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Schielen

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(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Lieber Herr Mosch!

Ihre Ausführungen sind sehr intressant, danke!

...noch besser wäre mir der Ausdruck "Okklusionstherapie"...aber egal! ...

Was meinen Sie damit wenn Sie schreiben, ich könnte als Orthoptistin am Pola-Test Schieler "sensibler" angehen?

Bei Patienten mit manifestem Schielen scheinen wir uns in der Therapie ja einig zu sein...
Der Unterschied liegt ja bei Patienten, bei denen Binokularsehen erreicht werden kann! Wir beide führen einen Ausgleich mit Prismen durch! Sie verordnen die Prismen und verfolgend anschliessend die Sehschärfe, die durch die wieder erlangte Beidäugigkeit ansteigen kann und was machen wir? Operieren, anstatt Prismenbrille und anschliessend Okklusionstherapie zur Unterstützung des schlechteren Auges! (Bei Binokularsehen okkludiere ich täglich einige Stunden, nicht tageweise...dabei kontrolliere ich regelmässig das Binkularsehen!) Ich verstehe hier nicht ganz, wieso eine Therapie nicht sinnvoll ist! Falsch ist sie sicher nicht und ohne Therapie ist die Chance, dass sich das schlechtere Auge wieder erholt sicher kleiner, als mit! Oder sehen Sie dies nicht so?

Zu ihrem letzten Abschnitt! Ich glaube Ihnen sehr gerne, dass unter Prismenausgleich auch Patienten Binokularsehen erreichen, bei denen es man nicht gedacht hätte! ...die schon von ganz klein auf schielten!
Diese Erfahrung haben wir durch Schiel-op's häufig gemacht! ...auch Kinder, die schon lange schielten, hatten häufig nach OP positives Binokularsehen in kleinem Schiel:wink:el! Auch hier wieder zwei unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel!
Werden dann die Kinder mit z.B. dekompensiertem Mikrostrabismus jahrelang mit Prismenbrille durch die Welt wandern? oder operieren Sie dann die auch mal?

Liebe Grüsse
Beatrice


 
Veröffentlicht : 12.03.2003 17:08
(@erich)
Beiträge: 27
Eminent Member
 

Verehrte beatrice,in felix austria wird der Begriff "Amblyopiebehandlung" empfohlen und ist damit doch viel umfassender; wohingegen die Okklusionsbehandlung nur eine von vielen Möglichkeiten dieser ist.
Wenn Sie den Begriff Binokularsehen benutzen, dann sollten Sie im Sinne besserer Verständlichkeit viel genauer sein.
Denn (normales) BS erfordert zunächst unbedingt bizentrale Abbildung; und die besteht bei dem von Ihnen erwähnten Mikrostrabismus sicher nicht. Vielleicht schreiben Sie Ihre Antwort nochmals neu...?

Es gehört demnach eine ganze Serie von weiteren Angaben, die das jeweilige von Ihnen oder anderen gemeinte BS genauer beschreibt.
Nur wenn wir fachlich richtig diskutieren, werden wir uns auch eines Tages gegenseitig akzeptieren und verständigen können.

Ihre Bemerkungen über die Anwendung von Prismen, Operationen und Amblyopiebehandlungmuß nach Art des jeweiligen Stellungsfehlers differenziert werden, sonst endet alles in einem niemanden nützenden aneinander Vorbeireden.

Und dabei wissen Sie es doch eigentlich besser (sogar beim normosensorischen Spätschielen empfiehlt z.B. der von Ihnen geschätzte de Decker erst einmal die Prismenkorrektion und dann die Operation).

Warum sollte dann bei anderen Schielformen, sofern technisch möglich, nicht erst mit Prismen der Schiel:wink:el stabilisiert (gesichert) werden und danach mit besserem Erfolg, als dies seit vielen Jahrzehnten wohl auch an Deutschlands Schielabteilungen geschieht, operiert werden?

