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Ist Winkelfehlsichtigkeit nicht dasselbe wie Schielen?

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 daja
(@daja)
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Themenersteller
 
[#2420]

Beim Lesen der Beiträge erscheint nur das Wort Winkelfehlsichtigkeit. In der Augenheilkunde gibt es dieses aber nur als Umschreibung einer Schielstellung der Augen, kein Augenarzt würde es verwenden.Warum Ihr? Ist das ein Ausdruck der Optiker? Überhaupt ist mir aufgefallen,dass mehr Patienten einen Optiker und keinen Arzt aufsuchen? Sind Augenärzte so "schlecht"? Kann mir das jemand erklären? Danke


 
Veröffentlicht : 15.09.2005 17:20
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(@Lucccy)
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Hallo,

ich will versuchen, es zu erklären. Es kann sein, dass die Profis mich korrigieren oder ergänzen.

Zunächst unterscheidet der Augenarzt ein sichtbares (manifestes) und ein verstecktes (latentes) Schielen. Will man einen Bezug zur Winkelfehlsichtigkeit herstellen, kommt man dem über das latente Schielen näher. Beide zeichnet aus, dass man von außen nicht unbedingt ein Schielen sehen kann.

Was ist aber nun Winkelfehlsichtigkeit im Vergleich zum latenten Schielen? Es unterscheidet sich in der Meßmethodik. WInkelfehlsichtigkeit wird nach der Meß- und Korrektionsmethode nach Haase (MKH) gemssen. Die Augenärzte erkennen dieses Meßverfahren nicht an.
Was ist aber nun körperlich bei der Winkelfehlsichtigkeit los? Die Augenmuskeln sind ungleich lang. Damit die Augen "gerade" schauen, muss also immer ein Auge richtg gezogen werden. Dies ist anstrengend und kann zu Kopfschmerzen u.ä. führen. Wenn man nun eine Prismenbrille trägt, wird das Bild so für das Auge verlegt, dass es beim Blick geradeaus in die Ferne sich nicht anstrengen muss.
Winkelfehlsichtigkeit könnte man bei sehr vielen Menschen messen, aber nur dort, wo sie Beschwerden verursacht, wird ein MKHler sie korrigieren.

Ich hoffe, es war alles richtig und einingermaßen verständlich.
Lucccy,die in diesem Gebiet auch nur ein Mini-Wissen hat


 
Veröffentlicht : 15.09.2005 21:52
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, daja

Winkelfehlsichtigkeit
Es ist richtig, per Definition gehört die "Winkelfehlsichtigkeit" nicht zur Medizin und zum Schielen. Es ist ein augenoptisch belegter und geschützter Begriff, der direkt mit der augenoptischen Messtechnik "MKH" verknüpft ist und davon getrennt "falsch" verwendet wird.

Augenoptische Verfahren basieren sämtlich auf bildverarbeitenden Bezügen und deren augenoptischer Aufbereitung, gerade auch im beidäugigen Sehen.

Es gibt leider solche und solche Augenoptiker. Generell sollte es schlechte Augenärzte aber nicht geben!

Hallo, Lucccy ich habe Deine Antwort erst jetzt gelesen.

Du weißt, dass "Augenoptik" die Lehre der Lichtablenkung und Lichtbrechung beinhaltet und immer fragt "Wo entsteht das Bild." Nur wenn wir dies verdeutlichen, trennen wir korrekt(!) zwischen Medizin und Augenoptik.

Ich lerne an einer klaren Argumentation, die unbedingt erforderlich ist. Wer sagt, ein Muskel sei zu lang, ruft nach dem Arzt, der das operiert, oder nach dem Psychologen, der das verdrängt (Entschuldigung), oder nach dem Funktional-Optometristen (berufsintern), der das trainiert. Ob alle immer Recht haben?

In der augenoptischen Physik ist Training unangebracht, Verdrängung ein Fehler und ein Eingriff oft zu grob. Verstanden?

Ich höre schon sagen, und wo bleibt der Mensch mit seinen Funktionen?

Richtig, den habe ich nicht vergessen. Der Mensch lernt jeweils auf die optimalste Art mit der gegebenen Situation klar zu kommen. Als Augenoptiker suchen wir mit Ihm zusammen, den idealen augenoptischen Ausgangswert. Eine "OP" nur bei wirklichem Bedarf, "Verdrängung" (Visualtraining) findet nicht statt, denn "Training" bringt das Leben, sowie bei Bedarf erfahrene Ergo- und sonstige Therapeuten. "Funktional-Optometrie", erst nach Abschluss bizentraler Bildlagepositionierung durch MKH, ob noch erforderlich?

Dies ist der Königsweg.


 
Veröffentlicht : 15.09.2005 22:43
(@hannah2206)
Beiträge: 22
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Ich wollte nur kurz zu PG Moschs Aussage (oder war es ein frommer Wunsch???), es solle generell keine schlechten AAe geben was sagen Fakt ist, im Bereich Schielbehandlung bei Kindern und auch bei Erwachsenen SIND AAe schlecht, weil aie diese Behandlung (einige wenige AAe ausgenommen!!!!) nicht selbst vornehmen, sondern medizinischem Hilfspersonal überlassen und dann auch noch Eltern, die von dem betroffenen Arzt eine Übreprüfung der Refraktionsmessung, die so eine Hilfe vorgenommen und daraufhin eine Brille verordnet hat, nochmal nachzuprüfen, bevor auf Kosten der der GKV eine eventuell falsche Brille angefertigt wird und dem Kind eventuell mehr Schaden als Nutzen entsteht, sagte dieser AA der Mutter wörtlich "dafür werde ich nicht bezahlt". Dieser Hamburger AA wirbt übrigens im www. mit speziellen Kinder- und Babysprechstunden. Da ich nun von einer Mutter informiert wurde, kann ich für uns nur sagen wieder ein AA, den man besser nicht aufsucht!
Also lieber PGMosch, natürlich SOLLTE es keine schlechten AAe geben, aber über die Tatsache, dass es sie dennoch gibt, kann doch kein Zweifel bestehen, oder? In meinem Bericht über die AA-Besuche mit meiner Tochter bei verschiedenen Kollegen haben wir doch unsere "Erfahrungen" in dieser Hinsicht beschrieben.

LG Claudia
LG


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 01:47
(@Bettina-Lechler)
Beiträge: 36
Eminent Member
 

Werden die Bilder beim Sehen nicht in der Fovea, also in der Stelle des schärfsten Sehens abgebildet,ist nicht mehr gewährleistet, dass man räumliches Sehen hat. Es soll erreicht werdengleichzeitiges und gleichwertiges,zentrales und räumliches Sehen. Viele Augenpaare können weitaus mehr auflösen als Visus 1,0( bei den meisten Ärzten wird nur bis 1,0 gemessen, was bei AA heißt Sehleistung 100%) Die jeweilige 100% Sehschärfe ist aber individuell verschieden,d.h. es gibt Augen, die mehr auflösen können z.B. Visus 2,0. Wird ein Augenpaar monokular vermessen und jedes Auge erreicht z.B. Visus 1,6, aber mit beiden Augen nur noch 1,2 , so kann man davon ausgehen, dass nicht zentral abgebildet wird.Es werden Prismen gegeben um das Bild wieder zentral abzubilden. Viele Winkelfehlsichtigkeiten werden so einfach "Übersehen"!
Augenoptiker erlernen das Augenprüfen in ca. 3 Jahren; der Augenarzt hingegen in Wochenendseminaren!
Mit freundlichen Grüßen
Bettina Lechler


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 12:45
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, Hannah

Meine Meinung, ein Facharzt für Augenheilkunde ist im Bereich Medizin kompetent und muss sich hier messen lassen!

Im Bereich "Lichtablenkung und Bildlage" liegt die Kompetenz beim AO, das sollte heute nicht mehr verwechselt werden.

Beim "Schieler" überlagern sich die beiden Bereiche sehr häufig!

Leider gibt es nur wenige sehr gute Adressen, die als Fachärzte (bitte immer incl. des Fachpersonals bewerten) über versierte augenoptische Kenntnisse (incl. MKH) verfügen. Das aber wäre hier zu fordern. Dem Augenoptiker fehlen wesentliche medizinische Bezüge. In manchen Fällen, kann aber in Kooperation gearbeitet werden.

Bei Säuglingen und Kleinkindern kenne ich nur sehr wenige wirklich empfehlenswerte Adressen, dort fallen nicht selten Augenoptik und Augenheilkunde in einer Person zusammen. Auch wenn hier augenoptische MKH noch nicht anwendbar ist (unter drei bis vier Jahren), ergibt sich aus der praktischen Erfahrung nicht selten ein differenzierterer Betrachtungs:wink:el, der Medizinern in der Betreuung und Versorgung solcher Kinder hilft.
Ob die Funktional-Optometrie eine alleinige Alternative darstellt, möchte ich bezweifeln. In der Kooperation stellt sie sicher zusammen mit einigen wenigen sehr spezialisierten Augenoptikern eine dringend benötigte Ergänzung dar.

Solange in den meisten medizinischen Fakultäten die MKH insgesamt als augenoptische Methodik negiert und hier speziell das Randgebiet der MKH bei Schielproblemen ignoriert wird, wird sich aus meiner Sicht an den Folgen für die Betroffenen nichts ändern.

Ich setze das Wissen voraus, das "Lichtbrechung (Augenoptik)" nur auf bestimmte Arten von Schielen positive Einfluss nehmen kann. Gerade deshalb braucht es hier beide Berufskenntnisse.


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 13:07
(@Monoxid)
Beiträge: 266
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Hallo allesamt!

Ich finde die Trennung zwischen Augenheilkunde und Augenoptik, die hier immer mal wieder aufgeführt wird, ziemlich unpassend (auch und gerade bei Nicht-Schielern). Denn zum Einen wird mit der MKH letztendlich durchaus mehr korrigiert als nur Bildlagefehler, man denke etwa an vollmotorisch kompensierende Heterophoriker/Winkelfehlsichtige, bei denen es keinen lateralen Fehler zu korrigieren gibt, oder die "sensorischen Anomalien" wie die Pseudo-Nahexophorien, die sich erst durch längerfristiges Prismentragen abbauen. Wenn das kein therapeutischer Effekt ist!
Zum Anderen gewinne zumindest ich zuweilen den Eindruck, man wolle durch diese Fachbereichs-Trennung den Missstand sanktionieren, dass die MKH bei Augenärzten durchgängig abgelehnt und/oder totgeschwiegen wird - so nach dem Motto Tja, die sind halt nicht dafür zuständig. Das ist natürlich grundfalsch, denn wer Probleme mit seinen Augen hat, geht meiner Erfahrung nach erstmal zum Augenarzt. Und dann zum nächsten, und zum nächsten... Und wenn man die MKH aufgrund des Aufwands nicht in die Augenarztpraxis integrieren kann, wäre eine Kooperation doch wünschenswert Optiker messen nicht nur aufgrund ihrer in diesem Bereich besseren Ausbildung gründlicher, sondern auch schon deswegen, weil sie sich mehr Zeit nehmen (können).

Darf man fragen, was eigentlich geschehen muss, damit sich am status quo jemals etwas grundlegend ändert?

