Hallo Jack, Gika,
ja, da gibt es eine Menge unnützer Dinge, für die Millionen und Millarden ausgegeben werden. Ich arbeite an einer Uni, an der momentan ein Millonenprojekt sich um die Entwicklung eines Autos kümmert, das ohne Fahrer fährt. Absoluter Wahnwitz. Als ich einen der Entwickler mal fragte, was denn der Sinn wäre, ein solches Auto zu entwickeln, fiel ihm nichts dazu ein. Es gibt keinen! Und so werden natürlich Unsummen vergeudet, die besser in eine wirklich wichtige Technologie gesteckt werden sollten.
Um zurück zur Atomenergie zu kommen: Ich denke auch, daß es unrealistisch wäre zu fordern, jetzt sofort alle Stecker zu ziehen. Aber ich möchte doch einen zügigen und ernsthaften Ausstieg aus der Atomenergie, und genau das hat in den letzten Jahren nicht mehr stattgefunden. Man hatte sich arrangiert, entweder resigniert oder einfach die Scheuklappen vorgeschnallt. Und so ging der Ausstieg vom Ausstieg weitgehend unwidersprochen über die Bühne. Zum anderen sehe ich es tatsächlich nicht so radikal wie Ihr. Ich bin auch überzeugt, daß bei einem weitgehenden Verzicht auf Atomenergie keiner verhungern würde. Ich bin auch der Meinung, daß wir unser Konsum- und sonstiges Verhalten ändern müssen, wenn wir über die Runden kommen wollen. Meinetwegen kann der Strom auch sehr teuer werden. Ich würde das in Kauf nehmen, wenn ein zügigerer Ausstieg aus der Atomenergie dadurch möglich wäre. Dann könnte man die Leute auch anhalten, Strom zu sparen. Denn leider funktioniert auch das nur über den Geldbeutel.
Das Schlimmste an der ganzen Angelegenheit ist meiner Meinung nach aber gar nicht die Unmöglichkeit eines baldigen oder sofortigen Ausstiegs, sondern die Tatsache, daß von vielen diese Notwendigkeit gar nicht erkannt wird. Z.B. Frankreich. Oder Japan. Und China plant ca. 50 neue Kernkraftwerke in den nächsten Jahrzehnten. Da nehmen wir dann alle Mühen und Entbehrungen auf uns, um auszusteigen und über die Runden zu kommen, und können gleichzeitig zusehen, wie andere das Risiko maximieren. Denn eines muß uns auch klar sein: eine massive radioaktive Verseuchung am anderen Ende der Welt geht auch uns an. In Zeiten der Globalisierung mit ihrem extremen Warenaustausch kann man nie sicher sein, woher der Fisch aus der Dose oder dem Tiefkühlbeutel kommt, ja nicht einmal mehr über den frisch gekauften. Und wenn Japans Norden nukleare Wüste ist, dann betrifft es auch uns, wie auch immer.
Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, und da freut man sich doch, daß in Venezuela Hugo Chávez angesichts der Katastrophe in Japan beschlossen hat, auf sein erstes geplantes Kernkraftwerk zu verzichten 
LG
Jan 
So, aber heute sind in Ba-Wü zwei Blöcke (Neckarwestheim1 und Philippsburg1) abgeschaltet. Warum wohl ist Ba-Wü der Vorreiter, wenn es ums Abschalten geht? Dreimal dürft Ihr raten! 
Wollen wir wetten, daß kurz nach der Landtagswahl am 27.03. 2011 die Dinger wieder hochgefahren werden? Immerhin hat die Landesregierung Anteile am KKW-Betreiber EnBW. 
LG 
Edit:
Noch ein kleines Preisrätsel...auch In Rheinland-Pfalz stehen am 27.03.2011 Landtagswahlen an.
Warum wurde in diesem Bundesland noch kein KKW runtergefahren? Die Antwort ist gaaanz einfach.