Sie werden es wissen, aber nicht öffentlich zugeben können, auch hier in Österreich ist die Genauigkeit der Schieloperationen sehr schlecht und zu viele Nachoperationen sind notwendig, die mit vorheriger Prismenkorrektion hätten verhindert werden können. (Ich bin Augenoptiker und arbeiten in einer Augenarztpraxis mit Sehschule.)

Damit bekommen Sie auch den Hauptgrund, d.h. unsere Motivation, um beim sichtbaren Schielen immer wieder die Diskussion mit Ihnen, die ja eigentlich die Behandler vom maifesten Strabismus sein sollten, zu suchen, um zu verstehen, warum Sie etwas so und nicht anders machen. Wir haben aus unserem Wissen um die Prismen-Korrektion der latenten Stellungsfehler (um die es hier im Forum eigentlich gehen sollte) als entsprechend augebildete Augenoptiker viele Vorschläge, auf die Sie leider selten eingehen oder ausweichen.
Aber das ist Ihr gutes Recht, denn der manifeste Strabismus gehört nun einmal in Ihr Gebiet.
Für die latenten Stellungsfehler jedoch sind zunächst Augenoptiker zuständig und dazu bedarf es keinerlei Diskussion mit Ihnen, wenn nicht aus dem Grunde, weil Sie Ihren Wissenstand vergrößern möchten. Wenn Sie dies möchten, sind weitere Diskussionen fruchtbar; ansonsten werde ich es, nicht so konsequent wie der Schweizer Kollege Hartlinger halten, und mich zumindest aus ähnlichen Diskussionen und Kompetenzgerangelheraushalten.
Letztlich sollte dieses Forum doch den Hilfebedürftigen qualifizierten Rat geben und nicht zum Gequatsche oder berufspolitischen Zwist ausufern.
Also bitte ich um entsprechende (WEB-)Disziplin.
Viele Grüße
Erich


 
Veröffentlicht : 12.03.2003 18:27
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Erich!

Da bin ich nun doch etwas erstaunt über ihre Antwort. Insbesondere über die letzten Sätze! Bisher habe ich angenommen, Meinungen hier platzieren zu dürfen! Im Forum "www.kinderaugen-heilkunde.de" dieser homepage wird die Frage gestellt, warum sich nicht häufiger Orthoptistinnen oder Augenärzte zu wort melden! Ich denke, genau deshalb, weil sie sich nur melden sollten, wenn Sie (wie von Ihnen verlangt) Intresse zeigen an ihren Behandlungsmöglichkeiten....wenn sie sich fortbilden möchten! Ich hingegegen intressiere mich zwar für ihre Meinung möchte aber auch unsere Seite erläutern und merke, dass dies auch bei einigen Personen gelingt! Wenn Sie aber ihren Patienten, Kunden oder was auch immer auf dieser Homepage nur IHRE Meinung und IHRE Behandlungsmöglichkeiten weitergeben möchten melden Sie dies bitte nochmals deutlich!

Aufgrund ihrer Aufforderung meinen Text neu zu formulieren gehe ich davon aus, dass tatsächlich eine auseinanderdriftende Ausbildung stattgefunden habe! Binkokularsehen nennen wir tatsächlich die beidäugige Zusammenarbeit, die auch besteht bei einem Mikrostrabismus! ...ist übriegens sogar Kennzeichen für diese spezielle Schielform! (Positiver Bagolini-Test mit Einstellbewegugn des Schielauges bei monolateralem Covertest) ...wohlbemerkt keine Stereopsis! ...aber bei dieser Schielform gibts viele Ausnahmen...so z.B. auch zentrale Fixation bds.!!!

Ich könnte jetzt noch nachhaken und mir von Ihnen erklären lassen, wieso sie die beidäugige Zusammenarbeit bei einem Mikrostrabismus NICHT als Binokularsehen bezeichnen! ...aber ich weiss nicht wie sinnvoll dies Ihnen erscheint! 2 Ausbildungen, 2 Meinungen 1 Forum!
Bitte melden Sie sich, wenn Sie noch etwas beifügen wollen!

