Zum Inhalt springen
Einloggen
Benachrichtigungen
Alles löschen

Schielen

67 Beiträge
14 Benutzer
0 Reactions
4 Ansichten
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Conny

das kein Binokularsehen vorliegt, wußten wir bereits von Anfang an!

Der Besuch war scheinbar nicht hilfreich.

Noch sehe ich allerdings die Abklärung als völlig offen an! Evtl. später mehr dazu.


 
Veröffentlicht : 27.03.2003 14:54
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Conny

Einige Erfahrungen im und aus dem Grenzbereich der MKH-Messtechnik!

Zwei Vorbemerkungen
1) Wenn es keine gute Kommunikation bzw. Mitarbeit in einer optometrischen Beratung/Messung gibt,, kann dies auf beiden Seiten liegen(!), ein negatives Resultat ist dann oft vorprogrammiert und sagt leider nichts aus!

2) In der Schieldiagnostik wird einerseits immer der „objektive Schiel:wink:el“ gemessen, dies ist ein Winkel, der die abweichende Stellung der Augenachsen in Winkelgrad ermittelt. Er kann durchaus schwankend(!) sein. Neben der Ermittlung dieses wichtigen Wertes, gibt es die Angabe des „subjektiven Schiel:wink:els“. Hierbei wird in der Regel über einen sehr kräftigen Impuls z.B. einen Lichtpunkt oder einen Lichtschweif, die Information so in beiden Augen abgebildet, dass der Probant sie gleichzeitig wahrnehmen kann. Er wird nun angeleitet, diese Bildeindrücke zur Deckung zu bringen. Das Ergebnis ist vielfach abhängig vom Testaufbau. Im nachfolgenden wird ausschließlich dargestellt, wie unter Verwendung von üblichen Testbildern nach MKH, sich diese wesentlich schwächeren Reize auf die binokulare Verarbeitung von Seheindrücken auswirken und im Ergebnis darstellen. Wichtig erscheint mir schon vorab der Hinweis, das jedes Ergebnis in sich keine Problemlösung darstellt, auch wenn der erste Eindruck sehr positiv wäre. Allerdings eröffnet sich hier in manchen(!) Fällen ein Weg zur Hilfe, der sonst verborgen bleibt. Ähnliche Testkonfigurationen z.B. im Synoptophor scheinen andere Resultate zu ergeben. Dies dürfte bei subjektiven Messtechniken als völlig normal anzusehen sein.

3) Für interessierte Anwender der MKH Es gibt Anzeige-Karten der Test-Seheindrücke, incl. Von Karten zur Schulung und Vorbereitung von Kindern, ab ca. drei Jahren. Sie erweisen sich nicht nur bei Messungen von Kindern als hilfreich. (s. auch diesjähriges IVBV-Seminar Anzeigekarten...).

Hinweise und Beobachtungen
1) Jeder Schieler sieht ein Bild, welches über nur ein Auge, evtl. wechselseitig, in der Sehrinde unserem Gehirn produziert wird. Hieran werden fünfzig verarbeitende visuelle Zentren beteiligt, die selbstständig nur Einzelaspekte, wie Form, Größe, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Tiefe etc. bearbeiten. Die von uns letztlich wahrgenommene Sehinformation ist auf keiner(!) Mattscheibe vorhanden. Soviel weiß man. Aber, sieht jeder sein eigenes Bild? Was wird geprägt und verarbeitet und wie bilden sich die Erfahrungswerte, die letztlich für alles weitere maßgeblich sind. Wie lange dauert die Prägungsphase, und wird sie wirklich ganz abgeschlossen? All das sind teilweise offene und diskutierte Fragen. Richtig ist jedenfalls, das Sehen erst nach(!) der Geburt erlernt werden kann, im Gegensatz beispielsweise zum Hören und Schmecken.

2) Vor 15 Jahren habe ich mich mit der Frage der Richtigkeit der MKH-Methodik beschäftigt. Neben dem tagtäglichen Umgang mit Augenglasbestimmungen zwecks Brillenversorgungen, habe ich damals Erfahrungswerte und Grenzen dieser Messtechnik ausloten wollen. Dazu hatte ich mir bewusst schielende Personen einbestellt, und versucht binokulares Einfachsehen unter Prüfraumbedingungen zu erreichen. Es gab hierbei verschiedene Grundkompositionen, die ich nachfolgend aufführe.

2a) Nur äußerst selten ließ sich kein Doppelbild-Seheindruck unter Messbedingungen erzielen. Dies war für mich damals, der ich nur geringe Erfahrungen mit Schielern hatte, in positiver Weise verwunderlich.

2b) Bei allen Probanten, bei denen ein Doppelbild-Seheindruck hervorgerufen werden konnte, ließen sich weitere Unterschiede feststellen.

