Hallo!
Auch ich bin intuitiv hier in diesem Forum gelandet, und mir scheint, es gibt hier einen Austausch unter MENSCHEN. Kann mir irgendjemand einen Tipp oder Erfahrungswerte geben? Meine Tochter, wird nächsten Monat 5, hat vor ca. 8 Wochen angefangen zu schielen (nur auf dem linken Auge). Im Vorfeld hat sie (sie ist sehr lebhaft und fröhlich) herausgefunden, dass es ihre Freunde und Freundinnen nicht nur zum Lachen bringt, wenn sie die unmöglichsten Töne von sich gibt, sondern auch, wenn sie herzzerreißend absichtlich schielt (geht auch mit beiden Augen). Sie hatte gelegentlich Phasen, wo ich manchmal dachte, sie hat einen leichten "Silberblick", nach peniblen Beobachten gab sich das aber nach 2-3 Tagen. Ich unternahm nichts (vielleicht ein Fehler), da sie ihre Bücher in korrektem Abstand hielt, motorisch sehr geschickt ist etc. Diesmal ging dieser hauchzarte Einwärtsblick nicht weg, er verschlimmerte sich sogar. Ich rief bei meinem Augenarzt an - 5 Wochen Wartezeit auf einen Termin (no comment....). Ich bekam dann bei einer anderen Ärztin einen Termin am gleichen Tag. Sie stellte eine "Weitsichtigkeit" fest, die ohne das Schielen aber nicht behandelt werden müsste. Tinki bekam eine Brille, 2 Tage später war der erste Termin in der Sehschule (wieso um alles in der Welt heisst das eigentlich so?????). Dort hieß es, Brille 4 Wochen tragen, in 4 Wochen wieder vorstellen. In den ersten Tagen ging das einseitige Schielen auffällig zurück, dannach wurde es eher schlimmer. Nächster Termin das "bessere" Auge abkleben, die halbe Wachzeit (was ist mit dem abgeklebten Auge? Verkümmert das nicht?). Es tut sich absolut gar nichts. Ich will nicht ungeduldig sein, aber ich tappe ín dieser Sache irgendwie im Nebel herum. Eines muss ich noch sagen Tinki hatte im Alter von 6 Wochen eine schwere Hirnblutung durch eine Gerinnungsstörung. Sie lag nach der Operation im Koma, war zeitweise links halbseitig gelähmt. Davon merkt man, bis auf eine leichte Parese des linken Armes aber nichts mehr, weder geistig noch körperlich, sie hat sich in jeder Hinsicht absolut normal und prächtig entwickelt. Kann da evtl. ein Zusammenhang bestehen, selbst nach Jahren?
Ich bin über jede Antwort enorm dankbar, der Erfahrungsaustausch bringt oft so sehr viel mehr als das Von-einem-Arzt-zum-anderen-Gerenne!
Danke und liebe Grüße,
Conny
Conny,die unwichtigste Frage wäre die nach dem Namen Sehschule Es ist ein historisches Überbleibsel aus der Zeit, als es Mode war, an Übungsbehandlung zur Therapie des Schielens glauben zu müssen. Dieses Märchen, an die wir Augenoptiker nie geglaubt hatten,ist seit Jahren paasé. Der Name Sehschule ist leider (oder weil die Augenärzte dies so wollten) geblieben und aber leider verwirrend und unsinnig.
Zu Deinen weiteren Fragen kann hier nicht umfassend geantwortet werden. Dazu bedürfte es wesentlich mehr Daten.
Eines ist jedoch klar und das habe ich in den Weiterbildungen gelernt Wenn Deine Tochter während des Schielens keine Doppelbilder hat, ist es eine seit Geburt bestehende "Angelegenheit", die jetzt immer weniger von Deiner Tochter kompensiert werden kann.
Und dann eilt es hier nicht sooo sehr, den richtigen Therapieweg einzuschlagen. Lies bitte dazu in dem Buch (Winkelfehlsichtigkeit) oder Bericht von dem Augenarzt Dr. Wulff aus Berlin (Schulversagen und beidäugiges Sehen, unter "www.Winkelfehlsichtigkeit.de" zu finden). Vielleicht findest Du dann viele weitere Antworten zu Deinen Fragen selbst; wie zum Beispiel zu dem verniedlichenden und unberechtigt verharmlosenden "Silberblick".
