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Räumliches Sehen, Abkleben

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(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 
[#5919]

Liebe Leser,

 

seit ca. 1 Monat trägt unser Sohn (2j, 3M) nun eine Brille (5 u. 7 dpt, Weitsichtigk). Es fiel auf durch Schielen des rechten Auges mit knapp 2 Jahren. Nun bin ich noch einmal zu einem anderen Arzt, um abzuklären, ob wirklich alles so ist bzw. insbes. ob nicht doch eine Op angezeigt ist (...habe gegoogelt, "normosensorische Spätschielen"), wollte einfach noch mal auf Nr. sicher gehen. Nun sagte mir die Orthoptistin dort, dass unser Sohn scheinbar doch noch etwas räumliches Sehen hat (deutete bei Tafel mit Stern, Elefant, Auto verhalten auf die Gegenstände) u. man evtl. mit dem Abkleben (sollten lt. 1. Arzt z. zt 4 x halbe TAge kleben) dieses scheinbar doch vorhandene räumliche Sehen evtl. gefährden. Sie riet uns alle 2 Tage 2 Std. nur zu kleben. Wie sollten wir jetzt verfahren?

 

Die 2. Frage, die mich interessiert, auch wenn sie nichts mehr zur Sache beiträgt lautet: Würde unser Sohn auch Schielen wenn wir die hohen dpt-werte bereits z.B. mit einem Jahr entdeckt u er eine Brille bekommen hätte. Er hat wohl ein Akkomodationsschielen u mit Brille schielt er fast nicht mehr. Heute morgen in der Dusche ohne Brille fiel mir auf, dass er bei Weite (ich war ca 2 m weg) mich stark anschielte, bei kurzer Entfernung tut er dies eher nicht.

 

Vielen Dank vorab für Eure Mühe u. Beiträge,

herzl. Grüße

 

Maria2

     


 
Veröffentlicht : 01.05.2013 22:47
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

Hallo Maria,

Ich glaube, Du kennst die Antwort schon. 

http://www.optometrie-online.de/node/6209

http://www.optometrie-online.de/node/5975

Morgen mehr.

LG Helene


 
Veröffentlicht : 01.05.2013 23:04
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Liebe Helene,

danke für Deine spontane Antwort!

Habe diesbezüglich in Detail aber noch nicht soviel gelesen, da diese Info für mich seit gestern neu ist, ich einerseits froh war u. andererseits unsicher, wie weiter zu verfahren ist.  Habe seitdem nur überlegt, ob ich jetzt die Ärztin wechsele oder bei der 1. noch mal nachfrage (was eher meine Tendenz ist). Mit dem Abkleben haben wir "eh" bis morgen Pause, lt. 1. Ärztin, da unser Sohn die fast !100%-korrigierende Brille nun eine Woche erst hat, und wir in dieser Zeit gänzlich nicht abkleben sollten...bin gespannt auf Deine weiteren Hinweise morgen, vielen Dank u. gute Nacht!

LG

Maria2 


 
Veröffentlicht : 01.05.2013 23:17
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

Guten Morgen Maria,

habt Ihr denn schon abgeklebt? Wenn das so ist, erst langsam ausschleichen.

Bei vorhandenem räumlichen Sehen mit dieser Brille und kleinem Restschielwinkel ist das Abkleben im Alter von 2 Jahren gefährlich. Sprich Deine Ärzte auf die Möglichkeit einer Atropinkur an! 

Ich wiederhole mich gern wie in allen anderen ähnlichen Themen.

1) möglichst voll korrigierende Brille 4-6 Wochen tragen

2) erst dann

-Sehschärfe prüfen (wenn nicht Lea, dann Preferential looking, geht wunderbar, habe ich vor ein paar Tagen selber an einem  noch nicht mal 2-jährigen Kind miterlebt)

-Fixation prüfen

-Stereosehen prüfen

erst dann entscheiden, ob eine Atropinkur angezeigt ist (man tropft über mehrere Wochen Atropin in das "stärkere" Auge und trainiert damit das "schwächere" Auge bei weiter bestehendem nicht unterbrochenem Binokularsehen), also wenn jetzt schon der Langtest erkannt werden kann, würde ich auf weiteren räumlichen Tests bestehen, damit man sich sicher ist...dann ist das Abkleben kontraproduktiv und in diesem Fall ganz falsch

3) ganz wichtig: immer aktuelle Brille und regelmässige Kontrollen mit Visus- Ferne/Nähe, Fixation, räumliches Sehen etc. 

