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Was haltet Ihr von einem solchen Gutachten?

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(@Vatti)
Beiträge: 32
Eminent Member
 

Guten Tag,

ist ja sehr interessant, was Ihr für Themen auf der Pfanne habt!

Wo steht denn das vom Schober? Ist das in einem Buch? Kann man das irgendwo sehen oder bekommen? Das ist mir nämlich so nicht bekannt.
Eigentlich hatten sich doch Ansichten von Schober schon ca 1975 überlebt, oder?

Ich sammle solche Sachen und freue mich daran, die Wissenschaft im Wandel der Zeiten zu betrachten. Einige ganz alte optische Wissenschaftler haben bis heute gültige Dinge entdeckt und Regeln aufgestellt, die man meist heute noch genauso anwendet.
(Pistor, Goldmann, Landolt usw.)

Und zum Thema Mir sind solche Probleme nicht unbekannt. Teilweise ärgert man sich darüber, teilweise geht man irgendwie darüber hinweg.
Macht man viel Ärger um die Sache, bringt es das oft nicht ein. Bezahlt man die neuen Gläser selbst, ärgert man sich und fühlt sich ausgenutzt.

Auch ich bin interessiert, etwas zum Ausgang des Verfahrens zu hören oder lesen.
Daniel enthalte das Ende der Story nicht vor, sondern denke daran, daß Du uns jetzt hier für ein Thema sensibel gemacht hast. Nun wollen wir auch das Ende wissen.
Leider scheint das Ende nicht vom "Rechtsprechen" abzuhängen, sondern von einer langsamen oder unfähigen Rechtsanwältin, soweit ich verstanden habe.

Bernd Grambach


 
Veröffentlicht : 02.09.2003 20:24
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 125 194-201
Schober H (1954) "Untersuchungen über die Genauigkeit der Refraktionsbestimmung bei subjektiven und objektiven Verfahren"

...Tageszeitliche Schwankungen von +/- 0.25 dpt, in 20% der Fälle auch von 0.50 dpt ...


 
Veröffentlicht : 02.09.2003 21:31
(@Mutti)
Beiträge: 0
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Hallo, Ihr alle,

das bedeutet doch aber, daß der Herr Gutachter nicht nach neuestem Stand der Technik, sondern nach alten Lehrmethoden seiner Schulzeit arbeitet.
Ich glaube als Hospitant im Studium zum Optometristen der TU Berlin würde der Gutachter staunen, was sich alles verändert hat.
Haben wir nicht auch als Normalbürger das Recht, so etwas zu kritisieren?

------------------
Beste Grüße von Mutti


 
Veröffentlicht : 15.09.2003 09:55
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
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Hallo, Mutti

ich denke persönlich, das die Angaben von Schober so verkehrt nicht waren und sind. Durch Stress, Änderungen im Hormonhaushalt (Schilddrüse, Diabethes, Bluthochdruck etc.) gibt es genauso Änderungen, wie durch Drogen, Entwässerungstabletten u.v.m. Dabei spielt sich dies keinesfalls nur im medizinischen Bereich ab, und kann auch dort letztlich genau so wenig abgedeckt werden.

Gerade heute fällt es auf, das zwar sehr gute und exakte Korrektionen durchgeführt werden können, diese aber durchaus nicht unbedingt langzeitstabil sein müssen.

Wenn in der MKH Messwertkorrektionen teilweise im 1/4 Jahresabstand erfolgen (weil notwendig!) erfährt man dabei auch refraktive Anpassungen in den Werten.

Wer sich mit dem Keratographen mal intensiver beschäftigt, findet auch hier deutliche Veränderungen im Hornhautprofil in einem Zeitablauf, nichts bleibt letztlich beständig. Und wir sollten uns hüten, dies zu behaupten.

Wenn einmal im Jahr ein Check der Zähne dran ist, sollten die Augen dem nicht nachstehen.
Wichtig genug sind sie uns doch - oder?

Immerhin hat man in 1954 eher weniger fein korrigierte Werte ermittelt, ich meine, die Schwankungsbreite dürfte heute eher höher ausfallen. Sie tut es auch!

Automatische Phoropter, Messbrille, Prüfraumentfernung, auch objektive Fakten verschiedener Art werden parallel benutzt und schaffen logischerweise Differenzen im Messergebnis. Diese kann man zwar diskutieren, bewerten und vergleichen, aber letztendlich kann nur ein kontinuierlicher Weg das Ziel des idealen kompfortablen Sehens stabilisieren helfen.

