Guten Abend Herr Mosch,
Vielen Dank für ihre Antwort, diese macht mir das ganze wieder ein Stück klarer
Leider hat der Arztbesuch erneut Fragen aufgeworfen..
Mein Augenarzt hat mir gestern definitiv zur OP geraten, da erneut bei 2 Durchgängen am Pola Test knapp über 40 Prismen gemessen wurden (Horizontal), sowie weitere 2 Prismen in der Vertikalen (Zwischen den 2 Tests wurde ein 20-30 minütiger Trageversuch mit diesen Werten gemacht). Mir wurden daraufhin auch gleich einige Termine angeboten welche ich aber mit Verweis auf eine Bedenkzeit (und das laufende Semester im Studium) erst mal Abgelehnt habe. Anhand eines Schaubildes wurde mir sehr gut erklärt was (und wie) operiert werden soll, allerdings ist es nun so, dass doch wohl NUR das linke Auge operiert werden soll. Als Laie kann ich das so wieder geben: Linkes Auge Linker Muskel wird gekürzt (es wird ein Stück weggeschnitten) und Linkes Auge Rechter Muskel wird Rückverlagert. Nun ist es aber so dass ich aktuell "nur" 10 prismen im linken Brillenglas habe und 10 im rechten sprich 20 insgesamt. Der Arzt will nun bei dieser OP aber gleich 40 prismen am linken auge wegoperieren, da diese ja bereits mehrmals gemessen wurden.
Ist dieses Vorgehen so "in Ordnung"? bzw. kann ich diese OP (in 2-3 monaten) genauso machen?
mfg Tom
// Nachtrag: Es sollen "fast" 40 Prismen wegoperiert werden, und es wird versucht "knapp" unter diesem Wert zu bleiben, da dies anscheint ein kritischer hoher Wert ist für eine einzige OP.
Bis 40 cm/m operiert man an einem Auge allein (an zwei Muskeln, wie beschrieben), das wäre ok.
Da nur 20 cm/m z.Zt. getragen werden und der Gesamtwert mit ca. 40 cm/m das Doppelte ist, wird von uns eine angenäherte Korrektion (im Notfall auch über z.B. eine 15-er Prismenfolie) bevorzugt als op-vorbereitende Massnahme angesehen. Nur wenn der Messwert eindeutig klar über 40 cm/m hinausgeht, und man mit der OP, eindeutig in einer Unterkorrektion verbleibt, kann eine OP auch kurzfristig empfohlen werden (allerdings steigt das Werterestrisiko etwas an).
In jedem Fall würde ich bei einer kurzfristigen OP-Massnahme noch in der Zwischenzeit eine dem Gesamtopwert angenäherte Folien-Korrektion tragen. Sollte das Studium z.Zt. noch keinen Eingriff rechtfertigen, wurde ich eine richtigere Brille für die Zwischenzeit anfertigen lassen. Dann bitte 1.5-er (max. 1.6-er) Material, zwar deutlich dicker, aber auch klarer in der Sicht. (... und ich stehe auf ZEISS-VISION). Hier würden es Werte von etwa 37.0 Prismen tun (pro Seite 18,50 cm/m). Dann kann dies auch den operierbaren Wert sehr gut voraus projektieren. Darüber wird es für Brillenlinsen eh ungenauer und für eine OP letztlich auch.
Etliche Operateure bleiben lieber bei max. 30 - 35 Prismen, da die Reproduzierbarkeit sauberer ist. Andererseits ist es Dumm wenn nur fünf Prismen im Endeffekt gefehlt haben. In jedem Fall nach ca. sechs bis 12 Wochen ein Restfehlwertabgleich, und gegebenenfalls auch Werteausgleich.
Guten Abend,
vielen Dank für diese Ausführliche Antwort 
Sie schreiben es wäre sinnvoll "noch in der Zwischenzeit eine dem Gesamtopwert angenäherte Folien-Korrektion" zu tragen. Nun stellt sich mir die Frage von welchem Zeitraum da die Rede wäre? Sprich würde es reichen z.B. die letzten 4 wochen vor der OP mittels 15er Prismenfolie (auf dem linken Auge), sich den 40 Prismen anzunähern und dann die OP durchzuziehen? Wäre eine OP in 2-3 Monaten ihrer Ansicht nach dann auch schon "kurzfristig", oder hab ich das missverstanden? 