Zu wem Du gehst, musst Du entscheiden, aber Abkleben bei dieser Diagnose als präventive Methode ist schlecht.

Noch etwas ganz wichtiges. Dein Kind hat eine Anisometropie (unterschied in Pluswerten 2 Dioptrien unter den Augen). Hierzu wird als klassische Behandlungsmethode eine Brillenkorrektion verwendet, selbst bei einer schon vorhandenen Seheschwäche. Siehe "Strabismus" von J. Lang:

"Die Amblyopia ex anisometropia bessert sich ganz allmählich nach längerem Tragen der Brillenkorrektur. Ist dies nicht der Fall, so sollten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Von einer konstanten, totalen Okklusion des guten Auges (Abkleben) ist abzuraten, da dadurch die Fusion unterbrochen und eventuell ein Strabismus provoziert wird. "

Lese hierzu auch die aktuelle Themen im Binokularsehen in diesem Forum, wie haben sehr viel dazu geschrieben in letzter Zeit.

Zum akk. Schielen: das Kind wird immer ohne Brille schielen, mal mehr mal weniger, manchmal sieht es dann aus, dass es die Augen auch ohne Brille geradestellen kann, aber das alles ist nicht aussagefähig, entscheidend ist, wie er dann mit Brille sieht und die Augenstellung mit Brille ist wichtig hierbei.

LG Helene

PS Meine Tochter hat genau die gleichen Brillenwerte wie Dein Kind. 


 
Veröffentlicht : 02.05.2013 09:28
(@Kugelblitz)
Beiträge: 1467
Noble Member
 

Hallo Maria,

ih möchte noch kurz ergänzen, dass zu prüfen ist, ob auch eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) vorliegt. Falls ja, ist diese ebenfalls mittels Brille zu korrigieren. Wenn Du magst, kannst Du ja die genauen Werte hier einstellen.

Wichtig ist auch, wie die Refraktionswerte (Brillenwerte) ermittelt wurden und was anschließend auf der Sehhilfenverordnung geschrieben stand (bzw. im Brillenpass steht).

Liebe Grüße und alles Gute Kugelblitz


 
Veröffentlicht : 02.05.2013 10:32
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Liebe Helene,

wir haben bislang an 3 Tagen  3-4 Std. abgeklebt. Jetzt ist  seit 1 Woche die vollkorrigierte Brille da u. wir haben lt. Orthopt. 1 Woche Pause, eigentl. hätte ich heute wieder kleben müssen, habe es aber gelassen.

Ist die Therapie mit Atropin denn bezügl. des Visustraining "genau so gut", da mich die Orthopt. bezügl. des Pfasters darauf hinwies, das kein Licht einfallen darf?

Der Schielwinkel ist wohl so in etwa 5, wobei (s.o.) bei "weitem Schauen (2-3 m z.B. aus Dusche ohne Brille) habe ich das Gefühl es ist mehr.  (auch @ Kugelblitz die exakten Werte sind +7 u +5, Brille ist +6,75 u +4,5 sowie Hornhautv. - 1,25 u - 0,50, auch in Brille so eingearbeitet).

Was bedeutet lt. Lang (Zit) eine "konst. totale Okklusion" - wenn man das Auge ein über den anderen Tag "freigibt" ist es das doch nicht, oder? Meinst Du denn 2 Std. tägl. ein über den anderen Tag ist schon ein Risiko für das Binokularsehen? Bevor er nachher nicht mehr 100 % o. das "noch machbare Mögliche" erreicht? Ich weiss, dass in dem Alter auch jeder Monat Therapie zählt.  Habe ich auch richtig verstanden, dass eine evtl. schon vorhandene Sehschwäche bei Anisometropie alleine durch Brillenkorrektur zurückgehen kann und ist das in der Regel so?

