Hallo,
was ich an der Sache nicht verstehe, und bisher habe ich dazu auch nirgendwo etwas gelesen:
Herr Guttenberg rechtfertigt sich damit, dass er in den 7 Jahren, die er für seine Doktorarbeit brauchte, den Überblick verloren hat. ABER: Wenn man gerade dabei ist, aus einer Quelle zu zitieren, dann ist es doch am einfachsten und bequemsten, man vermerkt gleich entsprechend die Quelle. Gerade heute am PC ist das doch mehr als einfach, oder?
D.h., wenn man immer gleich zu einem Zitat auch immer gleich die Quelle mitangibt, so kann man doch diesbezüglich nicht den Überblick verlieren, oder?
donquichote
Hallo don,
Das ist eine interessante Frage : hat er die Anderen unterschätzt?
Ist das Arroganz oder Ignoranz, oder wenn ich ganz ganz lieb bin, Zeitmangel ???
Ich würde nur zu gerne Herrn G. verteidigen…er ist nicht der Einzige ( ich könnte Euch hier eine Liste, auch von Uniprofessoren , Doktoren und Co und ihren Kindern aufstellen, die es genauso oder schlimmer getrieben haben….) , aber das ist keine Entschuldigung ,und er ist Außenminister und nicht die Anderen! ( und er ist erwischt worden, irgendwie schon sein Bier J) !
Viele Politiker treten ,des Anscheins wegen ,für weniger zurück!
Ich finde kaum oder gar keine Pluspunkte für sein derzeitiges Verhalten….Stress, Familiendruck ( die haben wir alle ) ?? Auch wenn ich fast alles verstehen und verzeihen kann..aber gib mir eine Erklärung, das bist du mir als „mein“ Außenminister schuldig!! !
Ich denke einfach, er hätte nie gedacht so weit zu kommen…und es fehlt ihm einfach an Erfahrungen und Niederlagen!
Er war immer und von Anfang an vom Erfolg geküsst!
Aber das ist der Nachteil wenn man junge Politiker will ..und die wollen wir anscheinend…und die machen „Noch“ Fehler…..und aus Fehlern und Niederlagen kann und muss man lernen, besonders wenn man jung ist!
Mögen Menschen nicht „Helden“ mit Fehlern…ich denke schon…Hauptsache sie stehen dazu und lernen daraus !
Ist völlig unparteiisch …ich hasse nur dieses Parteigehetzte egal von welcher Seite!! Und ich hasse genauso dieses jämmerliche CSU Gesülze : oh kenne Ihn, er ist ein guter Mensch!!.. Blödsinn, du kennst sein Politikerdasein aber nicht sein reales Leben ! (:LOL: Ich kann das trennen , seit ich kein Parteimitglied mehr bin ( Partei verrate ich nicht, aber Ihr dürft gerne mal raten
)! )
Neue Frage :: Soll man Politiker nach ihrer Vergangenheit und ihrem Privatleben beurteilen oder nach ihren aktuellen politischen Taten und Werken???
Hallo,
... Soll man Politiker nach ihrer Vergangenheit und ihrem Privatleben beurteilen oder nach ihren aktuellen politischen Taten und Werken??? ...
Schwierige Frage. Ich denke, es hängt auch davon ab, wie ehrlich sie mit ihrer Vergangenheit und ihrem Privatleben umgehen. Das Privat leben sollte eigentlich eh nichts in der Öffentlichkeit zu suchen haben. Aber das geht schon alleine wegen der Regenbogenpresse nicht. Die muss ja auch von etwas leben. Und die Vergangenheit? Da erwarte ich zumindest Ehrlichkeit. Also keine geschönten Lebensläufe und keine falschen Doktortitel.
Achso, das sollte ja ein neues Thema geben? Ich denke, man wird kaum eine richtig saubere Trennung zwischen Privatleben und Vergangenheit auf der einen Seite und dem Politiker mit seinen aktuellen politischen Taten und Werken bekommen.
donquichote
Hallo Sabi,
zunächst einmal: G. ist Verteidigungsminister, nicht Außenminister. Der wiederum ist ein anderes Kaliber, aber das ist auch wieder ein anderes Thema.
Nun ist also G. seinen Doktortitel los. Gut so, denn verdient hat er den nun einmal wirklich nicht. Zum anderen hat es ihm die Uni aber auch wieder zu leicht gemacht. Der Titel wurde aberkannt, und das wars dann? Keine Prüfung der Vergehen? Herr G. kann nun einfach wieder so seinen Tagesgeschäften nachgehen, als wäre nichts gewesen? Würde der Täter Hans Müller heißen oder Otto Huber, dann würde dieses Procedere ganz anders aussehen. G. hat betrogen und gelogen, er hat das mit dem Doktortitel einfach mal probiert, ist erwischt worden, gibt den Titel halt wieder her, schade, das hat wohl nicht geklappt und das wars dann. Aber welche Außenwirkung hat solch ein Tun? Es wirft ein erbärmliches Licht auf unsere Gesellschaft, denn auf diese Weise werden Betrug, Lügen und massives Schummeln von höchster Seite sanktioniert. Merkel ist nicht blöd, daher nehme ich schon an, daß sie weiß, was sie tut. Und es muß um diese Regierung und die Parteien ja schon arg bestellt sein, wenn das Argument: der G. bringt uns Stimmen, mehr zählt als die Tatsache, daß G. ein Betrüger und Lügner ist. Es ist dies aber auch eine extrem kurzsichtige Politik und es mutet ja schon fast wie eine Verzweiflungstat an. Die Wähler vergessen das nicht so schnell und im Grunde genommen hat G. und mit ihm das konservative Lager massiven Schaden genommen. Es würde mich mal interessieren, wo all die Typen sind, die angeblich so hinter dem Gutti stehen und ihm die Treue halten. Ich kenne keinen. Ich lese zwar in den Medien von 70% Zustimmung dafür, daß er bleibt. Ich habe aber bisher nur das Ergebnis zweier Umfragen gelesen, die eine befürwortet zu 80% seinen sofortigen Rücktritt, die andere mit 92%. Wo sind also diese Leute, denen es völlig egal ist, ob ihr Volksvertreter ein Gauner, Betrüger und Lügner ist? Alles Bildzeitungsleser? Alles CSU-Wähler? Meinetwegen. Ich bin dennoch überzeugt davon, daß sowohl das Plagiat wie auch der Nichtrücktritt G. selbst und seinen Parteifreunden schaden wird, und daß sie ihr jetziges Vorgehen noch einmal bereuen werden. Dahingestellt sei auch der Schaden, den die akademische Landschaft in Deutschland durch ein solches politisches Handeln nimmt.
Die Frage nach Trennung von Vergangenheit, Persönlichkeit, Privatleben und politischen Taten erledigt sich von selbst. Politiker sind Menschen und handeln als solche, also kann man dies auch nicht trennen. Nun kann ein Mann, der seine Kinder schlägt, ein hervorragender Finanzpolitiker sein, aber als Politiker hat er auch eine Vorbildwirkung. Politiker sind keine besseren Menschen als der Rest, man sollte das auch nicht von ihnen verlangen, aber da sie im Rampenlicht stehen und außerdem als Volksvertreter an der Macht partizipieren, sollten für sie zumindest die gleichen Regeln gelten wie für den Rest der Bürger auch. Jeder andere Beamte hätte bei einem ähnlich gelagerten Fall wie dem von G. ernsthafte Konsequenzen gespürt. Dies sollte auch für den Staatsbeamten G. gelten.
LG
Jan 
Hallo,
na, wie wäre es mit diesem Thema?
(Der Link ist nur als Beispiel und keine Empfehlung für ein bestimmtes Presseprodukt - auch andere berichten darüber.)
Da könnten wir die Politiker, deren Vergangenheit und Privatleben (in diesem Fall halt ein Familienangehöriger eines Politikers) und Hartz-IV unter einen Hut bringen und weiter diskutieren.
donquichote
Hallo,
noch mal zum Thema Herr Guttenberg: http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA
http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA
donquichote
Hallo Don,
ich habe echt gedacht, das wäre ein Witz oder es wäre schon der 1. April, als ich das von dem Sohn von Sarrazin gelesen habe. Wobei ich es echt nicht verstehe, aber das kann uns vielleicht Kerstin beantworten: Müssen nicht reiche Eltern ihre Kinder versorgen, wenn diese Hartz IV beziehen müssen, auch wenn diese bereits volljährig sind? Das ist doch schon irgendwo völlig verrückt, der Thilo hortet ob seiner abstrusen Thesen und Auftritte die Millionen, und der Sohn zockt auch noch die Staatsknete ab. Tolle Familie 
Wobei einem der Sohn ja nur leid tun kann, bei diesem Vater. Und von der Mutter ist ja auch nur eine strenge Hand und der Hang nach Zucht und Ordnung zu hören. Da helfen auch die Millionen nicht. Und das sind nun stramme Sozialdemokraten, das läßt schon tief blicken.
Wobei wir dann auch schon wieder beim anderen Thema wären, der Lichtgestalt oder sollen wir sagen der Ex-Lichtgestalt der CDU/CSU. Es ist ja irgendwo schon zum Brüllen, da haben sie endlich einen, der Umfrageergebnisse einfährt wie längst keiner mehr, der beliebt ist, wie wahrscheinlich sowieso noch niemals zuvor ein CSUler (außerhalb Bayerns, versteht sich), und nun entpuppt sich ausgerechnet dieses hehre Mannsbild als ein ganz einfacher und gemeiner Betrüger. Wer hätte das gedacht.
Es ist schon wirklich irre, wie die Politiker klammern und an ihm festhalten, wie verzweifelt müssen sie sein? Gibt es denn wirklich keinen einzigen anderen, in den sie ihre Hoffnungen legen können? Wird ihm also alles verziehen, auch der Rechtsbruch, das Lügen, das Betrügen? Was für ein Signal, vor allem auch an ihn. Er kann sich doch alles erlauben, die Umfrageergebnisse wiegen es offensichtlich auf. Erinnert mich an die heilige Quote der TV-Anstalten...
Besonders peinlich dabei Annette Schavan, die es als Bildungsministerin und Professorin ja nun doch besser wissen müßte. Wenn sie wenigstens nichts sagen würde, aber als Bildungsministerin Plagiat und Betrug im Wissenschaftsbetrieb zu entschuldigen ist schon ein recht dämliches Vergehen. Peinlich, nicht nachvollziehbar. Auf dem Altar der Quote bzw. der Umfrageergebnisse ist sie also bereit, die ehernen Gesetze der Wissenschaft zu opfern. Eigentlich müßte sie ja gleich mit dem Gutti zurücktreten. Sie ist ob dieser Position genauso untragbar und unerträglich.
Aber dafür werden doch endlich und glücklicherweise von Seiten der Wissenschaften klare Worte gesprochen. Der Nachfolger von Guttis Doktorvater spricht es aus, den Betrug. Gleiches kommt von den Präsidenten von DFG und vom Hochschulverband. Es gibt also doch noch ein paar Menschen hier im Land, denen nicht alles völlig egal ist, die die Grundzüge guter Wissenschaft noch kennen und benennen. Die sagen, was Sache ist und sich nicht nur nach Parteiinteressen orientieren. Die Vorwürfe sind klar. Im Grunde genommen hat G. nur zwei Möglichkeiten: Angesichts des massiven Plagiats ist er entweder schwachsinnig, wenn er es nicht merkt, daß er abschreibt, oder er ist ein Betrüger. Dazwischen ist nichts. Er kann es sich also aussuchen. Und in jedem Fall müßte er zurücktreten, entweder als Blödmann oder als Gauner. Wobei ich ihm eher den Gauner abnehme. Wobei man ihm auch eine gewisse Dummheit bescheinigen muß, sonst wäre er nun nicht in dieser Lage. Allerdings denke ich eher, daß die Hybris die Basis dieser Dummheit ist.
In jedem Fall wird es aber doch noch interessant werden, wenn das Urteil der Kommission der Uni kommt. Das Plagiat ist da, und da der Lehrstuhlinhaber der juristischen Fakultät, der sicher auch in der Kommission ist bzw. ihr sicher nahesteht, schon so klare Worte von Betrug spricht, da kann man es sich kaum vorstellen, daß die Kommission zu einem anderen Urteil kommt. Damit würde sie dem Professor ja in den Rücken fallen. Man kann also davon ausgehen, daß das Urteil der Kommission in diese Richtung gehen wird. Ich denke, die Uni fürchtet einfach einen enormen Imageverlust, wenn sie G. weiter decken würde. Meine Prognose: Nach dem Urteil der Uni-Kommission, die dann offen von Plagiat sprechen wird, muß er dann zurücktreten. Ich glaube nicht, daß Merkel und Co ihre Lichtgestalt, wenn der Betrug von der Kommission als solcher attestiert wird, noch stützen werden. Aber warten wir es ab, vielleicht kommt ja doch alles wieder ganz anders. Vielleicht hat der Fake-Baron ja noch ein As im Ärmel, er scheint ja doch ein rechter Zocker zu sein 
LG
Jan 
Hallo Jan,
welches Urteil der Kommission soll denn noch kommen? Der Doktortitel wurde aberkannt. Ob Täuschungsvorsatz oder nicht, soll wohl nicht weiter behandelt werden. Hier auf Seite 1, letzter Absatz:
http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/040-037-gutten.pdf
donquichote
Hallo Don,
wie ich in der Presse an mehreren Stellen gelesen habe, prüft derzeit eine Kommission der Uni Bayreuth, ob man bei Gs. Doktorarbeit von Vorsatz ausgehen kann oder nicht. Die Kommission meint, sie könnte sich hierzu in ca. 2 Wochen äußern. Es würde mich wundern, wenn es sich hierbei um eine Falschmeldung handeln würde. Die Uni kann es sich doch nicht leisten, jetzt zur Tagesordnung überzugehen.
In der Presse heute auch Frau Schavan, die wohl auch gemerkt hat, daß ihre Äußerungen nicht so das richtige sind. Allerdings schafft sie doch wieder einen Spagat: Zum einen verurteilt sie jetzt scharf den Tatbestand des Plagiats (aber erst, nachdem DFG und Hochschulverband sich ebenso äußerten), gleichzeitig meint sie aber doch, man solle G. in Ruhe lassen, jeder hätte eine zweite Chance verdient. Hehe, das gilt aber offensichtlich doch nicht für JEDEN, denn die Leute, die Brötchen in ihren Betrieben essen und ihre Akkus laden, bekommen definitiv keine zweite Chance, sondern werden entlassen. Schavan wirkt nur noch lächerlich, auch sie sollte ihren Hut nehmen.
Massiver jetzt die FDP und auch einzelne Unionspolitiker. Auch die Bundeswehr äußert Zweifel an der Integrität Gs. Wann tritt er ab?
LG
Jan 
Herr von und zu gibt auf...er hat angeblich ein Rücktrittsgesuch eingereicht.
LG 
Hallo Jack,
warten wir es ab. Nicht dass er doch noch kurz vorher seinen Entschluss ändert.
donquichote
Lt. Radiomeldungen hat er es gerade eben getan...hat sich alles etwas verzögert, er mußte zuerst noch die Rücktrittsrede plagiieren. 
Hehe, am Ende geht es dann doch oft ganz schnell. Bye, bye alter Gauner, wirst uns fehlen, es war im Endeffekt auch wieder ganz amüsant in den letzten Tagen.

Hmmm,
Mysterien des Internets.
Bei mir ist Jans Beitrag heute hier der Letzte..aber da kam doch noch was danach, wurde das willkürlich gelöscht???..
Oder ist es nur mein Seitenumbruch?
Oh je, wie peinlich!!!
Ich habe mich da vertan und nehme den Blödsinn, denn ich da oben geschrieben habe natürlich sofort zurück!!!!
Hallo Leute,
momentan beschäftigt uns ja doch alle das Gleiche. Die Unruhen in der arabischen Welt sind eindeutig ins Hintertreffen geraten angesichts der Katastrophe in Japan. Mega-Erdbeben, heftiger Tsunami, und jetzt droht noch der nukleare Super-Gau. Schlimmer geht es wohl kaum noch.
Hier bekommt ein Land auf wirklich fatale Weise seine verfehlte bzw. nicht vorhandene Umweltpolitik zu spüren. Mir war nicht bewußt, daß in dem kleinen Land fast 50 Kernkraftwerke stehen! Klar, das HIgh-Tech-Ländchen hat wohl enorme Mengen an Strom und Energie nötig, aber gleichzeitig ist es von Meer umgeben, mit sicher wunderbaren Winden, aber weder Wind- noch Sonnenenergie scheinen als Begriff dort bekannt zu sein. Und da baut man halt einfach mal schnell ein Kraftwerk nach dem anderen in Gebieten, von denen jeder weiß, daß sie schwerst erdbebengefährdet sind. Und ist dann im Ernstfall natürlich nicht in der Lage, angemessen und vernünftig und effektiv zu handeln. Da wird vertuscht und verschleiert, gelogen und beschönigt, anstatt rechtzeitig zuzugeben, daß man die Situation schon lange nicht mehr im Griff hat.
Höchst interessant auch die Reaktionen hierzulande. Der erste Tenor: Deutschland ist nicht gefährdet, bei uns ist alles sicher, weicht sehr schnell einer großen Besorgnis der Regierung (WIE schrottig müssen deutsche Kernkraftwerke denn sein, daß sogar die CSU in Bayern an Umwelt denkt?). Ach ja, klar, wir haben ein hektisches Wahljahr. Das Szenario in einem NIchtwahljahr wäre sicher ein ganz anderes.
Dennoch stellt sich doch für jeden von uns die Frage: Kann man angesichts der eindeutigen Unkontrollierbarkeit der Atomspaltung und der Gefährlichkeit bei der Gewinnung von Atomstrom die Kernkraftwerke noch dulden? Muß man nicht fordern, daß in Europa sofort alle Kraftwerke abgestellt werden bzw. zunächst die alten und gefährlichen, bevor man nach alternativen Stromquellen sucht? Ist man nicht durch Tschernobyl schon genug gewarnt? Oder ist das alles Humbug, läuft doch alles ordentlich, wenn nicht gerade Erdbeben und Tsunami zusammentreffen?
Andere Frage: Warum klammern sich in manchen Ländern die Politiker so unglaublich an den Atomstrom? Satte Gewinne für einflußreiche Cliquen? Aus Japan hört man, daß Politik und Atomindustrie eng verbandelt wären. Denn daß Atomstrom eine Gefahr birgt, daß wird ja wohl keiner leugnen können, schon vor Japan 2011 nicht. Also warum wird nicht einfach alles abgedreht? Warum steigt man aus dem Ausstieg aus und plant den Ausstieg für Jahre, in denen alle Politiker, die das verabschieden werden, garantiert nicht mehr leben werden? Muß denn nicht sowieso jeder einigermaßen vernunftbegabte Mensch, der Verantwortung für sich, die Natur und seine Kinder und Enkelkinder verspürt, gegen Atomstrom sein? Meine Position hier ist klar, aber vielleicht seht Ihr das doch anders. Bin gespannt auf Eure Beiträge.
