Hallo Urs,
ZitatMeine persönliche Erfahrung zeigt, dass hier oftmals Defizite in der neuronalen Entwicklung eine bedeutende Rolle spielen. Mehrheitlich sind vestubuläre Funktionen (Gleichgewichtsorgan), Hemisphärenkoordination (Zusammenarbeit der beiden Hirnhälften) aber auch Kinästhetik, Muskeltonus und Propriozeption dafür verantwortlich, wenn die Kontrolle über ein Körperglied oder ein Organ (Auge) verloren geht.
Das klingt für mich entweder reichlich esoterisch oder fast schon pathologisch -
wenn nicht einfach tautologisch.
Ja, auch meiner reichhaltigen Erfahrung nach sind für eine fehlerhafte Zusammenarbeit der Augen Koordinationsstörungen verantwortlich. Wenn außerdem die Muskelkraft nicht ausreicht, um den Stellungsfehler zu kompensieren, wird es wohl mit dem Muskeltonus zu tun haben.
Die problematische Hemisphärenkoordination wiederum wird sicherlich die männliche WF zu 99% erklären, denn amerikanische Wissenschaftlernnen haben uns bekanntlich bewiesen, dass die männliche Hemisphäre der Menschheit dort eine gewisse Normvariante aufweist. Nicht zufällig ist das gleichzeitig diejenige Hälfte der Betroffenen, der gelegentlich auch die Kontrolle über ein Körperglied verloren geht.
Wohingegen die weibliche Heterophehlsichtigkeit ganz sicher damit zu tun hat, dass Frauen es sowieso leicht an den Nerven haben.
Nur das mit dem Gleichgewichtssinn will mir nicht einleuchten, habe ich doch beim Forumstreffen den ungekrönten latenten Prismenkönig aufrecht wie einen Kreuzbalken nach Hause marschieren sehen, obwohl seine vestubulären Funktionen längst ethanolisch paralisiert gewesen sein dürften.
Wie jetzt also?
Eine gute Nacht wünscht
Annadiesmal sicher nicht die einzige, die so einige Begriffe nachschlagen müsste
An Urs
Bitte um Erklärung Welcher 'Fachmann' bist du? Physiotherapeut? Ergotherapeut? Neurologe? Esoteriker? Guru?
Auch für mich klingt das alles sehr esoterisch und an den Haaren herbeigezogen. Es ist immer leicht gesagt, dass alles mit eine Rolle spielen kann (was es sicherlich auch tut), aber DIE ultimative Erklärung ist das nicht.
Und helfen tut sie Luna auch nicht wirklich. Ihr Sohn soll eine optimale Brille und das Prisma tragen und operiert werden, damit das beidäugige Sehen wieder hergestellt werden kann. DAs ist alles - Ende der Hexerei.
Ulrike
Hallo,
darf ich diesen Thread als "historisch" bezeichnen? Immerhin sind sich hier zwei sonst recht kritische Damen mal einig. 
Gruß Lucccy
Also, ich finde, die ganzheitliche Betrachtungsweise lobens- und wünschenswert.
Dies zu sagen, fällt mir leicht, da ich auf dieser Ebene (leider) genug eigene Erfahrungen sammeln "durfte"!
Noch weiß keiner, wie die Reizverarbeitung im Gehirn wirklich funktioniert - das haben wir schon einmal angesprochen. Und alle Reize zusammen (Sehen, hören, riechen, tasten usw.) müssen als Ganzes verarbeitet werden. Störungen können auf einem aber auch auf mehreren Gebieten vorliegen. Wenn ein Kind schwankend läuft, kann es an den Ohren, an den Augen oder auch an anderen motorischen Störungen liegen.
Das mit dem "Guru" finde ich etwas heftig ausgedrückt. Warum gibt es diesen Begriff "Teilleistungsstörungen"? Doch wohl, weil ein Facharzt allein die "Störung" meist nicht beseitigen kann....?!? Und auch, wenn wir hier im Augenforum sind, ist es nicht verkehrt, auch mal auf Alternativen hinzuweisen, kreiden wir doch einseitige Betrachtungsweisen selber gerne an. Oder wollen wir uns auch "Fachidioten" titulieren? Dann wären wir ja selber Gurus...
@Luna Danke nochmal für das Telefonat von heute! Ich bin sicher, Du gehst den richtigen Weg, indem Du in mehrere Richtungen "abklopfen" lässt. Allein die Wahl der Reihenfolge ist wohl eine schwierige Entscheidung - und die kann Dir keiner abnehmen. Vertrau Deinem Gefühl!
Kerstin
Nachtrag Wir sollten die Problematik der Kinder und Erwachsenen hier nicht vergleichen bzw. in einen Topf schmeißen. Kinder reagieren ganz anders und viel sensibler auf Reize. Unser Vestibulärsystem ist fertig, deren saugt noch alles wie ein Schwamm auf.
Hallo Ulrike
Es ist in diesem Forum doch eher unproduktiv, zu viel von seiner Identität zu veröffentlichen. Zu schnell wird man in vordefinierte Schubladen eingeordnet.
Vorerst nur soviel Ich trage weisse Schuhe und arbeite täglich mit Kindern, die in der Regel mehrere Teilleistungsschwächen haben.
Hilft dir das schon weiter.
Gruss Urs
Hallo Anna*
Zitat
Zitat
Nur das mit dem Gleichgewichtssinn will mir nicht einleuchten, habe ich doch beim Forumstreffen den ungekrönten latenten Prismenkönig aufrecht wie einen Kreuzbalken nach Hause marschieren sehen, obwohl seine vestubulären Funktionen längst ethanolisch paralisiert gewesen sein dürften.Wie du sicher weißt, übernimmt das Vestibular-System ab dem 4. Schwangerschaftsmonat wesentliche Basisfunktionen, die für die weitere Entwicklung der Nervensystems in unserem Körper und besonders in der neuronalen Verknüpfung im Gehirn wichtig sind. Direkt oder indirekt ist das Vestibular-System mitverantwortlich für beinahe alle motorischen Funktionen und auch für einige der sensorischen Funktionen.
Nicht vollständig integrierte frühkindliche Reflexe können diverse Funktionen der visuellen Entwicklung und Reifung beeinträchtigen. Als Beispiel sei hier nur der STNR (symetrisch tonischer Nacken-Reflex) erwähnt, der sofern persistierend das ‚visuelle Greifen’ beeinträchtigt und zu binokularen Problemen führen kann.Plötzlich auftretende Fehlstellungen der Augen nach aussen, haben (neben möglichen raumgreifenden Prozessen) die Ursache oft in solchen Defiziten und damit auch in der schwachen Figur-Grund-Relation.
Soviel zu deiner Frage.
Ich hoffe damit wieder etwa Ordnung in deine Gedankenstruktur gebracht zu haben.
Liebe Grüsse
Urs
Hallo Urs,
ZitatOriginal erstellt von Urs
Wie du sicher weißt, übernimmt das Vestibular-System ab dem 4. Schwangerschaftsmonat wesentliche Basisfunktionen, die für die weitere Entwicklung der Nervensystems in unserem Körper und besonders in der neuronalen Verknüpfung im Gehirn wichtig sind. Direkt oder indirekt ist das Vestibular-System mitverantwortlich für beinahe alle motorischen Funktionen und auch für einige der sensorischen Funktionen.
Nicht vollständig integrierte frühkindliche Reflexe können diverse Funktionen der visuellen Entwicklung und Reifung beeinträchtigen. Als Beispiel sei hier nur der STNR (symetrisch tonischer Nacken-Reflex) erwähnt, der sofern persistierend das ‚visuelle Greifen’ beeinträchtigt und zu binokularen Problemen führen kann.Plötzlich auftretende Fehlstellungen der Augen nach aussen, haben (neben möglichen raumgreifenden Prozessen) die Ursache oft in solchen Defiziten und damit auch in der schwachen Figur-Grund-Relation.
Das klingt ja schon mal etwas differenzierter. Um vollständige Ordnung in meine Denkstrukturen zu bringen, müsstest du mir allerdings noch beweisen, dass du auch in der Lage bist, Ursachen und Wirkungen auseinanderzuhalten sowie WF von anderen Sehstörungen abzugrenzen.
Es mag ja sein, dass Kinder mit Gleichgewichts- oder anderen neurologischen Störungen häufig auch WF haben.
Es ist aber ein leider weit verbreiteter Fehlschluss, von solchen Häufungen (Korrelationen) auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu schließen. Wenn sich herausstellen sollte, dass 76% aller Kurzsichtigen überwiegend Jeans tragen, würdest du dann auch davon ausgehen, dass Jeans Kurzsichtigkeit verursachen?
Naheliegender ist doch, dass bei Menschen mit vielfältigen Störungen wo auch immer eine WF leichter Beschwerden verursacht als bei völlig gesunden Menschen. Da 80% aller Menschen :wink:elfehlsichtig sein sollen, werden es wohl auch mindestens 80% aller Menschen mit Gleichgewichtsproblemen etc. sein.
Dass solche Probleme nicht die alleinige Ursache von WF sein können, dürfte klar sein, denn es gibt genug Menschen, bei denen alles im Gleichgewicht ist und die trotzdem Prismen brauchen. Möglicherweise ist ja einfach ein Augenmuskel zu lang?
So, und dann bitte ich auch genau hinzuschauen, ob die Sehstörungen der Menschen mit sonstigen körperlichen Unvollkommenheiten tatsächlich eine WF sind oder nicht durch eine fehlerhafte Sehverarbeitungen im Hirn ausgelöst werden, an der Prismen dann auch nichts ändern könnten.
Du glaubst mir hoffentlich, dass ich die letzte bin, die ein Problem monokausal betrachten möchte. Wenn du länger mitliest wirst du sehen, dass ich auch die Heilsversprechen mancher MKHler äußerst skeptisch beäuge.
Für mich heißt "ganzheitlich" aber nicht esoterische "alles-hängt-irgendwie-mit-allem-zusammen-und-muss-mit-allem-behandelt-werden" Quacksalberei, sondern eine differenzierte Suche nach Ursachen, die den jeweiligen Einzelfall berücksichtigt.
Wenn ich dich in eine falsche Schublade gesteckt haben sollte, bitte ich um Verzeihung. Eine erste esoterische Abklärung neuer Forumsmitglieder kann meines Erachtens jedoch nicht schaden - dafür sind nämlich gerade im Gesundheitsbereich zu viele selbsternannte Missionare unterwegs.
Wenn du magst, darfst du dann auch noch meine Frage beantworten, ob eine hohe Anfälligkeit für Reisekrankheit evt. mit einer hohen WF zusammenhängen kann, auch wenn diese im Kindesalter voll kompensiert wurde?
Grüße
Anna
Hallo Urs,
ich danke Dir für diesen Beitrag!!! Er war ein AHA-Erlebnis bei mir (Kind Extrem-Frühchen, persistierender STNR, Entwicklungsverzögerung, fing später das Außenschielen an, hat Teilleistungsstörungen und eine sehr hohe Exo-WF und ist ein KISS Kind).
Man muss den Körper einfach als Ganzes sehen, wie ein Zahnradwerk Wenn eines sich nicht sauber dreht, bleibt ein Zahnrad an anderer Stelle stehen. Und wir sprechen in diesem Thread von einem KIND!
Wir Erwachsenen haben so viele Kompensationstechniken entwickelt, die ein Kind noch nicht hat. Aber bei Kindern hat man noch viel mehr Chancen! Da gibt es den Vergleich der therapeutischen Kugel Beim Kind liegt sie oben auf dem Berg, man braucht sie nur anzuschubsen, und sie rollt quasi von alleine nach unten. Beim Erwachsenen liegt sie unten, und man muss sie mit viel Mühe und immer gegen die Schwerkraft wieder nach oben rollen.
Urs, ich würde gerne genau wissen, was Du machst - Du kannst es mir auch zumailen, wenn Du nicht viel im Forum preisgeben möchtest. Ich freue mich, hier jemanden von einer ganz anderen Fachrichtung begrüßen zu dürfen, zumal es auch hier um Kinder geht.
Gruß
Kerstin
Hallo Anna
Schön, dass dein Ton schon etwas versönlicher klingt.
ZitatOriginal erstellt von Anna*
Das klingt ja schon mal etwas differenzierter. Um vollständige Ordnung in meine Denkstrukturen zu bringen, müsstest du mir allerdings noch beweisen, dass du auch in der Lage bist, Ursachen und Wirkungen auseinanderzuhalten sowie WF von anderen Sehstörungen abzugrenzen.
Es gibt zwei Wege die Ursachen einer Leistungsschwäche herauszufinden.
Der Eine beginnt beim Problem. Man sucht in die Tiefe, wird versuchen die naheliegenden Ursachen zu prüfen. Oft stellt man schon bald fest, dass mehrere Gründe ein Problem auslösen können. Wo nun anpacken ? Da werden die Meinungen schon sehr bald auseinander gehen ! Statt effizient und möglichst koordiniert zu helfen entsteht oft eine Diskussion, welche Therapie oder Hilfe richtig ist. Statt dass weiter in die Tiefe nach noch grundlegenderen Defiziten geforscht wird, beobachtet man gespannt die Oberfläche, das ‚Sekundär-Problem’ oder auch die Symptome. Sollten diese sich verringern, meinen viele das Problem gelöst zu haben und meinen damit den Beweis und die Richtigkeit oder den Nutzen einer Therapie beweisen zu haben.
Oft sind solche Erfolge aber nur eine Art Kosmetik. Die Oberfläche wird an einer anderen Stelle wieder aufbrechen und die Symptome sich in leicht veränderter Form wieder zeigen. Das Grundproblem wurde also noch nicht gelöst.
Viele Therapien helfen den Patienten auch nur dazu, immer neue Strategien zu erfinden um die bestehenden Probleme zu ‚umschiffen’. Der Stress und auch der Zeitverlust, den solche Strategien erzeugen wirken sich sehr stark auf die Leistungsfähigkeit eines Menschen aus. Glücklicherweise hat der Mensch effiziente Ventile um den aufmerksamen Beobachter darauf hinzuweisen, das etwas nicht in Ordnung ist. (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Hyperaktivität, Hypoaktivität usw.).
Leider verstehen viele die vom Betroffenen gewählte Sprache nicht.
Beispiel Ein ADHS-Kind kann nicht ruhig sitzen. Es bewegt sich überhaupt immer !
Wie regiert die Umwelt? Lehrer, Eltern, Augenarzt und Augenoptiker stören sich daran, dass das Kind sich nicht der Norm entsprechend verhält. Es wird gemahnt sich ruhiger zu verhalten, da ansonsten von ihm nicht die gewünschte Leistung erbracht werden kann, oder eine Messung nicht genügend genau gemacht werden kann (in diesem Forum wohl eine Refraktion).
Haben sie sich schon einmal überlegt, warum sich ein ADHS-Kind (unter anderem) so unruhig verhält ? Gerade sie als Spezialisten für Binokularsehen müssten sich eigentlich vorstellen können, dass bei binokularen Sehstörungen – also zwei sich ständig verändernden Seheindrücken – sich ein betroffenes Kind ‚Ruhe verschafft’ indem es sich mit der visuellen Wahrnehmung mitbewegt. Unruhiges Sitzen kann also auf binokulare Sehstörungen hinweisen.
Der zweite Weg um Wahrnehmungsstörungen (und dazu gehören die Binokular-Seh-Störungen) abzuklären ist, bei den ersten Entwicklungsstufen nachzuforschen. Sich langsam in der Hierarchie der Sinnesentwicklung hochzuarbeiten und dabei möglichst alle nicht optimal entwickelten Bausteine mittels sehr gezielter, treffsicherer Aufarbeitungs-Therapie zu vervollständigen und damit die Basis zu legen für die nächste, neurologisch höher angesiedelte Struktur. Solche Arbeitsweisen verlangen gründliche Kenntnisse der Funktionsweise des menschlichen Körpers, der Entwicklung , der Lernvorgänge und der Psyche.
ZitatOriginal erstellt von Anna*
So, und dann bitte ich auch genau hinzuschauen, ob die Sehstörungen der Menschen mit sonstigen körperlichen Unvollkommenheiten tatsächlich eine WF sind oder nicht durch eine fehlerhafte Sehverarbeitungen im Hirn ausgelöst werden, an der Prismen dann auch nichts ändern könnten.
Es ist durchaus denkbar, das eine Winkelfehlstellung der Augen auch bei ‚sonstigen körperlichen Unvollkommenheiten’ als Soforthilfe mit einer ‚statischen Hilfe’ in Form einer prismatisch geschliffenen Brille korrigiert werden sollte. Wichtig ist ein einem solchen Falle nur, dass es nicht ‚nur’ bei der ‚statischen Soforthilfe’ bleibt. Als Beispiel füge ich hier einmal einen Fall von LRS an. Wenn die ‚Prismenbrille’ die Augenfehlstellung behebt und erheblich Stress beseitigt, weil nicht mehr ständig übermässig motorisch oder sensorisch nachjustiert werden muss, ist noch LANGE nicht gesagt, dass die fehlerhafte angeeignete Lesestrategie (als Abwehrstrategie angeeignet) beseitigt ist. Oft sind in solchen Fällen die kontinuierlichen Folgebewegungen nicht sinnvoll möglich, da nie richtig geübt und/oder die Blicksakkaden sind inadequat. Wenn in solchen Fällen genauer nachgeprüft wird, stellt man öfters fest, dass auch die intrahemisphärische Koordination zwischen den P-Zellen und den M-Zellen mangelhaft ist.
Nun noch zu deiner Frage wegen der Reisekrankheit.
Beim Reisen werden verschiedenste Systeme teilweise erheblich belastet. Zum Einen das visuelle System, dass sich ständig ändernde Bilder, die oft unverhofft auftauchen und deren Inhalt oft nicht vorhersehbar ist, annehmen und verarbeiten muss. Visuelle Wahrnehmung sind immer mit Wahrnehmungen anderer Sinnesorgane verknüpft. So können unerwartete Bilder negative Erinnerungen im Bereich des Geschmackes oder des Geruchsinnes auslösen. Sich schnell ändernde Bilder können mit negativen Erfahrungen verknüpft sein, die ein Luftzug auf der Haut des Armes hinterlassen hat. Schaukelnde Bewegungen werden von mindestens vier Systemen ausgewertet und bestmöglich kontrolliert. Es betrifft direkt das visuelle, das vestibuläre, das proprioceptive und das taktil-kinesthetische System.
Wenn nun diese Systeme Defizite aufweisen, die scheinbar ohne Probleme kompensiert werden können, reicht oft die zusätzliche Belastung durch eine Autofahrt, um den ‚Kessel zum überlaufen zu bringen. Eine Entlastung, durch die statische Korrektur einer WF mit einer Prismenbrille (um dein Beispiel aufzunehmen) kann reichen, um den Stresslevel soviel zu senken, dass die subjektiven Beschwerden primär nicht mehr auffällig sind.
Zufrieden ?
Ich freue mich auf weitere Fragen.
Gruss
Urs
Hallo, Urs
gehörst Du zur "Zunft" der Osteopathen? Dann gab es hier schon öfters mal Hinweise oder Fragen. Da eine berufliche Tätigkeit sicher nichts ehrenrühriges darstellt, andererseits aber den gemachten Aussagen dann ein spezifisches Basiswissen und berufsrelevante Kenntnisse zuordnet werden, wäre ich persönlich froh, wenn dies bei Beratern bekannt gemacht würde. Und als solchen stufe ich Dich ein.
Deine Aussagen sind, soweit sie visuelle Verarbeitungsschritte betreffen, von mir sehr gut nachvollziehbar. Allerdings ist zwar das Pordukt "augenoptisch vollständige Korrektion (Brille)" STATISCH, aber der visuelle Prozess bleibt voll dynamisch wirksam. Dies ordnet deshalb selbsttätig auch andere verspannte Strukturen, wenn vorhanden. Eine durchaus zu diskutierende Frage ist es aber, ob es Methoden und Möglichkeiten gibt, in Einzelfällen noch schneller und effektiver das Ziel optimal ablaufender Funktionsmuster im menschlichen Organissmus gestalten zu können. Wir sehen so z.B. die Tätigkeiten von Ergotherapie, Motopädie, etc. als sehr viel effektiver an, wenn vorher "augenoptisch vollständig" versorgt wurde.
Hallo Paul-Gerhard
ZitatOriginal erstellt von Paul-Gerhard Mosch
Wir sehen so z.B. die Tätigkeiten von Ergotherapie, Motopädie, etc. als sehr viel effektiver an, wenn vorher "augenoptisch vollständig" versorgt wurde.
Es ist vieles eine Frage des richtigen Zeitpunktes. Die Entwicklungs-Hierarchie sollte eingehalten werden.
Sicher kann es wertvoll sein, mit einer "augenoptischen Vollversorgung" die Grundlage für die Arbeit von Ergotherapeuten, Mototherapeuten etc. zu verbessern.
Andererseits müssen die Grundpfeiler zur regelrechten Entwicklung der Augenmotorik mehrheitlich gegeben sein. Eine davon ist zum Beispiel die "Grundmotorik", auf der sich die Augenmotorik aufbauen lässt. Wenn grundlegende Defizite in der Basal-Motorik und damit in der eigentlichen Kontrolle von einzelnen Körperteilen vorliegen, ist die Bestimmung einer Augenmuskelabweichung eine reine Lotterie und damit eigentlich ein Kunstfehler.
Ich weiss nicht, ob ich mit dieser Ansicht hier auf Zustimmung treffe.
Gespannt warte ich daher auf Reaktionen.
Gruss Urs
Hallo Urs,
man müsste eigentlich bei dem Problem ansetzen, welches als erstes da war - aber man weiß ja nicht unbedingt, was zuerst da war, oder?!
Mittlerweile kenne ich einige Mütter von Kindern mit der Doppelproblematik KISS/KIDD (kopfgelenkinduzierte Symmetriestörungen) und Winkelfehlsichtigkeit. Erst die Kombination beider Behandlungsmethoden brachte den erwünschten Erfolg. Allerdings Oftmals stimmten die Werte in der Prismenbrille nicht mehr, nachdem die Blockade in der HWS gelöst worden war. Es bedurfte einer erneuten prismatischen Korektur.
Andererseits Nur durch prismatische Korrektion und dadurch resultierender Nicht-mehr-Schiefhaltung des Kopfes erreicht man, dass die Behandlung der HWS nicht / bzw. nicht mehr so oft wiederholt werden muss.
Für mich ist hier die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller das Kind behandelnden oberste Priorität! Und ich bin gerade dabei, zwei der verschiedenen Berufsgruppen zusammenzubringen - hoffentlich zum Wohle vieler Kinder, die von Teilleistungsstörungen betroffen sind.
LG
Kerstin
hallo Kerstin!
Welche zwei Berufsgruppen willst du da zusammenbringen? Ich denke, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist nicht nur durch die Zusammenarbeit von zwei Berufsgruppen gegeben - das müssen wohl schon mehr sein.
Lg, Ulrike
Hallo Ulrike,
ja, es müssen noch mehr sein. Primär habe ich hier MKH-ler sowie gute Strabologen angesprochen, die mit Orthopäden zusammenarbeiten müssten, die sich dem Gebiet der KISS/KIDD Problematik verschrieben haben. Namentlich möchte ich hier Dr. Biedermann aus Dortmund nennen, der explizit nach einem interdisziplinärem Austausch fragt, denn ihm ist schon lange bekannt, dass seine Arbeit (das Lösen von Blockaden) auch Auswirkungen auf die Verarbeitung von Sehreizen hat.
Betrachtet man ein Kind mit Störungen im motorischen, visuellen und sensorischen Bereich, sind hier natürlich auch Ergotherapeuten und Lehrer (LRS und Legasthenie) gefragt. Keiner darf sein alleiniges Tun als das Non-plus-Ultra sehen, vor allem, wenn es um Kinder mit Teilleistungsstörungen geht. Ich möchte auch nicht, dass ein Kind übertherapiert wird, aber wenn einer mit seiner Methode nicht weiter kommt, mit der er zig anderen Kindern helfen konnte, dann sollte er zumindest Wissen darüber haben, was noch mit dem Kind nicht stimmen könnte, und wo man es zur Abklärung vorstellen sollte. Ich finde es schade, dass man als Eltern sich i.d. Regel selber schlau machen muss, und darüber mit den Jahren ein erhebliches Wissen ansammelt, das aber belächelt wird, nur, weil man nicht gerade dieses Fach studiert hat...Schlimmer noch der Vorwurf, wenn man dann vorm Kinderarzt steht, um eine gewisse Überweisung zu xy bittet und die Frage gestellt bekommt Was bitte wollen Sie noch alles mit ihrem Kind anstellen - akzeptieren Sie doch endlich, dass die Dinge so sind, wie sie sind...Bestes Beispiel ist hier doch im Forum auch Selfixa mit ihrem Kind...
Jede Fachfrau und jeder Fachmann hier im Forum sind mir persönlich sehr willkommen - auch wenn es nun teilweise von der reinen Augenproblematik abzuwandern scheint. Aber auch das finde ich nicht verkehrt. Sonst wären auch wir hier engstirnige Gurus (das habe ich, glaube ich, schon mal geschrieben).
Hier kann nicht jedem geholfen werden, gerade weil teilweise auch andere Problematiken vorliegen könnten, und darauf sollten wir auch hinweisen - nur dann sind wir ein offenes, informatives Forum.
LG
Kerstin
Hallo, Urs
was verbirgt sich genau hinter der Basal-Motorik, wie Du sie ansprichst? Dieser Ausdruck war in dem Zusammenhang des Sehens und Deiner Antwort einem klinisch arbeitenden neurologischen Oberarzt, dem ich Deine Antwort zeigte, auch nicht plausibel.
Immerhin wirfst Du uns jetzt vor, einen Kunstfehler zu begehen, wobei ich mit der Korrektion von Bildlagefehlern letztlich nie in "Medizin", sondern nur in physiologische Augenoptik eingreife!
Hallo Paul-Gerhard
Nun hast du mich erwischt. Basal-Motorik ist kein offizieller Begriff.
Ich habe das Glück in einem grossen Netzwerk mit Fachleuten verschiedenster Ausrichtung arbeiten zu dürfen. Damit die Zusammenarbeit so gut klappt, mussten wir lernen uns nicht so sehr in unseren berufsspezifischen Fachausdrücken mitzuteilen. Viele von uns, aus total verschiedenen Berufen, arbeiten seit Jahren mit demselben Patientengut. Alle haben ihre eigene Sprache entwickelt obwohl alle von den gleichen Problemen sprechen.
In solchen Dialogen haben sich neue, allgemeinverständliche Begriffe gebildet.
Unter Basal-Motorik kann man eine entwicklungsneurologisch früh angesiedelte Reaktion/Einstellung/Bewegungskontrolle verstehen. Im Gegensatz zu Reflexen sowie Stell- und Haltefunktionen ist sie bereits kognitiv beeinflusst. Sie wird oft verwendet in Zusammenhang mit der Erklärung von Low-Level-Funktionen.
Ich war in den Skiferien, darum die verspätete Antwort.
Liebe Grüsse
Urs
Hallo Kerstin
Es mag für einige hier der Eindruck entstehen, dass ich mich mit meinen Beiträgen von der Augenproblematik entferne. Dies ist keineswegs meine Absicht. Ich möchte nur gerne anregen, die Sache aus anderen Blick:wink:eln zu betrachten.
In diesem Forum sehen einige einen Augenstellungsfehler als etwas gegebenes an. Die Frage nach dem Warum oder Woher wird kaum genauer verfolgt oder gar hinterfragt. Es wird darüber gestritten nach welcher Methodik eine solche Auffälligkeit ‚gemessen’ werden soll und nach welcher Theorie die ‚Behandlung’ erfolgen soll.
Aber Es muss doch Gründe geben warum unsere jüngste Generation immer mehr Probleme hat, immer öfters auffällig wird und dabei auch Augenkoordinationsstörungen immer häufiger auffällig werden.
Dies wären Fragen die in einem interdisziplinären Austausch am ehesten erfolgsversprechend diskutiert werden könnten.
Also Kerstin, ich werde mich bemühen wieder vermehrt den direkten Bezug zu den Sehproblemen darzustellen.
Bis bald
Urs
Urs,die häufig von bestimmten Gruppen benutzte Aussage, das "unsere jüngste Generation immer mehr Probleme hat, immer öfters auffällig wird und dabei auch Augenkoordinationsstörungen immer häufiger auffällig werden" ist nie belegt worden. Ich bin gespannt, ob Du diese Behauptung belegen kannst.
Kornelia
Hallo Luna,über die vielen Einträge ist mit jetzt noch nicht klar, was die Abklärung bei Deinem Sohn ergeben hat. Nachstehend eine kleine Hilfe, was wir hier in der Schweiz als Mindeststandart bei plötzlichen DB durchführen neurologische Untersuchung, EEG, VEP, Labor Methioninbelastungstest, Glukosebelastung, Vitamin B Analyse, MRT (ganz wichtig), EKG.
Wenn das alles o.B. ist, dann arbeiten wir ungerne mit Folien, da diese die Sehschärfe zu massiv herabsenken, sondern es wird recht schnell operiert.
Kornelia