Monoxid


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 16:21
 daja
(@daja)
Beiträge: 169
Estimable Member
Themenersteller
 

Also ganz ehrlich....? Mich wundert mit wieviel Fachwissen hier umhergeworfen wird,interessieren würde mich von wem(Berufsstand). Meines Wissens handelt es sich ja wohl doch bei Winkelfehlsichtigkei und Schielen um das selbe. Das Problem scheint aber zu sein, dass Optiker kein Schielen behandeln dürfen, darauf haben Augenärzte ein Monopol. Und um die Verwirrung noch zu steigern, auch die Optiker sind hier nicht gleich ausgebildet.
Ein toller Arzt hat meinem Sohn ein Stück seines zu langen Sehnervs gekürzt und ihm damit jegliche Chance auf eine richtige räumliche Wahrnehmung genommen, wenigstens nach Haase. Die Augenärzte(und das trifft auf fast alle Ärzte zu) weigern sich sich mit anderen Methoden zu befassen. Erstens weil man auch so lange genug verdient und zweitens müsste3n sie anerkennen Fehler gemacht zu haben. Kennt jemand einen solchen Arzt? Die Frage die aber bis jetzt immer noch niemand beantwortet hat ist warum ist WFS und Schielen so schlimm? Was passiert da eigentlich?


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 18:01
(@Lucccy)
Beiträge: 0
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Hallo Paul-Gerhard,

manches macht mich stutzig.
Wenn jemand nach dem Unterschied fragt, warum wird ihm eigentlich nur Winkelfehlsichtigkeit erklärt? Und warum sprechen wir eigentlich nur von der Wirkung (Bildlage, Prismen) und nicht von Ursachen? Und warum sollte ich mich als AUGENoptiker komplett von der Anatomie des Augens lösen? Und nichts anderes tue ich doch (zumindest aus meiner Perspektive), wenn ich mich der Frage "warum liegt das Bild falsch?" verschließe.

Versteh meine Fragen bitte so, wie ich sie meine als kritische und sehr neugierige Fragen, um immer mehr über MKH dazuzulernen.

Gruß Lucccy


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 21:49
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, daja

meinen Beruf kannst Du im Status Button nachlesen.
Der Sehnerv kann nicht gekürzt werden, hier meintest Du sicher einen Muskel. Dies sollte aber nur in den seltensten Fällen irreversibel sein, vielleicht kann man Deinem Kind dennoch helfen. Ich möchte es Dir wünschen.

Eine Bildlagepositionierung nach Art der MKH ist der Medizin fremd. Selbst in der Schärfekorrektion finden in der Medizin Abwägungen unterschiedlichster Art statt, Messwerte und damit Bildlagepositionen willkürlich gegenüber dem gemessenen Ergebnis zu verändern. Dies entspricht nicht augenoptischer Präzision in der Abbildung ist physikalisch optisch nicht korrekt.

Natürlich kann man jeden Einfluss als Therapie verstehen, da jeder Einfluss auch eine Reaktion auslöst. Dann müsste letztlich jeder Arzt sein.

Es ist ein Vorrecht des Augenoptikers, "Sehen", den wichtigsten Sinneseindruck beim gesunden Menschen so zu lenken, dass er den Aufnahmeorganen ideal präsentiert werden kann. Die weitere Verarbeitung kann somit ideal ablaufen. 100 Bilder pro Sekunde laufen da ab, in Bruchteilen wird über Erkennen, visuellem Begreifen, alten und neuen Erfahrungen reflektiert, wird gespeichert und vieles sofort wieder entrümpelt, damit der Speicher für neue Informationen frei wird. Die Konzeption im Raum, Gleichgewicht, Orientierung, Sicherheit, Bewegungsmuster und Abläufe werden gespeichert und kontrolliert. Form, Farbe, Helligkeit, Entfernung, Geschwindigkeit, Grösse etc. wird verglichen, festgelegt und gespeichert. Blut- und Nervenversorgung der Augen erreichen im Körper Spitzenwerte, warum wohl?

Und wenn da der Input verwaschen, unscharf, gedoppelt wird, fehlt entweder jedes Interesse oder wird genaues Sehen zur Qual.

Entwicklungsverzögerungen, fehlerhafte Bewegungsabläufe, usw. sind nur erste Folgen.


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 22:38
(@Eberhard-Luckas)
Beiträge: 0
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Hallo Freunde,

ich hoffe niemals, daß Winkelfehlsichtigkeit und manifestes Schielen irgendwann in einen Topf geworfen werden. Wir Augenoptiker wollen keine Ärzte sein, sondern rein optische Probleme klären. Paul-Gerhard hat das eigentlich ausführlich erklärt. Sicher ist das Wissen um Anatomie dafür ebenso erforderlich wie das Wissen um Augenkrankheiten und die Wirkung bzw. Nebenwirkung von Medikamenten.Dafür muß man weder Arzt sein noch Medizin studiert haben.

Gruß
Eberhard


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 23:10
(@Paul-Gerhard-Mosch)
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Hallo, Lucccy

habe ich mich von der Ursache "falsche Abbildung" gelöst? Ich meine gerade nicht.

Wenn Du, was ich verstehen kann, meinst "Ernährung", falsche Benutzung der Augen z.B. intensive Nahtätigkeit und viele andere Faktoren schaffen geänderte optische Verhältnisse, mag das zutreffen. Nur keiner weiß z. Zt. wie genau. Alle Antworten kommen diesbezüglich immer noch an ihre Erfahrungsgrenzen. Wohl dem der das so lehrt und zugibt.

So wurde vor wenigen Jahren eine französische Studie, die über drei Jahre laufen sollte, nach zwei Jahren abgebrochen, da die erwartete Prognose "Unterkorrektion = bringt geringere Zunahme von Kurzsichtigkeit", sich als falsch herausstellte. Ich bin im Laufe der Zeit gegen viele sogenannte "Ursachen" sehr vorsichtig geworden und kann beileibe nicht mehr alles glauben, was uns heute präsentiert wird.

Im übrigen belasse ich diese Bereiche gerne dem medizinischen Bereich, der hier seine Fachleute schult und hat. Dabei habe ich mein Ohr sehr wohl an solchen Erkenntnissen, und achte Kollegen, die nach Augenoptik, Visual-Therapie, immer noch tiefer in die medizinische Fortbildung eindringen.

Mein Beruf bleibt die Optimierung von Bildlage im Augenpaar. Das kann ich und nur das wende ich bei den mir vertrauenden Klienten an. Sie orientiert sich zwar nicht immer an Wunschbildern, aber sie kann Befriedigung schenken, und sie wird wohl auch ernsthaft nie wiederlegt werden können, diese nicht medizinisch wirksame, sondern physikalisch optisch abbildende pure "Augenoptik".
Es fasziniert, wenn Sehen plötzlich ganz neu erlebt und begriffen werden kann!


 
Veröffentlicht : 16.09.2005 23:45
(@Lucccy)
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Hallo Paul-Gerhard,

hmm. Dann unterscheidet sich unsere Auffassung von der Ursache. Ich stelle mir nämlich noch eine Warum-Frage warum entsteht die falsche Abbildung? Was unterschiedet einen Winkelfehlsichtigen von anderen (z.B. in der Anatomie)?

Gruß Lucccy


 
Veröffentlicht : 17.09.2005 08:12
(@Paul-Gerhard-Mosch)
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Hallo, Lucccy

warum entsteht Kurz- oder Weitsichtigkeit?

Die meisten Erklärungsmodelle bergen durchaus richtige Ansätze, obwohl sie sich zum Teil deutlich wiedersprechen.

Die "Ursache", die jeweils vertreten wird oder vertreten werden soll, bleibt nicht unheikel. Welche Beweggründe stehen hier im Hintergrund, welche Erwartungen werden mit einer entsprechenden "Theorie" verknüpft.

Ich nehme gerne plausible Ansätze auf, aber ich bleibe bei hierzu benannten "Ursachen" skeptisch. Dies hat sich bis heute bewährt.

Beste augenoptische Korrektionen aber werden durch sich selbst bestätigt, dies erfährt man besonders bei der Berücksichtigung einer Winkelfehlsichtigkeit.


 
Veröffentlicht : 17.09.2005 13:18
 daja
(@daja)
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Es erfreut mich soviel Verwirrung und "Streit" zu verfolgen.Leider entsteht dadurch für den Patienten doch immer wieder der selbe Eindruck. Wenn ich euch richtig verstehe seit ihr (beide )Optikerund somit erst einmal gegen die Beschneidung eurer Rechte im medizinischen Fachbereich durch die AA. Aber dieses Verhalten und gegenseitige Intoleranz und auch der evtl.Versuch den Ansatz des jewils anderen nachzuvollziehen ist doch genau das was ihr AA vorwerft. Das Potenzial eines Optikers schätze ich als sehr hoch ein . Ich habe sehr sehr gute Erfahrungen gemacht die weit über das normale Maß an Geld verdienen hinausgeht. Es ging dabei zuerst um den Patienten, es wurden keine falschen (schon so oft erlebt)Versprechungen gemacht, es gab genaue Anweisungen die auch in andere Therapien einflossen und halfen. Deshalb ist mir die Wichtigkeit des gesunden Auges sehr wohl bewußt. Leider war ich bis zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen das es reicht auf jedem Auge 100% zu sehen.Das das nicht alles ist habe ich sehr schnell begriffen. Es war kein Wunder und es hat auch gedauert aber dann passierten Sachen die vorher nicht möglich waren. Warum aber tun jetzt alle ,soll heißen AA AO Ergotherapeut oder Psychater ,so als hätten sie Wunder gewirkt. Es muß doch demnach auch unter Optikern nicht in erster Linie um helfen gehen und genauso schwer sein einen Fehler zuzugeben wie unter Ärzten? Sind auch hier die Patienten,egal ob sie nun Winkelfehlsehen oder Schielen ,(ist eh dasselbe aber das verrate ich nicht und Ihr müsst es auch nicht sagen)nur zahlende Gäste ohne Versichertenkarte?


 
Veröffentlicht : 17.09.2005 17:57
(@Eberhard-Luckas)
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Hallo Daja,

es tut mir leid, wenn Du nur den schnöden Mammon in den Augen von Augenärzten und Augenoptikern siehst. Wir "eingeschworenen" MKH-ler haben uns auf die Fahne geschrieben, daß wir den Winkelfehlsichtigen helfen wollen. Das wir umsonst arbeiten kann nicht sein. Die Kosten für 1 Meisterstunde im Handwerk sind leidlich bekannt, unser Equipment ist teuer, also kostet es Geld.

In den Hilfsmittel- Richtlinien des Bundesverbandes der BKK´s steht unter anderem geschrieben, daß horizontale prismatische Korrektionen ab 3,0cm/m gesamt von den Krankenkassen bezuschusst werden müssen. Bei Höhenfehlern reicht 1,0 cm/m.

Jetzt musst Du nur noch einen Augenarzt finden, der mit Deinem MKH-Optiker zusammen arbeitet und schon bekommst Du Deine Kassenzuschüsse. Also bist Du zahlender Gast, aber mit Versicherungskarte.

Und noch einmal Winkelfehlsichtigkeit ist nicht gleich zu setzen mit sichtbarem, manifesten Schielen, genannt Tropien.

Gruß

Eberhard


 
Veröffentlicht : 17.09.2005 18:52
(@Paul-Gerhard-Mosch)
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Hallo, daja

ich denke, hier suchst Du "Streit", wo keiner ist!

Ich habe Lucccy einige Informationen geschrieben, die Sie sicher nicht als Angriff aufgefasst hat. Ich Ihre Aussagen übrigens auch nicht!

Jawohl, wir sind beide Augenoptiker. Als Augenoptiker sind wir keine Heilkundler. Wir sind nichtmal als Therapeuten im heilkundlichen Bereich tätig. Auch dürfen wir diagnostisch nicht tätig sein.

Messungen von Bildlagefehlern sind seit Jahrzehnten höchstrichterlich bestätigt und unwiedersprochen nicht als Ausübung von Heilkunde zu verstehen.
Im Bereich der Winkelfehlsichtigkeit wird uns das von medizinischer Seite zwar nicht zuerkannt, dies ändert aber nichts an unserer Befugnis, auch diese Messungen durchführen zu dürfen (Berufsbild des Augenoptikers) und Korrektionen derselben eigenverantwortlich auszuführen.

Insofern sehe ich die Ausführungen des Kollegen Eberhard Lukas mit Skepsis, da sie das Leistungsverbot für Brillen durch Krankenkassen bei über 18-jährigen aushebeln und die Brille wieder, um den Status der "therapeutischen Sehhilfe" in die Versicherungspflicht heben. Allgemein wird dies keinesfalls so gehandhabt und gesehen. Deshalb kann sich diese Auslegung des Textes auch umkehren, und uns (beziehungsweise hier Versicherten und Ärzten) als Betrugsversuch ausgelegt werden.

Z. Zt. ist "leider" vieles eher negativ im Fluss, und der überwiegende Teil der Fachärzte für Augenerkrankungen schreibt nicht einmal Verordnungen bei funktioneller Einäugigkeit, medizinisch notwendige Sonnenschutzbrillen etc. auf, die als "Therapeutische Leistungen" benannt sind, geschweige den Versorgungen, die erst durch Messwerte eines Augenoptikers notwendig sein sollen. Hier liegt eine Rechtsunsicherheit vor, da einerseits der Augenoptiker (nicht heilkundlich tätig)solche Messungen durchführt, und durchführen darf, andererseits "nur noch" vom Facharzt verordnete Sonderversorgungen im Bereich der Sehhilfen gesetzlich krankenkassenpflichtige Leistungen sind bzw. sein sollen.


 
Veröffentlicht : 19.09.2005 13:46
(@Lucccy)
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Hallo,

ich kann Paul-Gerhard nur zustimmen ich habe Fragen gestellt und darauf Antworten bekommen. Nur so kann man als junger Mensch ja auch was lernen und durch kritische Fragen kommen bekanntlich neue Erkenntnisse. Und erst, wenn ich etwas wirklich verstanden habe, kann ich auch Kritik äußern. Daher halte ich mich mit Wertungen zum Thema zurück.
Und wo Intoleranz auftaucht habe ich im ganzen Thread noch nicht gefunden.

Noch eine Sachinfo am Rande AA messen "Schielen" ohne Fusionsanreiz, MKHler messen "Winkelfehlsichtigkeit" mit Fusionsanreiz. Ist also doch irgendwo ein Unterschied...

Gruß Lucccy


 
Veröffentlicht : 19.09.2005 13:57
(@ohne-konto)
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Hallo daja!

