Hallo Eberhard,
Liebes Forum,
Eberhard Luckas schrieb
Tropien werden aber zum Teil mit den gleichen Testen gemessen wie dissoz. Phorie.
Konkrete Beispiele (neben Covern und Schobern) wären ganz super.
Grüße,
Masuku
Hallo akkostrabo,
ja,das war nicht sehr fachlich von mir ausgedrückt.
Deshalb hatte ich auch gleich die "Hauptverdachtsmonente" mit aufgelistet.
Ich versuche es nochmals, denn Deine Folgerung ist fachlich nicht sinnvoll.
Also, der Unerfahrene wird den Covertest immer durchführen müssen/sollen.
Damit macht er nie etwas falsch und zudem übt er den Covertest.
Jedoch wird der Unerfahrene auch eher Eb übersehen können.
Der Erfahrene wird nur in den bereits erwähnten Fällen
einen Covertest durchführen, d.h. in etwa 10% der Fälle.
Ansonsten würde er unprofessionell vorgehen, sich also wie ein Unerfahrener
verhalten.
Das mit dem Hochtreiben am Kreuztest wird eigentlich doch nur möglich sein, wenn alternierendes Sehen vorliegt. Das ist beim typischen Mikrostrabismus nicht der Fall. Wodurch ist gesichert, dass das nicht doch ein richtiger Wert war mit den 55 Prismen, der sich durch Muskeltonuslösung ergab und bei Mikrostrabismus durchaus im üblichen Rahmen läge?. Auch Werte um 70 Prismen kommen durchaus vor. Könnte man auch ahnen in den Fällen, wenn tagsüber der Schiel:wink:el je nach Müdigkeit schwankt. Verträglich werden solche Prismenstärken sicher nicht sein, da die optischen Nebenwirkungen zu groß wären.
Übrigens wäre es schön, wenn ich Haase in der Theorie beherrschen würde. Bin leider nur Praktiker (gewesen), der sich einige praktische Dinge aus den Büchern erlesen hat, wie der von mir schon mehrfach genannte Anhang, der so sehr wenig von der üblichen Haaseschen Theorie enthält. Dort sind eigentlich alle Fragen - Akkostrabo und masuku - beantwortet. Würde eine Menge Unsicherheit nehmen und viele Verständnisprobleme lösen helfen. Kurz, es wäre hilfreich, doch einmal nicht nur "Forumswissen" einzufordern.
Tim
Der Cover-Uncover-Test (das ist der richtige...) sollte bei Erstvorstellung immer durchgeführt werden. Und zwar, bevor man mit der binokularen Augenmessung beginnt.
Zum großen Thema Schielen langt die Lektüre von Haase allein bestimmt nicht. Und warum nicht Forumswissen einfordern, wo sich hier doch interdisziplinär ausgetauscht wird - auch wenn die Medizinerseite äußerst rar vertreten ist. Aber vielleicht meldet sie sich ja noch zu Wort.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
genau, wie Du es sagst und vorläufig verweise ich auf einen Beitrag vom 08.08.2007.
Gruß AkkoStrabo
Hallo Kerstin,
Ich bin da wegen des Covertestes weiterhin anderer Meinung und hatte das begründet. Eine Begründung für Deine Ansicht fehlt hier.
Ob man ihn nun Cover oder Cover-Uncovertest nennen möchte, ist in der Literatur durchaus unterschiedlich angegeben. Mit dem Begriff uncover könnte auch verstanden werden, dass beim Aufdecken auf EB beobachtet wird. Dann ist das aber bestimmt nicht mehr der Zudecktest, den wir hier ja nur benötigen.
Wegen des Hinweises, dass Haase nicht genügt, gehen wir konform. Aber ich gebe zu bedenken, dass ich schon Probleme habe, dies alles unter das Thema "Winkelfehlsichtigkeit" (so ist hier der Titel!) zu stellen.
Tim
Hallo,
der typische Mikrostrabismus ist nicht nur gekennzeichnet durch eine anomale Korrespondenz von bis zu etwa 5°, sondern auch dadurch, dass sich im
Hintergrund meist noch ein sehr viel größerer Schiel:wink:el verbirgt, der durch motorische Kompensation (und dadurch verursachtem Muskeltonus) verdeckt gehalten wird.
Da hier eine feste Korrespondenz ziwschen der Foveamitte des einen Auges und dem anomalen Korrespondenzzentrum des anderen Auges besteht, wird das System bestrebt sein, diesen Zustand auch möglichst aufrecht zu erhalten. Reicht dazu die Energie nicht aus, so resultiert ein stärkeres Innenschielen zeitweise oder ständig.
