Hallo AgnesMaria,wenn eine Orthoptistin nicht täglich da ist kann eine orthoptische Untersuchung nicht spontan durchgeführt werden.
Ansonsten danke für die klitzekleine Verbesserung.
Gruß
L
Hallo!
Heute Nachmittag habe ich endlich eine objektive Refraktionsbestimmung unter Zyklopegie durchführen lassen. Das Ergebnis, (leider?) nur +0,75R und +0,5L. Was kann eine entsprechende Brille denn bei diesen Werten bestenfalls für Auswirkungen haben? Um wieviele Prismendioptrien könnten sich eventuelle Schiel:wink:el verbessern?
Wenn ich das richtig verstanden haben bringt eine Brille nicht auf jeden Fall was, aber vielleicht habe ich (zur Abwechslung) mal Glück...
Morgen Vormittag lasse ich dann den subjektiven Feinabgleich machen und werde eine entsprechende Brille bestellen. Gibt es hierbei noch etwas zu beachten?
Wie immer freue ich mich über weitere Antworten und möchte mich noch ein Mal für die Bisherigen bedanken! 
Gruß
NFF
Hallo!
Mittlerweile war ich bei der Überprüfungsuntersuchung an der Uni-Klinik Frankfurt. (Allerdings noch ohne Brille, da diese nicht rechtzeitig fertig geworden ist.)
Die Lufthansa Augenärztin hatte schon am Tag des Medicals die Uni-Kliniken Frankfurt und Gießen für die genaue Schiel:wink:elmessung vorgeschlagen. Die zusätzliche Untersuchung in Frankfurt hatte ich selbst anberaumt. Das ich vorher schon in Gießen war habe ich verschwiegen, um Unvoreingenommenheit zu garantieren.
Die Untersuchung selbst war dann ähnlich der in Gießen, es wurde also hauptsächlich mit Prismen gearbeitet. Auch die Fusionsbreite wurde gemessen, was in Gießen nicht geschehen ist.
Im anschließenden Gespräch mit dem (sehr netten) Oberarzt teilte er mir mit, dass die Meßwerte alle in den Grenzwerten seien, also 4, 5, 6 Prismendioptrien und nur einer Läge knapp darüber. Auch das Fusionsvermögen sei sehr gut. Er war sehr zuversichtlich und sah eigentlich kein Problem darin, mich flugtauglich zu schreiben.
(Diese Untersuchung fand ca. 22h Stunden nach der Zyklopegie statt, die Pupillen waren noch leicht geweitet. Jedoch stimmten der Arzt und ich überein, dass dies das Ergebniss wahrscheinlich eher negativ beeinflußen würde, wenn überhaupt.)
Tags darauf hatte ich einen Termin bei Lufthansa. Am Morgen hatte der Arzt der Uni-Klinik Frankfurt der Lufthansa noch seine Ergebnisse mitgeteilt.
In Gießen wurden (angeblich) wirklich 12° oder 21 Prismendioptrien gemessen. Was mich bei der ganzen Sachen stark gewundert hat ist, dass mir mitgeteilt wurde das ja in Frankfurt und Gießen ähnliche Werte gemessen wurden!? Außerdem könne man die Werte aus Frankfurt ja nur unter Vorbehalt betrachten.
Anschließend habe ich noch einmal mit dem Oberarzt aus Frankfurt telefoniert. Er hat mir die Werte, die er mir direkt nach der Untersuchung genannt hat, noch einmal bestätigt.
Wie kann es sein, dass die Lufthansa mir sagt da wären ganz ähnliche Werte gemessen worden?? In Frankfurt war es in den Grenzwerten, in Gießen mehr als das Dreifache... Wie kann das sein?
Meine Brille habe ich nun auch. Allerdings nur mit 0,5 und 0,25 Dioptrien. Bei 0,75 und 0,5 ist meine Sehvermögen auf ca. 5 Meter schon unter 100% gefallen. Auch bei der jetzigen Stärke kann ich im Nahbereich nicht wirklich eine Verbesserung feststellen und in der Ferne eine deutliche Verschlechterung.
Die Optikerin meinte, das Auge müsse sich erstmal an die Brille gewöhnen.
Es mag eine blöde Frage sein, aber mache ich mir dadurch etwas kaputt? Ich hatte nämmlich nicht vor, die Brille länger zu tragen. (da ich ja schon ohne Brille mehr als 100% Sehkraft habe)
Lasse jetzt noch mal eine Schiel:wink:elmessung mit Brille durchführen. Aber selbst wenn es dann in den Grenzwerten ist, dann wäre das für Lufthansa keine "dauerhafte Lösung" und sie würden mich wahrscheinlich auch so nicht nehmen.