Ich hoffe, Dir damit weiter geholfen zu haben
Erich
Hallo, Conny
wenn möglich lassen Sie sich beim nächsten Besuch die Sehschärfe benennen und schreiben Sie sich die Werte ruhig auf (rechts/links). Je geringer der Unterschied zwischen beiden Augen ist, desto besser ist der Zustand der Augen Ihres Kindes.
Darüber hinaus wäre wichtig, ob sich mit der Abklebetechnik, die Sehschärfe auf dem freien Auge positiv entwickelt, ohne das es zu Beeinträchtigungen des abgeklebten Auges kommt. Solange hier eine permanente Verbesserung nachgewiesen werden kann, ist dieser Weg jedenfalls gut.
Unterschiedliche Betrachtungsweisen ergeben sich, wenn keine weitere positive Sehschärfenentwicklung mehr beobachtet werden kann. Hier benutzt die Medizin eine häufig in kurzen Etappen angewandte Abklebetechnik, teilweise über Jahre, zu einer künstlichen Verringerung des sichtbaren Schielfehlers und zu einer besseren einäugigen Fixiertechnik. Dem sogenannten alternierendem Sehen, mal rechts, mal links bei oft kleinem Einstell:wink:el der Augen.
Demgegenüber steht eine Betrachtungsweise, möglichst frühzeitig durch geeignete Messtechnik, die Zusammenarbeit der Augen durch möglichst ideale Bildlage in beiden Augen zur Korrespondenz zu bringen und über prismatische Glaswerte zu stabilisieren. Im Gegensatz zur ersten Betrachtungsweise wird ein ansteigender Winkel zwischen beiden Augen bei sonst guter und sich bessernder funktioneller Zusammenarbeit im Sehen als naturgegeben hingenommen (angeboren) und bei Bedarf durch einen kleinen chirurgischen Eingriff (Schiel-OP) korrigiert. Das Modell, das hinter dieser Betrachtungsweise steht besagt, dass die verarbeitenden Sehzentren in hoher Weise "Energie" aufwenden, um beidäugiges Sehen zu gestalten. Nur wenn die "Energie" fehlt oder unzureichend wäre, tritt Schielen ein. Deshalb ist der sichtbare Fehlbetrag, bzw. auch der gemessene Fehlwert einer instabilen Verschmelzung von Bildern zu beidäugigem Sehen erst oft nur "die Spitze eines Eisberges".
Da sich beide Auswirkungen der Technken diametral gegenüber stehen, ist das Meinungsspektrum hierzu sehr gespalten und läßt sich grob sogar an den zwei Berufen "Augenoptik" und "Facharzt für Augenheilkunde" festmachen. Während für die Augenoptik ein offensichtliches Schielen, eigentlich schon ein Ausschlußkriterium darstellen muß, werden interessierten Ärzte über die "augenoptische Messtechnik der MKH" auf oft bislang nicht für möglich gehaltene Erfolge in der Binokularversorgung von Schiel(kind)ern aufmerksam. Leider ist die Zahl der hierin praktizierenden Fachärzte bislang nur gering. Ein kleiner Ausweg bietet sich, indem man einen versierten Anwender als Augenoptiker findet, der die grundsätzliche Eignung des Verfahrens im Einzelfall durchtestet und dann, bei bestehendem Interesse, gezielt weiterverweisen wird. Wie "Erich" beschrieben hat, ist es im Falle einer grundsätzlichen Eignung dazu, aber dann nie zu spät.
Hallo!
Erst einmal herzlichen Dank für die Antworten! Ich werde mir auf jeden Fall das Buch besorgen, damit ich mir (hoffentlich) ein wenig eine eigene Meinung bilden kann. Bislang habe ich keinerlei Informationen über Tinkis Augenprobleme von der Augenärztin und der Dame der "Sehschule" bekommen....... Und gestern las ich im Internet dann über "unvermeidliche OP" und all sowas. Tinkis Ergotherapeutin machte mich jetzt auf Herrn Weiler aufmerksam, ein Verhaltensoptometrist. Dieser vertritt offensichtlich die Ansicht, das Augenabkleben sei riskant, man könne auch gezielt die Augen trainieren. Gibt es hierzu Erfahrungen? Und wo bekomme ich fundierte, neutrale Infos über diese OP (Dauer, Risiken, Aussichten etc.)? Bin immernoch heftig verunsichert, aber dank diesem Forum werde ich mit Sicherheit bald "klarer sehen". Und Dank Eurer Hilfe!
