Hallo mal wieder!
Ich habe da - im Hinblick auf eine erneute Messung - zwei kleine Fragen
1.) Auf welche Distanzen ist das Nahprüfgerät eigentlich sinnvoll verwendbar? Bei größeren Abständen rücken die ursprünglich peripheren Fusionsreize doch immer stärker ins zentrale Blickfeld und sollten irgendwann das Messergebnis beeinflussen. Wo liegt in etwa die Grenze?
2.) Verhalten sich Prismenfolien streng additiv, wenn ich also beispielsweise eine 10er Folie aufs Glas klebe, habe ich dann wirklich 10 Prismen mehr? Ich hatte irgendwo mal aufgeschnappt, dass aufgrund der durch die Prismen ausgelösten "Ausweich-Bewegung" der Augen sich mit dem normalen Brillenglas eine gewisse Dezentrierung ergibt, die eine prismatische Wirkung nach sich zieht. Und da meine Kurzsichtigkeit (-8,5 und -9,5) nicht ganz gering ist, dürfe man diesen Effekt nicht unbeachtet lassen. Gibt es da eine einfache Faustregel oder ein festes Umrechnungsverfahren?
Vielen Dank für mögliche Anworten!
Monoxid (bekennender Esophoriker)
zu Frage 1) Die Teste sind auf den Abstand 40 cm berechnet. Hier liegt die Gebrauchsentfernung, dessen ungeachtet kann natürlich dynamisch die Situation in anderen entfernungen mit kontrolliert werden.
zu Frag 2) Man umgeht die Problematik, wenn man die Messbrille auf die Zentrierwerte Deiner Korrektionsbrille einstellt und den Endwert als Prismenfolie korrigiert. Auch die Messung direkt vor der Brille selbst ist zulässig. Ideal ist die Abgabe direkt im Prüfraum unter Deiner eigenen Beurteilung des Kreuztestbildes. Aber es gibt nicht jeden Prismenwert als Folie und dadurch ist der Erfolg oft nur näherungsweise erzielbar.
Hallo!
War heute tatsächlich wieder bei 'ner Messung, und ich muss sagen, man erlebt doch stets neue Überraschungen! Gemessen wurden diesmal 27,25pdpt, der Computer ließ davon 22,38pdpt übrig, was bedeutet, dass ich laut diesem Ergebnis mit meiner jetzigen Brille (mit 25,42dpdt) überkorrigiert bin.
Der Nahkreuztest zeigte bei der Messbrille eine deutlich geringere Exo-Abweichung als mit der Korrektionsbrille an, tatsächlich ergab sich bei dem neuen Prismenwert zeitweilig sogar eine Eso-Anzeige; Exo-Ausreißer bis zur Diplopie kamen bei beiden Korrektionen aber/nur noch vereinzelt vor.
Das ist zugegebenermaßen das Letzte, was ich erwartet hätte, und da weder mein Optiker noch meine Wenigkeit eine praktikable Lösung parat hatten (Basis-Innen-Folie bleibt als unbefriedigende, vage Möglichkeit vorerst bestehen), bin ich unveränderter Dinge wieder abgereist.
Kann mir jemand einen pauschalen Rat diesbezüglich erteilen? Ich würde ja gerne noch länger warten (trage die jetzige Brille seit dreieinhalb Wochen) und dabei hoffen, dass sich die Wogen vielleicht noch von selbst glätten, aber allmählich rückt das neue Semester näher und setzt mich langsam unter Zeitdruck.
Viele Grüße wünschen
Monoxid & seine Augen!
Hallo monoxid,
da der Eingewöhnungszeitraum zu kurz ist, sollte man diese Messung als "Tendenzangabe" werten, aber keinesfalls gleich korrigeren.
Positiv ist jedenfalls, das Fern- und Nahmesswerte schon besser korellieren, mehr würde ich aus einer so frühen Messung nicht entnehmen wollen.
Z. Zt. würde ich auch eine Korrektionsänderung ablehnen. Hierzu musst Du einfach verstehen, dass deine Steuerungszentrale eine ganze Palette von Möglichkeiten hat, unbefriedigenden Sehsituationen aktiv zu begegnen. Dabei ist eine hier ermittelte Situation noch lange nicht besser als die Vorhergehende. Erst unter längerer Nutzung prägt sich ein neues Verhaltensmuster im Sehen ein, was jetzt wieder neu überprüft und korrigiert werden kann.
