Guten Morgen erstmal,
zum Problem Zur Einschulungsuntersuchung wurde festgestellt dass mein Sohn nicht perfekt sieht, also gings zum Augenarzt, genaugenommen zum Orthoptisten. Nach Tropfen wurde festgestellt dass er eine Brille benötigt. Also bekam er folgende Werte R +3,75, L+3,25. Verschiedene Besuche beim Orthoptisten zeigten dass sich keine merkliche Besserung einstellt (Sehschärfe bleibt bei 80% auf dem rechten Auge). Von Januar bis Mitte Februar haben wir mit der Okklusionstherapie (täglich eine Stunde) auch keinen Erfolg erzielt. Im März bekam er nun (nach dem Tropfen) eine neue Brille R +5,25, L+4,25. Der Hammer ( Nun habe ich festgestellt dass er seitdem er die neue Brille trägt auffällig schielt. Und ständig versucht über den Rand der Brille zu schauen, das bedeutet ständige Ermahnung in der Art von "Durchgucken und nicht drüber", was mich ganz schön nervt und ihn mindestens genauso. Er kommt ohne Brille genauso gut zurecht wie mit sollte ich vielleicht noch erwähnen und das Schielen gefällt mir überhaupt nicht. Dazu bereitet mir Kopfzerbrechen dass die Orthoptistin seit dem ersten Sehtest keinen mehr ohne Brille gemacht hat. Ist sowas normal oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen?
LG Katharina
Hallo Katharina,
daß Dein Sohn versucht, über die Brille zu schauen, zeigt deutlich, daß er mit der Stärke nicht klar kommt.
Das Schielen kann daher kommen, daß jetzt beide Augen versuchen, gleichzeitig am Sehen teilzunehmen, was 6 Jahre offensichtlich nicht war.
Hier ist eine Untersuchung auf Fehlstellung (Schielen) unbedingt erforderlich und nicht nur díe reinen monokulare (einäugige) Brillenglasbestimmung.
Aber hätte er dann nicht schon mit der schwächeren Brille schielen müssen? Dem war ja nicht so, ist wirklich erst seit 3 Wochen, seit er die neue hat 
Hallo Katharina,
in welche Richtung schielt denn Dein Sohn (aussen, innen,höhe)?
viele Grüße
Georg
Der schielt nach innen und zwar so richtig auffällig.
Hallo Katharina,
höher Pluswerte sollte eigentlich eher ein geringeres Innenschielen bewirken. Vielleicht sind die Werte aber echt zu stark (kommt manchmal vor - da die Werte mit Tropfen nicht den "Normalzustand" darstellen - trotzdem wichtig es zu machen/versuchen, wieviel hat denn die Orthoptistin tatsächlich mit den Tropfen gemessen?). Das würde bewirken das er Unscharf in die Ferne sieht - also gerne drüber schaut (vielleicht deshalb jetzt das Schielen). Oder es ist so wie es Eberhard schreibt.
Und ohne Brille kommt kein Schielen zum vorschein (falls in letzter Zeit über längeren Zeitraum probiert)?
Klagt er über Doppelbilder (mal Fragen)?
Ich würde aber auf alle Fälle noch mal zu Euerer Orthoptistin gehen - möglichst bald! Falls keine Lösung in Sicht oder unsicheres Gefühl -> Zweitmeinung....
viele Grüße
Georg
Hallo Georg,
ohne Brille fällt das Schielen weit weniger auf (liegt sicher an den Gläsern), lässt nach ein paar Stunden aber auch merklich nach. Doppelbilder hat er keine, sieht nicht verschwommen, weder mit noch ohne Brille, weil hab ich ihn alles schon gefragt ( Am Donnerstag haben wir auch nochmal nen Termin bei unserer Orthoptistin, bei dem ich hoffentlich ein paar Fragen beantwortet bekomme. Bisher hab ich so das Gefühl gehabt ich bin nur die dumme Mutti und muss nix wissen
LG
Katharina
Hallo Georg,
bis vor ein paar Jahren sagte man aber sogar das frühzeitige Korrektion mit Pluswerten und spätere Esotropie kausal wären. Deshalb ist es ja in der Regel so, das Hyperopien bei Kindern bis ca. 3 dpt gar nicht korrigiert werden,da nach Ausbildung des Sehzentrums Diese emmetrop sind. Im Gegensatz dazu wurde bei korrigierten Kindern oft im späteren Verlauf des Lebens eine Myopie festgestellt...