Hast Du evtl. Infos zu "preferential looking", konnte so richtig nichts finden ad hock....?

Was mich z. Zt. noch sehr verunsichert ist die Frage, ob es sich wirklich (offensichtlich ja) um ein akkom. Schielen handelt oder nicht etwa z.B. um ein "normosensorische Spätschielen". Es scheint ja nicht angeboren zu sein, sonst hätte er ja kein Binokularsehen entwickeln können, oder?  Oder ist es ein ganz anderes Schielen, von dem ich noch nichts gehört habe, u. im verzwickesten Fall ein Zusammenspiel von Ursachen?  Kurz bevor ich das Schielen bemerkt habe (sicher Ende Dez /Jan) , hat er einige Tage (Ende Nov.) mit 40 Grad (teil-)gefiebert (dann gesenkt). Ausserdem (peinlich) hat er eine Auseinandersetzung zw. mir u. meinem Mann mitbekommen u. ist seitdem nachts öfters weinend wach geworden u. ich meine mit dem Zeitpunkt wesentlich "kribbeliger" u unausgeglichener. Hat mich gewundert, das es nur kurz u. eigentl. auch nicht so heftig war (aus meiner Sicht).  Da mache ich mir nat. auch Vorwürfe von wegen "seelischer Ursache", das war auch im Nov. rum. Diese Tatsache traue ich mich kaum anzubringen. Vielleicht hat er ja seitdem Doppelbilder gesehen u. schrie deswegen. Du siehst, ich bin sehr verunsichert u. voll von schlechtem Gewissen, auch dass wir nicht schon mit z.B. einem Jahr beim Augenarzt waren u. wir ihm das Schielen espart hätten (aber als Eltern "ohne Brille" sind wir nicht darauf hingewiesen worden u. überhaupt nicht darauf gekommen, dass etwas nicht stimmen könnte).   

Kennst Du Dich mit dem normos. Spätschielen aus? Ich habe gelesen, da muss innerh. von 6 Mo. operiert werden. Ich habe so das Gefühl, die Ärzte "nehmen" das Naheliegenste u. das ist ja auch bei diesen dpt-Werten wohl das akkom. Schielen. Evtl. haben sie das andere ja auch irgendwie (für den Laien nicht ersichtlich) ausgeschlossen, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Auf Nachfragen kam ein "Nein", aber ohne spezielle o.   plausible Begründung, klang mir eher so nach einem " glaube nicht...". Dahinter steckt nat. bei mir die Angst etwas zu Versäumen (OP).

Eigentlich würde ich mal gerne in die Uniklink zwecks gründlicher Abklärung, aber da kommt man ja ohne ÜW nicht hin u. wahrsch. ist die Thematik für meine Ärzte nicht "schlimm" genug bzw. gibt mediz. gesehen keine Veranlassung, die Wartezeiten dort sind ja auch emens, wenn sich ein niedergel. Arzt nicht einsetzt.

So nun muss ich mich entschuldigen, lauter "Sorgen" u. es fällt sicher nicht leicht auf dieses umfangreiche "Wirrwar" zu antworten. Aber ich pers. finde seit Wochen keine Ruhe bevor ich nicht alles geklärt u. versucht habe u. es ist das erste Mal für mich, dass ich in einem Forum schreibe...Ich danke Euch schon mal vorab für Euer Verständnis u. Antworten.

Viele Grüße,

Maria


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 00:36
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Lieber Kugelblitz,

meine Antworten an Dich sind in dem Kommentar oben auch enthalten. Danke für Dein Statment!!

VG

Maria


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 00:38
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

....noch eine Frage: Kann so eine Weitsichtigkeit (+5/7 dpt) eigentlich auch "plötzlich", wenn ja durch welche Ursache, bei einem Kind auftreten oder ist diese immer angeboren bei z. B.  einem 2 Jährigen?


