Hallo, ich bin durch zufall auf dieses Forum gestossen und ich muss sagen das einem hier doch wirklich kompetent geholfen werden kann im Rahmen der Möglichkeiten) Nun genug des Lobes;) Ich bin 30 Jahre alt und schiele mit dem linken Auge nach aussen. Das Schielen habe ich schon das ganze Leben. Ausgelöst wohlmöglich dadurch das ich eine Frühgeburt bin. Aber das sind nur Vermutungen und keine Fakten. Fakt ist, das ich schon seit dem Vorschulalter eine Brille trage. Das Schielen schon im Vorschulalter entdeckt wurde und mit Prismenfolien bis zum siebten Lebensjahr behandelt wurde. Danach die Prismenfolie nicht mehr getragen wurde bis zum heutigen Tage. Nachdem ich jahrelang eine geeignete Augenarztpraxis mit Sehschule gesucht habe in der Nähe meines Wohnortes und sie dann auch endlich gefunden habe wurden meinen Augen in der Sehschule untersucht. Nach ersten Tests und einer Anamnese also der Verlauf der Krankheitsgeschichte wurde mir eine Folie für das linke Auge verschrieben (Bangerterfolie 40 pdp, Basis innen linkes Auge) Da ich schon als Kind diese besagte Folie trug, wurde mir gesagt das die Behandlung des Schielwinkels und das dadurch resolutierende nicht vorhandene beidäugige räumliche Sehen wieder reaktiviert werden könnte und langfristig eine Schieloperation erfolgsversprechend sei. Die Werte der Brille sind folgende R = F + 0,00 -2,00 14 Grad H 12.0 L = F + 0,50 -0,50 165 Grad H 12.0 Ich trage die Folie seit letztes Wochenende Samstag. Die ersten Tage nur stundenweise um die Augen und mich daran zu gewöhnen und habe die Tragedauer von Tag zu Tag erhöht. Von anfänglichen Tränen des linken Auges und leichten Kopfschmerzen sowie leichtem Schwindelgefühl und leichter Übelkeit und Doppelbildern bei Fixieren von Objekten (Beim Blick aus dem Fenster im 2.Stock auf die Strasse und Fixierung eines Gullideckes sah ich am Anfang zwei nebeneinander) hat sich dies mittlerweile ganz gelegt. Das einzige was ich gestern hatte war beim Essen und ich die Gabel zum Mund führte kam sie mir besonders plastisch vor, man kann glatt sagen sie sprang regelrecht ins Auge
Wenn ich jetzt ein Gegenstand fokussiere der vor mein Gesicht ist und im Hintergrund ein anderer Gegenstand liegt zum Beispiel eine Zigarettenschachtel, dann sehe ich jeweils auf beiden Augen die Zigarettenschachtel im Hintergrund verschwommen und der Gegenstand vor meinem Gesicht klar und sehr plastisch. Das normale Sehen ohne Fixierung eines Punktes verläuft ohne Doppelbilder aber ist auf dem einen Auge durch die Folie unscharf. So das wars ein langer Text, ich wollte nur mal das erlebte Wiedergeben zwecks Diskussion, Erfahrungsaustausch und aufbauender Worte
Es grüsst euch Olaf1977
Hallo Olaf,
wie ging es Dir in den Jahren ohne Prismen? Das war ja immerhin vom 7. bis zum 30. LJ. Warum hat man nicht vorher operiert? Und warst Du dann intermittierender Außenschieler? Und warum jetzt wieder Folie bis zur OP? Hast Du Beschwerden? Bei den Exo-Schielern kann bei einer OP eigentlich nicht allzu viel schief laufen von der OP-Strecke her....da mach Dir mal keine Gedanken. Und dass Dich nun plötzlich die Gabel anspringt, liegt daran, dass räumliches Sehen zustande kommt.
Frühgeburt (Sauerstoffmangel, Beatmung...?) ist bestimmt ein Indikator fürs Schielen (habe selber zwei Frühchen hier zuhause...beide schielen). Hinzu kommt dann aber auch noch eine erbliche Komponente. Aber das Warum und wieso ist ja nun eigentlich auch egal. Du schielst, und es muss ein Weg gefunden werden, sei er rein kosmetischer Natur, weil Dich das Außenschielen stört, sei er, um Dir Beschwerden zu nehmen.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo,
also mir wurde gesagt in der Sehschule das die Gefahr besteht das nach der Operation Doppelbilder entstehen, also daß das Gehirn soweit ich das verstanden habe die beiden Bilder nicht zusammen verschmelzen lassen kann. Und das mit der Folie ausgetestet werden soll in wie weit die Augen darauf reagieren. In zwei Wochen ist der nächste Termin und soll ich meine Erfahrungen mit der Folie berichten. Da ich als Kind die Folie getragen habe besteht die Vermutung das das Stereosehen so sage ich das mal nur unterdrückt worden ist und durch die Folie wieder zum Vorschein kommt.
wie ging es Dir in den Jahren ohne Prismen?
Also vom medizinischen Standpunkt her ausser gelegentlich auftretender Kopfschmerzen wegen Übermündung der Augen eigentlich beschwerdefrei. Nur das Fehlen des räumlichen Sehens schränkte einen bei der Berufswahl ein. Eine damals begonnene Schlosserlehre wurde wegen der Begründung zwei linker Hände beendet. Die Tatsache war daß das Fehlen des räumlichen Sehens die Ursache war. Aber da das Schielen von den meisten Augen- und Amtsärzten als kosmetischer Makel abgetan wurde, wurde das Auge auch nie operiert. Nur vom sozialen Aspekt wurde und wird man halt von den meisten Menschen benachteiligt. In der Pubertät war es natürlich am schlimmsten. Wie soll ein ein heranwachsender Mensch Selbstvertrauen entwickeln, wenn er von den anderen durch sein Makel diskriminiert wird. Vorallem in der Schulzeit und in der Jugend hat einem das schwer zu schaffen gemacht. Sowas ist schon eine Einbuße von Lebensqualität.
Bei den Exo-Schielern kann bei einer OP eigentlich nicht allzu viel schief laufen von der OP-Strecke her....da mach Dir mal keine Gedanken.
Naja die größte Angst vor eine OP besteht bei mir darin, das man danach alles doppelt sieht und alles unscharf ist.
Frühgeburt (Sauerstoffmangel, Beatmung...?) ist bestimmt ein Indikator fürs Schielen (habe selber zwei Frühchen hier zuhause...beide schielen). Hinzu kommt dann aber auch noch eine erbliche Komponente.
Naja ich bin der einzige in der Familie der schielt. Aber alle eine Brille tragen wegen Kurzsichtigkeit.
Nun, es tut auf jeden Fall gut, das jemand da ist der einen versteht und die Probleme ernst nimmt die man hat.
Bis dann
Hm, ob Stereosehen angeregt wird, kann man eigentlich sofort im Prismentrageversuch erkennen. Optimaler hielte ich eigentlich, die Prismen, falls sie länger getragen werden sollen, auf beide Gläser zu verteilen (dann aber nicht als Folien...). Eine Folie mit 40 Prismen, das schränkt den Visus auf dem betroffenen Auge zwangsläufig ein, was wieder hinderlich fürs Stereosehen ist. Aber als Versuch ist es allemal prima. Bei der nächsten Kontrolle wird man Dir schon mehr sagen können.
Hast Du einen permanenten Strabismus nach außen, oder nur intermittierend? In der prismenlosen Zeit war natürlich nicht viel mit räumlichem Sehen, aber in der frühkindlichen Phase wurde eventuell doch eines angeregt. Das geht dann nicht mehr verloren, weil man es einmal gelernt hat. Man kann es wieder erwecken. Muss natürlich testen, ob Dein Sehsystem es verträgt, wenn auf einmal beide Augen am Sehgeschehen teilnehmen wollen. Eine ergänzende MKH-Messung würde hier besseren und schnelleren Aufschluss geben. Vielleicht hast Du ja einen Optiker in Deiner Nähe, der MKH-Anwender ist und die besondere Problematik bei Schielern kennt und berücksichtigt (die Messung muss dann anders verlaufen und interpretiert werden).