Hallo Katharina,
ganz wichtig zu wissen wären seine Werte ungetropft (also subjektiv gemessen, kann auch der Optiker machen) und getropft. Und was davon wurde letztendlich in die Brille gepackt? Alles andere ist Spekulation.
Und wenn er schon bei einer Orthoptistin in Behandlung ist, frage bitte, ob er Binokularsehen hat, also mit beiden Augen gleichzeitig am Sehgeschehen teilnimmt. Wie ist sein räumliches Sehen? Alterniert er vielleicht, guckt also abwechselnd mal mit li. mal mit re. Wie ist die Sehschärfe (der Visus) jeweils mit dem einzelnen Auge - und zwar ohne und mit Brille? Alles das solltest Du ruhig erfragen und Dir notieren.
Mich wundert wirklich, dass er nun ausgerechnet mit den Plusgläsern nach innen schielt - da stimmt was nicht...entweder an der Brille oder er hat ein Schielen, das jetzt erst auftritt.
Viele Grüße
Kerstin
peter83 schrieb
bis vor ein paar Jahren sagte man aber sogar das frühzeitige Korrektion mit Pluswerten und spätere Esotropie kausal wären. Deshalb ist es ja in der Regel so, das Hyperopien bei Kindern bis ca. 3 dpt gar nicht korrigiert werden,da nach Ausbildung des Sehzentrums Diese emmetrop sind.
Mit der Kausalität ist es so eine Sache. Ich kenne den gegenteiligen Fall von zu später monokularer Korrektion der Hyperopie, da waren dann Esophorie und Mikrostrabismus vorhanden - ob kausal kann ich nicht sagen.
Im Gegensatz dazu wurde bei korrigierten Kindern oft im späteren Verlauf des Lebens eine Myopie festgestellt...
Verstehe ich nicht, Hyperopie wurde durch (zu frühe) Korrektion später zu Myopie???
Nun, dass aus frühzeitig korrigierten Hyperopen Kindern später oftmals myope wurden, liegt doch bestimmt nicht daran, dass man die Hyperopie korrigiert hat!?!?!?! Das kann ich nicht glauben.
Ich denke, es liegt vielmehr an der Anatomie des kindlichen Augapfels - der muss noch wachsen. Der Mensch kommt vom Sehsystem her ziemlich unfertig zur Welt...und ein zu kleiner Augapfel resultiert in Weitsichtigkeit. Wenn nun familär eher Myopie vorliegt (falls es die erbliche Komponente gibt...die ist ja auch umstritten), ist es schon nachvollziehbar, dass aus so einem Kind später ein Myoper werden kann. Und dass sich die Hyperopie im allgemeinen zurückbildet, liegt eben auch daran, dass der Bulbus wächst.
Meine Kinder sind auch enorm in den Pluswerten zurückgegangen im Laufe ihres bisherigen Lebens. Bei meiner Tochter könnte es auch mal Myopie werden (haben alle in unserer Familie,sogar teils sehr stark, außer meiner Wenigkeit....). Mittlerweile ist sie bei +0,25 angelangt. Als Kleinkind hatte sie subjektiv ermittelte +3 in der Brille, mein Sohn sogar +4,0. Objektiv ermittelt waren die Werte noch vieeel höher.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
danke erstmal für die tausend böhmischen Dörfer, nach denen ich die Orthoptistin auf jeden Fall ausfragen werde
Visus ist rechts 80%, links weiß ich nicht wann die den das letzte Mal kontrolliert hat ( Test lief bisher immer mit Brille ab und meistens hat sie auch nur das schlechte, sprich das rechte Auge drangenommen. Aber am Donnerstag sind wir die ersten die früh dran sind und dann überrrumpel ich sie mal mit fachchinesisch *g*
Heute hat er übrigens über Kopfschmerzen geklagt als er aus dem Hort kam und kaum war die Brille ne halbe Stunde runter waren die wie weggeblasen. Irgendwas ist nicht so wirklich in Ordnung 
Hallo Katharina,
Kinder kommen Weitsichtig; Hyperop auf die Welt. Sie wachsen und entwickeln sich und mit ca. 7 Jahre,n dann wenn sie in die Schule kommen sollten Sie Emetrop Rechtssichtig ohne eine Fehlsichtigkeit sein.