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 00:47
(@Liamis)
Beiträge: 52
Trusted Member
 

Hallo Maria,

vielleicht hast Du unseren Thread hier im Forum ja gelesen. Meine Tochter hatte ein Spätschielen mit Zukneifen des Auges (Doppebilder) und sodann konstant eingetretenem Schielen.

Wir stehen der Abklebetherapie äußerst kritisch gegenüber, den bei unserer Tochter hat es den vorerst kleinen Schielwinkel dekompensiert. Nach der Abklebezeit war es immer besonders schlimm, da die Fusion, die sie besaß, ständig durch das Abkleben unterbrochen wurde. Wenn wir das Pflaster abgenommen hatten, fiel ihr Auge fast vollständig zur Nase weg - trotz Brille!

Meiner Kenntnis nach ist Fieber ein klassischer Auslöser für das Spätschielen. Die Kinder werden in ihrer Fusionsfähigkeit unterbrochen. Bei meiner Tochter war der Auslöser ein Sturz. Hat Euch die Orthoptistin nicht gefragt bei der Erstanamnese, ob er Infekte durchgemacht hat? Das gehört eigentlich dazu.

Wann habt ihr denn Kontrolle zur Überprüfung, wie sich die Brille auf den Visus auswirkt? Ich glaube, erst dann würde ich über das Abkleben nachdenken... (Kugeblitz, Helene - korrigiert mich, wenn ich falsch liege^^).

LG, Liamis


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 09:06
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

Hallo Maria,

gönne dem Kind eine längere Pause im Abkleben, solange er sich an die Brille gewöhnt und hier muss man 4 Wochen abwarten. Beobachte Dein Kind ganz genau in der Zeit.  Wenn Du parallel dazu jetzt abklebst (ich habe immer im Hinterkopf, dass das Kind räumliches Sehen hat, weil es den Langtest gesehen hast), dann störst Du eigentlich erstens den Eingewöhnungsprozess an die Brille und zweitens greifst in sein labiles Binokularsehen ein. Danach kann man ja darauf bestehen, dass die von mir oben genannten Tests zuerst gemacht werden, bevor wieder eine Okklusionstherapie in Frage kommt. Meine Meinung sowie Erfahrungen von einigen Müttern hier, so z. B. Liamis.

Die Therapie mit Atropin ist im Alter von 2 Jahren das Beste Mittel der Wahl. Dann kann parallel dazu das Binokularsehen sich stabilisieren, und das ist die Sicherheit dafür, dass das Kind nicht wieder schielt und der Visus nicht abfällt. Du mußt das Binokularsehen Dir als Band vorstellen, welches die Augen Deines Kindes parallel hält, vorausgesetzt es ist stark genug.

Bei akk. Schielen ist der Schielwinkel ohne Brille immer größer und nicht aussagefähig, das habe ich Dir schon geschrieben.

Konstante totale Okklusion, ist das Abkleben mit einem Pflaster über Stunden hinweg, das ist hier bei Lang gemeint, das Kind wird hierbei ja geschult, mit einem Auge zu gucken und verlent in der Zeit die Fähigkeit, mit zwei Augen gleichzeitig zu schauen, wenn sein Binokularsehen nicht stabil genug ist. 

Atropinkur sowie Okklusion nach Bangerter mit Mattfolien über einem Brillenglas macht hingegen keinen Schaden am Binokularsehen und deshalb im Alter von 2 Jahren zu bevorzugen. Also wäred die Therapie mit Atropin  im Alter von 2 Jahren das Beste Mittel der Wahl.

Vorausgesetzt, dass der Visus auf einem  Auge deutlich schlechter als auf dem anderen Auge wäre. Und das ist bei Euch nicht bekannt, soweit ich das verstanden habe. Also wird bei Euch das Abkleben als präventive Methode angewandt.