Hallo Ihr Lieben,
ich war mal wieder in Arbeit versunken und ne Weile nicht hier. Noch kurz was zu Jans Frage, ob Eltern nicht für ihre Kinder aufkommen müssen im Fall von Hartz IV: NEIN! Hartz IV unterscheidet sich da von Sozialhilfe. Unter 25jährige müssen zwar einen triftigen Grund haben, wenn sie alleine wohnen wollen, so lange sie weder Ausbildung, Studium oder Schule beendet haben, aber viele Eltern sind da erfinderisch und boxen ihre Kinder raus aus dem Haus, die dann für sich den vollen Regelsatz bekommen (361 statt 278 Euro), sowie eine eigene Wohnung und sogar eine komplette Erstausstattung an Möbeln und Herd und Waschmaschine. Nicht selten erlebte ich dann, dass die Kinder ein halbes Jahr später wieder zuhause einzogen, aber so hatte die Familie ne neue Wama und neue Möbel....hihi... Sobald ein U-25 aber einmal alleine gewohnt hat und z. B. eine Ausbildung oder Studium beendet hat, darf man ihn nicht wieder zumuten, wieder zuhause einzuziehen...komisch nur, dass das bei Nicht-Hartz-IV-Empfängern oft die Regel ist, dass die Kinder wieder zuhause einziehen, bis sie wieder eine Arbeit haben oder nach dem Studium eine Erstanstellung gefunden haben. Aber vielleicht sind Hartzer ja nicht so familiär eingestellt, obwohl sie oft mit Kindersegen beglückt sind, während andere Paare vergebens auf ein Kind hoffen....
Sö, und nun zum aktuellen Thema Atomkraft
1, Die sichersten Meiler stehen in Deutschland. Kein anderes Land hat so strenge Auflagen wie wir an uns selbst.
2. Deutschland kann seinen Energiebedarf adhoc nicht decken, wenn die Meiler nun im Schnellschussverfahren abgestellt werden
3. Dann freuen sich unsere Nachbarländer, von denen wir teuren Strom beziehen müssen. Und wenn deren Meiler hochgehen, dann sind wir mit betroffen und zahlen auch mit, denn unsere Spezialisten werden dorthin beordert werden.
Die Energiepolitik hat 30 Jahre lang gepennt und die Zeche zahlen nun wieder wir Bürger. Strom wird sich verteuern und zwar gewaltig! Als Begründung wird uns dann wieder untergeschoben, dass man nun Milliarden in den Bau von Wasserkraftwerken, Windkraftanlagen, Solar oder mal wieder Braunkohlekraftwerke stecken muss, weil wir ja keine Atommeiler mehr wünschen.
Ich finde es eine Sauerei - egal, welche Partei man wählt, alle machen den gleichen Schmuh mit uns Bürgern. Wir hätten schon längst weiter sein können mit unserer Entwicklung. Hier in Norddeutschland könnte jeder Haushalt autark sein, so viel Wind, Wasser und Sonne haben wir. Aber innovative Ideen sind nicht gefragt, wenn der Staat nicht ordentlich dran mitverdienen kann.
LG
Kerstin
Hallo,
schon seit Tagen juckt es mich in den Fingern, hier was zu schreiben. Es würde aber zuviel werden. Also einfach nur ein paar provokative Fragen:
Was, wenn deutschland- oder gar europaweit alle Kernkraftwerke abgeschaltet werden?
Reichen die alternativen Stromerzeuger aus? Und: Sind sie wirklich so umweltverträglich wie man meint?
Ich erlaube es mir, einfach mal schnell ein paar Links zur Umweltverträglichkeit alternativer Energieerzeuger einzustellen, der Einfachheit halber aus Wikipedia, egal was man von Wikipedia halten mag:
http://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage#Umweltauswirkungen
http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie#Kleinh.C3.BCningen_bei_Basel.2FSchweiz_.282006.29
http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie#Staufen_im_Breisgau
http://de.wikipedia.org/wiki/Solarzellen#Umweltschutz
Solange unbenötigtes Licht nicht ausgeschaltet wird, solange Stand-By-Geräte ständig eingeschaltet bleiben (das Ausschalten sämtlicher StandBys in Deutschland könnte angeblich ein, oder gar 2 - 3 KKWs überflüssig machen), solange kürzeste Wege mit dem Auto zurückgelegt werden ohne dass etwas transportiert werden muss, was ein Auto rechtfertigen würde, solange ... solange ist jede Diskussion fast schon nutzlos!
donquichote
Hallo,
ich wollte übrigens mit meinem vorigen Beitrag nicht diese Diskussion stoppen! Vielleicht sollte ich eine Erklärung zu diesem recht barschen Beitrag schreiben. Ich bin in Freiburg, der "Hauptstadt der Grünen" aufgewachsen. In meiner Schulzeit wurde eine zeitlang sehr umfangreich über Kernkraft diskutiert. Jedoch nur sehr einseitig. Keine Überlegungen dazu, wie man persönlich Umweltschutz betreiben kann. Immer nur das einseitige "Atomkraft? Nein Danke!" So zumindest mein Eindruck der damaligen Zeit.
Einseitig, ohne Hintergrundwissen und egoistisch, so empfand ich damals manche Anhänger der Grünen-Bewegung. Der Einkauf auf dem Bio-Bauernhof bescherte mir jedesmal Unverständnis, Abneigung gegen diese Leute, ja vielleicht sogar Ärger über soviel Dummheit: Wenn ich dort in der Bauernhofküche stehend wartete, bis ich an der Reihe war, musste ich mir immer die Reden der ach so umweltbewussten Kunden anhören. Hatten sie ihre Ware erhalten und bezahlt, dann stiegen sie in ihre Uralt-Ruß-Schleudern und fuhren nach Hause. Hauptsache, Bio-Gemüse auf dem Tisch. Dass sie dafür Umweltverschmutzung trieben, war ihnen wohl egal oder gar nicht bewusst?
Und die grossen Anti-Kernkraft-Demos? Ich meine, wir Schüler seien damals auch teilweise instrumentalisiert worden. Keine Ahnung mehr, was da alles lief. Aber ich habe heute noch so ein unangenehmes Gefühl, wenn ich an die damalige Zeit zurückdenke. Allerdings muss man auch anerkennen, dass durch die "Nai hämmer gsait!" Haltung auch etwas erreicht wurde: Ein in Wyhl am Kaiserstuhl (nahe Freiburg) geplantes Kernkraftwerk wurde doch nicht gebaut. Dafür haben wir aber nach wie vor das französische Kernkraftwerk Fessenheim in unserer Nachbarschaft: Nur 25 km von Freiburg entfernt. Und da ist es dann gerade in Freiburg eh egal, ob woanders in Deutschland Kernkraftwerke (vielleicht gar aus wahl-taktischen Gründen) abgeschaltet werden. Übrigens befindet sich Fessenheim, einer der ältesten Atommeiler Frankreichs, nicht nur hier in der Nachbarschaft, sondern in einem erdbeben-gefährdeten Gebiet! Fast täglich wird in Freiburg ein Mini-Beben registriert, aber auch stärkere Beben sind nicht ausgeschlossen. Wie sich 5,nochwas anfühlen, habe ich schon miterlebt! Aber wir können ja nur in Deutschland, bzw. jetzt am Sonntag in BaWü wählen!
In ungefähr die gleiche Zeit fielen auch die Hausbesetzungen - für mich war das fast schon so eine Art Krieg. Es machte mir Angst, wenn ich mal in der Nähe eines besetzten Hauses vorbei kam. Auch hier die gleiche Haltung: "Wir wollen etwas, aber natürlich für Null Gegenleistung!" Daher laufe ich zugegebenermassen auch oft Gefahr, Grüne und sonstige politische Richtungen in einen Topf zu werfen.
Immer nur fordern, aber nichts dafür geben. Das war mein Eindruck und er bestätigt sich auch heute teilweise leider immer noch. Und daher meine etwas kritische Einstellung gegenüber Kernkraftgegnern, auch wenn ich mich nicht als Kernkraftbefürworter bezeichnen würde!
donquichote
Hallo don,
ich sehe deinen Beitrag leider erst jetzt:-(
Ich kann das alles gut nachempfinden und nachvollziehen, ich habe fast die gleichen Erfahrungen gemacht ( auch wenn ich um Einiges älter bin als du).