Das Typische eines unbehandelten Mikrostrabismus ist demnach nicht, dass das Schielen nie auffällt (verniedlicht als Silberblick bezeichnet), sondern
das er im Laufe des Lebens oft von dem kleinen in einen großen deutlich sichtbaren Schiel:wink:el übergehen kann. Die Größe der ANK selbst bleibt verständlicherweise dabei gleich groß.
Die ANK ist demnach zumeist die feste (irreversible) sensorische Anpassung auf einen in Wirklichkeit sehr großen Gesamtschiel:wink:el, der jedoch
motorisch teilweise oder voll auf die ANK eingestellt wird (kompensiert).
Verglichen mit der Winkelfehlsichtigkeit, wobei FDII die sensorische Anpassung auf dem motorisch kompensierten Restfehler ist, erscheint es durchaus
verständlich, hier Ähnlichkeiten zum Mikrostrabismus zu postulieren. Aber wegen der bei einer ANK nicht bestehenden bizentralen Abbildung ist es deshalb noch lange nicht korrekt, die polarisierenden WF-Teste zum korrigieren zu verwenden. Sogar der Kreuztest ist zur Korrektioin des motorischen Anteil eines Mikrostrabismus oft in von den Regeln zur MKH abweichender und differenzierter Weise anzuwenden (bei Hemmungen, Exclusionen, einäugig oder wechselseitig)
Leider hat sich bei manchen MKH-Anwendern hier einiges fälschlich vermischt, was sich für Betroffene durchaus ungünstig auswirken kann. Fachlich inkorrekte Begriffe wie phorischer Anteil, WF-Anteil bei ANK deuten das an.
Das Stichwort "Hineintreiben" hat übrigens eine ursprünglich ganz andere Bedeutung, als sie jetzt hier bebraucht wird..
Die Messung bei Mikrostrabismus an FD- oder Stereotesten ist durchaus möglich, aber wenig aussagekräftig. Zusätzliche daraus abzuleitende Korrektionsschritte hingegen mit Prismen - ob nur aktiv oder nur "gefühlsmäßig geduldet" - sind und bleiben optometrisches Fehlverhalten und führen langfristig nicht weiter. Zudem verunglimpfen sie die MKH durch unzulässiges Hinzufügen von neuen Indikationen ohne irgendeinen theoretischen Hintergrund.
Tim
Hallo Tim,
aus Masukus Frage nach der Unterscheidung von -phorie und -tropie geht m. E. klar hervor, dass es sich bei dem, was er/sie wissen möchte, nicht nur um Wf handelt. Er/sie hat ganz bewusst einen Thread um das Thema Schielen aufgemacht, wie viele andere vorher bereits auch. Und hofft auf Antworten, die möglicherweise nur aus ärztlicher Sicht gegeben werden können. Dein Steckenpferd ist die MKH und die Wf, daran möchte ich auch nicht zweifeln. Aber Masuku und vielen anderen auch ist mit sturer MKH allein nicht geholfen. Das zeigt sich auch daran, dass sich in den letzten Monaten hier im Forum vermehrt Schieler einfinden....es stimmt, das Thema heißt hier "Winkelfehlsichtigkeit" - unter der früheren Forumsaufmachung war dieses Thema aber noch näher beschrieben und umfasste zudem "Schielen" .
Hier noch was um Cover-Un-Cover Test (wie kommst Du darauf, zu sagen, Du bräuchtest nur den Zudecktest? War Dir nie daran gelegen, evtl. auch rechtzeitig zu erkennen, dass hinter dem Problem des Kunden mehr als nur Wf stecken könnte?)
Covertest alternierender Abdecktest ( das ist kein Uncovertest!), es werden Einstellbewegungen von innen, außen, oben oder unten bei manifesten Strabismus gesehen, bei Phorien sind es Fusionsbewegungen.
Cover- Un- Cover Ein Auge wird abgedeckt, dann freigelassen, gesehen ob Einstellbewegungen da sind und woher; dann anderes Auge abgedeckt, freigelassen und ebenfalls beobachtet. Der letztgenannte Test ist zur Differenzierung Strabismus oder Heterophorie derjenige welche... und mittlerweile gehöre auch ich zur Liga derjenigen, die fordert, dass jeder Augenoptikermeister, der MKH anwendet, auch diagnostisches Grundwissen auf dem Gebiet des Schielens mitbringt. Zumindest so, dass er rechtzeitig erkennt, ob er es hier mit einer reinen Wf zu tun hat oder aber mit Schielen plus ggf. zusätzlicher phorischer Komponente. Masukus Beispiel zeigt nur allzu deutlich, wohin die Reise gehen kann, wenn dem nicht so ist.