Gutachterlich geht es um die Abgrenzung zu falschen Messwerten zu Lasten des Prüfers, da hier immer auch ein gewisser Zeitrahmen überbrückt wird, kann eine Entscheidung darüber, nicht enger gefasst werden. Individuell mag das durchaus anders sein, und jemand wird über Jahre hinweg gleiche Korrektionen tragen können.


 
Veröffentlicht : 15.09.2003 22:17
(@Mutti)
Beiträge: 0
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Hallo, alle zusammen

Wenn die Achsen, so wie hier geschildert, um 115° und um 50° abweichen, habe ich kein Verständnis für irgendwelche "Normbreiten"

Wir, die Augenoptiker / innen, Meister / innen kennen doch Fälle, in denen ein Kunde 5° Abweichung seines 0,5cyl bemerkt. Wir spüren es, wenn der Zylinder nicht 0,5 oder 1,0 ist, sondern eben genau dazwischen.
In den USA haben sie sogar Achtel Dioptrien, weil ihnen die Viertel zu grob gerastert waren.
Und hier soll sich ein Kunde mit 115° Achsabweichung abfinden?
Wozu haben wir denn das alles studiert, wenn es dann vor Gericht nichts wert sein soll?

------------------
Beste Grüße von Mutti


 
Veröffentlicht : 16.09.2003 09:40
 MM
(@MM)
Beiträge: 47
Eminent Member
 

Das derartige Achsabweichungen nicht normal sind, ist denke ich klar! Denn wenn dem so währe dürften wir ja gar keine Zylinder mehr verordnen, weil die Brillen dann mal stimmen, mal nicht stimmen würden. Aber in diesem Fall waren wir uns doch soweit einig daß der Kunde den Zylinder gar nicht braucht! Was die Dioptrien angeht sind nach meinen Erfahrungen Schwankungen von +/- 0,25 dpt, also eine Spannweite von 0,5 dpt normal. Inwieweit nun +/- 0,5 dpt, also eine Spannweite von 1 dpt normal sind, darüber lässt sich vielleicht streiten. Aber das sind ja selbst nach Schober auch nur 20%! Doch mal angenommen der Wert weicht zum Zeitpunkt der Prüfung um 0,25 dpt vom Idealwert ab. (Gründe dafür hat Herr Mosch genug aufgezählt!) Und nun macht der Kunde noch eine falsche Angabe die ebenfalls um 0,25 dpt abweicht. Dann sind doch auch die +/- 0,5 dpt schnell ausgelotet! Und daß ein Kunde sich schnell mal um 0,25 dpt verschätzen kann wissen wir auch. Gerade bei älteren Menschen hat man doch oftmals Probleme genaue Angaben zu bekommen. Dies resultiert wohl einerseits aus dem schlechteren Verständnis für die Sehteste, andererseits aus altersbedingten Veränderungen der Augen. (Engere Pupillen, altersbedingte Makuladegeneration, grauer/grüner Star, usw.,..!)

Für die Gerichte ist es sicher schwer in solchen Fällen ein gerechtes Urteil zu fällen?! Irgendwo muß man dann wohl eine Grenze ziehen die in den meisten Fällen ein gerechtes Urteil erlaubt?!

MfG MM


 
Veröffentlicht : 16.09.2003 10:56
(@Daniel-Kueblboeck)
Beiträge: 22
Eminent Member
Themenersteller
 

Was ratet Ihr mir?

Ich möchte die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Unmöglich, daß ein Gutachter solche großen Toleranzen vor Gericht als normal angibt.
Ich habe vor , daß Gericht zu bitten, mir Auskunft darüber zu geben, ob und wann der Gutachter Nachschulungen absolviert hat.

Außerdem würde ich auch klarstellen wollen, wo die Aussagen des Gutachters zweifelhaft waren.

Daniel K.


 
Veröffentlicht : 26.09.2003 10:19
(@Paul-Gerhard-Mosch)
Beiträge: 0
New Member
 

Es gibt im Forum nicht die Möglichkeit Gutachten zu zerpflücken.

Stellen, die hier Hilfestellung geben könnten, wären
- Gutachter, die über die jeweilige Innung eingeschaltet werden könnten. Dies sind speziell geschulte Augenoptikerkollegen, die in Streitfällen, auch außergerichtlich, helfen können.
Die beiden Berufsverbände
- Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) www.zva.de
- Der Bundesverband deutscher Augenoptiker (BDAO) www.bdao.de


 
Veröffentlicht : 26.09.2003 13:04
Seite 2 / 2
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