Moin Pia,
das kann an einer nicht richtigen Korrektion des Auges liegen.
Hallo,
dies ist ein spannender Beitrag in unserem Forum. Ich habe ihn mir gerade das erste Mal durchgelesen.
Da Eberhard nicht mehr unter uns ist, bin ich gerne bereit, für Ihn einzuspringen. Da inzwischen wieder ein Jahr verflossen ist, wäre es schön, wenn wir hören könnten, was in der Zwischenzeit geworden ist.
Evtl. kann ich Ihnen auch von meiner Seite ein paar Tipps weitergeben.
Hallo lieber Paul-Gerhard Mosch und liebes Forum,
lange habe ich nicht hier reingeschaut, und es tut mir sehr leid zu erfahren, dass Eberhard nicht mehr unter uns ist. Er hatte mich super beraten!
Gerne kann ich berichten, wie mein aktueller Stand ist. Von der Kombination Prismen-Bifokal werde ich wohl nicht mehr wegkommen, und auch die Folien werden mir erhalten bleiben. Sehtests mache ich nur noch alle 8-10 Wochen, da inzwischen klar ist, dass mir die Folien nicht schaden. Mein Visus rechts ist immer noch bei 1,0.
Das linke Auge ist weiterhin mein Sorgen-Auge. Der Visus liegt stabil zwischen 0,6 und 0,7, was eine leichte Verbesserung seit meinem letzten Beitrag ist. Das hört sich nach guten Zahlenwerten an, jedoch sehe ich immer noch nicht wirklich gut (im Nahbereich ist es weniger). Auch mein beidäugiges Sehen ist weiterhin sehr instabil und kann tatsächlich nur aufrecht erhalten werden, wenn ich zusätzlich zu den Prismen mein rechtes Auge mit einer Folie abschwäche, aktueller Wert 0,6 oder 0,4, je nach Tagesform. Nur so sieht mein linkes Auge etwas besser und ist bereit mitzuarbeiten. Sobald ich die Folie abnehme, tendiert es trotz korrekten Prismenwerten zum Abschalten und Schielen und das rechte Auge nimmt sofort alle Arbeit an sich. Ich sehe dann zwar besser, bekomme aber sehr schnell Kopfweh, Druck- und Schwindelgefühle. Somit ist die Frage, ob ich die Behandlung mit Folie weitermachen möchte, geklärt. So ist es zur Zeit die beste Lösung für mich.
Problematisch ist es nach langen Tagen an der Uni oder im Büro, wenn ich 8 Stunden oder mehr konzentriert gearbeitet habe und die Augen müde sind. Lesen ist dann nur noch mit Mühe möglich (ich brauche mehr Stärke und eine dunkle Abdeckung rechts), auch die Ferne fühlt sich nicht stabil an. Auch hier tritt zeitweise wieder ein Schielen auf, manchmal trage ich die dunkle Abdeckung dann den Rest des Tages. Doppelbilder habe ich nach wie vor nicht.
Viele Grüße,
Nina
Hallo Nina,
ich freue mich sehr, dass Du wieder mal ins Forum geschaut hast. So haben wir jetzt einen neuen Zwischenbericht erhalten.
Mich würde sehr interessieren, wer Deine Berater sind. Wenn Du sie hier nicht benennen willst oder kannst, würde es mich freuen, wenn wir uns telefonisch darüber austauschen könnten. Dabei habe ich dann noch zwei Gedanken, die ich mit Dir gerne einmal ausgetauscht hätte. Ich bin sehr dankbar von Dir zu hören, dass Du selbst an Dir erfahren konntest, dass Dich dieser Weg weiter vorwärts bringt.
Einer meiner Gedanken geht in die Richtung Höhenprisma! Da Dein Sehen sicher nicht einfach zu prüfen ist, Du andererseits auch jetzt wieder Unruhe und Instabilität äußerst, frage ich mich wirklich, ob nicht noch eine sehr versteckte prismatische Höhenkomponente vorhanden ist. Da Du glücklicherweise keine Doppelbilder hast, wird es Dir selber so niemals bewusst auffallen können. Und ob entsprechende Mess-Testfelder von Dir selbst klar und präzise beurteilt werden können, wage ich einfach mal anzuzweifeln.
