA.
* Heute Zwischenzeitliche Steigerung auf über 13 Prismen.
Während all dieser Zeit verspürte ich zwar insbesondere im Herbst/Winter 2005 eine leichte Verbesserung, wobei von Beschwerdefreiheit aber niemals die Rede sein konnte. Diese Verbesserung ist aber längst verschwunden, so dass sich insgesamt mein Zustand gegenüber Anfang/Mitte 2005 nicht gebessert hat.
Dies stimmt natürlich nachdenklich (und trauig), und ich möchte deswegen einige Fragen loswerden
1. Wie wahrscheinlich ist es, dass meine Beschwerden gar nicht von meiner Winkelfehlsichtigkeit/Heterophorie herrühren, sondern gänzlich andere Ursachen haben?
2. Angenommen, die WF wäre ursächlich. Wieso machen sich dann die allfällig stattfindenden Prismenverstärkungen subjektiv kaum bemerkbar? Wie empfindlich reagiert das Auge im Allgemeinen auf noch kleine Fehlbeträge in der Prismekorrektion (Was etwa würde eine Änderung um 0,25pdpt bewirken?)?
3. Angenommen, die WF wäre irrelevant. Welche alternative Erklärungen für meine Probleme kämen noch in Frage (Ich bin übrigens 22 Jahre alt.)?
Ich danke fürs Lesen und mögliche Anregungen!
Viele Gruß,
Monoxid
1. In Prozent ausdrücken kann ich nicht, außerdem ist nicht die Wahrscheinlichkeit interessant, sondern konkreter Fall.
2. Würde mich auch interessieren. Nur da reagiert nicht das Auge, sondern das Sehsystem.
3. Ich bin 20,8 Jahre alt, mehr oder weniger kurzsichtig und kann kurzzeitig (wenige Minuten je nach Laune) normal akkommodieren. Aber richtig Nahtätigkeiten machen kann ich nur mit einer Lesebrille. Lange akkommodieren ist halt anstrengend, obwohl viele Leute das können.
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Im Schlechten Gutes finden
Hallo, Monoxid
wenn Deine Messungen (ich nehme an, dass es so ist) von einem guten Anwender der MKH stammen, sehe ich Deine Schilderung z.Zt. als nach MKH völlig in Ordnung an. Warum?
1) Dein Korrektionsfehlwert ist eindeutig sehr gross. Dies bedingte anfangs gewisse Verbesserungen, die sich z.Zt. nicht mehr zeigen, weil Dein Vergenzsystem sich an die neu geschaffene Situation nicht so schnell adaptieren kann. Der Grund, es ist immer noch kein stabiler Wert vorhanden.
Dies ist immer gerade dann richtig, wenn die Ursache wirklich in der WF begründet liegt !!! Also mach Dir mal keine Sorge, evtl. hilft das Dir auch schon viel.
2) Du hast sehr recht, gerade jetzt ist es wichtig, kleinste Fehlwerte (auch bei insgesammt noch hohem Prismenwert) exakt zu ermitteln und in die zu fertigende Brille sauber zu übertragen. Je besser dies gelingt, desto geringer werden die Beschwerden, da das Vergenzsystem sich korrekter adaptieren kann. Dafür kann die Abfolge der Korrektionszyklen durchaus etwas gedehnt werden (z.B. 1/2 Jahresrythmus) um der Gewöhnung Spielraum zu geben.
3) In solch einem Fall kann langfristig der Gesamtfehler, zwei bis drei Eingriffe umfassen, aber ich warne vor zu schnellen Korrektionsschritten, weil leider das Zusammenspiel Ferne ESO / Nähe anfangs EXO (wie ist dass übrigens jetzt?) eindeutig nachhinkt!
4) Andere Ursachen könntest Du natürlich auch haben, Ärzte verschiedener Disziplinen können hier Krankheitsherde ausgrenzen, die Du vermuten könntest, Mach dies! Es macht Dich sicherer, dass die Ursache in der WF liegt. Auch das hilft weiter!