LG
Jan 
Hallo Jan,
ich gehe in dem Fall mit Dir absolut konform. Und ich denke, nicht nur in Japan sind die KKW-Betreiber mit den Regierungen verbandelt. Wie überall geht es nur um den schnöden Mammon.
Die Energieversorger ziehen diese Dinger hoch, verdienen sich dumm und dämlich und wir Ottonormalverbraucher dürfen dann mit unseren Steuergeldern für Entsorgung der ausgelutschen, aber hochradioaktiven Brennelemente aufkommen. Geile Abmachung, gell...! So lassen sich Mrd. verdienen.
Ich bin auf jeden Fall kein Befürworter der nuklearen Stromerzeugung, immerhin habe ich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage, die mich eine Stange Kohle gekostet hat (würde mich mal interessieren wer hier im Forum auch so ein Ding betreibt?).
Nur eines sollte klar sein, eine Abschaltung aller europäischen KKWs innerhalb weniger Jahre ist absolut nicht realisierbar, auch hier in Deutschland nicht...und im Ausland schon mal gar nicht. Dagegen spricht schon einmal die Grundlast, die einfach da sein muß. Frankreich z.B. erzeugt 3/4 des Strombedarfs über die kontrollierte Kernspaltung...und wo soll denn der ganze Strom herkommen? Logisch, aus der Steckdose. Gut, wir können vermehrt auf fossile Brennstoffe wie Braunkohle und Erdgas setzen, aber was sagen da die Klimaforscher dazu? Wollen wir nun, wegen der Erwärmung der Erde und der daraus resultierenden Verwüstung der Erde, verhungern oder doch lieber den Strahlentod erleiden? Was ist das geringere Übel? Man kann alles drehen wie man möchte und es einem recht ist.
Der weltweite Energiebedarf der stromfressenden Industrienationen läßt sich in meinen Augen NICHT mit alternativer Stromerzeugung decken, dafür sind alle Alternativen zu "schwach auf der Brust". (s. dazu auch Grundlast) Realisierbar wäre es nur, wenn man eine konsequente Stromeinsparung umsetzen würde. ABER, wer von uns möchte denn auf seinen Fernsehabend oder auf die Bequemlichkeit eines Wäschetrockners oder einer Geschirrspülmaschine...usw. verzichten? (nur zur Info, ich trockne meine Wäsche noch ganz konservativ auf dem Wäscheständer)
Was nützt es, wenn in Deutschland alle KKW abgeschalten werden und wir dann von Frankreich, Tschechien oder aus Rußland Atomstrom beziehen müssen...oder, wer soll, bei einem europaweiten Ausstieg, die erforderlichen Windkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Wasser- und Gezeitenkraftwerke...usw. bezahlen; die Griechen, die Iren, die Spanier oder die Portugiesen etwa?
Wie gesagt, ich bin wirklich kein Befürworter der nuklearen Energieerzeugung....aber es gibt IMHO leider noch keine Alternative zum Atomstrom.
LG 
Hallo,
ich habe jetzt nicht viel Zeit, aber für ein kurzes Statement reicht es hoffentlich.
Ich muss Jack im Großen und Gnazen recht geben.
Ich denke, keiner ist wirklich ein Freund von Atomstrom (außer denen die sich dumm und dämlich daran verdienen) . Und es sollte sicher weltweit Priorität haben, - umweltverträgliche - Alternativen zum Atomstrom zu finden, die eine Abschaltung der KKWs weltweit realistisch machen! Spätestens seit Tschernobyl weiß jeder, dass Atomstrom zwar auf den ersten Blick "sauber" ist, aber nur solnage alles reibungslos läuft. Wenn nicht, sind die Folgen für Umwelt und Menschen gravierender, als bei den meisten anderen Formen der Energiegewinnung. Ich glaube kaum. dass das jemand ernsthaft leugnet.
