Dieser konkrete Fall war ja nicht gemeint. Es ging mir nur um eine prinzipielle Haltung zur Vollkorrektion oder auch Unterversorgung.
Beides kann m.E. richtig oder falsch sein, weshalb man kein Prinzip daraus machen sollte.
Sklavulus schrieb
@Eberhard Luckas
Optimale Sehleistung erhalte ich nur, wenn ich alle Werte berücksichtige
Natürlich will ich hier nicht dem großzügigen Auf- oder Abrunden das Wort reden, aber Achslagen von 77 Grad bei -0,25 cyl. finde ich lächerlich.
Ich bitte bei Unsicherheiten bzgl. einer verträglichen, komfortablen Korrektion den Kunden, eine Zeit lang mit meiner Messbrille im Laden zu verweilen.
Wenn ich mit dem kalkulierbaren Risiko der (Test-)Bigläser in der Meßbrille umgehen kann, ergibt das ein m.E. genaueres Bild, als jedwede "Regel" oder starre Philosophie, die man hier vertreten könnte.Der Versuch macht kluch!
Na, na, na auch 0,25 cyl kann man genau einstellen, aber das mal nur nebenbei.
Aber wer verwendet Bigläser im Messgläsersatz? Ich habe 4 verschiedene Sätze, alle sind plan-Konkav oder plan-Konvex, aber niemals bi!!
Hallo Eberhard ,
sorry meine natürlich keinen irregulären Astigmatismus sonderen den inversus (den Astigmatismus gegen die Regel) der für mich mitlerweile immer ein Zeichen für visuellen Stress ist.
Gruß Optimistin
Hallo Optimistin,
sorry meine natürlich keinen irregulären Astigmatismus sonderen den inversus (den Astigmatismus gegen die Regel) der für mich mitlerweile immer ein Zeichen für visuellen Stress ist
Kannst Du das einem Laien genauer erklären? Inversus ist z.B. -0,5 90°?
(Sollten wir evtl. einen neuen Thread aufmachen?)
donquichote
Optimistin schrieb
...sonderen den inversus (den Astigmatismus gegen die Regel) der für mich mitlerweile immer ein Zeichen für visuellen Stress ist.
Gruß Optimistin
Das bedarf aber auch einiger näherer Erläuterungen, oder verstehe ich das richtig, wenn du die These aufstellst, visueller Streß (was immer das auch ist) induziert einen Astigmatismus inversus?!?!
Ooooch, über die schrägen Astis gibt es viele Thesen und allerlei mehr oder weniger seriöse Lektüre....mir wird immer ganz schwummrig, wenn ich das lese. Wahrscheinlich alles frühkindliche Traumata, vielleicht schon pränatal....
wer's glaubt....der macht dann auch Hypnose gegen Sehprobleme P
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Optimistin,
auch ein Inversus macht kaum mehr Probleme als ein Rectus, in Beiden Fällen ist die Vergrößerungsdifferenz in den Hauptschnitten sernkrech bzw. waagerecht.
Außerdem ist durch die innentorischen Gläser, die heute nahezu ausschließlich Verwendung finden, die anamorphotische Verzeichnung (Das Wort hat Dr. Reiner geprägt) unbedeutend geworden.
Ältere Augenärzte, die noch Brillen mit Außentorus in dei Finger bekamen, haben sicher schlechtere Erfahrungen in Erinnerung. Aber in der Orthoptistinnen-Ausbildung sollte das Gespenst nicht mehr zu finden sein.
Ich habe noch nicht mal Angst vor Obliquus!
Eberhard Luckas schrieb
Ich habe noch nicht mal Angst vor Obliquus!
Warum auch?
Dauert zwar manchmal etwas länger, aber bisher hat jeder Optiker bei mir die Achslage des rechten Auges bei 155° rum gefunden.
Mein Optiker kriegt das auch super hin!!!! Ohne tamtam und Aufpreis - der findet jeden krummen Asti, egal ob einfach oder mehrfach....Und mit den richtigen Gläsern fühle ich mich pudelwohl!
LG
Kerstin
Hallo Eberhard,
aus meiner Beobachtung entwikelt sich eine Myopie bei einem inversus schneller als bei einem rektus. Deshalb ist ein Asti gegen die Regel immer ein kleines Arlamsignal für mich.
Sklavulus schrieb
..., aber Achslagen von 77 Grad bei -0,25 cyl. finde ich lächerlich.
Ist das so zu verstehen, dass dann einfach 90° genommen würden? Nach der im Forum schon diskutierten Formel wäre das immerhin, wie wenn senkrecht dazu noch 0,11dpt wirken würden.
Es kommt aber noch schlimmer, in meinem Fall gab es schon mal einen Messfehler von 13° (bei -1,25), wenn das dann noch großzügig mit 13° gerundet würde, wären wir bei 26° und dadurch 0,22dpt (bei 0,25) senkrecht dazu.
Der Messfehler bei mir 13° -1,25 entspricht allein schon 0,33dpt senkrecht dazu.