2c) Probanten, bei denen sich die Bilder aus der Doppelbildlage zu einer simultanen beidäugigen Verschmelzung bringen ließen, unterschieden sich bei Fern- und Nahsicht in gleichartige und ungleichartige Korrektionsstärken, sowie unter Kopfbewegungen in stabile, oder aber variablen Werte während einer Sitzung. Allein auch hier überraschte mich der Anteil an spontan positiven Erfahrungen, bei teilweise durchaus auch sehr hohen prismatischen Ausgleichswirkungen. Hier sind weitere Abklärungen und erste Korrektionsschritte evtl. erfolgversprechend.

Einschub Neuerdings mache ich bei Personen mit Lähmungskomponenten und Doppelbildern die Erfahrung, dass aus dem Verschmelzen von Seheindrücken anfangs nur im zentralen Blickbereich, dieser doppelbildfreie Sehbereich sich durch Adaptation oft auf die ganze Korrektionsfläche des Glasbereiches der Brille ausweitet, manchmal verbunden mit einem Ausschaltphänomen in der kritischen Blickrichtung, seltener mit nur in dieser Richtung bestehen bleibenden Doppelbildern. Diese positiven Erfahrungen lassen sich bei frühzeitigem Eingreifen durch Korrektionen durchaus häufiger machen.

2d) Probanten, die keine simultane beidäugige Bildverschmelzung, wohl aber Doppelbildseheindrücke angeben konnten, machten mir nachfolgende unterschiedliche Angaben unter den MKH-Testen mit positiver Polarisation.

- Die Bilder konnten angenähert werden, aber bevor sie deckungsgleich wurden, verschwand ein Seheindruck. Bei weiterer Wertzugabe konnte er entgegengesetzt wieder auftauchen. Bei Abschwächung verschwand er wieder. Es soll eine Möglichkeit existieren, genau auf die Mitte der Werte gezielt einen Korrektionsversuch zu unternehmen. Erfahrungen hierüber liegen mir selbst keine vor.

- Ein ähnlicher Erfolg wurde erzielt, indem die Bilder sich wie zwei Magnete innerhalb eines bestimmten Abstandes abstießen und nicht näher zusammengeführt werden konnten. – Abbruchsituation.

- In nur zwei Fällen erlebte ich, dass die Bilder wie von unsichtbarer Hand gezogen, aneinander bei einem weiteren kleinen Korrektionsschritt vorbeigezogen wurden, und in sicherem Abstand wieder verharrten. Ein ähnlicher, aber anderer Eindruck, wird geschildert, wenn Bilder ein und desselben Objektes, in unterschiedlicher Entfernung mit jedem Auge gedeutet werden. Während im ersten Fall eine Korrektion aussichtslos ist, konnte im zweiten Fall vereinzelt auch schon geholfen werden, wenn die Bilder voreinander verharren und mit der Zeit, die unterschiedliche Bildentfernung zu der echten Objektentfernung sensorisch verkoppelt wird.

Zusammenfassung
Ohne die genaue Grundinformation, wie sich im „Einzelfall“ (unter Prüfraumbedingungen erzeugte) Doppelbild-Seheindrücke mit Testbildern unter positiver Polarisation bei MKH-Testbildern verhalten, bietet sich für mich persönlich heute keine umfassende Beurteilung bei Schielern mehr an.
Nicht die gemessenen Winkel von Augenfehlstellungen, sondern erst der individuelle Input in der Bildverarbeitung unter den wesentlich natürlicheren Bedingungen der MKH-Testbilder ist für mich das entscheidende Kriterium im diskutierten Bereich über einen möglichen Binokularansatz im Sehen von Schielern. Nur hier gibt es meines Wissens eine solch ausgeprägte Sensibilität in der Beobachtung der Bildverarbeitung des Individuums. Man schaut über die Beschreibungen des Probanten zu, wie Sensorik mit diesen Bildern fertig wird. Dies bildet die Grundlage für weitere Einzelkorrektionsschritte. Leider ist dies den allermeisten Untersuchern nicht bekannt.

Ob und wie, in diesen Grenzbereichen zum Binokularsehen mit den ermittelten Ergebnissen weiter umgegangen werden kann, wäre ein anderes Thema, bei dem ein Augenoptiker immer auf eine gute Verbindung mit der Fachärzteschaft angewiesen bleibt.

Update 2


 
Veröffentlicht : 27.03.2003 23:56
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Hallo!

Nach einem sehr netten und absolut verdientem "Tritt" (Danke für die liebe Mail, P.-G. M., werde bald antworten!!!) melde ich mich nun endlich wieder in diesem Forum, um die bisherigen, weiteren Erfahrungen mit meiner Tochter Kathinka weiter zu geben!