Liebe Grüße,
Conny.
Hallo Conny,
die Sehschule ist wirklich ein sehr veralteter Begriff. Der neue Begriff heißt Orthoptik, was soviel wie gerades Sehen bedeutet. In der orthoptischen Abteilung wird von Orthoptistinnen der Schiel:wink:el und vieles mehr diagnostiziert. Das war früher unter dem Namen Sehschule auch schon so. Bei gewissen Schielformen wird übrigens auch heute noch mit Übungen garbeitet. Ein Innenschielen gehört aber nicht dazu.
Durch das Abkleben kann vor allem bei sehr jungen Kindern oft die Sehschwäche des schwachen Auges therapiert werden. Das 5 jährige Kinder an dem abgeklebten Auge eine Sehschwäche durch das Kleben entwickeln, ist selten. Das passiert auch noch selten, aber eher bei jüngeren Kindern. Oft reguliert sich die Sehschärfe des guten Auges bei Reduktion der Klebezeit. Eine Verbesserung des Schiel:wink:els wird durch das Abkleben in der Regel aber nicht erreicht. Da Deine Tochter erst sehr spät angefangen hat zu schielen, sollte man jetzt, da die Brille keinen dauerhaften Erfolg hat, einen Prismenausgleich versuchen und sehen, ob 3d-Sehen vorliegt. Wenn ja sollte man mit der OP nicht mehr lange warten. Daß fehlende Doppelbilder auf ein von Geburt an bestehendes Schielen hinweist, wo mit der OP keine Eile geboten ist, kann ich nicht nachvollziehen. Das große Schielen fürht dazu, daß die Kinder in den Schielphasen kein 3d-Sehen haben. Kinder sind in der Lage, sehr schnell das störende Doppelbild vom schielenden Auge abzuschalten. Manchmal bestand seit Geburt ein Mikroschielen eines Auges, das sich vergrößert. Auf Basis des Mikroschielens bilden viele Patienten ebenfalls 3d-Sehen aus. Die Patienten mit dem Mikroschielen können bei vergrößertem Winkel das Doppelbild meistens schneller abschalten. Aber auch hier sollte schnell eine Op erfolgen, um dem Kind das 3d-Sehen wieder zu ermöglichen. Vielleicht besprichst du das nochmal mit dem behandelnden Augenarzt und der Orthoptistin.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo, Conny
die Fragen haben es wirklich in sich.
Die Verhaltensoptometrie hat Ihren Ursprung in den anlikanischen Ländern, in denen die Messtechnik der MKH (Entwicklung in Deutschland vor über 40 Jahren) immer noch nahezu unbekannt ist. Wie angesprochen, handelt es sich auch um "ein Training". Hier aber mit einem Schwerpunkt auf funktionellem Zusammenspiel beider Augen, deshalb die genannte kritische Aussage zum Abkleben.
Ich bin ein Verfechter des Weges zum Ausgleich von Fehlsichtigkeiten, so auch von Winkelfehlsichtigkeit (WF) und wenn möglich, von dekompensierter WF (einer Ursache von Schielen). In über 70% werden hier gute bis sehr gute Ergebnisse im Sehen erzielt, die sich durch Reduzierung von Dauerstreß auch in anderen Bereichen positiv niederschlagen. Hier kenne ich keine gleichwertige Alternative, weder in der Verhaltensoptometrie, noch in der konventionellen Schieltherapie.
Anders sähe es aus, wenn durch MKH kein Binokularstatus geschaffen bzw. stabilisiert werden kann. Dann hat jede weitere Methode, die noch Hilfe aufzeigen kann, unbedingt ihre volle Berechtigung!
Bei jedem "Training" wird der Bildlagefehler einer Fehlsichtigkeit versteckt, egal ob über funktionellem oder nur einäugig therapiertem Weg. Dies behindert jedenfalls immer den Lösungsweg über MKH zusätzlich und kann deshalb nicht parallel genutzt werden.
In manchen Fällen wird auch im Ansatz nach MKH gearbeitet, um funktionelles Sehen zu erreichen. Anschließend wird dann über die Verhaltensoptometrie der Gesamtfehler durch Training versteckt und so ein evtl. erforderlicher Eingriff am Auge umgangen. Auch hier ist die langfristige Prognose für mich fraglich, da die "Energiereserven" im Laufe des Lebens nicht gleich bleiben werden, und nur mit einem nötigen Eingriff der Winkelstellungsfehler dann als Korrektur bleibend "bildlagerichtig" kompensiert wäre.