Und ich finde den interdisziplinären Austausch sehr bereichernd und hoffe, dass sich Ärzte und Augenoptiker möglichst bald an einem Tisch setzen und im Sinne der Betroffenen handeln. Beide Fachrichtungen bringen ihr umfassendes Wissen mit - und beides brauchen die Patienten/Kunden. Ich betrachte mich als neutral, ich stehe weder hinter der einen noch hinter der anderen Seite und weder gegen die eine noch gegen die andere Seite - mir geht es nur um Offenheit und Austausch von Wissen. Fehler werden immer und überall gemacht.....aus ihnen kann man lernen.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
der Covertest ist in der Literatur als monolateraler Zudecktest beschrieben und beim Zudecken wird das andere Auge auf Eb kontrolliert. Das ist der Test für das Messen des objektiven Winkels und zur Herstellung von bizentralem Sehen.
Deine Definition ist sehr unüblich.
Dein Aufdecktest hat mit dem objektiven Winkel nichts zu tun, denn hier kommen wir durch das vorherige Zudecken nicht vom beidäugigen Sehen. Er mißt etwas ganz anderes.
Bitte Deine Angaben überprüfen, da läuft etwas sehr durcheinander. Deine Empfehlung ist weiterhin nicht begründet. Ich bin hier erst seit 6 Wochen im Forum und habe den Eindruck, Du bist überhaupt nicht Optometristin???
Nichts für ungut, aber es gibt Grundlagen, die nicht einfach durcheinander gewirbelt werden sollten.
Oder irre ich mich, dann bitte Korrektur mit Literaturangaben, woher Du Deine Definitionen hast.
Tim
Hallo,
also nochmal kurz
Der UNcover-Test ist ein Phorietest mit dem die Richtung einer Heterophorie erkannt werden soll (er zeigt aber auch beim Strabismus eine Einstellbewegung). Diese wird oft besser sichtbar, wenn die Augen im direkten Wechsel "abgewedelt" werden, dabei bleibt dann immer ein AUge zugedeckt.
Der Covertest ist ein Strabismustest, bei dem nur bei Strabismus eine Einstellbewegung des offen gebliebenen abweichenden Auges sichtbar wird. Deshalb MUSS das richtig fixierende Auge abgedeckt werden, und deshalb am besten im Zweifel oder immer nacheinander jedes Auge abdecken. Dazwischen müssen beide Augen blicken, also offen bleiben.
Aber schon Haase sagt, das der UNcover-Test alles misst, nur nicht die wirkliche assoziierte Phorie, und deshalb oft Fehlergebnisse bringt. Dr. Pestalozzi hat in einer Studie retroperspektiv festgestellt, dass in 60% seiner MKH-Verordnungen seine Orthoptistin mit UNcover nichts gefunden hatte!!!! Und Komerell galaubt, dass MKH nicht geht, weil UNcover andere Ergebnisse bringt als MKH!! Also für Mikrostrabismus ist NUR Covertest zu gebrauchen. Uncover ist bestenfalls als grobe Orientierung bei Phoriebestimmung hilfreich.
Zu Mikrostrabismus ist auch noch der Brückner-Test und Hirschberg gut.
Beim Durchleuchten der Augen sollten beide Netzhäute gleich rot schimmern, das diskret abweichende Auge leuchtet heller.
Der Pupillenreflex sollte relativ zentral in der Pupillenmitte liegen und zwar rechts und links symmetrisch.
Ich mache da oft ein Blitzlichtfoto mit der Digitalkamera aus relativ grosser Entfernung. Wichtig ist, dass das Kind wirklich in die Kamera schaut. Und schon habe ich beides.
Und zuletzt Bei Mikro-Strabi ist meist der Visus auf dem betroffenen Auge schlechter und lässt sich mit nichts anheben.
Noch eines Heisst das Kind nicht ARK (=Anomale Retinale Korrespondenz)?
Viele Grüsse
Ernst
Hallo Ernst,
ich finde immer wieder die Abkürzungen ARK oder ANK (anomale Netzhautkorrespondenz). Warum, wieso, kann ich Dir nicht sagen....