Preferential looking, so sehen die Teste aus: 

"Bereits während des ersten Lebensjahres bevorzugen Kinder gemusterte Flächen gegenüber gleichmäßigen Flächen. Zeigt man einem wenige Monate alten Säugling 2 Karten, eine mit schwarzweißen Streifen und eine die nur grau ist, schaut er lieber in Richtung der gemusterten Karte. Diese Methode der bevorzugten Blickzuwendung (preferential looking) spricht Kinder im Alter von 6-16 Monaten an. Durch unterschiedlich feine Muster kann man die Sehschärfe ableiten."

Quelle:  http://www.auge-online.de/Diagnostik/Kinderuntersuchung/kinderuntersuchung.html

Es ist akkomodatives Schielen, bei diesen Werten in der Brille ist das sicher. Und ja, die Neigung dazu ist angeboren, die Weitsichtigkeitswerte, die er hat, hatte er schon immer, das bemerkt man nur als Elternteil nicht, weil die Kinder für eine kurze Zeit zwischendurch immer scharfstellen können und auch kleinste Details erkennen können.

Spätschielen muss erstdann operiert werden, wenn nach der Vollkorrektion mit Brille ein Restschielwinkel bleibt, der das sonst sehr gute Binokularsehen gefährdet, dann ist ein Prismenaufbau und eine OP angezeigt.  Und ja, Ärzte nehmen das Naheliegendste.... Es gibt viele Ursachen dafür, da kann man ewig darüber diskutieren...


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 09:37
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

weiter:

Eine evtl. schon vorhandene Sehschwäche bei Anisometriopie wird automatisch durch die Brille behoben nach ein paar Wochen Tragezeit, wenn da kein großer Schielwinkel mit der Brille auf Dauer besteht. Das wäre in der Regel so, würden nicht die Ärzte immer bei Kindern mit unterkorrigierter Brille und zusätzlichem Abkleben das ganze Sehsystem auf Dauer destabilisieren, so dass man unter Umständen gar nicht mehr erkennen kann, was überhaupt am Anfang vorlag, weil der Schielwinkel sich gefestigt hat, das Binokularsehen pfutsch ist und und und... Das ist leider die Regel und die Standardtherapie.

Denn man muss zuerst den akkomodativ bedingten Schielwinkel mit der Weitsichtigkeitsbrille herausholen und erstdann sich Gedanken machen, wie man weiter vorgeht. Aber hier ist eine korrekte Befunderhebung wichtig, und das können die wenigsten Augenärzte und Sehschulen, leider.

Aus der Erfahrung vieler Mütter hier aus dem Forum ist die Vorstellung in einem Augenklinikum zwar zur zusäztlichen Befundung eventuell sinnvoll, aber bringt nix.... frag Liamis, frag Kugelblitz, frag mich, frag 333eray...

Du mußt Dich wegen Deiner Sorgen und Deiner Liebe für Dein Kind hier nicht entschuldigen, ganz sicher nicht. 

Stelle Deine Fragen, informiere Dich, damit Du bei den Ärzten mitreden kannst und sie merken, Du lässt keine lasche Therapie zu...Wir verstehen Dich sowas von gut.... Wir haben alles das Gleiche hier durch.

LG Helene


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 09:48
(@Kugelblitz)
Beiträge: 1467
Noble Member
 

Hallo Maria,

lasse Dir auf jeden fall von Deinem Augenarzt den Befund aushändigen.

Und falls Geschwister vorhanden sind, bitte diese auch vorsichtshalber einem Augenarzt vorstellen.

Was den Sehtest betrifft, am besten zu Hause üben. Den LEA-Test (Symbole mit Apfel, Kreis, Viereck und Haus) könnte Dein Sohn schon bewältigen.

LG und alles Gute Kugelblitz


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 11:10
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

ergänzend zu Kugelblitz:

was den Lea Test angeht, den können wir Dir per E-mail schicken, hierzu einfach per PN melden.

LG Helene


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 11:15
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Liebe Helene, lieber Kugelblitz,

die Lea-Symbole habe ich u. übe die Begriffe mit meinem Sohn. Vielen DAnk für Euer Angebot!!