Wenn ich mich einer OP unterziehe und danach in den Grenzwerten bin, dann hat sich die Sache für Lufthansa erledigt und meiner fliegerischen Karriere steht nichts mehr im Wege.
Nächsten Monat habe ich deswegen noch einen Termin in Gießen. Diesmal allerdings bei Dr. Kaufmann. Dort soll geguckt werden, ob für mich eine OP in Frage kommt.
Ich bedanke mich für jegliche Antworten!
Gruß
NFF
Hallo NFF,
die Lösung der Differenzen liegt in der Schwankungsbreite latenter (also teil- oder vollständig) kompensierter Winkelbeträge.
Je nach Spannkraft, Prüfumfeld etc. ergeben sich andere gemessene Parameter, die sicher miteinander irgendwo korrelieren, aber wertmäßig u.U. deutlich divergieren.
In aller Regel sollten demnach die höchsten Werte den Gesamtfehler am ehesten erfassen.
Das Problem wird deshalb aber gerade die OP sein. Diese sollte das belastende Moment erfassen und möglichst vollständig elliminieren. Da dies nur nach längerem Prismenaufbau wirklich gut abgeklärt werden kann, wird jede übliche Op i.a.R. nur als eine Teilkorrektur angesetzt, die dir hoffentlich direkt und vor allem aber längerfristig die benötigte Stabilisierung schafft. Hierzu kann ich Dir im besten Sinn nur "Alles Gute!" wünschen.
ZitatOriginal erstellt von NFF
Hallo!In Gießen wurden (angeblich) wirklich 12° oder 21 Prismendioptrien gemessen. Was mich bei der ganzen Sachen stark gewundert hat ist, dass mir mitgeteilt wurde das ja in Frankfurt und Gießen ähnliche Werte gemessen wurden!? Außerdem könne man die Werte aus Frankfurt ja nur unter Vorbehalt betrachten....
Wie kann es sein, dass die Lufthansa mir sagt da wären ganz ähnliche Werte gemessen worden?? In Frankfurt war es in den Grenzwerten, in Gießen mehr als das Dreifache... Wie kann das sein?
Ich hatte schon von Anfang an mit den Gießener Ergebnissen meine Probleme weil die naturgemäß real nicht wirklich stimmen können. Die angebliche Nahesophorie ist in meinen Augen eine zu starke Konvergenz/Akkommodationsreaktion. Keine Ahnung warum gerade da der Parasymphaticus so zog. Was mag die Westphal-Eddinger-Kerne so inspiriert haben.
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Die Ergebnisse von Frankfurt haben also meine Vermutung bestätigt.
Gießen ist so eine Sache. Seit die damalige Chef-Lehrorthoptistin nicht mehr ist, scheint da die Sehschule doch an Niveau zu verlieren. Sehe ich persönlich für mich an Patientenbefunden von dort, die mir vorliegen. Ich kann Gießen nicht mehr empfehlen. Aber das macht jeder so wie er denkt.
Zitat
Meine Brille habe ich nun auch. Allerdings nur mit 0,5 und 0,25 Dioptrien. Bei 0,75 und 0,5 ist meine Sehvermögen auf ca. 5 Meter schon unter 100% gefallen. Auch bei der jetzigen Stärke kann ich im Nahbereich nicht wirklich eine Verbesserung feststellen und in der Ferne eine deutliche Verschlechterung.
Es geht hier nicht vorrangig um das Sehvermögen sondern um die Augenstellung in der Nähe. Also, abwarten. Brille konsequent tragen. Dann sehen wir weiter.
Zitat
Die Optikerin meinte, das Auge müsse sich erstmal an die Brille gewöhnen.
Es mag eine blöde Frage sein, aber mache ich mir dadurch etwas kaputt? Ich hatte nämmlich nicht vor, die Brille länger zu tragen. (da ich ja schon ohne Brille mehr als 100% Sehkraft habe)Nein, da geht nichts kaputt. Trotzdem erst mal tragen, auch wenn man in der Ferne schlechter sieht. Das findet sich.
Lasse jetzt noch mal eine Schiel:wink:elmessung mit Brille durchführen. Aber selbst wenn es dann in den Grenzwerten ist, dann wäre das für Lufthansa keine "dauerhafte Lösung" und sie würden mich wahrscheinlich auch so nicht nehmen.
Warum so pessimistisch? Warten Sie es ab. Auch die Lufthansa ist ein Unternehmen das sich zu gerne seine Ausbildung bezahlen läßt. Wenn nur Grenzbereich dann sollte es doch klappen.