Also bitte immer so genau wie irgend möglich, damit sich diese Fehler nicht auch noch addieren können.
Neeeeeiiiiin, um Gottes Willen. Aber bei einem Zylinderwert, bei dem selbst RAL-Vorgaben großzügig sind, würde ich, um beim Beispiel zu bleiben, 75 Grad angeben.
Wer bei einem Zylinder von 0,25 dpt eine Achslage von 77 Grad reproduzieren kann, angefangen von der Messung bis hin zur fertigen Brille, und mir nachweisen kann, dass 76 Grad unverträglich wären, bekommt von mir einen Pokal.
Hallo Zusammen,
@Sklavulus, AkkoStrabo Warum nicht möglichst genau? wen man 77° misst und auch gibt, ist der systemische Fehler eindeutig am geringsten. Ich gebe da AkkoStrabo vollkommen recht
oder habe ich Dich wieder Missverstanden - denn sicher 1° Abweichung macht hier kein Problem....ausgehend vom "möglichst richtigen" Wert (hast Du das gemeint)?
@Optimistin, Eberhard
das mit ich gebe keine 90° Zylinder beruht auf Theorien der "behavioral optometry".
Grosse Studien gibt es nach meinen Wissen nicht (ich hab mal danach gesucht) - es beruht auf Erfahrung von denen die es so praktizieren.
Man kann es glauben oder auch nicht (Wertungsfrei)
Vielleicht liebe Optimistin kannst Du uns die theoretischen Hintergründe nochmal genau erklären.
Liegt wohl an der Achslage - die 90° BL liegt ja näher im Auge bzw. "ist mehr Myop". Während die 180° Bl mehr "Hyperop" ist. Auf "senkrechte Striche" muss weniger akkommodiert werden als auf waagrechte. Da war immer die Begründung wenn ich mich richtig erinnere - und dies kann zu einer "Erhöhung" des Nahpunktstresses beitragen richtig?
wie siehst Du das - danke im voraus...
viele Grüße
Georg
wir eollen nicht vergessen, daß es um die Minuscylinderachse 90° geht, oder 8als Verwirrung für die Laien) Pluscylinder 0°
Wenn ich einen Kreuzcylinder nehme, habe ich eine Bildlinie vor und eine hinter der Netzhaut, in gleichem Abstand. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Auge auf horizontale Bildlinien stärker akkomodiert als auf senkrechte, umgekehrt genau so wenig.
Nur eines ist sicher Bei Rectus sind senkrechte Dinge schärfer zu sehen als waagerechte, beim inversus ist es umgekehrt.
Hallo Eberhard,
in der Ferne hast du damit recht - bei mixtus o. myopicus! In der Nähe liegt es an der Akk. - bei Akk. Insuff. ist es genau anders da ja die myopere BL logischerweise bevorzugt wird.
viele Grüße
Georg
Hi Georg,
das ist natürlich klar, aber daraus zu schließen, daß die Myopie dadurch höher wird, wenn ich inversus korrigiere, halte ich für Blödsinn. Das kann ich mit 30-jähriger Erfahrung nur so sagen.
Hallo Eberhard, Georg
dazu fällt mir als deutsche Quelle ein Prof. Dr. Frank Schaeffel Universitäts-Augenklinik Tübingen der in einem Artikel in "Der Ophtalmologe" 2002 - 2 schreibt Zitat. "Kinder mit Astigmatismuss gegen die Regel entwickeln mehr Myopie als solche mit Astigmatismus mit der Regel".
Eine begründung dafür habe ich mal bei Birnbaum gelesen dazu muss ich aber noch mal recherchiren.(tu ich aber auch, und melde mich dann wieder).
Gruß Optimistin
Optimistin schrieb
.... "Der Ophtalmologe" 2002 - 2 schreibt Zitat. "Kinder mit Astigmatismuss gegen die Regel entwickeln mehr Myopie als solche mit Astigmatismus mit der Regel"....
Gruß Optimistin
aber das heißt ja nicht, daß die Korrektur dieses Astigmatismus ein Fortschreiten der Myopie bewirkt, sondern einfach die mehr oder weniger statistische Auffälligkeit, daß bei Vorhandenseins dieses Astigmatismus mehr Myopie sich entwickeln kann als bei den anderen Astigmatismus-Arten.
Eberhard Luckas schrieb
Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Auge auf horizontale Bildlinien stärker akkomodiert als auf senkrechte, umgekehrt genau so wenig.
Nicht das Auge akkommodiert, sondern die Augenlider wirken als (Schlitz-) Blende
Ich habe Zylinderwerte -1,25 93° -0,5 99° und habe das lange kompensiert durch das Zusammenkneifen der Augenlider. Senkrecht dazu hätte das nicht funktioniert.
Trotz aller Theorie,
warum sollte ich jemandem die optimale Korrektur verweigern, ohne die Verträglichkeit zu testen?
Diese ganze Thema entstand doch nur, weil einige Fachleute Angst vor bester Korrektur haben. 