Zum Glück hat er (2 j/4 m) gerade einen Schub in seiner Sprache oder vielleicht auch weil ich es jetzt extrem trainiere, damit er auf die Sehtests anworten kann, genau wie das Gehen/ Spielen im Gelände. Ich finde es auch wichtig, dass er "endlich" Bücher anschaut, oder ist das z. Zt. noch zu anstrend oder soll es so sein, damit er trainiert. Jedenfalls ist er jetzt ausdauernder als vorher, vorher ist er fast sofort weg vom Buch.  Mit der Brillenvollkorrektur ist er bezüglich Treppenhinuntersteigen vorsichtiger geworden, hat sie ja heute auch erst 10 Tage. Mir ist aufgefallen, dass er sich "Dreck/Boden" anschaut sowie genau in seinen Becher mit Sprudel schaut, als auch einem fremden Mann auffallend intensiv ins Gesicht.. Irgendwie hat er wohl wie auch immer "neues/ anderes Sehen".

Es ist jetzt irgendwie etwas "verzwickt", dass ich nun 3 Ärzte,= 3 Meinungen bez. Abkleben aufgesucht habe. A b e r : Alle haben gesagt, ich solle jetzt abkleben, eine 4x halbe TAge (als ich schon Vollkorrektur hatte, dort wollte ich eigentl. bleiben), andere als Brille erst auf 50% korrigiert war, jeden Tag 2 Std. u. in 2 Wo wiedersehen u Vollkorrektur machen lassen, letzte die mich darauf brachte dass irgendwie er doch im Langtest verhalten die Fingerchen Richtung. Elefant u. Auto bewegte alle 2 Tage 2 Std., damit Binokularsehen nicht verloren geht. Was jetzt tun??

Kann es nicht sein, da wir ja nicht wissen wieviel % Sehen er hat, u. wir präventiv abkleben u. sein wahrsch. vorh. räuml. Sehen dadurch tatsächlich verloren ginge, das später (da er ja "erst" 2 ist), wenn man dann weniger o gar nicht mehr abklebt, dieses Binokularsehen wiederkommt? Oder ist es dann sicher ein für alle Mal verloren??

Und wenn er ja tats. vermutl. etwas räumlich sieht, dann hat er doch kein Mikroschielen, denn sonst hätte er das räuml. Sehen nicht entwickeln können, stimmt diese Annahme? Gibt es denn jetzt 3 Möglichkeiten der Schielart: akkomodat. Schielen, Mikroschielen oder ...Spätschielen? Oder ist das akkomodat. dadurch gekommen? Irgendwie sehe ich hier noch nicht klar u. würde die Begriffe gerne abgrenzen können. 

Fragen über Fragen, danke für Eure Hilfe u. Verständnis!! @ Helene, bei Komm. "...nicht entschuld. für Liebe für Deinen Sohn, wurden meine Augen leicht feucht meine Nerven liegen tats. etwas blank u. das "Annehmen" dieser Krankheit fällt mir noch schwer...., ;)"

LG Maria


 
Veröffentlicht : 03.05.2013 23:32
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 2727
Famed Member
 

Das Dilemma ist,

das neben der oft unüblichen refraktiven Vollkorrektion (vielfach bleibt man in der Unterkorrektion, häufiger wechselt man später in eine Überkorrektion), unwillig bis nie in einen prismatischen Winkelausgleich nach Einstellbewegung investiert wird. Alternativ kommen Abklebetechniken, oder (Teil-)Okklusionen mit ins Spiel, das ist gängige Praxis.

Wer mehr in das Sehen seiner Kleinkinder investieren will, muss sich echt auf die Suche machen und einen der wenigen AÄ finden, die auch bei Kleinklindern das Binokularsehen als oberstes Ziel mit verfolgen. Hier gibt es ein riesiges Brachland. Wenn Kinder dem Kleinst- und Kleinkindalter entwachsen sind, werden allermeist Defizite verbleiben, die aber allgemein als völlig entwicklungsgeschichtlich normal angesehen werden.