Ich bin ja froh, dass es die Grünen damals gab, sie haben schon einiges in Bewegung gesetzt, aber sie waren so unflexibel, untollerant, stur und nicht diskussionsbereit, wenigstens in Norddeutschland, da gab es nur: "mit uns oder gegen uns!"
Und daraus haben die großen Parteien ihren Nutzen gezogen und einiges einfach abgekupfert oder übernommem, was ja auch an sich kein Schaden ist! Die Grünen haben meiner Meinung nach, oft mit Sinnlosdiskussionen und Verbissenheit , auch im Bundestag, ihre große Chance versäumt.
Für mich bleiben sie aber immer eine wichtige Randgruppe in unserer Demokratie und Parteienlandschaft , die bestehen bleiben muss ( das wird sie nicht erfreuen... und ich ignoriere mal frech die Wahlergebnisse
. mal sehen, was sie draus machen ) .
Aber wie du richtig sagst: das Problem Atomenergie kann kein Staat alleine lösen...das ist Weltpolitik!
LG Sabi
Es geht weiter...Plagiate ohne Ende. 
Bin mal gespannt auf welches Ergebnis die Uni HD kommt und wie die ganze Geschichte diesmal ausgeht.
Hehe, Jack, nicht nur sie. Momentan wird auch die Doktorarbeit von der Tochter vom Stoiber untersucht, Vroni Irgendwas, sie beschäftigt auch einen Untersuchungsausschuß der Uni Konstanz. Neues und eine Übersicht zu den neu untersuchten Fällen findet man hier:
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home
Bei Koch-Merin sind es nur 15% bisher, bei Vroni immerhin 50.
LG
Jan 
Muahahaha, Jan...immerhin hat Vroni damit mehr Prozente erreicht als ihr Vater bei der Bundestagswahl 2002; hehe, das war wohl ihr Ziel. 
LG 
Hehe, ja, ich finde auch, Vroni ist wohl erfolgreicher als ihr Vater 
LG
Jan 
Hallo,
vielleicht kein ganz so wichtiges Thema, dennoch beschäftigt es mich ab und an:
Manchmal gibt es von Supermärkten Aktionen, bei welchem man für einen Einkauf von über soundsoviel Euro Sammelbildchen bekommt. Ob Fussballer oder sonst etwas.
Kommt man hinterher mit vollen Einkaufstüten zum Supermarkt raus (sofern man überhaupt rauskommt), so wird man von Kindern belagert, welche einem nach den Bildchen fragen. Eigentlich könnte es ja egal sein und wenn man die Bildchen selber nicht sammelt, könnte man sie einfach den Kindern geben. Andererseits habe ich das Gefühl, dass hier eine gewisse "Bettler-Mentalität" bei Kindern erzeugt wird.
Wollt Ihr mal schreiben, wie Ihr über so etwas denkt bzw. wie Ihr in solch einer Situation reagiert, wenn Ihr mit Einkaufstüten voll beladen von Kindern umringt wird, welche nicht in einem Drittwelt-Land lebend um ihr täglich Brot betteln müssen, sondern eben einfach nur um Sammelbildchen betteln.
donquichote
Hallo don,
wen "klagst" du denn jetzt damit an, die Kinder oder die Supermärkte mit ihren Schwachsinnsaktionen ( und damit meine ich nicht nur Sammelbildchen, sondern auch alle dieses andere Gesammel an Punkten und Prämien)?
Was ich noch nett und sinnvoll finde..sind diese Aktionen: du kaufst bei mir zehn Brote und das elfte ist gratis...alles andere macht mich wahnsinnnig..ich hab da schon Szenen erlebt, da kaufen Leute noch schnell für fünf Euro mehr ein, nur um ein Dessertschälchen ( das bei I..A 50 cent kostet) "geschenkt" zu bekommen.