Nächsten Monat habe ich deswegen noch einen Termin in Gießen. Diesmal allerdings bei Dr. Kaufmann. Dort soll geguckt werden, ob für mich eine OP in Frage kommt.
Beim "Strabologen-Fürst" persönlich? Da drücke ich die Daumen. Nicht vergessen die Frankfurter Befunde mitzunehmen.
Na, da bin ich aber gespannt.
Hallo AgnesMaria, schön nach so langer Zeit mal wieder eine Antwort zu bekommen!
Das die Lufthansa mich auch nicht einstellen würde, wenn ich mit Brille in den Grenzwerten wäre, war kein Pessimismus meinerseits. Das war die Aussage des Chefs vom medizinischen Dienst der Lufthansa. Desweiteren ist die Lufthansa kein Unternehmen das sich "die Ausbildung gerne bezahlen lässt". Den Großteil (!) der Ausbildungskosten trägt nämlich die Lufthansa, genau das unterscheidet sie von den anderen Fluggesellschaften.
Hat sich mittlerweile eh erledigt, da ich mit Brille nun schon eine "schnelle" Untersuchung bei einer Orthoptistin in der Praxis eines ortsansäßigen Augenarztes gemacht habe. Dort war ich dann mal wieder über den Limits. (die Brille habe ich seitdem auch nicht mehr angezogen)
Es sieht also so aus, als wäre eine OP meine letzte Hoffnung. Immerhin ist mir mittlerweile ein weiterer Fall bekannt, bei dem es Probleme wegen Schielens gab und derjenige kann nun nach erfolgreicher OP bald mit der Ausbildung anfangen.
Sehe ich es richtig, dass es eigentlich keinen Grund geben sollte, warum für mich so eine Schiel-OP nicht in Frage kommt? (jetzt mal von den üblichen Risiken, die jede Operation mit sich bringt, abgesehen)
Vielen Dank im Voraus!
NFF
PS Die Frankfurter Befunde werde ich auf jeden Fall nach Gießen mitnehmen. Auch wenn ich im Moment noch nicht weiß, wie diese mir weiterhelfen können.
Hallo NFF,
das mit euren Forum klappt nicht so recht, werde nicht authorisiert. Kannst mich ja mal im ICQ adden 61855369.
Viele Grüße, Ke4
NFF schrieb
Das die Lufthansa mich auch nicht einstellen würde, wenn ich mit Brille in den Grenzwerten wäre, war kein Pessimismus meinerseits. Das war die Aussage des Chefs vom medizinischen Dienst der Lufthansa. Desweiteren ist die Lufthansa kein Unternehmen das sich "die Ausbildung gerne bezahlen lässt". Den Großteil (!) der Ausbildungskosten trägt nämlich die Lufthansa, genau das unterscheidet sie von den anderen Fluggesellschaften.
Schon möglich, dass das so ist. Sie lassen sich jedoch ein schönes Zubrot geben.
Es steht der Korrektur der wahnsinnigen Esophorie nichts im Wege. Was sollte das ein?
Hallo!
Hier ein kurzes Update wie es bei mir nun ausschaut
Mittlerweile habe ich wieder zwei Untersuchungen in Gießen hinter mir. Entgegen dem, was mir vorher gesagt wurde, zwar bei Prof. Dr. Gräf anstelle von Prof. Dr. Kaufmann, aber ich habe mich bei ihm trotzdem gut aufgehoben gefühlt und er war sehr nett!
Nächsten Monat steht nun die Operation an. Sie wird von Prof. Dr. Kaufmann durchgeführt. Soweit ich das verstanden habe, befinde ich mich bei ihm in den allerbesten Händen. 
Nun heißt es nur noch Daumen drücken das alles gut läuft und ich nach der OP in den Grenzwerten bin! (bis zur Nachuntersuchung heißt es erstmal 3 Monate warten)
Gruß
NFF
Viel Erfolg! Wir drücken Dir die Daumen.
NFF schrieb
Sie wird von Prof. Dr. Kaufmann durchgeführt. Soweit ich das verstanden habe, befinde ich mich bei ihm in den allerbesten Händen.
Das ist so. Er ist da mit der größte Spezialist auf diesem Gebiet in Deutschland. Du kannst ihm ruhig vertrauen. Es wird schon gut gehen.
Toi, toi, toi...
AgnesMaria schrieb
Es wird schon gut gehen.
Toi, toi, toi...
Vielen Dank für's Daumendrücken, es ist gut gegangen!