Hallo Conny,
auch ich habe von 1993 bis 1995 ( 2Jahre) keine Informationen durch meinen Augenarzt oder der Dame von der Sehschule bekommen. Durch Zufall bekam ich den Tipp mit der Winkelfehlsichtigkeit und meinem Sohn war geholfen. Er wurde 1998 operiert. Es werden 2-3 % aller Fälle operiert und es muss also nicht sein, dass es deiner Tochter so ergehen muss. Wenn du möchtest, teile mir deine Anschrift mit und ich sende dir kostenlos Infomaterial über Winkelffehlsichtigkeit zu. Du kannst mich auch gerne anrufen. Zum Visualtraining keiner meiner Fachberater der Selbsthilfegruppe bietet Visualtraining an.
Franziska Kubsch
Tel. 07033-42492
Selbsthilfegruppe Winkelfehlsichtigkeite-mail Kubschefkj@t-online.de
Am 17.3.03, 20 Uhr ist unser nächstes Treffen im Hotel Krone-Post, Am Marktplatz in 71263 Weil der Stadt. Vielleicht kannst du daran teilnehmen.
Hallo, KerstinB
freue mich wieder mal über Deine Teilnahme als Orthoptistin zu diesem Thema. Wichtig erscheint mir vorallem Dein Hinweis, prismatisch und baldmöglichst nicht mehr über Abklebetechnik zu arbeiten.
Hallo!
Uff.....das wird ja immer komplizierter - aber auch interessanter!!!
Kerstin das ist ja das, was mich irgendwie die ganze Zeit so stutzig macht. Ich kriege gesagt, die Augen wären von der Sehschärfe her okay (die Werte habe ich heute leider nicht erfragen können, Praxis war zu), es wäre minimal. In der "Sehschule" wurde, für meine Begriffe sehr hektisch, geprüft, was Tinki erkennt. Dabei stellte sich dann raus, dass ihr "Schielauge" etwas schwächer ist, also abkleben. Rein verstandesgemäß kommt mir das unlogisch vor. Die Aussage, Tinki schielt wegen Sehschwäche, aber selbige wäre ohne Schielen absolut im Normbereich ---> ??? Wäre das Auge jetzt wirklich enorm schwach, dann würde mir das irgendwie einleuchten. Deshalb denke ich eben über einen eventuellen Zusammenhang mit der nicht unerheblichen Hirnverletzung nach.
Laut eigener Aussage sieht meine Tochter keine Doppelbilder. Sie hat kein Kopfweh, schaut hingebungsvoll ewig lange Bücher an, sieht jedes kleinst Detail, ist nicht lichtscheu und so weiter. Wie kann ich wo herausfinden, was für eine Art WF (bei der Gelegenheit was ist "dekompensierte WF"?)bei ihr überhaupt vorliegt?
Heute habe ich ihr Auge einfach mal nicht abgeklebt, wollte mal sehen, wie sie sich verhält. Und phasenweise hat sie kaum sichtbar geschielt. Ich verstehe das irgendwie alles nicht. "Schielen" ist doch ein muskuläres Problem, korrekt? Wen dem so ist, dann hat mein Tochter rein muskulär also die Möglichkeit, "parallel/grade" zu schauen. Wieso kann man kein "Muskeltrainig" machen, wenn doch angeblich nur eine superleichte Sehschwäche vorliegt? Fragen über Fragen......
Morgen kann ich hier hoffentlich die gemessenen Werte liefern. In unseren Familien gibt es übrigens keinerlei WF oder erwähnenswerte Fehlsichtigkeiten.
Liebe Grüße,
Conny
liebe Conny
Hier meldet sich erneut eine "Dame aus der Sehschule"!! Wir sind sogenannte Orthoptistinnen und haben eine 3jährige Lehre auf einer Spezialabteilung genannt "Orthoptik" (früher leider Sehschule) geniessen können!
Ich verstehe, dass eine Abdeck-Therapie immer sehr viel Fragen aufwirft! Persönlich versuche ich in der Praxis zu Beginn (und falls nötig auch später) genau zu erklären, wieso eine Therapie durchgeführt werden muss! ...ich versuche dies nun auch online
Erstens muss unterschieden werden zwischen zwei Problemen, die ihr Kind hat das Schielen UND die Sehschwäche am Schielauge!