Und über Cover-Un-cover kann man auch Verschiedenes lesen.....je nachdem, wo man liest. Man wird also nicht unbedingt schlauer, je mehr man liest, manchmal auch verwirrter.....
Viele Grüße
Kerstin
DANKE Ritter Rost,
genau so, wie ich es beschrieben hatte.
Und, Kerstin, über Cover-Un-cover kann man nichts "Verschiedenes" Lesen. Hier sind ganz klare Definitionen seit Jahren vorhanden und Moderatoren stünden in der Pflicht, dies zu akzeptieren oder nur gut begründet zu verändern. Einfach und fälschlich etwas zu fordern, ist irritierend und fehl am Platze. Ich hatte schon an mir gezweifelt, 40 Jahre falsche Optometrie durcheführt zu haben...Ärgerlich, so etwas.
Ich schäme mich fast, aber Haase hat auch schon vor 40 Jahren gesagt, dass der Uncovertest völlig nutzlos ist - wir haben ja den Kreuztest (Schober, Maddox und andere sind ebenfalls fachlich begründet obsolet).
Stellen wir demnach resultierend klar
Im Zweifel, für Anfänger, in Verdachtsfällen (und für Kerstin)
Immer vorher den Covertest (nach der monokularen BGB und dies in Ferne und Nähe). Für die erfahrenen Anwender ist das klar und alle überflüssigen Covertest sind für ihn selbstverständlich unprofessionell.
Tim
Hallo Tim und evtl. auch andere,
ehe Ihr mich weiterhin der Unvernunft bezichtigt Ich lege Euch dringend auch die entsprechenden Kapitel im Buch "Strabismus" von Joseph Lang ans Herz. Es gibt verschiedene Modifikationen des Covertests, die je nach Fall und Fragestellung ausgewählt werden müssen. Das Ausschöpfen dieser Informationsquelle erfordert Übung und Vorkenntnis. Gezieltes Suchen setzt Wissen voraus. Cover-Uncover ist also alles andere als überflüssig und unprofessionell!
Und man braucht nicht mal aufwändige Gerätschaften dafür, wenn man diese Testverfahren beherrscht!
Hier einige Beispiele
Wenn beim monolateralen Abdecktest kein Strabismus vorlag, beim alternierenden Abdecktest jedoch Bewegungen zu sehen sind, so liegt eine Heterophorie vor.
Wurde beim monolateralen Covertest eine Bewegung gesehen, so wird auch beim alternierenden Abdecktest eine EB vorhanden sein. Ist sie bei beiden Untersuchungen gleich groß, so stimmt der manifeste Schiel:wink:el mit der fusionsfreien Ruhelage überein. Manchmal nimmt jedoch auch beim manifesten STrab. der Schiel:wink:el unter alternierenden Abdecken zu. Dann stellt der maximale Winkel die fusionsfreie motorische Ruhelage dar, während der manifeste kleine Schiel:wink:el gewissermaßen als sensorische Ruhelage eingenommen wird, z. B. bei einer ANK.
Der Uncovertest ist nicht zu unterschätzen, denn man kann mit ihm das Verhalten des zuletzt freigegebenen Auges beobachten Verharrt es in seiner Stellung? Nimmt es die Fixation auf, während das andere Auge nun in Schielstellung geht (Amplyopieverdacht auf letzterem Auge)? Macht es eine Fusionseinstellung (Heterophorie)? - In gewissen Fällen (Mikrostrabismus z. B.) führt diese Fusionsbewegung nicht zu Parallelstand.
Und wenn nicht nur das offene, sondern auch das abgedeckte Auge beobachtet wird, kann man noch viel mehr Rückschlüsse ziehen, z. B. auf Vertikalabweichungen.
Und, und, und.....ist wie mit der Seefahrt, wenn alle meinen, es langt, GPS an Bord zu haben. Ursprüngliches solides Seefahrerhandwerk (Handpeilkompass, 2"´-4" Peilung, usw. wird als lächerlich abgetan. Seekarte und Hafenhandbuch lesen können, wozu?!) OK, dieser Vergleich hinkt, aber ich finde es sehr schade, die Covertests als überflüssig abzutun. Sie sind solides Handwerkszeug, das man aber üben und beherrschen muss. Ein Gerät einschalten ist natürlich einfacher...
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
na endlich, so bin sogar ich einverstanden - fast - und das GPS-Beispiel ist schon passend.
Ob nun "immer und jedesmal" ist sicher nur von einem Fachmann/frau zu beurteilen, da könntest Du Dich eher zurückhaltend äußern?