Lange, lange hat es gedauert und vor allem viel Kraft gekostet. Jetzt ist aber alles erledigt, Nachuntersuchungen,Vertragsabschluss, etc. und meiner Pilotenkarriere steht nichts mehr im Weg!
Die Operation lief gut. Medizinisch war sie natürlich überhaupt nicht notwendig, ich fühle mich jetzt genauso wie vorher. Nämlich ganz normal, keine Doppelbilder, Kopfschmerzen oder sonstiges. Diese Sachen kannte ich ohnehin nur aus Erzählungen bzw. der Literatur.
Prof. Dr. Kaufmann war wirklich sehr, sehr nett. Seiner Meinung nach war dieses Theather zwar auch vollkommen überzogen, da ich gesund war und bin, aber er hat trotzdem alles getan um mir bei der Erfüllung meines Traums zu helfen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen Mitwirkenden hier im Forum für ihre Hilfsbereitschaft bedanken! Ihr wart mir, der auf diesem Gebiet ja vor einigen Monaten vollkommen unbewandert war, eine Große Hilfe. Vielen Dank!

NFF
Hallo NFF
Da ich noch nicht so lange hier lese, war mir Deine Geschichte bisher unbekannt. Ich habe sie mit angehaltenem Atem gelesen, spannend wie ein Krimi. Und ziemlich unglaublich. Nun fliege ich viel, und eigentlich beruhigt es ja zu wissen, daß die Sehprüfung der Piloten ernstgenommen wird. Trotzdem finde ich Deine Geschichte ein ziemlich heftiges Ding, hart an der Grenze zur totalen Absurdität. Sie zeigt sehr schön den alltäglichen Wahnsinn einer völlig irrsinnigen und starren Bürokratie, die den individuellen Menschen als solchen nur mißachtet.
Ich verstehe, daß Du Dich hast operieren lassen und daß die Erfüllung dieses Traums Dir viel bedeutet. Es ist ja auch alles gutgegangen, sozusagen happy-end auf der ganzen Linie. Dennoch birgt jede Operation ein enormes Risiko, und eben dieses Risiko an sich grundlos zu verordnen ist ja an sich schon fast kriminell.
Viel Spaß beim Fliegen!
Gruß
Jan
Hallo NFF,
auch ich freue mich sehr für Dich!
so ein wenig kann ich aber doch verstehen, warum man auf die Korrektion per OP vor Ausbildungsbeginn bestand So eine Heterphorie haben ja sehr viele Menschen, die meisten davon zunächst ohne Probleme. Auch Du hattest diese Probleme ja nicht, aber die Prismen wurden schon bei der ersten Untersuchung ermittelt, und die waren nicht sooooo niedrig für eine Erstmessung. Sie wären allerdings niedrig genug, um mit entsprechenden Brillen ausgeglichen zu werden. Eigentlich operiert man erst Werte weit über 20 Prismen. Nun bist du noch recht jung, ich denke mal, so kurz nach dem Abitur. Man muss damit rechnen, dass Du plötzlich, auch durch Stress oder einfach durch fortschreitenden Alters mit vielleicht Anfang 30 Probleme bekommen hättest. Die hättest Du vielleicht gar nicht direkt gespürt, denn auch ein WF'ler kann scharf sehen (auch ich habe ohne Brille über 100 Prozent Sehschärfe gehabt). Aber das räumliche Sehen wird beeinträchtigt, ebenso kann das Ablesen von Instrumenten und Tabellen zu Fehlern führen, die man nicht bemerkt - und das wäre fatal. Ein WF'ler verrutsch z. B. gerne in den Zeilen beim Lesen von Tabellen. Lichtempfindlichkeit ist auch noch ein Zeichen. Also alles Erscheinungen, die ein Pilot ganz und gar nicht gebrauchen kann.
Ich ziehe den Hut vor dem Operateur, dass er gleich einen anfangs gemessenen Wert richtig operiert hat. Was mich aber nun interessiert Hat man speziell Dir nun engmaschige Nachkontrollen empfohlen? Denn bei einer WF können die Werte im Laufe der Zeit steigen, besonders bei schon recht hohen Anfangswerten. Hat man Dir gesagt, ob Du damit rechnen musst, dass sich nun auch nach der OP wieder steigende Werte ergeben können?
Ansonsten wünsche ich Dir alles Gute für die Pilotenkarriere - ich glaube, die Lufthansa hat auch wieder erhöhten Bedarf an Piloten (stand letztes Wochenende in der Zeitung - damit haben auch Flugbegleiterinnen wieder mehr Chancen auf Einstellung, nachdem jahrelang abgebaut wurde)
Viele Grüße
Kerstin