Danke für die Liste, Eberhard. Mein Optiker ist selbst nicht aufgeführt, hat mir aber einen der beiden Ärzte genannt/empfohlen, die auf der Liste stehen. Allerdings mit dem Hinweis, dass dieser garantiert ebenfalls Prismengläser verordnen würde und dass er außerdem operiert. Woraufhin ich mir dachte, den Besuch dort kann ich mir dann eigentlich sparen.
Moin Chili,
schreibe mir bitte mal per PN, wo Du wohnst.
Hab ich. ![]()
edit: Laut der Website "meines" Optikers ist er schon ne Größe auf dem Gebiet der Funktionaloptometrie. (Zitieren will ich das hier lieber nicht, wer weiß, ob das rechtlich ok ist...?)
edit 2: Dank Eberhard weiß ich inzwischen, dass Funktionaloptometrie gar nicht die Kunst der Behandlung der Winkelfehlsichtigkeiten ist.
Da hätte ich ja auch mal früher drauf kommen können.
Bleiben immer noch zwei Fragen, die ich gern nochmal in die Runde werfen möchte:
- Ist es schlau, gleich mit 6 pdpt zu starten oder lieber erstmal weniger?
- Ich zitiere Seestern und mich nochmal - wie genau funktioniert ein Verträglichkeitsabgleich?
Vertäglichkeitsabgleich wird so gemacht , dass erstmal der volle Wert ermittelt wird und dann die Prismen solange reduziert werden bis ein schlechteres Ergebnis bei den Tests herauskommen.
Theoretisch versteh ich das, aber wie sieht das praktisch aus? Die 6 Dioptrien bei mir sind ja wahrscheinlich noch nicht der volle Wert. Was für eine Brille bekomme ich jetzt am Anfang und wann wird dann was reduziert? Beim Sehtest später dann mal, wenn ich mich an die 6 Dioptrien gewöhnt haben sollte?
Und danke nochmal für die bisherige Hilfe!
Chili
Moin Chili,
eine Verträglichkeitsprüfung muss nur gemacht werden, wenn es keine reine Winkelfehlsichtigkeit ist, sondern z.B. ein Mikrostrabismus. Erst wenn das feststeht, muss auf Verträglichkeit geprüft werde. Ansonsten gilt: Entweder nur motorischer Anteil, der korrigiert wird, oder motorische und sensorische Anteile, die komplett korrigiert werden müssen.
Davon hatten wir es ja hier schonmal - darauf würde der Augenarzt mich hinweisen, wenn es keine reine Winkelfehlsichtigkeit wäre? Ich bin echt gespannt auf meinen Arzttermin. Leider ists noch fast ein Monat bis dahin.
Viele Grüße,
Chili
Hallo Chili,
Ich bin Augenoptikermeister in München und seit 25 Jahren auf die Korrektion von verdecktem Schielen spezialisiert.
Wenn Deine Vollkorrektion der Prismen ca. 6 Prismendioptrien beträgt, ist das eine Grössenordnung, die man auch in Zukunft mit Brille korrigieren wird - und nicht mit Operation. Es handelt sich hier um ein Muskelgleichgewicht der äusseren Augenmuskeln, das jeder Zweite mehr oder weniger hat. Also zunächst mal nichts Schlimmes und auch nichts, was sich durch Prismentragen erhöht!
Das ist zunächst mal wichtig zu wissen!
Da Du ja von Deiner Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung her sowieso ständig eine Brille trägst, sind das also lediglich andere Stärken, genauer gesagt, eine andere Zentrierung Deiner Gläser. Ich möchte Dir damit die Angst nehmen, die tatsächlich unbegründet ist. Eine Abhängigkeit von der Brille besteht sowieso - wie auch bei mir.
Bei meinen Messungen lege ich natürlich erstmal fest, wie hoch der maximale Prismenwert ist, entscheidend ist aber nicht die tatsächliche Abweichung, sondern der Prismenwert, der eine subjektiv spürbare Erleichterung und Entspannung beim beidäugigen Sehen bringt!
gelöscht. Bitte keine Werbung!
Wenn Du noch weitere Fragen haben solltest, kannst Du Dich gern an mich wenden.
Viele Grüsse
Jürgen
Hallo Chili!
Hier nochmal zu Deiner letzten Frage:
Man muss unterscheiden zwischen der objektiv gemessenen Vollkorrektion und der sinnvollen, subjektiv ermittelten Korrektion der Prismen. Es macht nur Sinn, soviel Prismen in die Brille einzuarbeiten, dass gerade eine spürbare Verbesserung im Sinne von entspanntem Sehen erzielt wird. Dabei handelt es sich oftmals nur um ein Drittel oder die Hälfte des objektiv ermittelten Wertes!