Eins vorneweg es sind durchweg gute und erfreuliche Nachrichten! Um es kurz zu fassen (was etwas schwer fällt - man könnte ja Bücher schreiben über die Erlebnisse, die man auf dem "Weg zum Durchblick" sammelt…) nach langem hin und her "landeten" wir bei Klaus Fitz, einem Augenoptiker. Er bewerkstelligte ohne allzu großen Aufwand, was unmöglich schien – meine Tochter sah mit beiden Augen! Die erste Prismenbrille (mit 16 Prismen, verteilt auf beide Augen) kam, Tinki trug sie von der ersten Sekunde an gerne und wollte sie nicht ein einziges Mal absetzen. Sie durchlebte eine aufregende und stellenweise anstrengende Zeit (blieb aber trotzdem positiv eingestellt), da sie sich offensichtlich im Laufe der Wochen und Monate erst einmal mit der neuen Situation "ich sehe meine Welt ganz anders und besser" auseinandersetzen musste. Sie lebte sich aber in dieser neuen Welt gut ein, und begann bald, mit Feuereifer all das nachzuholen, was ihr bisher nicht möglich gewesen war. Das fängt an beim Schneiden mit der Schere, Mandalas und überhaupt filigranere Dinge zu malen und geht bis hin zum leidenschaftlichen Durchackern von "Vorschulheften" mit den noch so komplizierten Labyrinthen. Im Sommer hatten wir (inkl. Ergotherapeutin, KiGa-Leiterin etc.) keine großen Chancen für Tinki gesehen, dass sie nächstes Jahr eingeschult werden könnte, obwohl sie im März '04 sechs jahre alt wird. Nicht vom Intellekt her, sondern von der Feinmotorik und der allgemeinen Reife. Mittlerweile ist das Gegenteil der Fall! Was eine (die richtige!!) Brille bewirken kann, ist unglaublich! Meine Tochter reift, lernt, lacht ohne Punkt und Komma. Das letzte Mal konnte sie es auch nicht erwarten, die lange Strecke zu Herrn Fitz zu fahren, um ihm zu zeigen, wie gut sie sehen kann (am Anfang war sie nicht sonderlich kooperativ bei den Messungen, aber die Erfolge haben sie unglaublich motiviert). Sie hat im Herbst eine Prismenstärke von 22 erreicht, die sich jetzt bei der letzten Messung nur haarfein geändert hat. Am 23. Januar 2004 haben wir den ersten Termin bei Dr. Wulff in Berlin.
Noch etwas, für eventuelle Zweifler Kathinka sieht mit ihrer Prismenbrille in keinster Weise aus wie ein Monster! 22 Prismen sind eine Menge, und das in einem so kleinen Gesichtchen obendrein. Aber dank modernster Technik braucht da kein Mensch mehr Angst haben, eine solche Brille würde sein Kind "entstellen". Auch im Kindergarten wurde sie nie gehänselt und sie war stolz, allen zu zeigen, was sie mit ihrer "Zauberbrille" jetzt alles kann.
Wir hoffen, dass wir dann baldmöglichst einen OP-Termin bei Dr. Wulff bekommen, damit sie vor der Einschulung noch genug Zeit hat, sich an die dann wiederum neue Situation zu gewöhnen.

Ich werde spätestens nach der OP wieder berichten und möchte allen Menschen, vor allem Müttern und Vätern, eines mit auf den Weg geben das Beste ist für unser Augenlicht und das unserer Kinder gerade mal gut genug! Deshalb geht euren Weg solange, bis ihr merkt und seht (!), dass es der richtige ist. Hätte ich auf eine erfahrene Ärztin und die Augenklinik gehört, wäre Kathinka schon im Juni operiert worden. Mit welcher Basis? Mit welchem Resultat? "Das Kind wird nie mit beiden Augen sehen können, aber wie sieht denn das aus?! Sie will ja auch mal heiraten…." "Die OP ist dringend notwendig, ob und was sie danach sieht, können wir ihnen natürlich nicht voraussagen…. Meistens bleibt es ja in so einem Fall auch nicht bei einer OP…". Hätte ich auf die Verhaltensoptometrie gehört (bitte nicht falsch verstehen, ich verdamme diesen Zweig nicht, sehe ihn aber in vielen Fällen kritisch) wäre gar nichts weiter passiert, außer die Augen getrennt voneinander fit zu halten. Das hat mir alles nicht gereicht, und ich bin heilfroh, dass mein Weg ein Ziel hatte. Dass dieser Weg für uns der richtige war, sehe ich tagtäglich lebendig lachend vor mir!

Euch allen eine ruhige und friedvolle Weihnachtszeit und ein wunderbares neues Jahr!

Conny


 
Veröffentlicht : 18.12.2003 23:16
(@Eberhard-Luckas)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Conny

danke für Deinen Bericht. Er wird, Dein Einverständnis vorausgestzt, als Beispiel für viele andere Mütter und Väter eingesetzt werden.

Schöne Weihnachten

Eberhard


 
Veröffentlicht : 19.12.2003 22:03
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Herzlichen Dank an "Conny und Kathinka" für diesen Bericht!
Herzlichen Dank auch Dir "Klaus" für Deinen Dienst.

Nur als "Pate" durfte ich in diesem Einzelfall zur Seite stehen. Selbst klinische Beurteilungen eines namhaften Professors der Augenheilkunde, gaben dem 4/5-jährigen Kind keine letztlich positive Prognose. Nur deshalb nahm die Familie nach längerem Überlegen doch noch eine weitere Abklärung bei einem durch mich benannten Kollegen in Kauf.