Tja, das mit den zwei linken Händen kenne ich nur zu gut....mit hat das miese räumliche Sehen auch meinen Traumberuf versaut. Und auch mir sagten die Augenärzte immer, räumliches Sehen ist nicht so wichtig. Die einen haben es, die anderen halt nicht und das sei nicht so wichtig. Stimmt, die sahen es nur als kosmetischen Makel. Ich schielte aber nie sichtbar, also war für die sowieso kein Anlass, irgendwas zu machen. Und da ich eh keine Ahnung hatte, war ich der festen Überzeugung, es gibt halt Menschen mit räumlichem Sehen und welche ohne. Man hat mich auch nie als Schieler eingestuft, das Schielen wurde bei mir erst letztes Jahr erkannt.
Bin gespannt, wie Dein Termin in zwei Wochen verläuft.
Viele Grüße
Kerstin
Hast Du einen permanenten Strabismus nach außen, oder nur intermittierend?
Also man sieht es und es ist auch immer da. Oder meinst du das das Auge mal schielt und dann nicht ?
Hm, ob Stereosehen angeregt wird, kann man eigentlich sofort im Prismentrageversuch erkennen
Die Optologin oder wie die gute Frau korrekt von der Sehschule heisst, hat mir verschiedene Würfel (Prismen?) vor das Auge gehalten und zum Schluss eine Brille auf gesetzt wo ich in eine Lichtquelle, in diesem Fall eine kleine Untersuchungstaschenlampe geschaut habe. Und dort habe ich ein Lichtpunkt gesehen und die strahlen gingen diagonal zu beiden seiten auseinander und der lichtpunkt war in der mitte. Hat zwar nur da für ein paar Sekunden angehalten aber die Dame sagte mir daß das gut wäre.
Nun gut, so das wars dann auch, mehr wüsste ich dazu auch nicht zu erzählen. Warten wir weitere Untersuchungen ab.
Bis dann und gute n8
Hallo Olaf,
ja, intermittierend heißt zeitweiliges Schielen. Dazwischen kann man die Augen in Orhtostellung halten (durch Muskelkraft).
Die Orthoptistin hat wohl einen Bagolinitest mit Dir gemacht, denke ich.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Olaf, hallo Kerstin,
für so schlimm halte ich die Folienverordnung nicht, denn sie gab nunmal erstmalig Aufschluß darüber, ob Binolularsehen möglich ist. Da 40 cm/m schon recht viel sind und in Brillenkorrektion schon problematisch herszustellen sind (ich habe letztens für 19cm/m pro Seite 4 Wochen auf die Gläser von Zeiss warten müssen) , war die Entscheidung für die Folie richtig. Da jetzt sicher ist, daß das Binokularsehen ohne Doppelbilder anspringt, ist eine Einleitungs-OP möglich und danach kann mit Prismengläsern weiter gemacht werden.
Kerstin Harms schrieb
Hallo Olaf,
ja, intermittierend heißt zeitweiliges Schielen. Dazwischen kann man die Augen in Orhtostellung halten (durch Muskelkraft).
Die Orthoptistin hat wohl einen Bagolinitest mit Dir gemacht, denke ich.
Viele Grüße
Kerstin
Ja also ich kann bewusst vorm Spiegel per Muskelkraft die beiden Augen paralell stellen. Also sowie andere Leute mit Binolularsehen nach innen schielen würden;)
Viele Grüße
Olaf
Hallo Eberhard,
Du hast Recht - wenn es nun ein manifester Exo-Winkel ist, langt der Prismen Trageversuch mittels Folien für 4 Wochen und bei der OP kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Eben weil es exo ist...und mit Prismen Binokularsehen angesprungen ist - hoffentlich verträgliches ohne DB.