Schielen Ob die Ursache in der Hirnverletzung liegt kann ev. sein, muss aber nicht, verschiedene Faktoren führen zu einem Schielen, eine sichere Ursache gibts nicht! ->Behandlung Die einzige dauerhafte Lösung ist eine Schieloperation, deren Zeitpunkt verschiedene Faktoren bestimmen! Falls ihr Kind neu begonnen hat zu Schielen, früher nicht sichtbar muss ev. sofort operiert werden! Wie schon eine andere Orthoptistin geschrieben hat ist dabei ein Versuch in der Augenarztpraxis mit Prismen wichtig! Unter Prismenausgleich muss das 3D-Sehen geprüft werden! Falls 3D-Sehen nachgewiesen werden kann MUSS sofort operiert werden, damit diese Zusammenarbeit der beide Augen nicht verloren geht! Falls aber kein 3D-Sehen besteht, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt (aus kosmetischen Gründen) eine Schieloperation durchgeführt werden! -->DIESE ABKLÄRUNG IST SEHR WICHTIG!
Sehschwäche Aufgrund des Schielens ist dieses Auge vernachlässigt (ausgeschaltet) worden! Damit das Kind nicht doppelt sieht unterdrückt es dieses Schielauge! (ist angenehmer und wird automatisch gemacht) ...dieses Auge wird dann aber nicht benutzt, ihr Kind schaut nur mit einem Auge! So ergibt sich ein Ungleichgewicht und das schlechte Auge muss trainiert werden! Das einzige Training, dass es hierfür gibt ist die Abdecktherapie, die sie ja schon durchführen! Dadurch muss das schlechtere Auge schauen und lernt richtig zu sehen! Dem guten Auge schadet dies in diesem Alter nichts! Zudem wird ihr Kind ja regelmässig kontrolliert von der Dame auf der Sehschule, der Orthptistin, die merkt, wenn das gute Auge schlechter werden würde!
Ich möchte dich ermutigen, dass du die Therapie so durchführst, wie vorgeschlagen! Halbe Wachzeit scheint mir sinnvoll! Später wird diese Abdeckzeit verringert werden!
Vill power und Motivation wünsche ich dir und deinem Kind!!!
liebe grüessbeatrice
Hallo, Beatrice
besten Dank für Deine Erklärungen.
Wie Du nachgewiesen hast, hat die Sehschwäche hier als Ursache das Schielen!
Sollte der Schielfehler durch eine prismatisch gute Korrektion korrigiert werden können, wird sich die Sehschwäche abfangen lassen. Dies geschieht in jedem Fall unter binokularem Sehen günstiger, als unter der Abklebetechnik! Zudem wäre eine OP nicht so zwingend "schnell(!)" durchzuführen, da man diese OP-Dosierung über den getragenen Prismenwert sich einpendeln lassen kann.
Die Problematik stellt deshalb allein die verträgliche Dosierung von prismatischen Werten und damit auch letztlich die Dosierung einer OP dar. Hierbei hilft die Messtechnik nach MKH entscheidend weiter. Das ist unsere Erfahrung, die wir als Augenoptiker gerne bereit sind, mit Orthoptistinnen und Fachärzten der Augenheilkunde zu teilen. Zum Wohle der gemeinsamen Klienten.
Lieber Herr Mosch
...ich bin ja ebenfalls Orthoptistin und habe Ihre Bemerkung oben, die Sie an kerstin gerichtet haben ebenfalls gelesen und nicht ganz verstanden!
Sind Sie tatsächlich nicht der Meinung, dass eine Schwachsichtigkeit (in diesem Beispiel durch Schielen verusacht) durch eine Abdecktherapie (von ihnen Abklebetechnik genannt) behandelt werden muss?
beatrice-die neugierige
Lieber Herr Mosch!
Wenn in diesem Beispiel Prismen gegeben werden führt dies zwangsweise zur OP! Dies wäre ein Prismenaufbau, der zur Schiel-OP führt!
Falls aber eine OP noch nicht notwendig ist (falls das Schielen kongenital ist und kein Binokularsehen besteht unter Prismen-Ausgleich) wäre dies der falsche Weg!
Wenn das Kind bei einer Orthoptistin genau untersucht wird, kann eine OP ev. umgangen werden!