Wie kann man dabei weiter kommen?
Frage, gibt es eine Höhenabweichung oder einen Aniseikoniefaktor (evtl. auch Beides)? - Was wäre zu tun?
Gibt es eine leichte seitliche Kopfneigung, oder/und einen leichten Höherstand eines Auges? Den zweiten Punkt kannst Du für Dich selbst ablesen, wenn beide Augen bei Blicksenkung Deine Nahteile gleichzeitig erreichen, die Brille korrekt horizontal ausgerichtet ist und die eingearbeiteten Nahsichtflächen von der Brillenunterkante aus gleichhoch eingearbeitet sind, dürften beide Augen gleichhoch stehen.
Sollte dies der Fall sein, könnte aufgrund der Ungleichsichtigkeit R/L ein Aniseikoniefaktor (ungleiche Netzhautbildgrößen) bestehen, produziert durch die höhere Pluswirkung des linken Brillenglases. Dann wären die Bilder des Hakentestfeldes unterschiedlich groß. Was einen leichten Höhenfehler erschwerter feststellbar macht. Es ist hier aber relative einfach mit einem Pol-Vorhalter zu prüfen, ob der Hakentest sauber zentral gegen über steht. Test: Man bewegt die aufgesetzte Brille an den Bügeln rechts, alternative links leicht höher. Wäre das der Fall, dass das Bild sauberer mittig wird, kann der richtige Korrektionsmesswert durch vor die Brille gehaltene Prismenmessgläser gut ermittelt werden.
Auch ein Aniseikoniefaktor kann gemessen und ebenfalls in eine Brillenkorrektur übernommen werden. Dazu gibt es Aniseikoniemessgläser der Fa. Okulus und ich hatte früher Messdias von polarisierten Hakentestzeichen, die unterschiedlich groß waren. Heute können gut ausgestattete Sehprüfgeräte auch Aniseikonietestfelder darstellen. Wichtig ist jedenfalls immer der Abgleich über das beste geeignete Aniseikoniemessglas.
2) Die Bangeler Folien sind eine mögliche Option, aber lieber habe ich auf Dauer andere Wege beschritten, und ich meine mit mehr Erfolg. Hier kann ich mich sicher im Einzelfall auch täuschen, aber ...
Im Messraum habe ich zur Annäherung unterschiedlicher Visusstufen, das deutlich bessere Auge über graue Farbfilter in der Sehleistung abgeschwächt, je nachdem bis zu max. 95% Filtertönung. Das hat für eine Messsituation immer geklappt. Der Vorteil liegt darin, dass nur die Lichtmenge reduziert wird, nicht aber die Sehleistung des Auges. (Für den Filter geht eine Einsteckmöglichkeit in der Messbrille verloren).
Bei der brillentechnischen Lösung habe ich, wie auch Eberhard Luckas es bei seiner Frau beschrieben hat, mit überhöher Korrektion gearbeitet. Dabei gab es oft zwei positive Effekte. In Ihrem Fall, würde das Sehungleichgewicht von der Glasstärke (+0,50 dpt bis +1,25 dpt) besser angeglichen werden. (das kann den Aniseikoniefaktor verringern) Evtl. entfällt er allein dadurch als Ausgleich. Darüber hinaus kann es sein, dass das Auge längerfristig sogar mehr plus-Stärke akzeptiert, was dann ein Grund für die fehlende Akzeptanz (Sehunruhe) vorher war.
Sollten all diese Faktoren nicht zu einer weiteren Besserung verhelfen, gibt es noch den Faktor von kontrastverstärkenden Lichtschutzgläsern. Auch dies kann man durch Überziehbrillen mit kontrastverstärkenden Wirkungen im Praxistest ausprobieren. Dazu sollte die Korrektionsbrille allerdings nicht zu groß sein.
Alle Faktoren die Ruhe und Entspannung in das Sehsystem leiten, vorrangig die beste prismatische und refraktive Korrektion hilft Ihnen weiter. Alles Gute! Sie können mich anmailen: mosch.pg@gmail.com