Deine überzogene Forderung wird noch nicht einmal von Lang unterstützt, denn der führt diese Funktionsteste auch nur " bei Verdacht auf Mikrostrabismus" durch (siehe 1. Absatz aus dem Kapitel, aus dem Du zitiert hast).
In diesem Absatz steht übrigens auch etwas, was Lang ein Leben lang "verfolgt" hat, nämlich hatte er (unbedacht) geschrieben, dass "die Heterotropie mit einer zusätzlichen Heterophorie kombiniert ist".
Und nicht nur die Einbeziehung der Heterophorie bei einer Tropie und der unglückliche Begriff "kombiniert" haben zu erheblichen Widersprüchen seiner Thesen geführt. Die Diskussion dauert bis heute an.
Verstehen wirst Du wohl nicht, dass im Bereich der Aufdeck-Funktionsteste, welche angeblich auch einen motorisch kompensierten Anteil messen wollen, ein ganz großes Manko darin besteht, dass sie keinerlei Differenzierung zulassen, ob es sich hierbei handelt um
- Heterophorie
- Umschaltruhelage
- Dunkelruhelage
- Bellsches Phänomen
- "motorischen" Anteil
- ANK (oder auch ARK)
- und weitere
Die Frage ist Wohin geht das Auge hinter der Klappe aufgrund welcher Funktion? Das ist spannend und eine nähere Klärung findet sich in keinem Strabologiebuch, sondern nur bei .... (ich schreibe es lieber nicht nochmal).
Die polarisierenden Test (hier vor allem der Kreuztest) waren ja nur notwendig geworden, weil das Messen unter höchst unnatürlichen Bedingungen eines Uncovertestes (wir kommen aus der zugedeckten Situation, bei dem Fusion und Korrespondenz nicht funktionieren) oft zu falschen nicht verträglichen Prismenwerten führte. Nachgewiesen durch Studien von Forst und anderen sind sogar unterschiedliche Richtung eines Stellungsfehlers bei Vergleich Aufdecktest und Kreuztest. Ein Phänomen, das jedem wirklich erfahrenen MKH-Anwender gut bekannt sein dürfte!
Bei Uncovertesten (ob nur alternierend oder im Extremfall als Marlow durchgeführt) weiss man nie, ob es sich um einen auch unter natürlichen Bedingungen vorhandenen Winkel handelt oder um etwas ganz anderes.
Das gibt vor allem auch für Vertikalfehler. Einen gezielten Korrektionshinweis erhält man dadurch jedenfalls nicht.
Wenn Uncoverteste und Schobertest und Maddoxtest usw wirklich aussagefähig wären, wäre die MKH nie entwickelt worden.
Tim
Hallo Kerstin,
dass der Cover als notwendige Differenzialmethodik zum Strabismus unverzichbar ist, da sind wir alle einig.
Das, was Du als alternierenden Covertest benennst ist wohl eher der alternierende UVcover, da das jeweils freigegebene Auge beobachtet wird. Durch die wechselseitige Einstellbewegung wird der Proband zunehmend dekompensieren, das gilt eben manchmal auch beim Strabismus (vermutlich wegen peripherer Fusion im "Binokularsehen") UND DESHALB kann ich hier nicht unterscheiden (ohne weitere diagnostische Hilfsmittel). Und in ca. 60% der Fälle ist das Ergebnis dann ein anderes, als nach MKH! Deshalb denke ich, dass hier LANG hinterfragt werden muss. So hat es ja auch schon Haase gesehen. Und wenn wir das nicht beachten, so drehen wir das Rad langsam wieder zurück und messen wieder dissoziiert - das kann ja keiner wollen.
Ein alternierender Covertest kann nicht funktionieren, da für den Cover die Voraussetzung ist, das beide Augen die Möglichkeit zur zentralen Fixation hätten (wenn sie könnten). Und genau das zeigt ja dann der Test, ob sie es konnten.
Bis dann
Ernst
tim10 schrieb
Hallo Kerstin,
Ob nun "immer und jedesmal" ist sicher nur von einem Fachmann/frau zu beurteilen, da könntest Du Dich eher zurückhaltend äußern?
Tim
Warum? Sind meine Gedanken nichts wert? Schade...
Kennst Du die Geschichte um Dr. Edward Jenner und wie er den Impfstoff gegen Pocken entwickelt hatte? Den entscheidenden Hinweis erhielt er von einer einfachen Bauersfrau....