Intressant finde ich Ihre Erfahrung, dass mit Prismen eine Amblyopie behandelt werden kann! Bestenfalls kann mit Prismen Binkolarsehen ermöglicht werden, was Voraussetzung für eine symmetrische Sehentwicklung ist, aber die Schwachsichtigkeit am Schielauge ist deshalb noch nicht weg!
In unserem Beispiel kommt ausserdem ein Mikroschielen in Frage, bei dem die Netzhautkorrespondenz auch anormal ist und deshalb ein kleiner Schiel:wink:el auch nach OP bestehen bleibt (mit dazugehörender Sehschwäche auf diesem Auge) ->Eine Abdecktherapie ist deshalb sowieso notwendig und sinnvoll!
Liebe Grüssebeatrice
Liebe Conny!
Mein Tip Fragen Sie die behandelnde Orthoptistin, ob die Augen ihres Kindes in irgendeiner Form miteinander arbeiten (3D-Sehen)! Falls jedes Auge für sich schaut können Sie beruhigt sein wegen des Schielens, ansonsten kann eine Operation kaum umgangen werden!
Liebe Grüsse
Beatrice-die Dame aus der Sehschule 
Hallo zusammen!
Heute habe ich ein langes Gespräch mit unserem Augenoptiker geführt (nachdem mir die gemessenen Werte von der Arztpraxis telefonisch nicht mitgeteilt wurden). Meine Tochter hat also auf dem rechten Auge +1,5, auf dem linken +1,25. Abgeklebt wird das rechte Auge. Der Optiker interessierte sich für unsere Geschichte und riet mir dann, da ihm einige Dinge in sich nicht schlüssig vorkamen, abschließend, Kathinka in der Augenklinik vorzustellen (Heidelberg), um genau herauszufinden, was da nicht so ist, wie es sein soll. Parallel dazu solle ich aber noch die Meinung eines anderen Augenarztes in der Umgebung einholen.
Eines muss ich hier jetzt doch noch mal kurz fragen wie läuft denn so eine OP ab? Als absoluter Laie kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, wie mal an die Augenmuskeln herankommt.....Kommt es denn niemals vor, dass ein Mensch ohne OP nicht mehr schielt?? Sie kann ihre Augen "just for fun" verdrehen, dass einem die Haare zu Berge stehen - ist da eine willentliche Steuerung (per Training?) nicht möglich?
Weiterhin vielen Dank für alle Antworten!!!
Hallo, Beatrice
ich komme auf Deine Fragen zurück. Bitte um etwas Geduld.
Hallo, Conny
Weißt Du etwas über die Sehschärfe Deiner Tochter? Sie wäre viel wichtiger, als die Glasstärke in der Brille!
Liebe Conny!
Bei einer Schieloperation werden die Muskeln durch die Bindehaut (weisses im Auge) erreicht, verkürzt oder verlängert, dabei wird der Augapfel selbst nicht verletzt! NAch der Operation bleibt ein gerötetes Auge zurück, ansonsten ist es kein grosser Eingriff (in der Schweiz 2 Nächte im Spital)!
Willentlich kann das Auge nur gegen die Nase verdreht werden, nach aussen kann dies beim besten Willen nicht funktionieren, deshalb kann ihr Kind das Schielen nicht selbst korrigieren!
Ich hoffe dir mit meinen Angaben gedient zu haben!
Schlägt dein Augenarzt denn eine Schiel-OP baldmöglichst vor?
beatrice
Hallo!
Die Sehschärfe kann ich leider erst nächsten Freitag bei dem Sehschulen-Termin erfragen. Soviel vorab man merkt keinerlei Unsicherheiten bei keinem der Augen, ob mit oder ohne Brille, abgeklebt oder nicht, ob sie ein Auge oder beide benutzt. Mensch-Ärger-Dich/winzige Steckspiele sind ebenso problemlos wie das Erkennen eines kleinen Wetterhahnes auf der weit entfernten Kirchturmspitze. Aber die offiziellen "Werte" werde ich auf jeden Fall noch liefern!
Die Augenärztin hat lediglich die Brille und den Besuch in der Sehschule verordnet, mehr erfuhr ich von ihr nicht. Das würde in der Sehschule alles geklärt werden. Dort wurde das Abkleben und weitere Kontrolle in 4 Wochen angeordnet, kommentarlos. Wie gesagt, die Orthoptistin steht dort scheinbar unter wahnsinnigem Zeitdruck, das geht alles ruck zuck. Ich weiß also genaugenommen gar nichts, hatte auch ehrlich keine Gelegenheit, weiter zu fragen. Habe es probiert, aber erfolglos. Dazu kam halt, dass ich null Ahnung von der ganzen Materie hatte. Nächsten Freitag ist das anders, jetzt weiß ich, dass es mit "mal abkleben und in 4 Wochen wiederkommen" eben nicht getan ist.