Das ist aber individuell verschieden und muss bei der Sehstärkenmessung als Abschluss ermittelt werden. Mehr kann wieder unangenehm werden!
Hallo Jürgen,
danke für die Antwort. Ist denn die "Vollkorrektion" schon der jetzt gemessene Wert? Oder komme ich da erst allmählich hin, so dass der Wert womöglich deutlich höher liegt?
Würdest Du an meiner Stelle gleich die ganzen 6 pdpt in die erste Brille einsetzen lassen? Oder ist das zu viel auf einmal?
Viele Grüße,
Chili
Moin Chili,
die Messvorschriften der MKH-Reihe besagen: Entweder nur den motorischen Anteil Korrigieren, oder motorisch und sensorisch korrigieren. Die Messung für die 1. Prismenbrille wird niemals den irgendwann erforderlichen Wert betragen. Oft ist erst in der 3. oder auch noch späteren Messung die ganze Stärke heraus zu finden.
Ausnahme: Bei Verdacht auf Mikrostrabismus muss der gefundene Wert auf Verträglichkeit abgestimmt werden.
Hallo Eberhard,
dass man die Stärke erst nach und nach herausbekommt, weiß ich schon. Ich wusste nur nicht genau, was man "Vollkorrektion" nennt. Nach Deiner Antwort ist mir das aber jetzt klar.
Ist Mikrostrabismus eigentlich immer nach innen? Kann man das bei mir nicht ohnehin ausschließen? Oder gibt es das, dass man leicht nach innen "echt" schielt, aber zusätzlich verdeckt nach außen?
Und Du als Fachmann - wieviel Prismen sollte ich mir in die erste Brille einsetzen lassen? Was würdest Du einem Kunden mit meinen Werten empfehlen? Muss man da zuerst den sensorischen und den motorischen Anteil bestimmen?
Danke und viele Grüße,
Chili
Moin Julia,
wenn ich messe, entscheide ich an Hand der Beschwerden, ob ich Vollkorrektion oder Teilkorrektion gebe. Sind Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden, Lichtempfindlichkeit vorhanden, nehme ich lieber die Vollkorrektion.
Mikrostrabismus geht in alle Richtungen. Ein Manifestes Schielen nach innen (sichtbar) kann nicht mit einem Außenschielen einhergehen.
Es gibt aber etwas besonderes: Bei jemanden, der sehr stark nicht sichtbar nach innen schielt, muss seine Augen ja, um nicht doppelt zu sehen, nach außen drehen bis Parallelstellung. Manche Leute schießen bei dieser Situation etwas über: Ich messe Außenschielen, obwohl ein Innenschielen vorliegt. Das geht die ganze Messreihe hindurch. Dieses Außenschielen muss ich korrigieren, um einige Wochen später dann das wirkliche Innenschielen messen zu können. Es ist aber recht selten.
Danke für die ausführliche Antwort!
Und die Vollkorrektion wäre voraussichtlich auch mit 6 Dioptrien auf einen Schlag auszuhalten?
Kopfschmerzen habe ich zum Glück keine, aber das Gefühl, schlecht zu sehen, Lichtempfindlichkeit und Nackenschmerzen (woher auch immer die kommen).
Viele Grüße,
Chili
Moin Julia,
wenn die 6 cm/m nach der kompletten Messung herauskamen, dann sollten sie verträglich sein.
Das klingt gut! Dann behalte ich das im Hinterkopf.
Nochmals vielen Dank für die Infos,
Chili
Heute war mein Augenarzttermin, leider bin ich immer noch nicht viel schlauer. Ich wollte wissen, ob ich auch "echt" schiele oder nicht, sie hat mich einem sich bewegenden Licht hinterherschauen lassen und nannte es ein "intermittierendes" Schielen. Ich hab wohl immer wieder kurz geschielt und dann die Augen gleich wieder gerade gestellt. Was bedeutet das denn für meine Brille?
Außerdem meinte sie, ich solle mir überlegen, anstelle der Prismen gleich eine OP machen zu lassen. Ähm... nein? Außerdem dachte ich, das geht gar nicht, weil man erst rausfinden muss, wie viele Prismen man tatsächlich hat!?
Viele Grüße,
Chili
Moin Chili,
Deine Gedanken dazu sind vollkommen richtig. Lasse niemals eine OP machen ohne vorher optisch mit Prismen zu korrigieren.
Gut, danke! Sie meinte übrigens noch, die Probleme, dass ich an manchen Tagen schlecht sehe, auch von trockenen Augen kommen könnten. Sie rät mir, mal 2-3 Wochen lang Tropfen rein zu machen. Kann das wirklich an meinem bestehenden Problem etwas ändern? Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen.
Viele Grüße,
Chili
Das ist wirklich nur Blöds....., aber ich kenne solche Aussagen auch von anderen Augenärzten.
Ok, alles klar!
Viele Grüße,
Chili