Frühestens nach zwei, besser nach drei Monaten wird deshalb eine Messung für mich vertrauenswürdig. Vorher sollte man nur bei eindeutigen Fehlern einschreiten.
Dies halte ich auch da für angebracht, wo Beschwerden vorerst kaum reduziert wurden. Ich baue auf ein dynamischeres, flexibler agierendes Koordinationssystem, was generell durch unsere Massnahmen besser in eine Lage kommt, selbst grössere Unstimmigkeiten richtiger austarieren zu können, bzw. dies eben jetzt zu lernen. Erst später kann in diesen Fällen über eine hierdurch gewonnene breitere Basis der echte Fehler ausgelotet und angegangen werden. Kooperative Mitarbeit, aber auch Geduld sind hier einer vorschnellen Lösung immer vorzuziehen, da man durch schnelle Korrektionen das System oft garnicht wirklich entlastet und evtl. nicht bemerkte Verspannungen neu verfestigt.
Man muss nur mal vergleichen wieviel Jahre man sein altes falsches Sehen trainiert hat. Dem gegenüber die Kürze einer Messung (und würde sie über 1-2h laufen) und der Zeit, die man in ein Sehtraining mit den "besseren" neuen Brillenlinsen investiert (für mich ist dies eine zweite neue Messzeit die jetzt hinter statischen Brillenlinsenwerten abläuft). Diese Zeit wird am besten mit einer neuen Messung im Prüfraum abgeschlossen, die innerhalb von 3-9 Monaten liegen sollte. Sind keine typischen Beschwerden mehr da, bleibt ein Messzeitraum alle zwei Jahre sinnvoll.
Hallo Paul-Gerhard!
"Warten und Tee trinken" heißt anscheinend die Devise. Erfreulich ist natürlich der Umstand, dass die Werte keineswegs angestiegen sind, womit die Gefahr, irgendwelche kritische Werte zu erreichen, ein für alle Mal gebannt ist. Andererseits traue ich dem Messergebnis nicht ganz - unabhängig von dem frühen Messzeitpunkt. Die meisten Teste konnte ich kaum bewerten, meist aufgrund beständigen Flackerns und unruhigem Bild, zum Teil auch wegen Doppel- und Dreifachbildern. Mit dem Valenztest konnte ich praktisch überhaupt nichts anfangen.
Was mich gestern noch irritiert hat, ist der Umstand, dass bei dem neuen Messwert eine niedrigere Exo-Anzeige am Nahkreuztest zu beobachten war. Ich denke, dies findet seine Begründung in der Differenz vom höheren Korrektions- und niedrigeren Mess-Basis-Außen-Prisma, denn dies entspricht ja gewissermaßen einem Basis-Innen-Prisma. Somit wäre dieser Effekt wahrscheinlich sogar ohnehin nur kurzfristiger Natur. - Erreicht man bei Nahorthophorie eigentlich ein stabiles Testbild? Oder ist es eher ein 'Schwanken um Null'?
Zitat
Frühestens nach zwei, besser nach drei Monaten wird deshalb eine Messung für mich vertrauenswürdig ... Kooperative Mitarbeit, aber auch Geduld sind hier einer vorschnellen Lösung immer vorzuziehen.
Die langen Wartezeiten ärgern mich! Ich betrachte mich selbst als verhinderten Computerprogrammierer und suspendierten Bücherwurm, das sagt wohl alles. Ich will nicht jammern, aber immerhin trage ich jetzt seit Anfang Juni Prismen und vertraue seitdem auf die hier und dort zu findende Aussage, Nahexophorien würden sich regelmäßig binnen weniger Wochen von allein abbauen. Mich würde mal interessieren, wie die Prismenstory bei anderen, ähnlich gelagerten Fällen abgelaufen sind!
Dann warte ich mal wieder ab und schaue, ob sich was verbessert. Ich gehe schon mal Tee kochen... 
Monoxid
Zusatz Wie sieht es mit der Möglichkeit eines "Clips" aus, also einem Prisma, das sich zusätzlich vors Brillenglas befestigen lässt, vergleich mit zusätzlichen, getönten Gläsern, um eine normale Brille in eine Sonnenbrille zu verwandeln?
Mal ganz unabhängig von der Frage, ob dies überhaupt sinnvoll ist (dauerhaft sicher ohnehin nicht) Da dann ja ein einziges solches Glas reichen würde, in welcher Preisklasse würde sich so etwas bewegen? Denn wenn es nicht zu teuer ist, könnte man immerhin die Möglichkeit im Auge behalten, hier ein wenig zu experimentieren...
Monoxid