Was ist mit den Kindern, die nicht operiert werden müssen? Das Schielen hört also nicht auf (obwohl ich es ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz verstehe, sorry.....Tinki ist in der "Bewegungsfreiheit" ihrer beider Augen absolut nicht eingeschränkt. Sie kann beim Sehen ihr "Schielauge" auch in den äußeren Winkel drehen.), aber die Sehfähigkeit leidet trotzdem dauerhaft nicht?
Danke für eure Hilfe!
Conny.
Hallo, Conny
ich hatte gedacht, der Augenoptiker hätte vielleicht die Sehschärfe der Tochter festgestellt (ideal mit und ohne Brille!), dass wäre schon wichtig und für weitere Betrachtungen und hier sehr interessant.
Hallo, Beatrice
Entschuldigung für die "Abklebetechnik", ehrlich gesagt, dieser Ausdruck hat sich bei mir so eingeprägt, ich weiß nicht woher er stammt, ich werde darauf achten ihn nicht mehr zu benutzen. Danke für den Hinweis!
Gerne komme ich auf die gestellten Fragen zurück.
Die Abdecktherapie, so habe ich es von einem Augenarzt gelernt, ist jedenfalls hilfreich(!), wenn siea) mit intensiver Nutzung (Beispiel Nach Alter des Kindes Dosierung an gleichviel Tagen, -ein bis zwei Tage freies Sehen- und Wiederholung bis es zu keiner weiteren Visusverbesserung kommt.)
b) im Falle der Stagnatation der erreichten Visusstufe -Abbruch der Abdecktherapie- und Fortführung über Prismenausgleich.
c) Außerdem immer, wenn kein Binokularsehen erreicht werden kann.
Da ich als Augenoptiker nicht selbst therapiere, habe ich hier leider keine eigene praktische Erfahrung! Allerdings habe ich mir erlaubt, vereinzelt Kinder bei der Abdecktherapie zu beobachten. Bei Interesse der Eltern und nach eigenen erfolgversprechenden Testen mit der MKH, wurden Kinder von mir zu versierten Fachärzten der MKH weiter vermittelt und auch versorgt.
Wesentlich ist jetzt erstmal der Hinweis, dass es keine MKH Anwendung z.B. bei kongenitalem Schielen geben kann! Im Unterschied zu Ihren Prismenmessungen aufgrund von Winkelabweichungen des Auges (z.B. Maddox), wird von uns nur der beidäugig verschmelzbare zentrale Sinneseindruck zur Messung herangezogen. Hier liegt eine wichtige und wesentliche Einschränkung unserer Tätigkeit als Augenoptiker!
Für Sie als Orthoptistin gestatte ich mir aber den Hinweis, das Ihre Möglichkeiten bei Kenntnis und Nutzung der MKH über meine Berufsgrenzen hinausgingen! Es gibt eindeutige Hinweise darauf, das auch echte Schieler über die Nutzung von Testen mit positiver Polarisation, wie sie die MKH nutzt, sensibler angegangen werden können, als beispielsweise über Lichtschweifgläser die ja gewollt keine Teilfusion zulassen. Dies kann in Einzelfällen auch zu sehr positiven Entwicklungen führen.
Ja(!), es gibt eindeutig statt jahrelanger Abdecktherapie sehr positive Erfahrungen mit dem frühen prismatischen Ausgleich durch die Brille. Voraussetzung ist dabei immer erreichbares(!) Binokularsehen. Dabei ist deren Qualität und auch der Visus des Einzelauges oft dann steigerbar, wenn organisch keine Defekte vorliegen. Hierzu habe ich sehr schöne eigene Fallbeispiele erleben können. Visussteigerungen von 60 bis 80% am Einzelauge wurden von mir selbst beobachtet.