Bitte doch die Ortoptistin die Sehleistung deines Sprößlings in der Nähe und in der Ferne zu testen. Und auch noch zuerst ohne Brille; und dann mit der Brille (Korrektion). Lass Dir dann das Ergebins mitgeben aufschreiben aber nicht in der form von Brillengläsern, sondern wie gut wie hoch die Sehleistung ist.
Optimal währe wenn du dann Daten für beide Augen zusammen Nähe hättest.
Für das rechte und linke Auge in der Nähe getrennt. Und das gleiche auch für die Fern.
Gruß Optimistin
peter83 schrieb
Hallo Georg,
bis vor ein paar Jahren sagte man aber sogar das frühzeitige Korrektion mit Pluswerten und spätere Esotropie kausal wären. Deshalb ist es ja in der Regel so, das Hyperopien bei Kindern bis ca. 3 dpt gar nicht korrigiert werden,da nach Ausbildung des Sehzentrums Diese emmetrop sind. Im Gegensatz dazu wurde bei korrigierten Kindern oft im späteren Verlauf des Lebens eine Myopie festgestellt...
Wer sagte das? Wo sind die explizit wissenschaftlich fundierten Arbeiten darüber im Netz? Ich finde nichts.
In meinen Augen ist das totaler Schwachsinn. Sorry.
Hallo A.M.,
das sehe ich auch so. Kinder. Wenn die physiologische Hyperopie zu akkomodativem Schielen führt oder zu Amblyopie, muß der Wert auch korrigiert werden, egal, was später sein könnte.
AkkoStrabo schrieb
peter83 schrieb
bis vor ein paar Jahren sagte man aber sogar das frühzeitige Korrektion mit Pluswerten und spätere Esotropie kausal wären. Deshalb ist es ja in der Regel so, das Hyperopien bei Kindern bis ca. 3 dpt gar nicht korrigiert werden,da nach Ausbildung des Sehzentrums Diese emmetrop sind.
Mit der Kausalität ist es so eine Sache. Ich kenne den gegenteiligen Fall von zu später monokularer Korrektion der Hyperopie, da waren dann Esophorie und Mikrostrabismus vorhanden - ob kausal kann ich nicht sagen.
Damit wollte ich (vermutlich nicht verständlich genug) das ausdrücken, was AgnesMaria und Eberhard nun sehr deutlich sagten.
Jo, ich hab's ja auch schon geschrieben...
@ zimtzietsche Ja, lass alles messen, so wie Optimistin und ich gesagt haben, denn dann wissen auch die erfahrenen Anwender hier im Forum mehr und können Dir hilfreichere Tipps geben.
Es ist jedenfalls Blödsinn, wenn die Orthoptistin jedes Mal nur das schwache Auge nachmisst und dementsprechend korrigiert. Das Zusammenspiel beider Augen ist schließlich wichtig, bzw. der Gesamtvisus. Ansonsten suche nochmal nach einer guten Zweitadresse....
Wenn Sohnemann mit Brille nun Kopfschmerzen bekommt, stimmt was nicht mehr.
Viele Grüße
Kerstin
Im Folgenden und speziell für Zimtziesche mal ein Link, wo alles Wissenswerte zur Sehentwicklung von Kindern drinsteht. Vieles davon ist mir bekannt aus dem Unterrricht von Dr. Berke, der auch mehrmals zitiert wurde.
MFG Peter
www.optometrie-cagnolati.de/downloads/diplomarbeit_vranko.pdf
peter83 schrieb
Was ich meinte ist, das eine korrigierte Hyperopie und unter Umständen dadurch entstehendes akkomadatives Schielen zur späteren Esotropie führen können.
Was lese ich da? Eine korrigierte Hyperopie könnte zu akkommodativem Schielen und später Esotropie führen? Ich glaube mein Schwein pfeift! Was ist der Mann - Augenoptikermeister? Da bin ich lieber Laie.
Ach so, ich las gerade von ihm bei "Brillen & Gläser" / "Covern zum genaueren Messen bei der Refraktion?" (16.04.2008 1215)
peter83 schrieb
war jetzt nicht so ganz ernst gemeint...
Also brauche ich ihn nicht ernst zu nehmen.
Chapeau !
Oder wie AgnesMaria sagen würde "Sic! Acu tetigisti!"