Konsequent angewandte Augenoptik ließ das beschriebene Ergebnis zu. Das Werkzeug dazu stammt aus der "Schublade des Augenoptikers". Hier wurde es entwickelt und verfeinert. Kein anderer Berufsstand verfügt über ähnliche Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit dieser Messtechnik.

Das erweist sich heute tagtäglich vor Ort in augenoptischen Betrieben, die die vollständige Messtechnik der MKH beherrschen.

Wo in Seite, Höhe und Tiefe die Seheindrücke bildlageoptimiert gemessen werden, wird eine visuelle Leistungsfähigkeit erzeugt, der unser ganzer Einsatz zu dienen hat. Nur dieser Bereich ist und bleibt immer reine Augenoptik. Dem darf unser ganzer Einsatz dienen.

Eine gesegnete Weihnacht 2003 und ein Gutes Neues Jahr in 2004 wünscht Ihnen allen

herzlichst

Paul-Gerhard Mosch

(Ich habe die Bitte, weiter aufkommende Fragen und Beiträge jetzt in einen neuen Thread zu bringen.)


 
Veröffentlicht : 20.12.2003 20:09
(@Franziska-Kubsch)
Beiträge: 172
Estimable Member
 

Hallo Conny,

dürfte ich deinen Bericht, unter den Betroffenenberichten auf unserer homepage www.Selbsthilfegruppe-Winkelfehlsichtigkeit.de
veröffentlichen?

Schöne Weihnachten, einen guten Rutsch ins Jahr 2004

Franziska Kubsch
Selbsthilfegruppe Winkelfehlsichtigkeit


 
Veröffentlicht : 25.12.2003 18:28
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Hallo Franziska, Hallo Eberhard, Hallo alle!

Natürlich könnt Ihr meine/unsere Erfahrungen weiter geben, vielleicht macht es anderen Menschen Mut, ebenfalls nicht aufzugeben! Welcher Weg nun für den einzelnen der richtige ist, weiß man vorher nie, man muß halt "losmarschieren". Ich habe mittlerweile mit so vielen Menschen gesprochen und gemailt, dass ich weiß, es gibt mit Sicherheit nicht nur den einen, richtigen und wahren Weg. Einigen hat die Schulmedizin geholfen, wieder andere haben (bei WF ohne wirklich große Beschwerden) auf mentale Kraft und Entspannungstechniken gesetzt, bei uns ist es eben der MKH-Weg. Noch ist Kathinka "auf dem Weg", aber wie ich schon berichtete, wir sind mehr als zuversichtlich. Wichtig ist eben "nur", im wahrsten Sinne des Wortes die Augen nicht zu verschließen und zu resignieren.

In diesem Sinne, allen da draußen eine friedvolle Weihnachtszeit und ein kraftvolles, fröhliches 2004!

Conny

PS Bin auch gerne per Mail erreichbar!


 
Veröffentlicht : 25.12.2003 21:39
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Conny

dies schreibe ich bewusst nicht als e-mail!

Ich bin überzeugt, dass Euch manche "mails" erreichen. Darunter wird es viele ernst zu nehmende Anfragen und Kommentare geben. Daneben wird es aber leider auch manches zu Lesen und zu Verarbeiten geben, was mit Vorsicht zu genießen ist.

Wird durch ein e-mail eine interessante Darstellung in der Sache deutlich, wäre es nicht verkehrt, dieses mit Zustimmung des Kommentators, hier im Forum darzulegen.

Ein neuer Thread kann beginnen!


 
Veröffentlicht : 27.12.2003 17:11
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Hallo zusammen!

Hier ein kurzer Bericht über unseren Besuch bei Dr. Wulff in Berlin

Es wurde eine Erhöhung des Prismenwertes auf von 22 auf 25 festgestellt. Wir beschlossen, nochmals Gläser mit diesem neuen Wert zu machen und 1/4 Jahr nach Tragen der Brille die OP einzuleiten. Dr. Wulff meinte, die Augen wären schon in der entspannten Phase, die Prismen würden aber weiterhin noch ansteigen. Je mehr Prismen er wegoperieren könne, umso besser. Da bei Kathinka, wie Dr. Wulff feststellte, ein normosensorisches Spätschielen vorliege, wären im Gehirn alle Verknüpfungen fest verankert (ihr räumliches Sehen sei sogar sehr gut), so dass es nach der OP weder Anpassungsschwierigkeiten noch Probleme mit der Eigenkompensation nachfolgender kleiner Prismenwerte geben wird. Allerdings könne natürlich niemand vorhersagen, ob es nicht doch nochmal ein größeres Ansteigen der Prismenwerte geben wird. Ihre leichte Weitsichtigkeit wird sich mit 80%iger Wahrscheinlichkeit "auswachsen". Konsens des Besuches es hat sich gelohnt und für Kathinkas Zukunft sieht alles bestens aus!

Ich werde weiter berichten!

Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 24.01.2004 15:34
(@Arwen24)
Beiträge: 75
Trusted Member
 

Liebe Conny!