 
Veröffentlicht : 04.05.2013 12:49
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

Hallo Maria,

wenn Du die Wahl hast, geh doch zur Praxis, für die das Binokularsehen wichtig ist.  Wenn schon Abkleben, dann vorsichtig dosiertes und nur wenn es angezeigt ist. Vorher nicht. Besser eine Atropinkur. Sprich die Orthoptistin darauf an. Bestehe darauf. Argumentiere. Genug Argumente haben wir Dir jetzt geliefert. Ich habe schon die dazu notwendigen Untersuchungen und Sachverhalte geschildert. 

Kann es nicht sein, da wir ja nicht wissen wieviel % Sehen er hat, u. wir präventiv abkleben u. sein wahrsch. vorh. räuml. Sehen dadurch tatsächlich verloren ginge, das später (da er ja "erst" 2 ist), wenn man dann weniger o gar nicht mehr abklebt, dieses Binokularsehen wiederkommt? Oder ist es dann sicher ein für alle Mal verloren??

Es ist nicht verloren. Er erkennt ja was im Langtest. Aber überlege Dir, wie Du weiterhin dieses Binokularsehen dem Kleinen erhälst und festigst. Bestimmt nicht mit präventivem Abkleben. Das einmal angelegte und angelernte Binokularsehen kann eigentlich immer wachgekitzelt werden, nur je älter das Kind ist, desto  schwieriger wird es  und erfordert mehr Aufwand und "durchbrechende" Mittel.

Auch ein Mikroschieler hat oft ein gutes räumliches Sehen, es ist nur ein reduziertes und an Qualität nicht die höchste Stufe der Stereopsis, aber trotzdem sehr wertvoll und sollte erhalten werden.

Gibt es denn jetzt 3 Möglichkeiten der Schielart: akkomodat. Schielen, Mikroschielen oder ...Spätschielen? Oder ist das akkomodat. dadurch gekommen? Irgendwie sehe ich hier noch nicht klar u. würde die Begriffe gerne abgrenzen können. 

Akkomodativ sagt nur aus, dass mit einer Weitsichtigkeitsbrille sich der Schielwinkel verkleinert. Bei Spätschielen lag immer ein  vollwertiges Stereosehen vor, das Schielen tritt oft plötzlich und mit Doppelbildern auf, könnte aber auch akkomodativ bedingt sein oder zu diesem werden. Mikroschielen mit einer ARK besteht seit der Geburt, gepaart mit hoher Weitsichtigkeit kann einen teilakkomodativen Strabismus oder einen dekompensierten Strabismus auslösen. 

Du siehst, diese Schielarten können gepaart auftreten. Bei allen drei kann erhaltenswertes Binokularsehen vorhanden sein.

LG Helene


 
Veröffentlicht : 04.05.2013 22:40
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Guten Tag Herr Mosch,

vielen Dank für Ihren Beitrag! Sind Sie Augenarzt (wg. dem Foto mit den Buchstaben?).

Darf ich nachfragen, wass bedeutet "man verbleibt vielfach in der Unterkorrektion...wechselt später Überkorrektion ", ist hiermit dieses 0,5% Unterkorrektur gemeint, oder wie wir es zu Beginn ca. 1 Monat lang hatten, dass die Brille nur auf die Hälfte der Dpt-Werte ausgestellt werden? WAs heisst "Überkorrektion"? Stellt man denn tatsächl. höher als die vorhandenen Pluswerte aus?  Was ist denn empfehlenswert?

Was ist ein "prismatischer Winkelausgleich" u. ist das bei uns empfehlenswert?

Gibt es, ggfs. hier im Forum,  Hinweiseauf Ärzte nach Orten, die das Binokularsehen mit als Primärziel verfolgen?

Entschuldigung, jetzt habe ich fast alles nachgefragt. Ich denke ich habe mir schon einges angelesen, aber das sind jetzt Themen, wo ich mich noch nicht mit beschäftigt habe (Prismen) bzw. dachte ("...-korrektur") ich hätte sie vom Wort ableiten können.

Vielen DAnk für Ihr Mühe u. Antworten!  