Allgemein kam mir diese Idee nur so in den Kopf da ich nicht unbedingt eine neue Brille anfertigen lassen will, die ich dann "nur" 2-3 monate trage und dann nach der OP 2 "nutzlose" Brillen im Wert von vielen 100€'s hier rumliegen habe...
Stimmt das wurde mir auch gesagt, also dass ich auf jedenfall "unter Beobachtung" bleiben müsste 
mfg Tom
PS: Ich habe in ihrem Profil gesehen dass sie in "Hilchenbach" tätig sind,das wären 3 Autostunden, die mich aber nicht davon abschrecken würden mal persöhnlich vorbei zu kommen, wäre das im Rahmen der Möglichkeiten?
Ich schicke Ihnen einen PN.
Hallo allerseits:
Kleineres Update sowie erneute Fragen 
Eigentlich sollte ich im März operiert werden, wobei (siehe oben) in etwa 40 Prismen wegoperiert werden sollten. Da der OP-Termin aus terminlichen Gründen des Arztes leider doch nicht klappt, wurde mir nun der 15te Mai angeboten. Dies ist allerdings mittem im Semester (bin Informatik Student), und ich wollte eigentlich nicht währendessen operiert werden.
Nun wäre es allerdings so dass ich vom 16-22 Mai Pfingstferien hätte und nach einer OP am 15ten erstmal eine Woche Ferien folgt. Nun ich dachte bislang dass ich nach der OP für mind. 2-3 Wochen "nur begrenzt" einsatzbereit bin, mir wurde allerdings am Telefon mehrfach bestätigt dass ich wohl mit 1 allerhöchstens 2 Wochen Heilprozess rechnen müsste.
Insofern wäre meine Frage nun ob es Sinnvoll ist dies (wie beschrieben) durchzuziehen oder bis zum August zu warten. Wobei ich ehrlich gesagt froh bin wenn ich die OP hinter mir habe, und endlich Bewegung in die Sache kommt 
PS: Angedacht ist es auch, da ich im moment "nur" 20 Prismen in der Brille habe, ne zusätzliche 20er Folie 4-5 Wochen vor der OP zu tragen. (nur als Randnotiz)
lg Tom
PS2: Sollte etwas unklar sein fragt mich einfach, da ich chaotischerweise in mehreren Threads geschrieben habe.. 
Hallo Tom,
wäre ich an Deiner Stelle, würde ich den Termin im Mai wählen, den angegebenen Zeitraum von 2 Wochen halte ich auch für angemessen. Solltest Du Dich weiterhin unwohlfühlen, verlängert Dein Arzt auch mit Sicherheit die Krankschreibung.
Ich habe mich auch während des Semesters (Germanistik und Muwi) beidseitig operieren lassen und es war möglich, etwas am PC zu arbeiten, natürlich sieht man nicht besonders scharf und alles ist irgendwie "seltsam", aber die Augen bewegen sich immer nur etwas und man schont sie nicht "übervorsichtig". Nach 3 Wochen normalisierte sich alles wieder.
Was auf jeden Fall schwerer fällt, ist die Orientierung im Raum, das strengt wirklich an und ich war sehr lichtempfindlich. Auch deswegen würde ich mich ganz klar gegen August aussprechen.
Stell Dir mal vor, wie du diesen Sommer dann genießen könntest: Op vorbei, Semesterferien... 
LG
Jill
Hallo Jill, dem stimme ich gerne zu!
Allerdings sind 40 cm/m schon ein ordentlicher Wert, aber gut angegangen, ist man hinterher froh, und will nicht mehr zurück. Wichtig ist es allerdings es die ersten Tage ganz langsam angehen zu lassen - ich war damals nicht so vernünftig und wollte nach acht Tagen wieder voll in der Praxis arbeiten, was ich auch tat, allerdings hatte ich mich voll übernommen, da ich als Augenoptiker, schon am selben Tag nach der OP und dann auch weiterhin meine Augen in allen Richtungen gucken ließ, mit der Folge einer erheblichen Entzündung der Hornhaut.