Ist für mich ein Superthema...wenn ich nicht sooo schreibfaul wäre:-(
Ich hatte die Situaton letzte Woche im Supermarkt, bekam acht Tütchen Bildchen und hab am Ausgang verzweifelt nach Kindern gesucht.....Keins gesichtet!
Ich hatte auch noch nie diese Situation der bettelden Kinder vorm Supermarkt....hier betteln Erwachsene, und die wollen Geld!
Mich würde es allerdings nicht stören wenn ich den Kindern mit diesen Bildern eine Freude machen könnte..warum nicht. Die Bildchen sind ja eigentlich für Kinder gemacht und nicht für Erwachsene, die im Supermarkt einkaufen:-)))))
Hallo Don,
Kinder in einem gewissen Alter sammeln. Bei den meisten legt sich das wieder, ein paar wenige bleiben dabei. Natürlich kann man sich über diese Strategien aufregen, die im Endeffekt nur dazu dienen sollen, ein Produkt besser abzusetzen. Und daß hierzu Kinder mißbraucht werden, ist schon zu kritisieren. Gleichzeitig sollte man das aber auch nicht zu eng sehen. Laß den Kindern die Freude und es ist doch auch schön, wenn Du ihnen eine Freude machen kannst, indem Du ihnen die Bilder schenkst. Nerven würde es jetzt mich, wenn ich die Bilder selber für meine kids brauche und von anderen Kindern angebettelt werde. Da ich aber nie einkaufe, spreche ich nicht wirklich aus Erfahrung. Bei uns werden aber auch noch keine Bildchen vom Einkauf gesammelt, aber das kann ja noch kommen.
LG
Jan 
Hallo Don,
schön, dass der Thread weitergeht, jedes Thema ist wichtig und interessant!
Ich kenne die von Dir beschriebene Situation sooo jetzt nicht, weil ich in meinen Supermärkten noch nie Sammelbilder bekommen hab. Wohl sind mir Herzen, Kleeblätter u.ä. angeboten worden, die – wenn ich eine gewisse Anzahl gesammelt habe –irgendwelche Vorteile, Geschenke o.ä. bringen sollen. Also irgendeine „Rabattaktion“. Aber einfach nur Sammelbilder, das kenne ich jetzt nicht..
Ich weiß aber, dass jedes Kind irgendwann mal etwas sammelt (habe ich auch getan). Und dann ist es für ein Kind einfach toll, wenn man seinen Freunden eine stattliche Sammlung präsentieren kann.
Und wenn nur ein „Wegwerfprodukt“ gesammelt wird, mit dem die Kinder eigentlich nichts anderes anfangen können, dann finde ich das keinesfalls dramatisch, verwerflich, schlimm o.ä. Ich würde es auch nicht als betteln bezeichnen... Die Kinder wollen da etwas „um der Sache selbst willen“ – einfach aus Freude an der Sache, nicht wegen eines möglichen Gewinns oder zur „Aufstockung des Lebensunterhalts“ oder so. Das ist irgendwo völlig natürlich und ich hätte keine Probleme damit, den Kindern da einfach die Sammelbildchen zu geben. Ich würde mich einfach an den strahlenden Augen freuen und wäre mir sicher, nichts „erzieherisch schlimmes“ angerichtet zu haben oder die Kinder zum Betteln erzogen zu haben.
Mein Patensohn sammelt gerade Kronkorken und hat mich gebeten, auch für ihn zu sammeln. Mache ich und gestern habe ich ihm ein paar mitgebracht, der hat sich total gefreut und mir erzählt, wo er die „außergewöhnlichsten“ her hat (geht in Richtung der Situation, die Don beschrieben hat).
Und mein Patensohn würde nie „auch nur um 20 Cent betteln“.!! Nicht bei mir und nicht bei anderen. Er hat sogar schon mal, als ich ihm etwas angeboten habe, abgelehnt mit den Worten „wäre schön, aber das ist zu teuer und es nicht wert!“
Es geht ihm um die Sache, nicht um irgendwelche Werte!
Ich denke so muss man das Sammeln von solchen Dingen von Kindern einordnen. Sie sammeln halt (aus Spaß an der Sache), da bemühen sie sich auch (das gehört zum Kindsein einfach dazu!!!) - aber richtig betteln tun sie nicht.
(hehe off topic : ich habe sogar mal nach einem Tükeiurlaub mit 8 Jahren „einen Schuhputzstand eröffnet“ – fand ich toll, aber ums Überleben ging es mir da nicht
)
Das hat nichts damit zu tun, dass Kinder um ihr Überleben kämpfen müssen, man sie sogar - wie es in einigen „Dritte-Welt-Ländern“ der Fall ist – heranzieht (und ihnen damit jede Chancen nimmt), dass sie den Unterhalt für die Familie durch „echtes betteln“ ranschaffen müssen.
Und dazu erziehe ich sie auch nicht, wenn ich so harmlose Bildchen gebe... Also ich hätte da keine Hemmungen die Bilder den Kindern zu geben.. Und wenn mich die Kinder sooooo nerven würden, würde ich „autoritär“ sagen „ jetzt nicht“. Hat immer gewirkt 
Just my 2 cents...
LG Gika J
So, jetzt eröffne ich mal – aus aktuellem Anlass – ein neues Thema, was mir schon lange auf der Seele brennt:
Heute fiel ja das Urteil im Kachelmann-Prozess: Freispruch!
Ich will hier nicht diskutieren, ob das Urteil richtig oder falsch war! Das können wir wohl alle nicht beurteilen, denn es hat wohl keiner von uns dem Prozess vollständig beigewohnt noch hatte er Akteneinsicht. Ob die Wertungen des Gerichts also richtig oder falsch sind, können wir nicht beurteilen!
Von meiner Seite daher nur soviel: Wenn es für beide Versionen (Kachelmann und „Opfer“ – richtig muss ich schreiben mutmaßliches Opfer, aber da mache ich es mir jetzt (ohne Wertung!!!) leicht) keine eindeutigen Beweise gibt und beide Versionen „gleich wahrscheinlich“ sind, ist ein Freispruch die logische Konsequenz und – auch wenn das hart klingen mag und man damit einen Schuldigen „laufen lässt“ – die einzig rechtsstaatliche Entscheidung. Jemanden „auf Verdacht“ oder „nach Gefühl“ zu bestrafen, ist meiner Meinung nach in einem Rechtsstaat der Anfang vom Ende!
Aber wie gesagt, darum geht es mir allenfalls am Rande...
Was mich viel mehr interessiert: Wie habt Ihr den Prozess insgesamt empfunden?
1. Fandet Ihr die Festnahme und Verbringung in Untersuchungshaft richtig? Wie steht Ihr zur Aufhebung der U-Haft?
2. Fandet Ihr die Prozessführung gut? Fandet Ihr die Fragestellung zum Tatvorwurf richtig?
Hierzu meine Gedanken:
Ad 1:
Kachelmann wurde festgenommen und ins Gefängnis gesteckt aufgrund einer „Aussage-gegen-Aussage-Situation“. Jemand (seine Ex mit erkennbaren „Rachemotiven) hat ihn beschuldigt, das war Grundlage für die U-Haft! Erforderlich ist für eine U-Haft ein “dringender Tatverdacht“. Das ist mehr als „Aussage-gegen-Aussage-Situation“. Das wurde dann ja auch von höherer Instanz festgestellt und die U-Haft aufgehoben.
Ich frage mich, ob ein Gericht, wenn es sich nicht um eine „prominente Persönlichkeit“ gehandelt hätte, auch so einfach die U-Haft angeordnet hätte????
Ad 2:
In dem Prozess wurde lang und breit Beweis darüber erhoben, welche Sexualpraktiken Kachelmann hatte, wieviele Frauen er betrogen hat etc...
Ist das relevant? Es ging doch um die Frage, ob er an diesem einem Tage diese Frau vergewaltigt hat! Was spielen denn da diese Fragen für eine Rolle?? Auch wenn einer „abartige Sexualpraktiken“ praktiziert, Frauen wie den letzten Dreck behandelt und vielleicht sogar auch schon einmal vergewaltigt hat, ist das doch weder ein Indiz und schon gar kein Beweis dafür, dass derjenige an einem bestimmten Tag/in einer konkreten Situation vergewaltigt hat!
Das Motto „einmal schuldig = immer schuldig“ ist zurecht „kein Beweis“.
Nur weil jemand irgendwann mal „geklaut hat“ ist er nicht für JEDEN Diebstahl verantwortlich!
Was hat dieser Teil der Beweisaufnahme also ergeben?
Für die Frage, ob Kachelmann die ihm vorgeworfene Tat begangen hat, erwartungsgemäß nichts!
Aber es wurde – für den Prozess erkennbar irrelevant – öffentlich erörtert, dass Kachelmann möglicherweise doch nicht so nett und lieb ist wie man denkt..
DAS ist eine moralische Verurteilung. die keinem Gericht zusteht!!
Mein Fazit: Mit dieser Prozessführung wurde Kachelmann öffentlich demontiert, obwohl diese Fragen von Anfang an erkennbar für ein Urteil keine Relevanz hatten.
Wie seht ihr das? Ich bin auf Eure Meinungen gespannt!
LG Gika 
Wie seht ihr das?
Hallo Gika,
ich habe die Verhandlung und den ganzen Heck-Meck so gut es ging nicht verfolgt, daher kann ich zu Deinen ganzen Fragen keine Stellung nehmen.
Ich kann aber eines sagen: auch wenn Kachelmann überführt und verurteilt worden wäre, der eigentliche Verlierer in so einem Fall ist in unserer Gesellschaft immer das Vergewaltigungsopfer...traurig, aber wahr.
Auf jeden Fall bin ich der Meinung, daß Kachelmann gewaltigen Dreck am Stecken hat und schuldig ist...und dazu brauchte ich auch den Medien-Affenzirkus nicht verfolgen...ein Blick in die Visage reicht mir da vollkommen aus.
Sein Glück war, daß es leider nur ein Prozeß war, der sich auf Indizien stützte.
Sollte dieser Eidgenosse wieder bei der ARD den Wetterfrosch spielen, dann schalte ich um...das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
LG 
Auf jeden Fall bin ich der Meinung, daß Kachelmann gewaltigen Dreck am Stecken hat und schuldig ist...und dazu brauchte ich auch den Medien-Affenzirkus nicht verfolgen...ein Blick in die Visage reicht mir da vollkommen aus.
Du kannst also durch "Blick in die Visage" urteielen, ob jemand schuldig ist oder nicht??? Mit Verlaub, das finde ich zum einen anmaßend und bin zum anderen froh, dass Du nicht entsprechend entscheidest! Was ist denn, wenn Dir das Gesicht eines "Unschuldigen" nicht gefällt???? Muss er deswegen hinter Gitter?
Genau das, was Du jetzt darstellst, ist das, was mich am "Kachelmann-Prozess" gestört hat. Man schafft ein Bild, wenn es genügend unsympathisch ist, bedeutet das schuldig, Mit anderen Worten: Man wirft etwas vor, wenn es ins Klischee passt, bedeutet das schuldig. Da braucht man keine anderen Beweise mehr...
Mit Verlaub: Ist das nicht Willkür??
Und im übdigen, das, was Du beim "Blick in die Visage" siehst und Dir sagt, dass er schuldig ist, könnte bei andern das Gefühl auslösen, dass er unschuldig ist!!! Man kann und darf doch niemanden "nach Gefühl" verurteilen! Ein bisschen mehr Objektivität wünsche ich mir bei der Diskussion schon!
Sein Glück war, daß es leider nur ein Prozeß war, der sich auf Indizien stützte.
Nenn mir einen Prozess, der sich nicht auf Indizien stützt!! Jedes Gericht kann nur aufgrund von Indizien urteilen. Sonst müsste es dabei gewesen sein, dann wäre es befangen und dürfte nicht urteilen!
Auch ein Geständnis ist letztlich nur ein Indiz! Die Quote "falscher Geständnisse" ist nicht unerheblich..
Aber zurück zum Thema: Ich wollte hier bewusst nicht diskutieren, ob er schuldig oder unschuldig ist.. Das ist Stammtisch! Das weiß letzlich keiner von uns und nach den Preseberichten ist beides möglich. War der Prozess, so wie er abgelaufen ist, in Ordnung?
LG Gika 
Moin Gika,
meine Meinung kann man vielleicht als Stammtischgeschwätz abtun, aber darf nicht jeder Mensch zu seiner Schuld oder Unschuld eine eigene Meinung haben. Ich möchte nicht wissen, was die Richter in MA im Hinterstübchen über den Fall stammtischmäßig alles diskutiert haben.
Als Richter hätte ich ihn natürlich auch nicht verurteilt bzw. verurteilen dürfen, dafür gab es einfach keine eindeutigen Beweise.
Im übrigen, ist es denn nicht immer so, daß bei jedem Prozeß das ganze Leben eines Angeklagten und des Anklägers förmlich zerpflückt wird....gerade dann, wenn diese Personen auch noch in der Öffentlichkeit stehen?!
LG 
Moin Jack,
natürlich kann jeder Mensch seine eigene Meinung haben, von mir aus auch zu seiner Schuld oder Unschuld.
Nur denke ich, darüber kann man eigentlich nicht sachlich diskutieren, denn keiner von uns hat dem Prozess beigewohnt und kennt alle Fakten, die in dem Prozess aufgeschienen sind.
Und ein Urteil über einen so schweren Vorwurf nur nach Sympathie oder Antipathie zu treffen, halte ich einfach für problematisch.
Aber im Grunde zeigt Deine Antwort genau das, was mich an diesem Prozess so extrem gestört hat:
Sei mal ganz ehrlich: Wenn Dir vor 2 Jahren - also ohne das "Wissen", was Du heute hast, irgendjemand gesagt hätte, der Kachelmann habe jemanden vergewaltigt, hättest Du dann (sinngemäß) auch gesagt "ein Blick in seine Visage sagt mir dass das stimmt?".
Oder ist dieser Eindruck erst entstanden, weil man nun um seine Sexualpraktiken "weiß", "weiß" dass er zig Frauen an der Hand hatte und wohl eine Frau nach der anderen betrogen hat?
Ist dort nicht das Bild eines "Sexmonsters" geschaffen worden, bei dem ja dann auf der Hand liegt, dass der Vorwurf stimmt?
Im übrigen, ist es denn nicht immer so, daß bei jedem Prozeß das ganze Leben eines Angeklagten und des Anklägers förmlich zerpflückt wird....gerade dann, wenn diese Personen auch noch in der Öffentlichkeit stehen?!
Nein, in der Regel werden nur die entscheidungserheblichen Sachen erhoben und ggf auch "zerpflückt". Meinst Du wirklich, in jedem Vergewaltigungsprozess wird das Sexualleben des Täters zerpflückt und wird insbesondere den "geprellten" Ex-Freundinnen ein Forum gegegeben, sich darüber zu äußern, wie der Angeklagte sie hintergangene hat?
Und ich frage nocheinmal: Was hat das mit dem Tatvorwurf zu tun? Ist die Tatsache, dass jemand bestimmte Sexualpraktiken hat, dass er Frauen betrügt etc... auch nur ansatzweise ein Indiz dafür, dass er dann eine ihm vorgeworfene Vergewaltigung begangen hat?
Oder hat diese Art der Beweiserhebung nur zu einem geführt: Ohne Relevanz für den Vorwurf eIne Person öffentlich zu demontieren?
Es steht in einem Prozess doch nicht zur Debatte, ob der Angeklagte möglicherweise ein menschliches und moralisches A...loch ist, sondern es geht allein um die Frage, ob der Tatvorwurf stimmt.
LG Gika 