Gerne weise ich auf die Schrift des verstorbenen Prof. Ivar Lie und Alf Opheim, übersetzt von Dr. med. David Pestalozzi hin
"Von der Möglichkeit bei Frühschielern normales Binokularsehen zu erreichen"
Eine andere Arbeit von Frau Dr. med. Petra Schwarz / Berlin mit dem Thema "Penalisation und Prismen" möchte ich erwähnen. An drei Beispielen verdeutlicht Sie, wie nach 7 Monaten, 5 Jahren und einmal erst nach 10 Jahren Prismenkorrektion volle Sehleistung und unverzögerte Stereopsis vorlagen.
"Hemmungen" und "Unterdrückungen" legen sich auf die zentral abbildenden Netzhautareale, weil bizentrales Sehen gestört ist (Vergleichbar einem Arm in Gips, der seine Funktionen sehr schnell einbüßt). Werden die Hindernisse beseitigt, können sich früh gebildete Korrespondenzen regenerieren und wieder abrufbar werden. Das ist kein Hokos-Pokos. Gerade Ihr Satz "Wenn in diesem Beispiel Prismen gegeben werden führt dies zwangsweise zur OP! Dies wäre ein Prismenaufbau, der zur Schiel-OP führt!", zeigt eindeutig, dass Sie diese positiven Entwicklungen i.d.R. leider nicht vermuten. Hier fehlt Ihnen (Sie gestatten) die Kenntnis und das Wissen, welches durch die Anwendung der MKH unweigerlich entsteht und wächst. Wohlgemerkt, es ist keine Wunderwaffe und kommt auch an Grenzen, aber bestehende Möglichkeiten weiten sich auf. Wer wagt es, über vierzig Jahre Erfahrung von namhaften Personen (z.B. Prof. Dr. med. Brückner / Basel) selber anzuwenden und zum Wohle seiner Klienten mit zu nutzen.
fassen wir einmal zusammen. Tochter hat im frühkindlk. Alter eine Hirnblutung durchgemacht. Im zeitlichen Zusammenhang ist kein deutliches Schielen aufgetaucht. Die grob- und feinm. Entwicklung verläuft bis heute normal. Im 5. Lebensjahr fängt sie vermehrt an zu schielen, z.Tl. auch bewußtverstärkend, jedoch alles ohne Doppelbildwahrnehmung.
Die Übersichtigkeit ist minimal und praktisch seitengleich. Die Sehschärfe ist an einem Auge etwas vermindert.
Es ist jetzt zu klären
1. Ist die Fixation auf dem schlechtersehenden Auge zentral?
2. Besteht normale Zusammenarbeit (für Fachleute bizentral oder mit normaler Netzhautkorrespondenz) auch ohne Schiel:wink:elausgleich (mit Prismen)oder nur mit Prismenausgleich des Schiel:wink:els odergar nicht?
3. Wie gut ist das räumliche Sehen in Ferne und Nähe mit und ohne Schiel:wink:elausgleich durch Prismen?
4. Gibt es dezente Hinweise auf Augenmuskellähmungen als kompensierte Folge der Hirnblutung?
Vermutlich besteht hier ein Mikrostrabismus auf dem schlechter sehenden Auge, dessen Festigkeit durch Prismenkorrektion auf den objektiven Winkel getestet werden kann, so wie H.-J. Haase das sehr gut in seinem Buch beschreibt.
Und dieses Mikroschielen wird nur ein kleiner Teil des gesamten vorhandenen, aber oft kompensierten Innenschielens sein.
Wenn es gelingt, hier mit Prismengläsern eine bizentrale Abbildung zu erreichen, dann wird diese Korrektion auch die Sehschwäche verbessern können (Nur dann, denn andernfalls wird nur auf den Mikroanomalie:wink:el korrigiert und das hat keine positive Auswikung auf die Sehschwäche). Aber letzte Korrektion ist auch nicht sinnvoll, da hier keinerlei Beschwerden und Sehstörungen beschrieben werden.
Alternativ können die Fachfrauen für das sichtbare Schielen - jedoch belastender für Eltern und Kind, aber einfacher für die Fachfrauen - auch durch kurzzeitiges "Zukleben" (Okklusionstherapie) des besseren Auges herauszufinden versuchen, ob sich aus dem Mikroschielen eine bizentrale Abbildung machen läßt.
Auch hier in den Tiefen Österreichs ist es leider ein Problem für die Mütter, dass hoffentlich nur mangels Zeit in der Sehschule nicht so geführt und aufgekärt wird, dass der Sinn der einzelnen Maßnahmen einigermaßen verstehen werden kann.
Viele Grüße
Erich