Es ist so daß wir jeweils ein Netzhautbild im rechten und eins im linken Auge haben. Vom Gehirn werden diese beiden Bilder nun übereinandergelegt und somit zu einem Seheindruck verschmolzen. Das wird als Binokularsehen oder besser gesagt erstmal als binokulares Einfachsehen bezeichnet. Damit nun noch uneingeschränktes räumliches Sehen (3-D) stattfinden kann, müßen die Bilder in beiden Augen zentral, also in der Mitte der Netzhautgrube abgebildet werden. Das ist erstmal die Grundvorraussetzung. Die ganze Wahrheit ist etwas komplizierter und hier über das Internet schwer zu erklären. Damit nun die Bilder in beiden Augen zentral abgebildet werden können müßen natürlich auch beide Augen das gleiche Objekt anfixieren. Sprich beim Blick in die Ferne müßen die Fixierlinien beider Augen parallel zueinander stehen. Und nun unterscheidet man zunächst zwischen Heterophorie (latentes Schielen) und Heterotropie (manifestes Schielen). Bei beiden weicht die Ruhestellung der Augen von der Parallelstellung ab. Nur der Heterophoriker ist in der Lage diesen Ruhestallungsfehler durch die äußeren Augenmußkeln auszugleichen und somit binokulares Einfachsehen und sogar räumliches Sehen herzustellen. Beide Augen sind also am Sehprozess beteiligt. Der Heterotrope kann das nicht. Er kann also immer nur mit einem Auge sehen. Wenn überhaupt! Und damit auch kein binokulares einfachsehen und schon gar kein räumliches Sehen herstellen. Denn dazu müßen nunmal die Netzhautbilder beider Augen gleichzeitig verarbeitet werden. Soweit sind sich auch Augenärzte und Augenoptiker einig. Die Theorie der MKH sagt nun daß ein Heterophoriker seinen Stellungsfehler nicht soweit ausgleichen muß daß er in der Mitte de Netzhautgrube abbildet, sondern es reicht wenn er in einen bestimmten Bereich (Toleranzbereich) nahe dem heran kommt. Dieser Toleranzbereich wird normalerweise für das räumliche Sehen genutzt. Das heißt er kann somit auf jeden Fall binokular einfach abbilden. Aber das räumliche Sehen ist dann eingeschränkt oder gar nicht vorhanden. Und wenn dieser Fall nun eben eintritt, daß er also nicht zentral, aber innerhalb eines bestimmten Toleranzbereiches abbildet und somit binokulares Einfachsehn herstellt spricht man von Winkelfehlsichtigkeit. Winkelfehlsichtigkeit ist also so zusagen der sensorische Teil einer Heterophorie. Und dieser Teil wird bei der MKH mit berücksichtigt. Viele Ärzte bezweifeln wie gesagt daß es ihn gibt. Auch neuste Studien von Augenoptikern lassen zumindest einen Zweifel zu. Die Erfolge der MKH sind jedoch nicht zu leugnen!

Gruß


 
Veröffentlicht : 19.09.2005 15:36
 daja
(@daja)
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Estimable Member
Themenersteller
 

Entschuldigung , ich wollte damit sagen ich habe eine andere Form der Optometrie kennengelernt. Das damit jemand Geld verdienen soll ist mir ganz klar.Noch dazu wüsste ich niemanden der es mehr verdient hätte. Und das ist auch wirklich kein Streitpunkt. Nur hat ja Verhaltenensoptometrie nichts mit einer Prismenbrille zu tun. Auch hier wird von Winkelfehlsichtigkeit gesprochen,ich weiß warum , und wenn es zum Ziel führt ist das auch ok. Aber warum beharren auch Optiker dann darauf das Ihre "Behandlungsmethode" die einzig wahre ist. Warum ist es so schwer sich vorzustellen das etwas anderes besser sein könnte,z.B. Visualtraining. Warum lehnen AA die Verordnung von Prismen oft ab? Weil die Stärken immer weiter ansteigen? Das z.B ist wirklich kein Geheimnis mehr. Ist es wenn man sich dem Wohle ,gerade von Kinderaugen verschrieben hat nicht möglich in mehr als eine Richtung zu denken. Ich z.B. kenne einen Optiker der Irlenscreener ist (einer doch etwas vage Theorie finde ich) und es ist auch hier zu verstehen, das er (nicht böse sein) sein Wissen zu Geld macht. Ich finde es nur sehr schade, das Optiker sich einerseits über zu einseitige Behandlunge der AA beschweren ,ihre Berufskollegen und deren Konzept weder hinterfagen noch tollerieren sondern darauf bestehen(wie Ihr auf Prismenbrillen). Gäbe es nicht zum besten unserer Gesundheit die Möglichkeit auf die verschiedenen Ansätze hinzuweisen, uns als Patient für so mündig zu halten dann selbst zu entscheiden anstatt sich ganz und gar Mkh zu verschreiben. Noch mal WWIR sind froh und sehr dankbar unser Training gemacht und auch bezahlt zu haben. Das war besser als jede Therapie.


 
Veröffentlicht : 19.09.2005 18:47
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