Wenn ich deinen ersten Bericht lese, dann ist aus deinen Schilderungen heraus schon sofort klar, dass es sich bei deiner Tochter um eine normosensorisches Spätschielen handelt. Es tut mir wirklich leid, dass du da offensichtlich zur falschen Augenärztin und Sehschule gekommen bist, denn normalerweise ist der Behandlungsweg bei dieser SChielform so
Zuerst Ausgleich einer Weitsichtigkeit (was ja erfolgt ist) um den Schiel:wink:el zu stabilisieren, dann Ausgleich mit Prismen und dann, so bald wie möglich, Operation - damit das binocularsehen wieder hergestellt werden kann.

Ich betreue im Moment gerade selbst zwei Kinder, die nach einer Grippe akut zu schielen begonnen haben - beide haben von mir Prismenfolien zum AUsgleich des Schiel:wink:els bekommen (aus Kostengründen - Folien sind viel billiger!) und die Vollkorrektur der Weitsichtigkeit natürlich. Die Operation wird sobald wie möglich erfolgen.

Ich denke, dass deine Tochter wieder binoculares oder sogar räumliches Sehen nach der Operation haben wird - alles, das du beschrieben hast spricht dafür.

Ulrike (Orthoptistin)
(Mosch) Moderator-Hinweis weitere Infos' auf Seite 2 (siehe am Anfang)


 
Veröffentlicht : 25.01.2004 12:29
(@kerstinb)
Beiträge: 81
Trusted Member
 

Hallo Conny und Kathinka,

ich empfehle Dir, vor der Strabismusoperation nochmal eine Bestimmung der Weitsichtigkeit in Cycloplegie durchzuführen (falls das nicht erfolgte). Eine un- bzw. unterkorrigierte Weitsichtigkeit hat oft eine Vergrößerung eines Innenschielens zur Folge, was dann zu einer Überkorrektur des OP-Effektes führen kann. Natürlich kann sich die Weitsichtigkeit noch verringeren, aber zum Zeitpunkt der OP ist es wichtig, den Schiel:wink:el mit der optimalen Korrektur, also im Fall Deiner Tochter einer optimalen Hyperopiekorrektur zu messen.

Noch kurz am Rande wenn Ihr die OP in einer regulären Augen/Uniklinik oder operativen Augenarztpraxis durchführen lasst, werden die OP-Kosten komplett von der Kasse übernommen. Alle Orthoptistinnen in dem Forum hier haben die gleiche Diagnose anhand Deiner guten Schilderungen des Schielverhaltens Deiner Tochter gestellt wie der behandelnde Arzt, Herr Dr. Wulff. Daher hoffe ich, daß Du evtl. wieder etwas mehr Vertrauen auch in die Augenärzte/Innen und Orthoptistinnen investieren kannst.

Viele Grüße und alles Gute zur OP

Kerstin


 
Veröffentlicht : 25.01.2004 13:45
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Hallo Ulrike!

Bin zwar "nicht vom Fach", aber zwei Dinge möchte ich doch gerne, auch oder gerade für andere Eltern in der "Grübelphase" loswerden

1. Ich persönlich halte von Prismenfolien, vor allem mit hohen Werten nicht allzu viel. Prismengläser sind zwar einiges teurer, aber der Folie (falls finanziell tragbar für die Familie) auf jeden Fall vorzuziehen! Das Gehirn eines Schielkindes hat so irrsinnig viel damit zu tun, die Seheindrücke so gut wie möglich zu verarbeiten, da sollte man schon versuchen, ihm das Sehen so leicht und angenehm wie möglich zu machen.

2. Eine Operation sollte meiner Meinung nach denn erfolgen, wenn sie am meisten Sinn macht und den größtmöglichen Erfolg verspricht. Die Prismenbrille ist ja dazu da, Stereosehen zu ermöglichen. Und wenn dies klappt, dann wird versucht, die Augenmuskeln zu einem entspannten Zustand zu bringen, damit eben der richtige Schiel:wink:el operiert werden kann. Natürlich kann dies bei einem großen Schiel:wink:el erst eine Einleitungs-OP voraussetzen (was bei uns aber nicht der Fall war).

Noch eine Frage "Ausgleich der Weitsichtigkeit um den Schiel:wink:el zu stabilisieren" - wie soll das funktionieren?

Viele Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 26.01.2004 12:28
(@kerstinb)
Beiträge: 81
Trusted Member
 

Hallo Conny,

Natürlich ist der Seheindruck durch Prismenfolien schlechter als durch Gläser. Allerdings läuft bei einem normosensorischen Spätschielen die Behandlung sowieso auf eine OP hinaus. Ein Prismenausgleich muß daher meines Erachtens nach nicht über ein Jahr oder länger erfolgen, sondern nur die Zeit bis zur OP überbrücken. Nach der OP sollte man eine Prismenbrille ja nicht mehr brauchen.