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
aus dem Kurzurlaub retour und überrascht hier mein Kommentar
Ich schätze die Arbeit aller Selbsthilfegruppen sehr, demnach auch Deine Arbeit in diesem Sinne uneingeschränkt. Aber fachspezifisch in einem Beruf und in der Berufserfahrung erlerntes Wissen wird wohl nicht nur theoretisch aus Büchern oder hier übers Forum zu erlangen sein. Das geht vielleicht in Wochenendkursen in anderen Segmenten, zu denen hier Kommentare zu lesen sind. Also mache bitte weiter und sei nicht verletzt, wenn ich rein optometrisch meinen Senf dazu gebe. Das tue ich bestimmt auch manchmal unnötig ärgerlich. Gleiches werde ich von anderen ohne Probleme zur Kenntnis nehmen und bestimmt nicht gleich persönlich nehmen. (Wir sind hier ja in einem Forum und nicht dabei ein Buch zu schreiben?)
Zu Lang Das Zitat, dessen Inhalt kein erfahrener Anwender bezweifelt, entstammt Mikrostrabismus, Enke Verlag von 1973.
Insgesamt gibt es zu seinen Thesen und seiner Arbeit zum Mikrostrabismus erhebliche Kritik. Was nicht heißt, dass es die von ihm beschriebenen Mikrostrabismusarten nicht gibt. Das wird keiner bezweifeln. Hier geht es nur darum - wie es in der Medizin doch wohl üblich ist - erst einmal die Verdachtsdiagnose zu sichern und erst dann von Irreversibilität auszugehen. Wie das geht, haben neben anderen Haase, Brückner, Pestalozzi, Wulff, Lie u.a. vorgemacht und dabei doch manchen (nicht die Mehrzahl) gefunden, bei dem eben nicht die vorher gestellte Diagnose Mikrostrabimus weiter richtig war. Und wäre der nicht gefunden worden, wäre die weitere Korrektion falsch gewesen, denn sie hätte eine fakultative ANK gefestigt.
Sicher - und ich weiß nicht wer die Mär immer wieder neu erfindet - geht das nicht mit Herstellung und Zwangstragen von hochprismatischen Brillen, über mehrere Augenmuskeloperationen und dann dem Aha-Effekt, das dieser Weg falsch war.
Tim
PS Die Geschichte mit Edward Jenner ist zwar nett und wird gerne erzählt aber sie ist bislang noch nicht belegt
Frage an das Forum,
hat jemand von euch Erfahrung COVER mit BAGOLIN I?
Gruß Optimistin
Hallo optimistin,
Bagolini-Lichtschweifgläser haben in der MKH nichts zu suchen. Es ist ein dissoziierter Test. Er ist wohl zu nutzen, wenn auf Strabismus geprüft wird.
@Eberhard Luckas
aber genau darum ging es doch - die Unterscheidung zw. Phorie / Tropie
Bei kleinen Winkeln sind Einstellbewegungen kaum wahrnehmbar. FD2 soll i.d.R 4 cm/m nicht übersteigen. Außnahmen bestätigen die Regel. (Falls ich mich irre - ich lasse mich gerne korrigieren.) Wie sieht man beim Cover / Uncovertest zuverlässig Bewegungen von 1 - 2 °?
Geldmacher (sicher manchem hier bekannt durch seine Zentrierkamera) hat auf der Messe eine Blitzsystem präsentiert mit dem sich wenn ich mich recht erinnere FD von Strabismus unterscheiden lassen soll. Das Ganze funktioniert als Nachbildtest. Die Unterlagen habe ich leider nicht mehr.
http://www.optometrie.ch/shfa24/stuff/MJ-BG-Zus.pdf Seite 51/52 geht ein bißchen auf Bogolini und Nachbildtest ein.
Gruß,
D.Briem
Also den Bagolini-Test sowie auch den Brücknerschen Durchleuchtungstest halte auch ich für sehr geeignet, um ohne großen Aufwand auf Schielen zu untersuchen. Klar hat das nichts mit MKH zu tun, aber es geht hier ja wirklich um die Fragestellung der Untersuchungsmethoden auf -phorie und -tropie. Und einfache Untersuchungen auf Schielen halte ich für MKH-Anwender für sehr sinnvoll als Ergänzung....
Das Blitzsystem von "Geldmacher" interessiert mich aber nun doch auch...ich schiele immer sichtbar auf Photos die mit Blitz aufgenommen wurden. Kann man das in etwa vergleichen?
Danke, Daniel, für den Link!
Viele Grüße
Kerstin