Aber selbst wenn andere Disziplinen fündig würden, liegst Du was das Sehen betrifft, mit Deinen Korrektionen richtig, denn bislang hat sich nie ein gegenläufiger Wert gezeigt. MKH misst aber grundsätzlich Tendenzwerte, d.h. jede Folgemessung hat den Vorwert bestätigt bzw. sogar überholt. Dies zeigt Dir, das Du auf dem richtigen Weg bist, was das Sehen betrifft.
Zuletzt, Dein erster Wert ist noch kein Jahr alt! Zwar gab es schnell hohe Nummern, aber vom Zeitraum her steckst Du bei solchem Zeitraum noch in den Kinderschuhen der Korrektion. In ein bis zwei Jahren sollten wir uns spätestens wieder sprechen; selbst wenn Du nichts mehr unternehmen würdest, dürfte sich Dein Zustand zwar unmerklich aber dann deutlich verbessert haben. Denn 50 Prismen sind erstmal korrigiert bzw. wegoperiert, dass wird sich positiv auswirken, das ist sicher!
Hallo Paul-Gerhard!
Vorweg Ich danke dir für deine ausführliche Stellungnahme; es tut immer gut, ernst genommen zu werden!
Du schreibst, für jede neue Prismenkorrektion brauche man Wochen und Monate, um sich voll an sie zu gewöhnen und denkst in meinem Fall an Zeiträume von ein bis zwei Jahre. Dass ich damit nicht zufrieden sein kann, brauche ich wohl nicht sonderlich zu betonen, da mir meine Probleme immer noch - mehrmals wöchentlich - so zusetzen, dass mir ganze Tage als "Arbeitstage" entgehen, worunter nicht nur mein Studium gebührend leidet.
Weshalb ich abermals auf unsere "alte" Meinungsverschiedenheit zu sprechen komme Einerseits legst du großen Wert auf eine präzise Korrektion, andererseits soll diese dann ein gutes halbes Jahr halten, was ich nach wie vor für widersprüchlich halte.
Was ist denn wichtiger, Präzision oder Adaptationszeit (bei akuten Beschwerden, wohlgemerkt)? Wenn die Gewöhnungsphase wichtiger ist, welchen Nutzen soll es bringen, sich an eine unterkorrigierende Prismenbrille zu gewöhnen, die nach einer gewissen Phase erneut verstärkt wird?
Ich sage dies nicht aus Trotz, sondern (wenigstens diesmal
) aus konkretem Anlass
Anfang März wurden 12,? Prismen gemessen und so gut wie möglich mittels Folie korrigiert. Nach einer Kontrolle nach fünf Wochen zeigte sich dieser Wert im Wesentlichen unverändert, so dass ich eine neue Brille (mit 13 Prismen) anfertigen ließ, auf die ich aber vier Wochen warten musste. Diese Brille trage ich nun seit knapp zwei Wochen, macht also etwa 11 Wochen mit fast konstanten Prismen, eine Zeitspanne, die - wie ich dir einfach mal unterstelle - deiner Meinung nach noch zu kurz ist, um Änderungen empfehlenswert zu machen.
Aber Die neue Brille ließ spontan den Kreuztest in Eso-Abweichung erscheinen, und ist damit nicht die präzise Korrektion, die sie sein sollte.
Also, was mach' ich? Abwarten oder gleich nachkorrigieren?
Ich würde die ein bis zwei Jahre am liebsten drastisch verkürzen!
Nächtliche Grüße,
Monoxid
P.S. Die "Nahprüfgerät"-Exophorie ist immer noch vorhanden, aber längst nicht mehr so stark ausgeprägt wie zu Beginn. Insbesondere tritt die vielzitierte Testfeld-Diplopie, die früher unvermeidlich war, nur noch auf, wenn ich sie durch intensives Starren provoziere - mit einer Änderung des Beschwerdebildes ist dies aber kaum einhergegangen!
Hallo, Monoxid
auch wenn ich z.Zt. erst den Monatsabschluß schaffen muss, will ich Dir zumindest einen Denkanstoß vermitteln.
Hätte der Kollege nicht auf die (Entschuldigung Scheiß-) Folie gesetzt, wärest Du inzwischen vielleicht schon glücklicher?!
Was ist passiert?
1) Es ist mit (ich hoffe) Akribie und Verstand ein guter Messwert für Dein Sehen ermittet worden.
2) Man hat Dich mit o.g. Folie eine Zeit lang sehen lassen. Was hat das aber bewirkt?
- Du hast (positiv) eine Entlastung in der Fixierung bekommen, korrekt!
- Du hast gleichzeitig ein Matschauge bekommen, was über den Tragezeitraum keine(!) sehr präzise Fixierung, wegen dem Visusverlust, aufbauen konnte und deshalb in dieser Zeit etwas schwammig (nur mit-)fixieren konnte.
3) Die darauf hin erfolgte Messung hat im Wesentlichen alles bestätigt. Jawohl, das würde ich sogar erwartet haben, da das (Entschuldigung über Folie vermatschte) Auge bei dieser Messung (übrigens nebenbei auch noch Zeitraum zu kurz!) heillos überfordert war.
4) Nun hast Du weitere 4 Wochen vermatscht geguckt. Inzwischen ist aber Dein Vergenzsystem längst an die Folienkorrektion gewöhnt gewesen und erwartet naturgemäß wieder was Besseres!
5) Du bekommst nun die neue Brille mit unveränderten Werten und siehst das Dilemma nur noch deutlicher - PUNKT!
Hast Du jetzt verstanden?
Wäre die Folienkorrektion unterblieben und gleich eine Brille gefertigt worden, hättest Du Dich ganz anders an die spontan bessere Brille gewöhnen können und diese nach der Gesamttragezeit (auch wegen der guten Eingewöhnung noch gerne 2-3 Monate getragen. Und schon wäre das halbe Jahr rum, was Dir nun mit nur klarer Sicht Probleme bereitet.
So einfach ist die Erklärung! Nun mach was draus - und mach es besser!
1) Nie wieder Folien!
2) Nach 4-6 Wochen Kontrolle der Tendenz in Ferne +(!) Nähe. So kann man die zusätzlichen Prismen vor der Brillenwirkung durch bloßes Vorhalten ermitteln und vermerken. Wichtig als Grundtendenz für spätere Messungen. (Aber bitte, keine Folien mehr zulassen!!!)
3) Erst nach weiteren 4 Wochen eine völlig neue genaue Messung und ebensolche Umsetzung, dann sollte das vermatschte Auge wieder korrekt mitarbeiten! (Bei der Abgabe im Prüfraum muss(!) die Sicht durch die Brille dem Endzustand der Bildlage der Ausmessung entsprechen, sonst stimmt was nicht und Du solltest Dir einen erfahreneren Kollegen zum Messen (oder/und Anfertigen) suchen. Am Besten liegt alles in einer Hand.
Keinesfalls will ich so verstanden worden sein, dass Dein Problem Dich in der bestehenden Art und Weise noch über Jahre verfolgen muss. Das Beschwerdebild im Sehen muss(!) sich abschwächen, und es gäbe für erfahrene Anwender auch Möglichkeiten z.B. bei der Bildschirmtätigkeit zusätzlich eine Erleichterung zu schaffen, wenn es so nicht ginge.
Etwa über einen zusätzlichen Clip mit Nahwirkung oder geänderter Prismenlage für den PC-Arbeitsplatz. Aber dies ist erst dann aktuell, wenn die Standartversorgung ideal steht (was die momentane Messung und Anfertigung betrifft) und nur(!) das PC-Problem übrig geblieben wäre.
Hallo Paul-Gerhard!
Das nenne ich mal klare Worte! Der Denkanstoß ist dir sicherlich gelungen.
ZitatOriginal erstellt von Paul-Gerhard Mosch
Hätte der Kollege nicht auf die (Entschuldigung Scheiß-) Folie gesetzt, wärest Du inzwischen vielleicht schon glücklicher?!
Schon möglich. Subjektiv hatte ich indes nicht den Eindruck, durch die Folie verstärkte Beschwerden zu bekommen, womit ich dir nicht in den Punkten, die du angesprochen hast, widersprochen haben möchte. Natürlich würde ich auch am liebsten auf Folien gänzlich verzichten und stattdessen passende Gläser ordern - würde Geld keine Rolle spielen! Tut es aber, und deswegen ist es auch nicht der Optiker gewesen, der auf die Folie gesetzt hat, sondern ich.
ZitatOriginal erstellt von Paul-Gerhard Mosch
Bei der Abgabe im Prüfraum muss(!) die Sicht durch die Brille dem Endzustand der Bildlage der Ausmessung entsprechen, sonst stimmt was nicht und Du solltest Dir einen erfahreneren Kollegen zum Messen (oder/und Anfertigen) suchen. Am Besten liegt alles in einer Hand.
Lassen sich denn spontane Winkelvergrößerungen zwischen Messung und Auslieferung der angefertigten Brille mit Sicherheit ausschließen?
Auf jeden Fall überlege ich mir nochmal, ob ich nicht eine Zweitmeinung (oder vielmehr Dritt- oder Viertmeinung...) einholen sollte.
ZitatOriginal erstellt von Paul-Gerhard Mosch
Das Beschwerdebild im Sehen muss(!) sich abschwächen, und es gäbe für erfahrene Anwender auch Möglichkeiten z.B. bei der Bildschirmtätigkeit zusätzlich eine Erleichterung zu schaffen, wenn es so nicht ginge.
Etwa über einen zusätzlichen Clip mit Nahwirkung oder geänderter Prismenlage für den PC-Arbeitsplatz.
Pardon, PC-Arbeit? Darum geht es mir schon längst nicht mehr, ich wäre schon zufrieden, beschwerdefrei überhaupt lesen zu können; aber vielleicht läuft das aufs Gleiche hinaus. Wie gesagt, oft genug fällt es mir schwer genug, auch nur mein Minimal-Pensum fürs Studium zu absolvieren. So ein Clip (reichlich Basis-Innen-Prismen?) wäre - gesetzt den Fall, so etwas funktioniert - natürlich Gold wert.
Viele Grüße,
Monoxid
Folien nehmen Beschwerden weg, da sie die Fixation verbessern und (!) die Anforderungen durch Visusabfall auf einer Seite beschönigen, leider! Das ist die Krux, die oft übersehen und noch viel weniger als negativer Effekt berücksichtigt wird. In Deinem Fall ist jedenfalls keine Folie zu akzeptieren, dass sollte Dir selbst logisch erscheinen können.
Eine gute Zweit-oder Drittmeinung kostet "neu" Geld. Deshalb würde ich erstmal alles in einer Hand lassen, die Deinen Werdegang nun schon gut verfolgen konnte.
Wie gesagt, es wird in Zukunft sowieso besser.
Gänzlich ausschließen kann man Wertschwankungen natürlich nicht, aber eine gute Messung sollte die schnell denkbaren Adaptationen stabil erfasst haben, gegenüber dem bei der Abgabe erfolgendem kurzen Check-up. Wenn die Fixation gut einschnackelt am Kreuz, zumindest nach kurzer Einrastsitzung, weiß man für die nächste Zukunft Bescheid (auch als Kunde). Gibt es jedoch Abweichungen zum Endzustand der vorhergehenden Messung, sind i.a.R. Übertragungsfehler, Fertigungsabweichungen etc. die logische Ursache, und dieselben sollten in Deinem Fall so gering wie möglich ausfallen.
Und mach Dir bitte erst etwas für die Nähe, wenn die Situation in der Ferne zufriedenstellend ist. Sonst garantiere ich für überhaupt nichts!
Hallo!
Es hat sich eine interessante Veränderung ergeben. I-users Vorbild kurzentschlossen nacheifernd, habe ich mir zwei Kaufhaus-Billig-Brillen mit 1.00 bzw. 1.50 Dioptrin gekauft und diese versuchsweise über meine jetzige Brille mit den 13 Prismen gestülpt.
Mit folgendem, phänomenalen Resultat
1. Ich sehe mit jeder dieser Kombinationen definitiv in Ferne und Nähe schlechter, wobei die Sehschärfe jedoch gut genug ist, um lesen zu können.
2. Insbesondere morgens, wenn meine Probleme am stärksten ausgeprägt sind, bin ich in der Lage, mithilfe der Plusbrillen über längere Zeit zu lesen, ohne dass es merklich anstrengend werden würde.
3. Setze ich die Plusbrille ab und arbeite so weiter, d.h. 'nur' mit meiner normalen Brille, setzt alsbald Asthenopie ein, die wie gewohnt nach kurzer Zeit stark an Intensität zunimmt.
Für mich ist dies so erstaunlich, dass ich es hier wiederholen muss Setze ich zusätzlich zu meiner normalen Prismenbrille eine der genannten Plusbrillen auf, kann ich annähernd beschwerdefrei arbeiten!
Ich bin entschlossen, diesbezüglich weiter zu experimentieren, würde mich aber freuen, falls mir jemand diesen unheimlich guten Effekt erklären könnte!
Gruß,
Monoxid
Hallo Monoxid,
was micht jetzt erst mal interiessiert ist, beim wem und von wem hast Du Dich operieren lassen?
Gruß
Randolf
Hallo!
Inzwischen habe ich meinem Lesebrillen-Arsenal noch ein Exemplar mit +2 Dioptrin hinzugefügt, favorisiere aber gegenwärtig die 1,5er (wie gesagt nicht in puncto Sehschärfe, die am besten ist, wenn ich nur meine normale Brille trage, sondern in Hinsicht auf asthenopie-vorbeugende Wirkung bei Naharbeit), wage aber noch nicht, ein endgültiges Urteil zu fällen.
Da mein letzter Beitrag anscheinend im Getummel untergegangen ist, äußere ich einfach selbst mal Vermutungen, die ich als Laie jedoch nicht untermauern kann
1.) Mit meiner jetzigen Brille (übrigens R sph -8,00 Pr 6,54 B180; L sph -8,75 cyl -0,25 A150 Pr 6,62 B360) bin ich (sphärisch) überkorrigiert, was ein Plus-Zusatz rückgängig macht.
2.) Ich bin nicht überkorrigiert, aber der Plus-Zusatz entlastet irgendwie Akkommodation/Konvergenz.
3.) Es werden durch die Plus-Gläser Prismen induziert, die zusätzlich zu den schon vorhandenen den Ausschlag geben. Welche Basislage hätten solche Prismen?
1, 2 oder 3?
Was ist am wahrscheinlichsten? Ich würde mich freuen, wenn ich schon die eine oder andere fundierte Meinung dazu gehört hätte, bevor ich eine 'offizielle' Untersuchung anberaume.
Gruß,
Monoxid
@Randolf Du hast sicher meine Nachricht entdeckt, ja?
Zu 1) Woher sollen wir wissen, ob du überkorrigiert bist. Wenn du duch schwache Plus-Zusätze keine Unschärfe in der Ferne erzeugst, ist das der Fall, sonst nicht.
Zu 2) Plus-Zusatz entlastet die Akkommodation, aber nicht die Konvergenz.
Zu 3) Durch unpassende Zentrierung kann ein Prismennebeneffekt entstehen.
Kannst du zwei Brillen gleichzeitig aufsetzen oder habe ich etwas falsch verstanden?
Hi!
Ja, ich setze die Lesebrille nach meiner normalen auf, was ein wenig seltsam anmutet und auch unbequem ist - aber die Effekte rechtfertigen diese Huckepack-Lösung. Damit sehe ich schon auf kurzer Distanz deutlich unschärfer als ohne Zusatz.
Im übrigen bin ich nur morgens und nachmittags darauf angewiesen, da ich später am Tag auch mit normaler Brille inzwischen einigermaßen stressfrei lesen kann.
Gruß,
Monoxid
Hallo, monoxid
Dein Vorgehen war zwar nicht augenoptisch perfekt, aber sicher hilfreich in Deiner Situation. Es freut mich zu hören, dass es jetzt mit der "normalen Brille" (-prima- jede Prismenkorrektion ist eine ganz normale Brille!) schon besser klappt.
Hallo monoxid,
ich habe den eindruck, dass du unter deiner sehsituation (seit einem jahr) mächtig leidest. das kann ich selbst, wie du vielleicht schon anhand meines eigenen verlaufs gemerkt hast, ziemlich gut nachvollziehen. 
es ist schön, dass du ganz aktuell eine lösung gefunden hast, die deine situation ganz pragmatisch verbessert. 
so richtig erklären kannst du dir das alles aber immer noch nicht, oder?! 
zunächst würde mich dazu auch noch mal ganz brennend interessieren, seit wann du diese massiven probleme beim sehen hast und wie deine sehsituation davor aussah?!
bei mir zb sind die symptome (ziehen an den augen, kopfschmerzen) seit ca. 3-4 jahren präsent. davor habe ich absolut gar nichts davon gemerkt. ich bin 34 jahre alt.
falls du vor dem verstärkten auftreten deiner sehbeschwerden auch weitgehend problemlos sehen konntest, dann habe ich folgende meinung zu deinem fall
ich finde, dass eine aktuell angepasste (richtige) prismenkorrektur dein befinden deutlich verbessern sollte. da würde ich aus meiner heutigen sicht auch eigentlich keine kompromisse mehr eingehen.
bei mir lief das auch von anfang an alles andere als optimal mit der prismenkorrektur. mit den werten, die gemessen wurden, hatte ich von anfang deutliche probleme. am anfang merkte ich auch noch deutlich, dass sich die gemessenen werte in der brille wie eine überkorrektur anfühlten.
zum glück hatte ich eine geduldige optikerin, die auf meine wünsche einging. erklären konnte mir aber keiner, warum die gemessenen werte nicht passten.
statt dessen wurde mir aber von verschiedenen seiten erklärt, dass es ganz normal sei, wenn sich prismen eine ganze weile "falsch" anfühlen, und dass man sich nur daran gewöhnen müsste.
dieser vorgehensweise bzw. diesem prinzip stehe ich inzwischen ziemlich kritisch gegenüber!!! ich finde eine sehkorrektur sollte sich spontan angenehm und "richtig" anfühlen - ganz besonders in hinsicht auf die sehbeschwerden, die zur prismen-korrektur geführt haben!!!
wenn einem die halbe welt erzählt, man solle sich gedulden... oder man müsse sich halt daran gewöhnen... oder man solle sich einfach mehr entspannen (wie mir zb von einem AA gesagt wurde)... und zudem auch noch die mit MKH gemessenen werte einfach nicht passen wollen... dann gerät man ganz schön ins zweifeln!!! habe ich selbst erlebt... und kann ich in deinem geschilderten fall super nachvollziehen! 
ehrlich gesagt kann ich auch sehr gut nachvollziehen, dass du absolut keine lust mehr hast, dich wochen- oder sogar monatelang an eine korrektur zu gewöhnen, die sich für dich falsch anfühlt. (habe ich jetzt mal anhand deiner texte so unterstellt) 
doch das hilft dir alles nichts. deshalb hier ein paar tipps aus meiner ganz persönlichen perspektive
1) lass dich nicht unterkriegen. und lass dir kein A für ein O vormachen. wenn du anhaltend trotz aktueller korrektur sehprobleme hast, dann stimmt meiner meinung nach was mit der korrektur nicht!!!
2) falls du dich bisher immer nur von einem MKHler hast untersuchen lassen, dann geh doch mal zu ein oder zwei anderen... halte ich für ganz wichtig. Super wäre natürlich, wenn du mal zu einem richtigen "experten für schwierige fälle" gehen könntest! 
3) aus eigener erfahrung bestätige ich, dass die arbeit mit prismenfolien nicht so dolle ist. ärgerlich, weil die so günstig sind... aber ich war damit auch sehr unglücklich.