Meistens reicht bei einem normosensorischen Spätschielen wirklich ein - drei Monate aus, um den Schiel:wink:el mit Prismen voll auszugleichen und zu stabilisieren. Da die Prismen vor allem beim normosensorischen Spätschielen of eine Zeitlang verstärkt werden müssen, sind da Prismenfolien meines ERachtens die bessere Wahl. Natürlich können Eltern auch in eine Prismenbrille investieren. Allerdings bezweifle ich, daß das viele Familien mit mehreren Kindern finanziell schaffen können. Nachdem sich der Schiel:wink:el unter Prismen nicht mehr vergrößert, kann man sicher sein, daß man den größten Winkel ausgemessen hat und operieren.

Zu Deiner Frage Manche Kinder haben eine mittlere bis hohe Weitsichtigkeit. Wird diese nicht voll auskorrigiert bzw. wird unterkorrigiert, kann ein Innenschielen entstehen. Mit der richtigen Brille stehen die Augen gerade. Manche Innenschielformen werden durch eine Weitsichtigkeitsbrille nicht voll korrigiert, aber verringert. Wenn man allerdings die Weitsichtigkeit nicht optimal ausgeglichen hat, mißt man logischerweise einen zu großen Schiel:wink:el. Korrigiert man erst nach der OP die volle Weitsichtigkeit, entsteht mit der richtigen Brille ein Außenschielen, was ebenfalls zu Doppelbildern oder Kopfschmerzen führen kann.

Viele Grüße

Kerstin


 
Veröffentlicht : 26.01.2004 20:17
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Liebe Kerstin!

Danke für deine Antwort, ich verstehe, was du schreibst. Der Weg, den du aufzeigst, ist ja mehr oder weniger das, was mir von der Uniklinik "verordnet" wurde. Kathinka bekam eine 30er Prismenfolie auf das rechte Auge, um das linke Auge quasi auf die nach 7 Wochen folgende OP vorzubereiten. Im Prinzip logisch. Aber ihr ganzes Sehsystem geriet innerhalb weniger Tage total aus den Fugen, weil die Korrektur eben nicht sorgfältig und behutsam aufgebaut wurde. (Mit der MKH wurden 16 Prismen gemessen und heute sind es 25). Ich hatte mich halt damals gefragt, rein physisch, was für einen Winkel die Ärzte in der Klinik eigentlich operieren wollten?! Mit welchem Resultat? Mir reichte der schulmedizinische Weg einfach nicht, zumal mir gesagt wurde, eine prismatische Korrektion sei in Kathinkas Fall absolut unsinnig und ich das echt nicht verstehen konnte und wollte. Das Sehsystem eines Menschen ist ein so komplexes, in sich verschachteltes Wunderwerk, das man gar nicht sachte und exakt genug angehen kann. Meine Meinung. Ich verteufel nicht, was schulmedizinisch geleistet wird, versteh mich bitte nicht falsch! Mir war es für mein Kind einfach zu hoch gepokert, mich darauf einzulassen. Wie gesagt, ich kenne andere Fälle, wo das geklappt hat - also nichts für ungut!

Prismenbrillen sind schweineteuer (pardon!), das weiß ich nur zu gut. Aber wenn es finanziell irgendwie machbar ist (lieber lässt man doch den Jahresurlaub sausen oder sonstwas) und vielleicht die Familie noch etwas zuschustert, ist die Brille der Folie einfach vorzuziehen. Wer am Zweifeln ist sollte sich mal den Spaß gönnen, durch verschiedene Folien und Gläser zu schauen. Natürlich gibt es Familien, die es sich beim besten Willen nicht leisten können, kein Thema!

Wegen der Weitsichtigkeit auch verständlich, was du schreibst. Mich hatte halt nur gewundert, dass lediglich durch eine Korrektion der Weitsichtigkeit der Schiel:wink:el stabilisiert werden kann (vor allem, wenn er nicht bekannt ist).

Viele Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 26.01.2004 22:17
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Conny,

danke für den per mail zugesandten Bericht aus Berlin. Ich freue mich, wie Du als Mutter, so klare Formulierungen findest. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, besonders wenn man auf die Feinheiten zwischendrin achtet.
(Einschließlich der sch ... Brillenlinsen, aber gut sind sie, nicht wahr!)


 
Veröffentlicht : 29.01.2004 21:41
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Conny,

ZitatOriginal erstellt von Conny & Kathinka
Kathinka bekam eine 30er Prismenfolie auf das rechte Auge, um das linke Auge quasi auf die nach 7 Wochen folgende OP vorzubereiten. Im Prinzip logisch. Aber ihr ganzes Sehsystem geriet innerhalb weniger Tage total aus den Fugen, weil die Korrektur eben nicht sorgfältig und behutsam aufgebaut wurde. ...

Prismenbrillen sind schweineteuer (pardon!), das weiß ich nur zu gut. Aber wenn es finanziell irgendwie machbar ist (lieber lässt man doch den Jahresurlaub sausen oder sonstwas) und vielleicht die Familie noch etwas zuschustert, ist die Brille der Folie einfach vorzuziehen. Wer am Zweifeln ist sollte sich mal den Spaß gönnen, durch verschiedene Folien und Gläser zu schauen.