 
Veröffentlicht : 04.05.2013 23:27
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

Liebe Helene,

auch vielen Dank für Deinen - wie immer - sehr ausführlichen Beitrag!

Hätte noch ein paar Fragen zu : "nur je älter das Kind ist, desto  schwieriger wird es  und erfordert mehr Aufwand und "durchbrechende" Mittel." Meinst Du damit spezielle Mittel? 

Die Schielart beschaftigt mich immer noch:

Kann ich erkennen, ob mein Sohn Doppelbilder sieht oder gesehen hat? Ich berichtete ja über seine plötzl. etwas unruhigere Art mit knapp 2 J, also ca. zu dem Zeitpunkt als wir das Schielen gesehen habe, aber es noch schwächer war.

Abgesehen davon dass er nachts aufwachte u schrie (1-3x) ca. 1 Woche lang, wurde er morgens wach u. entgegen seiner sonstigen Angwohnheit noch in Ruhe weiterzudösen u. zu kuscheln, er dann ziemlich sofort aus dem Bett wollte. Er hatte ja auch zuvor einige Tage auf 40 gefiebert.

Ich frage mich, ob es so ein Spätschielen ist, wo man immer liest."...muss innerh. von 6 Mo spät. operiert werden" oder heisst "spät" einfach, nachdem er schon mal vermeintlich gut, räumlich u. ohne Schielen gesehen hat, egal wie alt das Kind ist? Dann habe ich gelesen, dass man bei Mikroschielen eher kein räuml. Sehen mehr entwickelt, aber Du beschreibst es anders. Was ist eine "ARK"? Ist es für mich wichtig, für die weitere Vorgehensweise hier zu wissen, was genau vorliegt? Oder geht man so oder so erst einmal so vor, wie von Dir schon empfohlen, egal welche ARt es ist? Mir schwebt halt immer die Sache mit der Op im Kopf...

Vielen DAnk für Deine Mühe u. Antworten!


 
Veröffentlicht : 04.05.2013 23:43
(@maria2)
Beiträge: 35
Eminent Member
Themenersteller
 

@ Helene

....Ergänzung letzter Satz...die Sache mit der Op im Kopf u. die Angst etwas zu verpassen....

lG Maria


 
Veröffentlicht : 04.05.2013 23:45
(@Hesch)
Beiträge: 430
Reputable Member
 

Hallo Maria,

"nur je älter das Kind ist, desto  schwieriger wird es  und erfordert mehr Aufwand und "durchbrechende" Mittel." Meinst Du damit spezielle Mittel? "

Ich meinte damit natürlich den Prismenausgleich und OP. Im Moment sind bei Deinem Sohn keine Prismen angezeigt! Denn das wäre ein direkter Weg in eine OP.

Du kannst nicht bei einem Kind von 2 Jahren verlässlich erklennen, ob es Doppelbilder gesehen hat und sieht. Ein bekanntes Kind von mir hat mit 1,5 ständig an einem Auge gerieben, was dann Schielauge war. Meine Vermutung, es sah schon zeitweise Doppelbilder, aber es ist nur eine Vermutung. 

Zum Anfang des Schielens hatte meine Tochter auch mit 2 Jahren die von Dir geschilderten Panikattacken nachts und Unruhephasen. Wir konnten es nur nicht deuten. Es könnte schon ein Hinweis auf den Schielanfang sein.

Eine ARK ist eine anomale retinale Korrespondenz, welche die Netzhäute beider Augen miteinander in der Verarbeitung im Gehin verknüpft, mit einem kleinen Schielwinkel unter 5°, der sich deswegen immer wieder nachstellt, egal ob Du mit Prismen versuchst, den Schielwinkel auszugleichen oder mit einer OP darangehst. Dieser Schielwinkel wird immer bleiben. 

Ein unkontrolliertes Abkleben kann so einen Mikrostrabismus schnell entgleisen. Eine Atropinkur nicht. Finde eine Praxis, die das mitmacht. 

LG Helene


 
Veröffentlicht : 05.05.2013 11:57
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