4) ich finde es gut, dass du mit den plus-brillen deine subjektive situation offenbar verbessert hast. gib dich aber bitte nicht mit ominösen effekten zufrieden, die kein mensch (auch kein fachkundiger) erklären kann. es sei denn, du bist damit weitgehend beschwerdefrei und recht glücklich.
in allen anderen fällen, hast du nur einen weg gefunden, um deine symptome etwas zu lindern... die ursache für deine beschwerden hast du aber nicht gefunden... und die werden dir nachlaufen.
wenn es dir hilft, so denk immer an meinen fall
bei mir wurden 23 prismen ESO gemessen... tatsächlich habe ich aber offenbar nur 6 prismen!!! (ich bin mit meiner alten 9 prismen-brille schon wieder so glücklich wie seit monaten nicht mehr)
denk auch dran, dass bei mir dr gorzny 30 prismen gemessen hat und auf dieser basis auch tatsächlich operiert hätte!!!
meine sehsituation war durch die 23 (bzw. 20 prismen) so "verhunzt" dass ich nicht einmal mehr spüren konnte, ob es sich um eine über- oder unterkorrektur handelte. jetzt kann ich das sehr wohl wieder spüren.
ich hoffe, ich habe dich nicht zusätzlich verunsichert! und wenn doch, dann hoffentlich in eine positive richtung... ich habe die weisheit natürlich auch nicht mit löffeln gefressen. aber ich konnte dir als leidensgenosse ja vielleicht trotzdem deinen einen oder anderen brauchbaren denkanstoß geben! 
würde mich für dich sehr freuen!!! ich weiß wie es ist, wenn man sich einfach nur noch wünscht, wieder einigermaßen normal und entspannt sehen zu können...
kopf hoch! und bleib hartnäckig! ich bin mir sicher, es gibt eine lösung für dein problem!
LG
chris
Hallo, CaptainMu
es freut mich Dich zufrieden zu wissen.
Allerdings bereitet mir Dein Bericht einige Ungereimtheiten. Wenn die "alten" Brillenwerte ala 6.0 Prismen korrekt für Dich waren, wieso hast Du dann überhaupt auf veränderte Werte positiv reagiert, sogar bis zu 30.0 Prismen? Dies kann unter typischen MKH-Bedingungen eigentlich nicht passieren.
Da alle MKH-Werte immer nur Tendenzaussagen anzeigen.
Hallo Paul-Gerhard,
hier noch einmal kurz die details
anfangs wurden 4,5 ESO gemessen. nach mehrmaligem austauschen der gläser fühlte ich mich aber mit 2 ESO am wohlsten.
Leider setze dann schon bald offenbar der "muskel-entspannungs-effekt" ein. Auf jeden fall fühlten sich die 2 ESO schon bald als zu wenig an. In den folgenden messungen wurden (soweit ich noch weiß) dann folgende werte gemessen (jeweils ca. 1-2 wochen, nachdem ich die jeweils neue brille mit den vorher gemessenen werten hatte)
9 ESO
16 ESO
26 ESO (hier wurde auch einmal 30 gemessen)
Von da an stabilisierten sich die messungen auf 23 ESO (wurde min. in einer späteren messung bestätigt). die 23 ESO fühlten sich aber wieder sehr unangehm (überkorrigiert) an.
Nach einigen versuchen mit leicht schwächeren gläsern (die nichts brachten) wurde dann von Herrn Cagnotali aber nur 6 ESO gemessen! Deshalb trage ich jetzt die alte 9 prismen-brille mit deutlicher verbesserung, und die 6 prismen-gläser sind bestellt.
@Monoxid
Sorry, dass ich kurz vom eigentlichen thema dieses threads abgewichen bin. 
gruß
Captain Mu
Hallo CaptainMu,
es freut mich auch für dich, wenn du der Lösung deiner Sehprobleme näher kommst. Allerdings habe ich auch so meine Probleme, der Aussage des Optikers über adaptierte Prismen ( siehe deinen Beitrag Große Verblüffung Wahre und adaptierte Prismen!) zu folgen. Aber du wirst ja mit der Zeit merken, ob das alles so zutrifft.