LG
Kerstin
Hallo,
war gestern in der Sehschule mit dem Prisma im linken Brillenglas. Der Schiel:wink:el ist durch das Prisma während des Tragens über einen längeren Zeitraum fast ganz zurückgegangen. Aber nur während des Tragens der Prismafolie samt Brille;) Doppelbilder sind auch verschwunden , binokularsehen ist angesprungen was tests auch bewiesen haben und die OP findet in exakt 3 wochen statt. Unter Vollnarkose und ein Tag Krankenhausaufenhalt. Bin ja mal gespannt wie das Ergebnis nach der OP aussieht
Dann drücke ich Dir die Daumen! Wo gehst Du denn hin zur OP?
Viele Grüße
Kerstin
Von mir auch alles Gute- hatte vor 3,5 Wochen Op. Deck Dich gut mit Schmerzmitteln ein (Voltaren), dann lebt sichs nachher leichter.
LG MÖ
Dann drücke ich Dir die Daumen! Wo gehst Du denn hin zur OP?
Nach Celle in den St. Joseph Stift.
Natürlich sind nur in den ersten Tagen (wenn überhaupt) Schmerzmittel notwendig.... 
Alles Gute!!!
Also, ich hab gar keine gebraucht. Das hat nur ein wenig gejuckt und geziepst am Auge. Das war nervig, so wie eine wimper drin. Aber Schmerzen hatte ich überhaupt keine.
Viele Grüße
Kerstin
Ja klar das hängt auch davon ab wie schmerzempfindlich jemand ist;) Ist nunmal ein chirugischer Eingriff also die Bindehaut wird eingeschnitten und jede Wunde schmerzt etwas. Und Schleimhäute sind da meistens etwas empfindlicher als normale Haut wie an Händen oder Füssen) Ich sag mal so schlimmer als eine Weisheitszahnextraktion kann es ja nicht werden P Aber man ist natürlich schon aufgeregt aber weniger aus Angst sondern eher ne Art Lampenfieber. O.k der Vergleich mag jetzt extrem hinken aber so wie sich jemand fühlt vor ner Brust OP
P
Hmmm, also auch meine Tochter (wir hatten die OP am gleichen Tag) war nach der OP gleich putzmunter und klagte über keinerlei Schmerzen...eine Weisheitszahn-OP dagegen ist etwas Fürchterliches, finde ich!!!!! 
LG
Kerstin
Bei mir hat das migräneartige Kopfschmerzen ausgelöst- die haben 6 Tage lang angedauert. (halbseitig hinter dem behandelten Auge bis in die Zahnwurzelspitzen) Die anderen Patienten waren bei der Kontrolle in der Praxis auch halbseitig verschwollen und mit starken Schmerzen. Ich hab ja auch nicht damit gerechnet.
Und mit höherer Schmerzempfindlichkeit oder leichtem Ziepen hatte das leider gar nichts mehr zu tun.
LG MÖ
Dann liegt's am Operateur, wenn alle halbseitig verschwollen waren. Das hatte keiner von uns 6 Leuten, die an dem Tag dran waren. Jeder hat halt so seine Technik und Vorgehensweise....
LG
Kerstin
Stimmt. Das erinnert mich an die Weisheitszahnsache. Bei dem einen Arzt war danach die Wange total angeschwollen und blau als hätte ich nen paar Schläge kassiert und es hatte danach noch stark geblutet mit Schmerzen und so. und beim anderen Arzt keine Schmerzen,keine Schwellungen kein Blut. Mich opereriert eine Frau, und die wie wir alle wissen, arbeiten sowieso mit mehr Feingefühl
Klar meine Mutter wurde vor ein paar Jahren am grauen Star operiert und das Lasern wird unter lokaler Anästhesie gemacht. Da hatte der behandelnde Arzt auch nen schlechten Tag gehabt und hatte ihr aus Versehen ein blaues Auge beim der Injektion des Betäubungsmittels gestochen. Naja klar nen gewisses Risiko besteht immer, aber bei einem routinierten Operateur dürfte das nicht passieren.