Wies´dann so kam, tippten hiesige Augenärzte (2x) auf Herpes und setzten scharfe Medikamente ein, es war aber ursächlich eine völlige Erschöpfung der Hornhaut mit Epithelabstoßungen (die ich sicher selbst schuld war), gute aufbauende Salbe hat nach 14 Tagen innerhalb von nur zwei Tagen alles wieder gerichtet. Leider war mein Operateur, der sich alles gerne mit angesehen hätte, über 600 km entfernt. Und so hat damals erst die Uni Düsseldorf meine völlig falsche Herpes Behandlung abgestellt.
Deshalb, es wird desto schneller besser, desto mehr man sich die ersten 8 - 14 Tage erstmal schont. Sonnenbrille und evtl. schon vorab eine Interimsbrille mit Näherungswerten, das sollte erstmal reichen.
Erstmal Vielen Dank euch beiden für die persöhnlichen Erfahrungen, genau solche wollte ich hören, da mir diese mehr Wert sind als irgendwelche Richtwerte
Insofern bekräftigt dies nun meine Entscheidung für eine OP im Mai. Danke! 
@Jill:
Interessieren würde mich noch wieviel Prismen bei dir operiert wurden (da beidseitig operiert wurde)?
Danke für die Warnung mit der erschwerten "Orientierung im Raum", sowie der Lichtempfindlichkeit
Da kann ich ja zumindest teilweise vorbeugen 
@Paul-Gerhard :
Danke auch Ihnen wegen der Warnung, da ich mich (leider) auch gerne übernehme und sofort wieder in die Arbeit stürze..
Ich werde mir die mahnende Worte gut merken damit es mir nicht ähnlich ergeht
Danke auch für den Sonnenbrille-Tipp, das hatte ich schon wieder vergessen.. 
lg Tom
Na, denn; jetzt erst mal einen Guten Erfolg für den Operateur und im Endeffekt natürlich ganz für Dich!
... und bis dahin, Geduld.
Danke
Werde auf jedenfall Bericht erstatten, wie es gelaufen ist 
Update:
Ich habe nun die Verordnung der zusätzlichen Prismenfolie vom Arzt bekommen. Mit meiner aktuellen Brille ( 20 Prismen Basis aussen auf 10 links & 10 rechts verteilt) kommen dann nochmals die 20 Basis Aussen Rechts hinzu mittels Folie.
Frage: Vor meiner Prismenbrille hatte ich die Folie links, nun kommt sie wohl auf das rechte Auge. Daher meine Frage ob das so korrekt ist? Ich geh eigentlich davon aus, da mein rechtes Auge Führungsauge ist (sprich das linke also eh schwächer ist), will aber nachfragen, da später ja das linke operiert wird.
mfg Tom Schons
PS: Noch 7 Wochen bis zur OP, endlich! 
Moin Tom,
normalerweise wird die Folie auf das Nichführungsauge gebracht. Warum jetzt nicht, ist eigentlich nicht zu erklären.
Viel Glück bei der OP.
Eine Erklärung ist jedenfalls diese, das die Fixierung des Nichtführungsauges von sich aus ja oft schlechter ist, und vor einer OP es darum geht, die Fixation so zu stabilisieren, dass eine OP möglichst präzise geplant werden soll.
Die Folie auf das Nichtführungsauge zu packen, verfolgt dagegen eher das Ziel, die Sehdominanzen möglichst nicht zu tangieren und den Sehraum möglichst wenig zu irritieren. Dies Ziel kann aber, wenn es längerfristig um optimales und bi-zentrales Sehen geht, die Aufbauarbeit selbst sogar negativ beeinflussen.
Natürlich ist eine Folie auf dem Führungsauge erst eher nervig, aber die Führung wird das Auge deshalb trotzdem innebehalten. Letztlich ist es eine positive Art von Occlusionsbehandlung, unter der aber beide Augen miteinander am Sehen beteiligt bleiben. Dies kann sogar die OP-Werte nochmal optimieren helfen.
Erstmal vielen Dank für die Glückwünsche!
Sollte ich beim Arzt nochmals nachfragen ob dies so korrekt ist?
Verstehe ich das richtig dass wenn diese Art der Occlusionsbehandlung nur über einen kurzen Zeitraum erfolgt (über 4 Wochen) dies sich dann durchaus positiv auf die OP auswirken kann?
Längerfristig geht es ja schon um ein optimales und bi-zentrales Sehen, allerdings ist mir bewusst dass nach der Einleitungs-OP die weitere Aufbauarbeit für die Restwerte eh wieder von vorne beginnt..
lg Tom
Klar!
Die Folie bringt die Verhältnisse dichter an den Gesamtfehler. Bei der Abschlussuntersuchung am Tag vor der OP kann dies positiv auf die entgültige Festlegung des OP-Wertes durchschlagen. und nach der OP die Verhältnisse stabilisieren helfen. Im Gegensatz wäre eine gegenüber dem OP-Wert vorher deutliche Unterkorrektion getragen worden, was schonmal im Anschluß an die OP Schwierigkeiten machen kann.
Ok klingt ansich logisch, und das beruhigt auch nochmals für die Zeit nach der OP 
Danke auch nochmals für diese (und alle bisherigen) Antworten!
lg Tom
Hallo allerseits,
Da heute in 4 Wochen meine OP stattfindet habe ich gerade damit begonnen die 20ger Prismenfolie zusätzlich auf meine Brille zu packen, um auf die 40 pdpd der OP zu kommen.
Das Problem ist jetzt allerdings dass die Farbsäume derat schlimm sind dass ich auf dem Rechten Auge (selbst nach sekundenlangem fixieren) fast nix erkenne... ausserdem krümmt sich der Raum um mich herum, sprich alle Objekte sind bombiert..
Leider musste ich (nach nur 30 minuten) entnervt die Folie wieder runternehmen, da ich den Text hier nicht mit Folie schreiben konnte... Ich bin momentan mitten in meinem Semester, ich kann jetzt nicht 4 Wochen gar nix machen...
Was ist nun die intelligenteste Lösung, was soll ich machen?
lg Tom
Moin Tom,
welche Folie (Material) hast Du bekommen? 3 M oder Billigware?
Hi @Eberhard Luckas:
Leider ist das schon ne 3M Folie.. Das Problem denke ich ist halt dass die Brille mit 1.67er Glas und 10 pdpd pro Seite schon eine hohe Brechkraft hat, und durch die zusätzliche 20er Folie auf dem rechten Glas sieht man dann schlicht nix mehr... (außer die Farbsäume)
Kleiner Gedankengang von mir:
Da es bei mir eh auf 2 OP's rauslaufen wird, und diese die Einleitungs-OP ist, wäre es mögich die Folie nur einen Kurzen Zeitraum zu tragen? Also nur 1 Woche vor der OP? Der mehrfach gemessene Wert war ja 48 Prismen, und soweit ich informiert bin können eh nur etwa 38 diesmal entfernt werden. Die momentan getragene Brille mit 20 pdpd wäre natürlich viel ze schwach, aber da der Gesamtwert ja auch jetzt eh viel höher liegt zweifle ich ein wenig am Risiko von Postoperativen Doppelbildern.
-> Korrigiere mich auf jeden Fall wenn dieses Gedankenspiel falsch ist! 
lg Tom
Moin Tom,
da es sich um eine sog. Einleitungs-OP handeln wird, also nicht alles auf einmal wegoperiert werden kann, ist das mit einer Wocher O.K.
Es ist leider so, dass 1,67er Gläser Farbsäume machen und dann noch die Folie dazu...
Ich weigere mich ständig, 1,67er Gläser zu verwenden bei prismatischen Versorgungen. Lieber nehme ich eine kleinere Fassung und 1,6er Gläser.