Deinem vorgehenden Beitrag in dieser Form möchte ich aber relativieren. Er liest sich für mich, als wenn du die ganze MKH in Frage stellst.
Ich kann dazu nur sagen, daß sich bei meiner Tochter dank Prismenbrille und letzlich OP sich die Sehschärfe innerhalb von drei Jahren von 0,6 auf 0,9-1,0 verbessert hat. Ebenso ist die visuelle Wahrnehmung deutlich verbessert, was entsprechende Tests zeigen.
Das Tragen der Prismenbrille war für sie eine Erleichterung. Sie hat auch sehr genau gemerkt, wenn eine Überprüfung und Anpassung der Werte notwendig war.Ich glaube, daß dieses ein ganz wichtiger Indikator für die Richtigkeit der MKH usw. ist.
Ich möchte keinesfalls deine Sehbeschwerden in Frage stellen, ich weiß nur zu gut, wie belastend das ist.
LG,
Mäxus
Hallo Mäxus,
ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich die MKH nicht in frage stellen möchte. Schließlich wurden ja auch die 6 prismen mit MKH gemessen.
Auch bin ich überzeugt, dass meine ursprünglichen probleme mit den richtigen prismenwerten deutlich reduziert sein werden!
Allerdings muss es möglich sein, einzelne messergebnisse einer MKH-sitzung in frage zu stellen. Denn offenbar gibt es fälle, die sich offenbar schwieriger darstellen als andere. Für diese menschen ist es sehr wichtig, dass diese fälle nicht leichtfertig in bestehende schemata gepresst werden... 
Ich habe den eindruck, dass sich auf dem gebiet der WF und der MKH noch ne menge tun kann und wird. Und das ist aus meiner sicht auch wünschenswert! 
Hoffe, das kam jetzt nicht wieder als negativkritik rüber... Ist nämlich sehr positiv gemeint! 
LG
Captain Mu
Hallo, CaptainMu
beim Kollegen Cagnotali bist Du jedenfalls in den Händen eines sehr erfahrenen MKH Spezialisten, der soviel ich weiß, noch selbst bei "Haase" in der Schule war. Übrigens, hat ein Nebensatz von Ihm mich 1986/87 auf die Fährte der MKH gesetzt.
Auch wenn die Brille jetzt noch in Arbeit ist, ich wünsche Dir viel Erfolg damit. Und wenn diese noch nicht der Weisheit letzter Schluss wäre, musst Du wissen, Das es wirklich Fälle gibt, da ist erstmal nur der Weg das Ziel. Aber das andere wird folgen!
Hallo CaptainMu!
CaptainMu schrieb
ich finde es gut, dass du mit den plus-brillen deine subjektive situation offenbar verbessert hast. gib dich aber bitte nicht mit ominösen effekten zufrieden, die kein mensch (auch kein fachkundiger) erklären kann.
Ja, dieser Punkt ist noch völlig unbeantwortet. Ich schätze, es ist auch schwer, dies ad hoc zu entscheiden, da sich durch die Plus-Brille gleichzeitig mehrere Parameter verändern.
CaptainMu schrieb
bei mir lief das auch von anfang an alles andere als optimal mit der prismenkorrektur. mit den werten, die gemessen wurden, hatte ich von anfang deutliche probleme. am anfang merkte ich auch noch deutlich, dass sich die gemessenen werte in der brille wie eine überkorrektur anfühlten.
Das lief bei mir anders. Veränderungen (sprich Verstärkungen) in der Prismenstärke haben sich abgesehen von zwei kurzfristigen 'Anpassungsphasen' (beide Male einige Tage) nie negativ ausgewirkt. Entweder gab es leichte Verbesserungen nach einiger Zeit (d.h. Wochen) oder sie blieben wirkungslos.
Ich bin gespannt, was sich in der nächsten Zeit ergibt.
Gruß,
Monoxid