Ansonsten werde ich mich noch einige Male im Forum melden...oder zumindest vorbeischauen...jenachdem, was erlaubt ist!
Zwinkert

Liebe Grüsse!
Beatrice


 
Veröffentlicht : 13.03.2003 12:04
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Ach, ja noch etwas zu den Prismen vor einer Operation!

Wir geben den Patienten natürlich vor einer Operation auch Prismen! ...normalerweise dauert ein Prismenaufbau einige Monate damit der grösstmöglichste Schiel:wink:el operiert werden kann!! Zu ihrer verallgemeinerten Bemerkung über Schieloperationen, die nicht das erwartete Ergebnis bringen!
3 Jahre Ausbildung am Basler Universitätsspital mit wöchentlichen Operationen zeigten sehr gute Resultate! ..leider sind Augenmuskeln aber indiviuell bei jedem Patienten und es kann, nachdem nach Prismenaufbau immer der grösstmögliche Winkel operiert wurde trotzdem zu einer 2.OP kommen, ist wohl physiologisch und das wissen Sie genau so gut, wie ich!

beatrice


 
Veröffentlicht : 13.03.2003 12:10
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Puuh- mir schießen tausend Gedanken durch den Kopf, wie antwortet man, damit der Laie und normale Leser dem Ganzen noch einen Gewinn abringen kann. Laßt mir etwas Zeit. Und arbeitet bitte mit an diesem hohen Ziel!
Ich denke, das bleibt unser aller gemeinsame Aufgabe hier!


 
Veröffentlicht : 13.03.2003 12:39
(@Conny)
Beiträge: 17
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo, da bin ich wieder!

Leute, bitte streitet euch doch nicht so, die Zeiten sind kriegerisch genug, da sollte man - grade für eine so gute Sache - doch versuchen, Schulterschluß zu wahren. Das ist für alle Beteiligten das Effektivste - oder nicht?! Sorry, dass ich mich da jetzt in die "Fachgespräche" so einmische, aber erstens ist mir persönlich damit nicht geholfen, und zweitens lag es mir sicher nicht im Sinn, dass sich wegen mir Leute in die Wolle kriegen. Peace!!!

So, jetzt also die neusten Fakten aus der Sehschule Kathinka hat auf beiden Augen eine Sehkraft von 90-100%. Schielen wegen Sehschwäche also ausgeschlossen, richtig? "Winkelfehlsichtigkeit" ist für die Dame ein total veralteter, allgemeiner Begriff für Schielen (ich :grin:ste still in mich hinein). Die weiteren Auskünfte, die ich erhielt, sind nicht weiter erwähnenswert.

Nach intensivster Studien von verschiedener Literatur und Internet (- platzt so langsam mein Kopf, davon abgesehen....-) habe ich mir inzwischen ein recht ansehliches Backgroundwissen angeeignet und verstehe so langsam auch ein bissel was von dem hier geläufigen "Fachchinesisch". Meine Gedanken, die ich hier zur Diskussion stellen möchte 1. kann es sein, dass Kathinka "nur" eine heftige WF hat, die bisher kompensiert wurde, jetzt aber immer mehr überhand nimmt? Einige Zeichen sprechen dafür.... 2. Ich las den Artikel"Neurophysiologische Entwicklungsaspekte des Sehens" von E. Friedrichs. Diesen Ausführungen nach könnte sehr wohl ein direkter Zusammenhang zu Kathinkas Schädel/Hirn-OP bestehen, oder aber auch zur Geburt selbst ("Zangengeburt mit vaginaler OP" - klingt ja entsetzlich. Das steht allerdings meinen Recherchen nach in keinem Zusammenhang mit der Hirnblutung. Wenigstens was....).

Ich freue mich auf weitere Beiträge, Danke euch allen und vor allem Franziska von der selbsthilfegruppe!!!!

Liebe Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 14.03.2003 21:55
(@Kerstin-Harms)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Conny,

als ebenfalls betroffene Mutter würde ich Dir instinktiv auf Dein erste Frage mit "JA" antworten. Und zwar, weil mein Sohn ebenfalls erst mit ca. 5 Jahren zu schielen anfing und zwar nach außen (vorher war es eher nach innen, Okklusionstherapie haben wir auch hinter uns). Er kann dies auch sehr bewussst tun (manche sagen, man kann nicht willentlich nach außen schielen - er KANN ES). Der AA sagt, er hat Stereosehen und wird auch nicht mehr an Sehkraft einbüßen. Für die leichte Übersichtigkeit empfielt er eine Brille für die Schule. Eine Messung nach MKH im vorletzten Jahr ergab dann eine nicht unerhebliche Winkelfehlsichtigkeit, die mit 9 Prismen anfing dann von 16 auf 30 ging und dann hörten wir auf mit dem Messen, weil er die Prismenbrille nicht toleriert. Ich warte jetzt auf einen Termin bei Dr. Wulff in Berlin, denn die Winkelfehlsichtigkeit meines Sohnes ist wohl zu extrem. Selbst der Optiker hat gesagt, dass die 30 Prismen noch lange nicht das Ende der Fahnenstange seien und er jede weitere Behandlung ohne ärztliche Unterstützung ablehnt.

Ich hoffe für Dich und Deine Tochter, dass ihr da weiter kommt - es ist ja alles sooo wichtig für die Schule später. Mein Sohn hat im Moment echt zu kämpfen, weil er einfach zu langsam mit allem ist. Er schaut nur noch aus dem Fenster, um die Augen zu entspannen und von den Dauerkpofschmerzen etwas erlöst zu werden. Diagnose des Arztes ADS. Und so geht das munter weiter mit den Diagnosen, ich hoffe, Dir kann bald geholfen werden, ehe die Einschulung ist.

Ich drücke Dir die Daumen - bleib am Ball!

Viele Grüße
Kerstin


 
Veröffentlicht : 14.03.2003 23:17
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, Conny

wenn die Sehschärfe R/L gleich ist, ein Prozess irgendeiner Art im Kopf ausgeschlossen werden kann, liegt ein prismatischer Ausgleich jetzt sehr nahe und sollte von einer versierten MKH-Person ausgeführt werden. Im Falle eines jetzt offensichtlichen Schielens (dekompensierte WF?!) wäre man als Augenoptiker aus dem berufspolitischen Schneider, wenn dies ein Facharzt für Augenheilkunde übernehmen würde. Sollte eine Messung Binokularsehen unter Prismenausgleich wiederherstellen, gibt es auch Augenoptiker, die sich des Kindes annehmen würden.

Meine Frage an die Orthoptistinnen, was für einen Sinn macht hier die Occlusionstherapie?

Welchen OP-Wert nimmt man an, und nach welchem Messverfahren, wenn man hier auf einen vorhergehenden Prismentrageversuch (wie von uns empfohlen, nach MKH) verzichtet? Sie wissen um die differierenden Resultate anderer Verfahren. Was ist, wenn der Winkel sich zur OP als zu gering darstellt oder schwankend ist? Das meinte ich übrigens mit "sensibler"! Aber das nehmen Sie mir ja nicht ab.


 
Veröffentlicht : 14.03.2003 23:19
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Antwort von Orthoptistin

Primär würde ich hier auch das dekompensierte Schielen behandeln! Wie oben schon beschrieben, durch Prismenausgleich und Aufbau (damit der volle Schiel:wink:el eruirt werden kann)! Während des Prismenaufbaus vor dieser Operation würde ich keine Amblyopie-Therapie durchführen!
Ich denke übriegens, dass ein normosensorisches Spätschielen besteht, aufgrund der symmetrischen Sehschärfe bds.!
Dies sollte nun dringend behandelt werden!

Liebe Grüsse!

beatrice


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 10:09
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Beatrice

nun solltest Du nur noch "MKH" kennen! Danke, für Deine konstruktive Mitarbeit!


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 14:57
(@Conny)
Beiträge: 17
Eminent Member
Themenersteller
 

Hallo Beatrice!

Was ist denn normosensorisches Spätschielen???

Gruß,
Conny


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 15:49
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Hallo liebe Gemeinde,zunächst ein großes Danke schön von meiner Seite !
Wie häufig im Leben gibt es unterschiedliche Ansichten & Vorgehensweisen.

Doch wenn ich die letzten Einträge lese sind wir doch bei einer ähnlichen BEHANDLUNGSMETHODE angekommen - dem PRISMENAUSGLEICH. Laienhaft fasse ich es so zusammen
Die einen nennen es
- normosensorisches Spätschielen / dekompensierte Schielen (BEatrice)
die anderen
- dekompensierte WF (Herr Morsch) / Erich?

Kurz nachgefragt

Beatrice, bei Dir würde Tinki eine Prismenbrille bekommen und danach die OP folgen, oder?

Herr Morsch, Ihrer Meinung nach würde Tinki eine Prismenbrille bekommen. und dann? Für immer Brille oder auch irgendwann eine OP.

An alle wo ist nun aus der Sicht des Kindes der Unterschied? Mir scheint ihr kommt jetzt zu dem gleichen Ergebnis (durch Ferndiagnose - unverbindlich) was ja irgendwie erfreulich ist, da nicht mehr so verwirrend.

Könntet ihr mich und Conny jetzt noch kurz aufklären (in verständlicher Form) wo ihr Euch jetzt noch unterscheidet - ausser in der "Begrifflichkeit".

Mag sein, dass ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe. Entschuldigt dies bitte !

Vielen Dank für Eure Mühen !

P.S Wir würden demnächst auch gerne ein neues Forum zu unserem Yannik eröffnen. Er ist in der Schule und hat Grafomotorische Probleme (schon im voraus Dank für Eure Beiträge) !

Grüße,
Thomas


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 16:12
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Herr MOSCH, entschuldigen Sie bitte meine "Typos" in meinem Beitrag!
Gruß,
Thomas


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 16:43
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
New Member
 

Liebe Conny!

Sorry, für die Fach-Begriffe!
Normosensorisches Spätschielen ist der Fachbegriff für ein Schielen, das typischerweise im Alter von 2-4 Jahren entsteht! Vorher bestand Parallelstand der Augen! Durch das plötzliche Schielen eines Auges entfällt das binokulare (beidäugige) Sehen! ...weshalb dieses Schielen behandelt werden muss! Ansonsten geht die Beidäugigkeit verloren und das Schielauge sieht nach und nach schlechter! Die Entwicklung der Sehschärfe findet hauptsächlich bis zum Alter von 6 Jahren statt, weshalb in dieser Zeit die Behandlung sehr wichtig ist! Wenn also ihr Kind schielt wird dieses Auge augeschaltet, nicht gebraucht (normale Reaktion des Gehirns das Kind würde ansonsten doppelt sehen)! Deshalb kann eine "Sehschwäche" (Amblyopie) entstehen!
Tatsache ist nun aber, dass ihr Kind eine symmetrische Sehschärfe aufweist! Deshalb nehme ich an, dass ursprünglich Parallelstand bestand. Kein Auge wurde bisher vernachlässigt! Dies sind eigentlich sehr gute Prognosen!
Eine Schieloperation kann jedoch nicht umgangen werden! Davor wird sicher mit Prismen der Schiel:wink:el ausgeglichen werden und die Prismenanzahl grösstmöglich erhöht werden, damit ein grosser Schiel:wink:el operiert werden kann!

Habe ich ihre Frage beantwortet?

Übriegens, mir scheint auch, als ob es ähliche Wege der Behandlung, zumindest bei diesem Kind gibt!
..und ich schliesse mich der Frage an, ob ihr Optiker dieses Kind nicht so-oder-so später auch zur Schieloperation schickt?!

Liebe Grüssebeatrice


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 17:31
(@Paul-Gerhard-Mosch)
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Hallo, Conny und Thomas

so wie es aussieht, stimmt man in der Behandlungstechnik überein.

"Prismenausgleich ist erforderlich" Das ist in diesem Fall erstmal bemerkenswert und deshalb wohl auch eindeutig.

Die Messtechnik nach "MKH" ist in der Medizin z.Zt. wenig verbreitet. Im Unterschied zu fast allen anderen Messverfahren, ist die Trennung der Seheindrücke rechts/links nicht total, sondern durch gewolltermaßen integrierte Fixationsbrücken für beide Augen (zentral und periphere) wird jedes Testbild zu einer Tendenzaussage, ohne Aussage über die absolute Fehlergröße!
Es zeigen sich im Verlauf der Messung oft andere Endwerte, als bei den medizinisch üblichen Verfahren, was dazu führt, dass in diesem Verfahren ungeschulte, befremdet reagieren.

Uns Augenoptikern muss es um verträgliche Korrektionslösungen (Brillen) gehen, dies wird mit der Messtechnik nach MKH in unübertroffener Qualität und Quantität erreicht. Das auch die Sicherheit für eine evtl. später notwendige Schiel-OP von einer solchen vorhergehenden längerfristigen Stabilisierung im Sehen profitiert, ist sicher leicht ableitbar.


 
Veröffentlicht : 17.03.2003 20:31
(@ohne-konto)
Beiträge: 0
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Herr Mosch, danke für Ihre umfassenden Antworten (auch zum Thema "2 Lager..." !!!

Beatrice, danke auch für Deine Hilfe !

Ich fasse diesen Fall und die Behandlungsmethode nochmals kurz zusammen.

1. Die MKH Methode führt nicht zwangsläufig zur OP -> ZITAT "...verträgliche Korrektionslösungen (Brillen)"
2. Die med. Methode bereitet auf die OP vor.
3. Beide "Lager" schlagen zunächst einen Prismenausgleich vor - die Ergebnisse MKH - med. Messung sind wohl unterschiedlich. Soll heissen es werden andere Prismengläser in der Brille eingesetzt.
4. Je nach Methode könnte die (mögliche / notwendige ) OP erfolgreicher verlaufen, da durch die einen Prismen ja ein besserer / größerer Schiel:wink:el erreicht wird und somit die Gefahr einer Folge-OP minimiert wird.
5. Wir müssen uns nun entscheiden, wem wir jetzt das Ermitteln der Prismen überlassen.

Danke nochmal für Eure gutgemeinte Hilfe. Wir halten Euch auf dem Laufenden !
Gruß,
Thomas


 
Veröffentlicht : 19.03.2003 18:25
(@Paul-Gerhard-Mosch)
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Hallo, Conny und Thomas

Sie haben die Punkte gut zusammengefasst.

Zu Punkt 4)
Mit der Prismenkorrektion soll Schielen (nach MKH) abgefangen und in möglichst ideales bizentrales Binokularsehen überführt werden. Nicht ein möglichst hoher, sondern ein möglichst langzeitstabiler Wert wird durch die Messung ermittelt. Evtl. wird eine solche Stabilisierung des Sehens erst nach mehreren Korrektionsschritten ermöglicht! Gelingt dies aber grundsätzlich, wird eine Schiel-Op nicht mehr zwingend notwendig. Nur bei höheren Werten aus kosmetischen Gründen (Dicke der Gläser, Gewicht), bzw. bei sehr hohen Werten, als Einleitungs-OP.
Diese Sensibilität der Messtechnik nach MKH fehlt anderen Messverfahren! Deshalb werden diese oft nur zur Festlegung vom "momentanen" Schiel:wink:el benutzt, und dann wird geschnitten. Das erreichte oder auch nicht erreichte Binokularsehen wird hier oft erst nach der OP im Ergebnis genauer festgehalten.

Sollten Sie sich für MKH entscheiden, lassen Sie bitte nur einen erfahrenen MKH-ler an die Messung Ihrer Tochter. Evtl. kontakten Sie mich, oder Frau Kubsch (Selbsthilfegruppe WF) vorher telefonisch. Wir geben Ihnen gerne noch persönliche Infos.

Gelänge eine Rückführung zum Binokularsehen bei Ihrer Tochter nicht, bleiben Ihnen alle weiteren üblichen medizinischen Massnahmen.

2. Update


 
Veröffentlicht : 19.03.2003 21:10
(@Conny)
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Hallo!

Wir haben nächste Woche einen Termin für eine umfassende Untersuchung bei Hernn Weiler in Knittlingen. Von Frau Kubsch weiß ich, dass er quasi zu einem 3. Lager gehört, da er auch Visualtherapie anbietet. Uns kommt es jetzt erst einmal auf genaue Werte an, damit wir wissen, womit wir es zu tun haben, danach werden wir weiter entscheiden. In unserer Nachbarstadt bietet Optik Billmeier wohl auch MKH an, leider aber erst für "Große", die sicher die Zahlen und Buchstaben kennen. Wir sind aus dem Raum Heidelberg, falls uns jemand einen Tipp oder Erfahrungen mitteilen kann (auch für einen "aufgeschlossenen" Augenarzt), freuen wir uns natürlich! Der einzige Augenarzt, der mir von Optik Billmeier genannt wurde, ist Dr. Lorch in Metzingen. Ziemlich weit weg, vielleicht gibt es ja ein Alternative in unserer Region? Wie Thomas schon schrieb, wir werden weiter berichten! Und vielen Dank für die vielen Infos!

Liebe Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 19.03.2003 21:27
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Conny

ich bin der Meinung, Sie sollten jetzt dem Kollegen Herrn Weiler Ihr Vertrauen schenken. Er kennt die Messtechnik der MKH und er wird versuchen, das entgleiste System wieder zu koppeln. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es von Vorteil ist, zumindest einige Zahlen sicher zu beherrschen. (Die 6 und die 9 wird oft noch verwechselt, das macht aber nichts aus). Aber über die Zahlen kann oft "lobend" Vertrauen zum Kind geschaffen werden. Es sind auch Zeichen, die schnell einen Visus, bei immerhin 10 Variablen testen lassen.

Nicht jeder Kollege verfügt über die Teste "LEA HYVÄRINEN", die ich nur jedem ans Herz legen kann, der sich mit Vorschulkindern beschäftigt. Ich habe mir hierzu, den von Oculus vertriebenen Kindertest "H-TEST" mit den LEA-Symbolen umgerüstet. Sicher ein Tip für alle, die mit Kindern arbeiten!

Übrigens, gibt es auch in Heppenheim eine sehr angagierte Kollegin, die sich mit Kindern beschäftigt. Ich möchte aber über das Forum keine einzelnen Namen benennen.


 
Veröffentlicht : 20.03.2003 10:27
(@Conny)
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Hallo!

So, zurück vom Optometristen! Hier die neuen Fakten über Kathinka

MKH-Messung war nicht möglich, bei Kathinka liegt definitif KEIN binokluares Sehen vor. Ihre Sehschärfe liegt bei beiden Augen über 80%. Vom Abkleben wurde abgeraten, da dem Gehirn so nur noch verstärkter "suggeriert" würde, nur einäugig zu sehen (was im Falle von evtl. doch binokularem Sehen in früherer Zeit und/oder jetzigem wechselseitigen Sehen auch kontraproduktiv wäre). Prismen kommen nicht in Frage, da sie 1. nicht korrekt bestimmt werden können und 2. irrsinnig dick wären.

Wir tendieren im Moment dazu, das Visualtrainig zu probieren. Wenn es gelingt, dem Gehirn "beizubringen", die Bilder von beiden Augen anzunehmen, wäre das Problem (hoffentlich) gelöst. Denn die Augen funktionieren, wie gesagt, wenn sie unabhängig voneinander eingesetzt werden, jedes für sich perfekt. Wir müssen die neuen Infos jetzt aber trotzdem erst noch einmal in Ruhe verarbeiten und sind auch wieder sehr gespannt, was Ihr alle kommentieren werdet! Ein Augenarzttermin Anfang April steht auch noch an, allerdings (laut der Orthoptistin) eigentlich "nur" wegen der Überweisung in die Klinik um dort weiter zu sehen bzw. evtl. zu operieren. Aber erstmal abwarten!

Viele Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 25.03.2003 21:42
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