ABER, und da sehe ich wie Jack auch die große Crux: Eine Abschaltung der KKWs ist (derzeit) nicht realistisch. Der Energiebedarf ist ohne Atomstrom derzeit nicht zu decken. EIne Aufstockung der Energiegewinnung durch fossilie Brennstoffe, ist erstens schon aus Umweltgesichtspunkten keine Alternative und zweitens ja auch nur begrenzt, denn irgendwann sind die Ressourcen aufgebraucht.
Die alternativen Energien reichen (derzeit) (noch) nicht aus, KKWs zu ersetzen, sie sind, wie Jack so schön schreibt "zu schwach auf der Brust". Ich habe letztens gelesen, dass z.B. die Windernergiegewinning in Norddeutschland und den Niederlanden derzeit noch keine reellen Einsparungen bringt, da sie zu "unstet" ist. Es müssen weiterhin "konventionelle" Kraftwerke vorgehalten werden, um "zuzufüttern". Und man kann Kraftwerke ja nicht mal eben nach Bedarf ein- und abschalten. Ich muss mal schauen, ob ich den Artikel noch finde. Insgesamt hat mich das jedoch sehr erschreckt und für mich die Frage aufgeworfen, ob da nicht viel instensiver nach anderen Alternativen forschen soll, anstatt diese alternative Energie bedingungslos zu fördern.
Ok, zurück zum eigentlichen Thema: Was tun? Ich weiß es nicht, eine Patentlösung habe ich sicher nicht, und wenn ich sie hätte wäre ich reif für den Nobelpreis
.
Ich glaube auch, dass eine Ausstieg aus der Atomenergie derzeit nicht realisierbar ist. Das gilt für Deutschland alleine (da habenm sich die Nachbarländer doch schon ins Fäustchen gelacht und in Grenznähe neue KKWs geplant, weil sie genau wussten, dass Deutschland bei einem Ausstieg Energie hätte zukaufen müssen) als auch weltweit.
Und es wird auch nicht möglich sein, den Energiebedarf so zu drosseln, dass der Austieg realistisch wird. Bleibt also nur alles Erdenkliche dafür zu tun, dass die Forschung und Anwendung nach alternativen Energien möglichst attraktiv wird und daher entsprechend geforscht wird. Ich glaube (und hoffe), dass da noch vieles möglich ist und die Entwicklung erst am Anfang steht.
Für realistischer als die Abschaltung der vorhandenen KKWs halte ich es, auf die Errichtung neuer zu verzichten oder diese zumindest ganz, ganz erheblich zu reduzieren! Hier wäre eine weltweite Lösung wünschenswert!
LG Gika 
Und der größte Hammer dabei ist ja die Vermarktung und Anpreisung der Elektroautos, als wären sie soooo umweltfreundlich und die eierlegende Wollmilchsau schlechthin.
Stellt Euch mal vor, nur 10% des weltweiten Bestandes wären Elektroautos (alleine in Deutschland sind über 42 Mio. Autos zugelassen)....wo soll denn dieser umweltfreundliche "Mehrstrom" von zig TeraWatt herkommen? Von den paar Windkrafträdchen oder von den paar Quadratmeter Solarzellen?
Wie wäre es mit der Brennstoffzelle? Ohne Wasserstoff fährt jedoch dieses Brennstoffzellen-Töff-Töff keinen Meter....und die Erzeugung von H2 geht nur über die Elektrolyse...ohne Strom keine Elektrolyse. Also auch ein Schuß in den Ofen.
Ohne massive und sauteure Forschung kommt die Menschheit da auf keinen grünen Zweig....aber Rüstungsausgaben sind ja wichtiger. 