Ich habe mir den Spaß bereits gegönnt (im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich habe viele hundert Euro damit gespart und hätte noch weitere sparen können, wenn meine Optikerin mir vor der ersten Prismenbrille gesagt hätte, dass es Folien gibt - und wenn ich später im Forum nicht äußerst negative Beurteilungen der Folie gelesen hätte, die mich leider von früheren Versuchen damit abhielten und mich jetzt zu einer Antwort verleiten).

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen, dass man mit Folien bis ca. 10 Prismen noch ganz gut sieht, sogar Kleingedrucktes lesen kann. Es ist in etwa so, als ob man ein Stück Tesafilm auf der Brille hätte. Man hat mir keine Entspiegelung und sieht einige Farbreflexe. Über 10 Prismen wird es tatsächlich sehr unscharf.
Aber das ist alles nur auf _einem_ Auge. Der beidäugige Seheindruck war zumindest bei mir absolut scharf und unproblematisch. An die Reflexe gewöhnt man sich wie an Fettflecken auf der Brille (ich bin sicher, dass kein Kind je eine saubere Brille hat und es stört sich trotzdem nicht dran).

Außerdem gewährt eine Brille mit 30 Prismen auch kein optimales Sehen mehr, der Visus ist eingeschränkt und man sieht ohnehin nur durch die Mitte scharf, an den Rändern ist alles verzerrt, die Augen müssen beim seitlichen Blick unterschiedliche Schärfen und Bildungsgrößen ausgleichen, es gibt Farbsäume usw..- auch damit kann man leben, aber es ist genauso gewöhnungsbedürftig wie eine Folie.

Wenn der Prismenaufbau noch nicht abgeschlossen ist, wäre die Alternative zur Folie, alle paar Wochen neue Gläser zu bestellen. Manchmal wartet man zudem so lange auf die neuen Gläser, dass die Werte schon wieder angestiegen sind, wenn sie endlich kommen. Eine Folie dagegen kann man in wenigen Tagen bekommen.

Als naheliegendere Erklärung für Kathinkas Sehprobleme erscheint mir die, die du selbst auch vermutest dass sie die 30 Prismen auf einen Schlag bekam. Das ist in der Tat ein Hammer, denn die meisten Leute brauchen schon eine Woche, um sich an fünf oder zehn Prismen zu gewöhnen.

Dies nur als Entscheidungshilfe. Ob eine Folie bei Kindern ratsam ist, wenn das beidäugige Sehen sowieso wackelig ist, kann ich nicht beurteilen.
Ich würde mich nur nicht vom ersten Seheindruck oder einer pauschalen Ablehnung von Folien durch andere beeindrucken lassen. Warum nicht nach Absprache mit den AA und AO einen Versuch starten? Wenn es nichts ist, kannst du immer noch Gläser bestellen und hast nur wenige Tage und Euro vertan. Wenn es gut geht, müsst ihr nicht unnötig auf euren Urlaub verzichten.

Alles Gute,
Anna


 
Veröffentlicht : 29.01.2004 23:07
(@Conny-Kathinka)
Beiträge: 12
Active Member
 

Liebe Anna!

Das hätte ich oben vielleicht wirklich noch dazu schreiben sollen ich finde, es macht einen Unterschied, 1. in welchem Lebensalter und 2. aus welchem Grund Prismen gegeben werden müssen. Ein mehr oder weniger erwachsener Mensch geht ja ganz anders mit seinem Körper und seinen Wahrnehmungen um als ein Kind (siehe dein Beispiel "Fettflecke", absolut korrekt!). Ein Kind versucht ganz automatisch mit der Situation zu leben, die es im Moment nun mal umgibt, es hat die Möglichkeit, sich unwillkürlich darauf einzustellen (im Gegensatz zu uns Großen, die wir alles erstmal irgendwie analysieren müssen). Tolle Sache, hat aber auch seine Tücken. Bei meiner Tochter war es nun so, dass ihr "normales" beidäugiges Sehvermögen zusammengebrochen war, und zum anderen im Alter von 5 Jahren noch einiges Entwicklungspotenzial da ist. Im Zusammenhang mit dieser kindlichen Anpassungsfähigkeit (eben drum!) wollte ich soviele "störende" Reize vermeiden, wie nur möglich, damit sich Kathinkas Sehsystem so gut wie möglich auf das korrekte Verarbeiten und Verschalten der Seheindrücke konzentrieren kann. Weisst du, was ich meine? Ich habe Prismenfolien nie abgelehnt, nur weil andere das sagen, sondern weil ich sie (zumal mit einem Wert von 30) höchstselbst ziemlich seltsam fand. Folien haben ihre Berechtigung, das ist ja auch kein Thema! Wären Kathinkas Werte im 2-Wochen-Turnuns fleißig nach oben geklettert, ich hätte sie vielleicht auch gewählt oder sogar wählen müssen, wer weiß?! Ich jedenfalls bin mehr als zufrieden mit "unserer" Lösung und mir tut es nicht leid um das Geld (auch wenn ich sicher nicht zu den wohlhabendsten Menschen Deutschlands gehöre...). Entscheiden muß letztendlich jeder Mensch das für sich oder sein Kind selbst.

Viele Grüße,
Conny


 
Veröffentlicht : 30.01.2004 09:47
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Conny,

ZitatOriginal erstellt von Conny & Kathinka
Ich habe Prismenfolien nie abgelehnt, nur weil andere das sagen, sondern weil ich sie (zumal mit einem Wert von 30) höchstselbst ziemlich seltsam fand. Folien haben ihre Berechtigung, das ist ja auch kein Thema! Wären Kathinkas Werte im 2-Wochen-Turnuns fleißig nach oben geklettert, ich hätte sie vielleicht auch gewählt oder sogar wählen müssen, wer weiß?! Ich jedenfalls bin mehr als zufrieden mit "unserer" Lösung und mir tut es nicht leid um das Geld (auch wenn ich sicher nicht zu den wohlhabendsten Menschen Deutschlands gehöre...). Entscheiden muß letztendlich jeder Mensch das für sich oder sein Kind selbst.

Du hast absolut Recht, jeder Fall ist ganz individuell und die Entscheidung kann einem niemand abnehmen.
Gerade deshalb finde ich es wichtig, eine gute Entscheidungsgrundlage zu haben.
Ich bin auch überzeugt, dass _du_ dir eine Menge Gedanken um die beste Lösung gemacht hast.

Leider gibt es hier aber oft genug Ratsuchende, die sich auf irgendetwas eingelassen haben, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht. Sei es, dass sie nicht richtig aufgeklärt wurden, sei es, dass sie selbst nicht genug nachfragten.
Siehe unser aktuellstes Beispiel Petra, der man eine "Winkelbrille" aufs Auge drücken wollte. Wie kann es sein, dass eine Kundin den Laden verlässt und noch nicht einmal erfahren hat, wie sich die Brille nennt, die sie gerade für viele Euros bestellt hat? Von der fehlenden Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen bei ihr ganz zu schweigen.

Deshalb liebt mir gerade im Forum daran, dass die Betroffenen alle Infos bekommen, die sie brauchen.
Lieber doppelt und dreifach als zu wenig.

Also nichts für ungut und weiterhin alles Gute,
Anna


 
Veröffentlicht : 30.01.2004 14:17
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo, Anna

gerade im Fall von Petra habe ich, neben der Verweisung zwecks medizinischer Abklärung, Prismenfolien positiv genannt und empfohlen. Als einer der den Prismenfolien eigentlich sehr distanziert gegenüber steht, lag dort ein Faktor vor, wo eine Prismenfolie absolut sinnvoll eingesetzt werden kann.

Ganz anders im Fall von Kathinka! Hier hat die Prismenfolie nur Sinn, wenn schnell operiert werden soll. Der Visusverlust könnte sonst das schon zusammen gebrochene Binokularsehen zu einem amblyopen Sehen führen (Schwachsichtigkeit auf dem mit der Prismenfolie gehemmten Auge). Die Sehschärfe, die schon nicht ideal war, wird einseitig sehr deutlich reduziert. Das kann nicht das Ziel sein! Deshalb wird auch erst nach(!) der Schiel-OP kontrolliert, ob jetzt grobes räumliches Sehen möglich ist. Vorher ist es nicht vorhanden! Es wird auch nicht erwartet. Dies sieht lt. Aussagen der beteiligten Fachleute bei Kathinka ganz anders aus! Dies schaffte schon die erste Brille mit prismatischen Wirkungen.

Dazwischen liegen für mich Welten! Eine OP-Dosierung wird für Kathinka heute zu einem sehr genau zu bestimmenden Faktor für alle, die die MKH auch als OP-Wertvorgabe einsetzen können.


 
Veröffentlicht : 30.01.2004 21:56
 Anna
(@Anna)
Beiträge: 0
New Member
 

Hallo Paul-Gerhard,

Danke für die ausführliche Begründung.
Das hilft denjenigen, die hier später einmal nach dem Thema "Folie" stöbern, sicher mehr als die bisherigen Artikel dazu, in denen Folien pauschal verdammt wurden.

Mir ist schon klar, dass man in WF-Dingen nicht ohne eine genaue Betrachtung der Besonderheiten jedes einzelnen Falles weiterkommt und daher kaum allgemeine Empfehlungen geben kann.
Gerade deshalb frage ich doch immer wieder nach den Begründungen für allgemeine oder auch für ganz spezielle Aussagen damit man abschätzen kann, in welchen anderen Fällen diese Aussagen zutreffen können.
Dann haben nicht nur die Leute etwas vom Forum, die eine konkrete Antwort bekommen, sondern auch die übrigen Mitlesenden.
Und wer weiß, ob von denen nicht jemand die Folie für sich entdeckt

Grüße,
Anna


 
Veröffentlicht : 30.01.2004 23:11
Seite 3 / 4
Teilen: